Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Was heißt "eigenschaftslos" in Musils "Mann ohne Eigenschaften"?

Diskussion der Problematik dieses Begriffs an der Figur Ulrichs

Title: Was heißt "eigenschaftslos" in Musils "Mann ohne Eigenschaften"?

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 11 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Thomas Keith (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Eigenschaftslosigkeit des Titelhelden von Musils Roman darf nicht in einem konventionellen engen Sinn verstanden werden, etwas als das Fehlen von 'Qualitäten'. Da Erzählen immer auch ein Zuschreiben von Eigenschaften ist, wäre die epische Darstellung eines Mannes ohne Eigenschaften auch kaum vorstellbar. Ulrichs Eigenschaftslosigkeit ist eine Haltung, die im Folgenden charakterisiert werden soll. Sie weist mehrere Facetten auf, die wesentlich fundiert sind in einer Diagnose der Zeit, in die die Romanhandlung verlegt ist (1913), und in philosophischen Theoremen, mit denen sich der Autor beschäftigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Hintergrund

1.1 Metaphysik- und Erkenntniskritik

1.2 Kontingenz

2 Ulrich, der "Mann ohne Eigenschaften"

2.1 Ulrichs Ich

2.2 Der Möglichkeitsmensch

2.3 Genauigkeit und Seele

2.4 Essayismus

2.5 Wissenschaft, Moral, Liebe

2.6 Selbstfiktionalisierung

3 'Eigenschaftslosigkeit' als literarisches Stilprinzip

4 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht den Begriff der Eigenschaftslosigkeit bei Ulrich, dem Protagonisten von Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften". Ziel ist es, diese Eigenschaftslosigkeit nicht als bloßes Fehlen von Qualitäten, sondern als komplexe Haltung zu entschlüsseln, die aus der zeitgenössischen Diagnose und philosophischen Auseinandersetzungen des Autors mit der Wirklichkeits- und Kontingenzproblematik resultiert.

  • Philosophische Grundlagen: Anti-Essentialismus und Kontingenz
  • Ulrich als Möglichkeitsmensch im Spannungsfeld der Moderne
  • Das Verhältnis von Genauigkeit und Seele als zentrales Lebensprojekt
  • Essayismus als Lebensform und Ausdruck der Eigenschaftslosigkeit
  • Die literarische Umsetzung und funktionale Bedeutung der Eigenschaftslosigkeit

Auszug aus dem Buch

1.1 Metaphysik- und Erkenntniskritik

Dem Konzept der 'Eigenschaftslosigkeit' philosophisch zu Grunde liegt ein Anti-Essentialismus, der von Ernst Machs psychophysischem Neopositivismus inspiriert ist. Mach kritisierte damit die Substanzontologie und bezog auch die Vorstellung einer Ich-Substanz ein, wie er es zuspitzte in der berühmten Formel: „Das Ich ist unrettbar“. Eine analoge Auflösung von Substanzen und Essenzen durchzieht Musils Roman.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung definiert die Eigenschaftslosigkeit als eine komplexe Haltung des Protagonisten und verortet sie in der zeitgeschichtlichen Diagnose des Jahres 1913.

1 Hintergrund: Hier werden die philosophischen Wurzeln des Begriffs, insbesondere die Kritik an der Substanzontologie und die Problematik der Kontingenz, beleuchtet.

2 Ulrich, der "Mann ohne Eigenschaften": In diesem Hauptteil wird Ulrichs Ich-Konzeption sowie seine Versuche, sich durch den Möglichkeitsmenschen, Essayismus und das Streben nach Genauigkeit einzurichten, analysiert.

3 'Eigenschaftslosigkeit' als literarisches Stilprinzip: Dieses Kapitel betrachtet die erzählerischen und stilistischen Konsequenzen, die sich aus der Eigenschaftslosigkeit des Protagonisten für den Roman ergeben.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Ulrichs Eigenschaftslosigkeit ein Leiden an der mangelnden Bindungskraft der Zeit ausdrückt und verdeutlicht die Grenzen seines Versuchs, sich in der Kontingenz einzurichten.

Schlüsselwörter

Eigenschaftslosigkeit, Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Ulrich, Kontingenz, Möglichkeitsmensch, Essayismus, Moderne, Erkenntniskritik, Anti-Essentialismus, Genauigkeit, Seele, Selbstfiktionalisierung, Zeitdiagnose

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das zentrale Konzept der Eigenschaftslosigkeit der Hauptfigur Ulrich in Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften".

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erkenntniskritik, der Kontingenz der Wirklichkeit, dem Möglichkeitsdenken, dem Verhältnis von Genauigkeit und Seele sowie dem Essayismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die philosophische und literarische Einordnung der Eigenschaftslosigkeit als bewusste Lebenshaltung Ulrichs gegenüber einer unübersichtlichen und funktionalisierten Zeit.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanent unter Einbeziehung der kulturhistorischen und philosophischen Rahmenbedingungen der Entstehungszeit arbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Charakterisierung von Ulrichs Ich, die theoretische Ausarbeitung seines Konzepts als Möglichkeitsmensch und die Untersuchung seiner Versuche, durch essayistisches Denken und den Ausgleich von Genauigkeit und Seele Sinn zu stiften.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Eigenschaftslosigkeit, Kontingenz, Möglichkeitsmensch, Essayismus und die philosophische Erkenntniskritik nach Ernst Mach.

Inwiefern beeinflusst der historische Kontext (1913) die Figur Ulrichs?

Die Zeitdiagnose spiegelt eine Gesellschaft wider, die durch Spezialisierung, Funktionalisierung und den Zerfall von Sinnzusammenhängen geprägt ist, was Ulrichs Bedürfnis nach einer neuen Einheit erst provoziert.

Warum wird Ulrich als "Möglichkeitsmensch" bezeichnet?

Er zeichnet sich durch die Fähigkeit und das Bedürfnis aus, die Welt nicht als feststehende Gegebenheit, sondern als eine Ansammlung von Möglichkeiten wahrzunehmen, was ihn zur permanenten Veränderung neigen lässt.

Welche Rolle spielt die "Selbstfiktionalisierung" für Ulrich?

Sie stellt die extremste, wenn auch utopische Form seiner Eigenschaftslosigkeit dar, in der das Dasein vollständig durch literarische Gestaltung ersetzt werden soll, um den kulturellen Klischees der Wirklichkeit zu entfliehen.

Excerpt out of 11 pages  - scroll top

Details

Title
Was heißt "eigenschaftslos" in Musils "Mann ohne Eigenschaften"?
Subtitle
Diskussion der Problematik dieses Begriffs an der Figur Ulrichs
College
Free University of Berlin  (Institut für Germanistik)
Course
Musil, Der Mann ohne Eigenschaften
Grade
2+
Author
Thomas Keith (Author)
Publication Year
1997
Pages
11
Catalog Number
V120268
ISBN (eBook)
9783640241309
ISBN (Book)
9783656448136
Language
German
Tags
Musil Mann ohne Eigenschaften Eigenschaftslosigkeit Ulrich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Keith (Author), 1997, Was heißt "eigenschaftslos" in Musils "Mann ohne Eigenschaften"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120268
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  11  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint