Der erste (AR4) von insgesamt drei Teilbänden des vierten Sachbestandsberichtes des IPCCs lässt nun auf Grund von zahlreichen Beobachtungen und Messungen keinen Zweifel mehr an einem Klimawandel. Die globale Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg haben sich beschleunigt, ebenso das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen.
Außer Diskussion steht mittlerweile auch, dass im weltweiten Durchschnitt menschliches Handeln seit 1750 das Klima erwärmt hat. Dieser Vorgang wurde vorrangig durch den fossilen Brennstoffverbrauch, die intensivierte Landwirtschaft und eine geänderte Landnutzung hervorgerufen (Internet 8).
Dass der Klimawandel Konsequenzen nach sich ziehen wird, steht außer Frage und wird aktuell in Medien breit diskutiert. Einige Szenarien könnten wie folgt aussehen: Die Ozeane werden sich erwärmen und die Gletscher schmelzen. Infolge dessen wird der Meeresspiegel steigen und Salzwasser die besiedelten Gebiete flacher Küstenregionen überfluten. Folglich werden sich die landwirtschaftlichen Zonen verschieben und das Wetter wechselhafter und extremer (z. B. Stürme, Dürren und Starkregen).
Weniger Beachtung in der Öffentlichkeit finden Sekundärfolgen, jedoch sind diese nicht minder schädlich. Ein Indiz dafür, der beunruhigenderweise bereits seine Bestätigung in der Realität gefunden, sind das häufigere Auftreten und die schnellere Ausbreitung von Krankheiten. Auf der anderen Seite kann ein Klimawandel durchaus auch günstige Effekte mit sich bringen. Demzufolge können sehr hohe Temperaturen in heißen Gegenden den Schnecken, welche die Schistosomiasis, eine parasitische Erkrankung, übertragen, den Garaus machen; milde Winter werden zu weniger Toten durch Erfrieren oder Atemwegserkrankungen führen; starke Winde können den Großstadtsmog durch frische Luft ersetzen. Doch werden mit ziemlicher Sicherheit die negativen Folgen überwiegen und sollten in keiner Weiser unterschätzt sowie vernachlässigt werden (Epstein 2002).
Die vorliegende Arbeit soll nun einen Überblick darüber geben, in wie weit der Klimawandel für die Ausbreitung verschiedener Krankheiten verantwortlich ist oder sein kann, welche Krankheiten oder gesundheitliche Schäden davon am meisten betroffen sind und was man dagegen unternehmen kann, um die Verbreitung aufzuhalten beziehungsweise einzudämmen oder zu kontrollieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausbreitung von Krankheiten als Folge des globalen Klimawandels – unterschätzte Gefahr oder unberechtigte Hysterie
2. Themenrelevante Klimaänderungen
2.1. Globaler Temperaturanstieg
2.2. Veränderung der Niederschläge
2.3. Anstieg des Meeresspiegels
3. Auswirkungen des Klimawandels auf die Ausbreitung bestimmter Krankheiten und die gesundheitlichen Folgen für den Menschen
3.1. Direkte Auswirkungen auf den Menschen
3.1.1. Gesundheitsrisiken infolge von Hitzeeinwirkung
3.1.2. Allergien
3.1.3. Krankheiten infolge atmosphärischer Ozonbildung und dessen Abbau
3.2. Indirekte Auswirkungen auf den Menschen
3.2.1 Cholera
3.2.2. Zecken
3.2.3. Malaria
4. Präventionsmaßnahmen
4.1. Verlangsamung beziehungsweise Stabilisierung des Klimawandels
4.2. Direkte Maßnehmen gegen die Verbreitung von Krankheiten
5. Ausblick / Gefahreneinschätzung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem globalen Klimawandel und der Ausbreitung von Infektionskrankheiten sowie gesundheitlichen Belastungen für den Menschen, mit dem Ziel aufzuzeigen, inwieweit ökologische Veränderungen die Verbreitung von Krankheitserregern begünstigen und welche präventiven Gegenmaßnahmen möglich sind.
- Zusammenhang zwischen Temperaturanstieg und der Ausbreitung von Vektorkrankheiten
- Einfluss von Wetterextremen und Meeresspiegelanstieg auf die Wasserqualität und Infektionsrisiken
- Direkte gesundheitliche Folgen durch Hitzewellen, Ozonbelastung und allergene Pflanzen
- Analyse von Fallbeispielen wie Malaria, Cholera und FSME
- Diskussion über Klimaschutz als medizinische Präventionsstrategie
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Gesundheitsrisiken infolge von Hitzeeinwirkung
Dass sich die Temperaturen auf der gesamten Welt seit einiger Zeit verändert haben und sich in nächster Zeit weiterhin verändern werden steht heute außer Zweifel. Die damit verbundenen Temperaturanstiege sowie mit einhergehende Hitzewellen wirken sich durchaus negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kleinkinder und kranke Menschen. Aber auch sozial schwache Menschen, wie zum Beispiel die Bewohner von Entwicklungsländern, die weder Ventilatoren, Klimaanlagen noch kühlende Wohnräume als Schutz vor der Hitze besitzen, gehören zu den Risikogruppen. Gesunde Erwachsene Menschen hingegen verfügen über genügend Abwehrmechanismen, um einen begrenzten Temperaturanstieg unbeschadet zu überstehen.
Neben Windstille sind hohe Luftfeuchtigkeit und intensive Sonneneinstrahlung durch Wolkenlosigkeit weitere Faktoren, welche die Hitzewirkung verstärken (Internet 1). Auf diese Weise fordern unter den Wetterereignissen die Hitzeperioden jährlich mit Abstand die höchste Anzahl an Menschenleben (siehe Abb. 3). Die häufigste Todesursache dabei ist eine Überforderung des Herz-Kreislauf-Systems oder schlichtweg Hitzschlag. (Internet 2).
Die Nachttemperaturen sind für die hohe Mortalitätsrate bei Hitzewellen ausschlaggebender als die Tagestemperaturen. Da sich die Nächte nur noch sehr gering abkühlen, kann sich der menschliche Körper in seiner Ruhephase kaum erholen, was zu einer Überlastung führen kann. Demnach starben bei einer Hitzewelle im Jahr 2003 mehr als 35.000 Menschen in Europa. Allein in Deutschland mussten circa 7.000 Menschen ihr Leben lassen, während es Frankreich mit circa 15.000 Todesopfern am stärksten traf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausbreitung von Krankheiten als Folge des globalen Klimawandels – unterschätzte Gefahr oder unberechtigte Hysterie: Einleitung in die Thematik der durch den Klimawandel bedingten Ausbreitung von Krankheiten und die damit verbundenen globalen Veränderungen.
2. Themenrelevante Klimaänderungen: Erläuterung klimatischer Hauptfaktoren wie Temperaturanstieg, veränderte Niederschlagsmuster und Meeresspiegelanstieg.
3. Auswirkungen des Klimawandels auf die Ausbreitung bestimmter Krankheiten und die gesundheitlichen Folgen für den Menschen: Detaillierte Analyse direkter Gesundheitsrisiken durch Hitze und Ozon sowie indirekter Risiken durch Vektoren wie Mücken oder Wasserverschmutzung.
4. Präventionsmaßnahmen: Darstellung strategischer Ansätze zur Emissionsreduktion und spezifischer gesundheitspolitischer Maßnahmen zur Krankheitsbekämpfung.
5. Ausblick / Gefahreneinschätzung: Zusammenfassende Bewertung der künftigen Gefahrenlage und Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens.
Schlüsselwörter
Klimawandel, globale Erwärmung, Infektionskrankheiten, Vektoren, Malaria, Cholera, Hitzewellen, Treibhauseffekt, Gesundheitsschutz, FSME, Allergien, Ozonbelastung, Klimaanpassung, Präventionsmaßnahmen, Mortalitätsrate
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels, insbesondere der Frage, wie durch ökologische Veränderungen die Ausbreitung von Krankheiten gefördert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die direkte Wirkung extremer Temperaturen, die Zunahme von Allergien durch veränderte Luftzusammensetzungen sowie die indirekte Verbreitung von Krankheitserregern über Wasser und Insekten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Kausalzusammenhang zwischen Klimawandel und Krankheitsausbreitung zu geben und aufzuzeigen, welche präventiven Maßnahmen zur Eindämmung dieser Risiken existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Zusammenführung von Klimamodellen, medizinischen Statistiken und aktuellen Umweltbeobachtungen von Institutionen wie dem IPCC.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der klimatischen Rahmenbedingungen, eine detaillierte Betrachtung direkter und indirekter Gesundheitsschäden sowie eine Diskussion möglicher Präventionsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen globale Erwärmung, Vektorkrankheiten, Hitzewellen, Treibhauseffekt und Präventionsmaßnahmen.
Welche Rolle spielen Mücken bei der Krankheitsausbreitung?
Mücken fungieren als Vektoren für verschiedene Krankheiten. Durch wärmere Temperaturen beschleunigt sich ihr Lebenszyklus und ihr Verbreitungsgebiet erweitert sich in vormals kühlere Regionen.
Warum wird die Cholera in Bezug auf den Klimawandel thematisiert?
Der Klimawandel führt durch Überschwemmungen oder Trockenperioden zu einer Verschlechterung der Wasserqualität, was die Übertragung von durch Wasser verbreiteten Erregern wie Cholera massiv begünstigt.
- Quote paper
- Diplom Geograph Daniel Dlouhy (Author), 2007, Ausbreitung von Krankheiten in Folge des globalen Klimawandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120179