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Die Etablierung des Fußballs in Deutschland

Eine Untersuchung zur Wesensverwandtschaft von Fußball und Militarismus

Title: Die Etablierung des Fußballs in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tobias Bunse (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Das Mutterland des Fußballs ist England. Diese Tatsache dürfte hinlänglich bekannt sein, denn allzu häufig wird diese Floskel im Sprachgebrauch rund um den Fußball verwendet. Doch ist es überhaupt korrekt, dass in England der Fußballsport erfunden wurde? Diese Frage sollte einleitend berücksichtigt werden. Im weiteren Verlauf dieser Untersuchung liegt das Hauptaugenmerk jedoch auf der Entwicklung dieses Sports in Deutschland, auf dessen Entstehung und Verbreitung. Dazu ist zu sagen, dass dem deutschen Fußballbund, kurz DFB, aktuell im Jahr 2008 über 6,5 Millionen Mitglieder angehören. Diese Menschen verteilen sich deutschlandweit auf über 180.000 Mannschaften. Jede dieser Mannschaften kämpft beinahe jedes Wochenende über Sieg oder Niederlage. Aufgrund dieser beachtlichen Zahlen lässt sich schnell verdeutlichen, welchen Stellenwert der Fußballsport in Deutschland erlangt hat. Aufgrund des beträchtlichen Imagegewinns der deutschen Männer-, als auch Frauennationalmannschaft in den letzten Jahren ist davon auszugehen, dass diese Zahlen weiter ansteigen werden. Doch was macht die Faszination des Spiels aus, das auch heute noch allzu oft kriegerische Züge aufweist? Oder sind es eben jene militaristischen Parallelen, die dem Fußball ihren Reiz verleiht? Das benannte Ziel dieser Hausarbeit wird es sein, die Verbreitung des Fußballsports in Deutschland zu skizzieren. Anhand dessen wird unter anderem der Weg dieses Sports im ersten und zweiten Weltkrieg zu verdeutlichen sein, um schließlich erläutern zu können, ob oder in welchem Maße der Fußball von Krieg und Militär geprägt worden ist. Am Ende dieser Hausarbeit werde ich schließlich belegen, dass die erwähnten kriegerischen Elemente selbst in der heutigen Zeit von einigen Instanzen verwendet werden, um mit Hilfe dessen über den Fußball zu kommunizieren...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Anfänge des Fußballs

2.1 In England wird nach Regeln gespielt

2.2 Der Ball rollt nach Deutschland

2.3 Fußball als Massenphänomen

3 Der Fußball in der Zeit des Krieges

3.1 Die Entwicklung des Fußballs in den Kriegsjahren

3.2 Fußball und Militarisierung

3.3 Fortwährende Parallelen bezüglich der Militarisierung des Fußballs

4 Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung des Fußballs in Deutschland und analysiert kritisch die existierenden Wesensverwandtschaften sowie sprachlichen Parallelen zwischen dem Fußballsport und militaristischen Strukturen, insbesondere unter Einbeziehung von Perioden der Weltkriege und der medialen Berichterstattung.

  • Genese des Fußballs als Sportart im England des 19. Jahrhunderts
  • Etymologische und strukturelle Parallelen zwischen Militärjargon und Fußballsprache
  • Einfluss nationalsozialistischer Ideologie und Propaganda auf den Spielbetrieb
  • Die Rolle des Fußballs als vermeintliches Identifikationsinstrument im Kaiserreich und Nationalsozialismus
  • Analyse der medialen Kriegsrhetorik im Kontext zeitgenössischer Großereignisse

Auszug aus dem Buch

3.2 Fußball und Militarisierung

Der Fußball und der Militarismus scheinen auf den ersten Blick nicht allzu viel zu verbinden. Doch tatsächlich hat dieser Ballsport mehr Parallelen zum Krieg als angenommen. So ist die folgende Definition des fußballerischen Spielverlaufs in den Jahren des ausgehenden 20. Jahrhunderts charakteristisch für die Sichtweise, mit der dieses Spiel zu jener Zeit betrachtet wurde: „Zwei Parteien von gewöhnlich elf Kämpfern befinden sich im Kriegszustande. Es handelt sich darum, einen großen Lederball vermittels der Füße auf feindliches Gebiet und womöglich in das Heiligtum des Feindes, den durch die beiden Pfähle gekennzeichneten „Stand“ zu bringen. Gelingt dies auf regelrechte Weise, so ist ein „Stand“ gewonnen, und die Anzahl der gewonnenen, beziehungsweise verlorenen „Stände“ entscheidet über Sieg und Niederlage“ sowie „Zum Verständnis der unten folgenden Regeln bemerken wir noch, daß jede Partei unter einem „Kapitän“ respective Führer steht, der seine Kräfte über das Feld verteilt. In erste Linie, nahe dem zu erwartenden Ball, wird er einen oder zwei geschickte, ausdauernde und offensiv tüchtige Spieler stellen, dann wird das Gros seiner Armee folgen, er selbst sich in der Rückgarde derselben halten, um im Falle der Not wirksam einer drohenden Gefahr entgegenzutreten.“

