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Die ökonomische Lehre von Aristoteles - Eine Analyse der aristotelischen Theorie der Ökonomik zum Nachweis, welche Bedeutung Ökonomie heute haben könnte

Title: Die ökonomische Lehre von Aristoteles - Eine Analyse der aristotelischen Theorie der Ökonomik zum Nachweis, welche Bedeutung Ökonomie heute haben könnte

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 24 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Mag Brigitte Vrochte (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die Bundesrepublik schätzt sich glücklich, weil „fünf Weise“ die politische Lage und Regierungsweise in einem halbjährlichen Gutachten analysieren. Sie verteilen Lob und Tadel an Notenbank und Tarifpartner, erstellen Prognosen und offerieren politische Handlungsvorschläge. Bei diesen „Weisen“ handelt es sich nicht um Philosophen oder Politikwissenschafter, sondern um Ökonomen.

Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch auf der internationalen Ebene hat sich die Gewichtung von Politik und Ökonomie verändert. An Stelle des bisher ideologisch geführten Ost-West-Konflikts ist die „Globalisierung“ getreten. Deren Hauptakteure sind nicht mehr nur Nationalstaaten bzw. deren Regierungen, sondern weltweit operierende Großkonzerne. Ihre Ziele konzentrieren sich auf die Steigerung ihres Umsatzes und die Übernahme konkurrierender Anbieter. Aufgrund der Dominanz der Ökonomie wird deshalb vielerorts von einer Aufhebung des Politischen gesprochen.

Bereits der „Vater der politischen Wissenschaften und der Ökonomie“, der griechische Philosoph Aristoteles, analysierte das Verhältnis zwischen Politik und Ökonomie, benannte Ursachen und Folgen für die Dominanz der Ökonomie über die Politik und gab Ratschläge zur Behebung in seinem Werk „Politik“.

Zum besseren Verständnis des Aristoteles werden im ersten Kapitel zunächst seine Grundannahmen vorgestellt. Das zweite Kapitel erörtert seine ökonomische Lehre, mit dem Haus und dessen zugehörigen Teile und deren Bedeutung für die Polis. Die Trennung zwischen der Ökonomie und Chremantistik stellt den wesentlichen Teil seiner ökonomischen Lehre dar, die im dritten Kapitel beschrieben wird. Zunächst werden dazu zentrale Begriffe geklärt, insbesondere der Unterschied zwischen Gebrauchs- und Tauschwert. Abschließend wird die Bedeutung im Hinblick auf die Polis expliziert. Im fünften Kapitel werden die wesentlichen Unterschiede zwischen der modernen Nationalökonomie und der aristotelischen Lehre aufgezeigt. Der Schluß faßt die Ratschläge des Vater der Ökonomie zusammen und bezieht diese auf die Gegenwart.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Voraussetzungen der aristotelischen Theorie

2 Die ökonomische Lehre des Aristoteles

2.1 Der Begriff: Ökonomie

2.2 Der Oikos - das Haus als natürliche Einheit

2.3 Die zum Haus gehörenden Teil-Gemeinschaften

2.4 Bedeutung des Hauses und seiner Leistung für die Polis

3 Die Ökonomie und Erwerbskunst

3.1 Der Besitz und Reichtum als Teil der Ökonomie

3.1.1 Bestimmung des Besitz und Reichtum

3.2 Die natürliche Erwerbskunst

3.3 Verschiedene Arten der Verwendung

3.4 Die Chremantistik – ihre Entstehung

3.5 Bedeutung für die Polis: Gerechter Tausch als gesellschafts-politische Voraussetzung

3.6 Zusammenfassung: Ökonomie und Arten der Erwerbskunst

4 Paradigmenwechsel: Die modernen Nationalökonomie

4.1 Bedeutung der ökonomischen Lehre des Aristoteles für die moderne Nationalökonomie

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die aristotelische Theorie der Ökonomik, um das Verhältnis zwischen Politik und Ökonomie zu ergründen und aufzuzeigen, welche Bedeutung diese antiken Erkenntnisse für die moderne wirtschaftswissenschaftliche Debatte sowie für die heutige Ära der Globalisierung haben könnten.