Die Anfänge des Fußballs lassen sich demnach sprachlich durch die Adaption des Kriegsjargons kennzeichnen, der nahezu originalgetreu auf die Beschreibung des Spiels angewendet wurde. Die enge Beziehung zwischen Fußball und Militär wird zudem mit Beginn des 20. Jahrhunderts gefestigt, als der Fußball in den Kasernen Einzug erhielt. Zuerst in der wilhelminischen Zeit, als dieser Sport neben dem Turnen noch als willkommene Freizeitbeschäftigung fungierte. Als Zeichen der engen Bindung zwischen Fußball und Militär können die Jahrbücher des DFB zu Rate gezogen werden, in denen zu jener Zeit immer häufiger Offiziere Stellung darüber bezogen, welchen Wert der Fußball für die Steigerung der „Wehrkraft“ einnahm.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Fußballs ein und formuliert das Ziel der Untersuchung: die Analyse der Verflechtungen zwischen dem Fußballsport, kriegerischen Elementen und militaristischen Parallelen in Deutschland.

2 Die Anfänge des Fußballs: Das Kapitel behandelt die Entstehung des Fußballs in England, die Übertragung nach Deutschland und die sukzessive Entwicklung des Spiels zu einem organisierten Massenphänomen.

3 Der Fußball in der Zeit des Krieges: Hier werden die Instrumentalisierung des Fußballs in Kriegszeiten, die Parallelen zur Militarisierung und die Rolle der Sportberichterstattung eingehend analysiert.

4 Schluss: Der Schlussteil resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die Wandlung des Fußballs vom kriegsgeprägten propagandistischen Instrument hin zum modernen, völkerverbindenden Friedensträger.

Schlüsselwörter

Fußball, Militarismus, Deutschland, Kriegsgeschichte, Nationalsozialismus, DFB, Sportgeschichte, Propaganda, Weltmeisterschaft, Sprachjargon, Vereinsgeschichte, Schalke 04, Nationalmannschaft, Sportsoziologie, Völkerverständigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Etablierung des Fußballs in Deutschland und die Verbindung des Sports zu militaristischen Ideologien und Begrifflichkeiten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Regelwerks, der sozialen Bedeutung, der Vereinnahmung durch politische Mächte sowie der sprachlichen Darstellung des Spiels in den Medien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, in welchem Maße der Fußball von Krieg und Militär geprägt wurde und wie sich dieses Verhältnis historisch gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Untersuchung von historischen Dokumenten sowie zeitgenössischen Presseberichten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Fußballsports, die Entwicklung während der Kriegsjahre und eine tiefgehende Analyse der Parallelen zwischen Fußball und militärischer Rhetorik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fußball, Militarismus, Propaganda, Kriegsgeschichte und Identitätsstiftung bestimmt.

Wie wurde Fußball im Nationalsozialismus instrumentalisiert?

Der Sport wurde gezielt zur Propaganda eingesetzt, um Zusammenhalt zu demonstrieren, die Bevölkerung abzulenken und das Bild eines "wehrhaften" Volkes zu festigen.

Welche Rolle spielt die Sprache in der Fußballberichterstattung?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Sportjournalismus häufig auf einen militaristisch geprägten Jargon zurückgreift, um den Wettbewerbscharakter des Spiels in den Medien zu dramatisieren.

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Details

Title
Die Etablierung des Fußballs in Deutschland
Subtitle
Eine Untersuchung zur Wesensverwandtschaft von Fußball und Militarismus
College
University of Paderborn  (Geschichte)
Course
Straßennamen und Geschichtskultur in Deutschland
Grade
2,0
Author
Tobias Bunse (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V120207
ISBN (eBook)
9783640241019
ISBN (Book)
9783640244942
Language
German
Tags
Etablierung Fußballs Deutschland Anfänge Fußball England Weimarer Republik 2. Weltkrieg Schalke 04 Public Schools WM 2006 Fußball Fußballzitate
Product Safety
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Quote paper
Tobias Bunse (Author), 2008, Die Etablierung des Fußballs in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120207
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