  • Grundlegende Unterscheidung zwischen natürlicher Ökonomie und Chremantistik
  • Bedeutung des Hauses (Oikos) als natürliche Einheit für die Polis
  • Analyse des Begriffs "wahrer Reichtum" und der Eudaimonia als Ziel des Handelns
  • Gerechtigkeit und Tauschverhältnisse in der aristotelischen Lehre
  • Gegenüberstellung von antiker teleologischer Ökonomie und moderner mechanistischer Nationalökonomie

Auszug aus dem Buch

3.4 Die Chremantistik – ihre Entstehung

Die „widernatürliche Erwerbskunst“ basiert aus dem Tauschhandel mit doppeltem Gebrauch der Gütern: ein Schuh, der als Tauschobjekt dient und auf dem Markt als Ware angeboten wird, wird im uneigentlichen Gebrauch verwendet.

Die Ursache begründet Aristoteles damit, dass diejenigen, die Waren produzieren, „leben wollen und sich nicht um ein gutes Leben kümmern.“ Während das gute Leben im Sinne von Aristoteles eines ist, das sich am letzten Gut orientiert, strebt derjenige, der sich nur um das bloße Leben kümmert nach sinnlichen Genüssen. Da die sinnlichen Genüsse aber keine Grenze haben, bedarf es zu ihrer Befriedigung einer fortwährenden Vermehrung des Besitzes auf die dann alle übrigen Handlungen ausgerichtet sind.

„Denn da der Genuß in der Überfülle besteht, so suchen sie die Kunst, die die Überfülle des Genusses verschafft. Und wenn sie dies nicht durch die Erwerbskunst zustande bringen, so versuchen sie es auf anderen Wegen und benützen dazu alle Fähigkeiten aber gegen die Natur; denn die Tapferkeit soll nicht Geld verdienen, sondern Mut erzeugen (...) Doch jene machen aus alledem einen Gelderwerb, als ob dies das Ziel wäre, auf das hin alles gerichtet werden müsste.“

Wahren Reichtum bilden für Aristoteles die Güter aus der Urproduktion, die Werkzeug sind, um ein sinnvolles Leben zu ermöglichen. Ihr Bedarf wird begrenzt durch die Autarkie, das unabhängige Überleben und der Begrenztheit der Ressourcen. Die Produktion von natürlichen Gütern richtet sich nach deren naturhaften Bestimmung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Dominanz der Ökonomie gegenüber der Politik ein und stellt das Werk des Aristoteles als Referenzpunkt zur Analyse dieses Verhältnisses vor.

2 Die ökonomische Lehre des Aristoteles: Hier werden die Grundlagen der ökonomischen Lehre dargelegt, insbesondere der Oikos als natürliche Einheit und dessen Bedeutung für das Funktionieren der Polis.

3 Die Ökonomie und Erwerbskunst: Dieses Kapitel vertieft die Differenzierung zwischen der natürlichen Haushaltungskunst (Ökonomie) und der auf bloße Bereicherung abzielenden, widernatürlichen Erwerbskunst (Chremantistik).

4 Paradigmenwechsel: Die modernen Nationalökonomie: Hier wird der historische Bruch zur antiken teleologischen Sichtweise und der Übergang zur modernen, mechanistischen Nationalökonomie diskutiert.

5 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Relevanz der aristotelischen Forderung nach einer ethischen Einbettung der Wirtschaft in die Politik angesichts aktueller globaler Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Ökonomik, Chremantistik, Oikos, Polis, Eudaimonia, Gerechtigkeit, Tauschwert, Gebrauchswert, Autarkie, Wirtschaftspolitik, Globalisierung, Ethik, Bedürfnisbefriedigung, Teleologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das aristotelische Verständnis von Ökonomie und deren Verhältnis zur Politik, um die Ursachen für die heutige Vorherrschaft wirtschaftlicher Interessen zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Natur des Haushaltens, der Unterschied zwischen natürlicher Ökonomie und Chremantistik sowie die ethische Zweckgebundenheit menschlichen Handelns.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die antiken Lehren des Aristoteles heute noch gültige Maßstäbe für eine am Gemeinwohl orientierte Wirtschaft bieten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer philosophiegeschichtlichen Textanalyse aristotelischer Kernschriften wie der "Politik" und der "Nikomachischen Ethik" im Vergleich mit modernen ökonomischen Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe Ökonomie und Chremantistik detailliert gegenübergestellt, der gerechte Tausch analysiert und die historische Entwicklung zur modernen Nationalökonomie nachgezeichnet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Eudaimonia, Autarkie, Gebrauchswert und das Prinzip von Maß und Form innerhalb einer teleologischen Weltordnung bestimmt.

Wie unterscheidet Aristoteles zwischen natürlicher und unnatürlicher Erwerbskunst?

Die natürliche Erwerbskunst dient der Sicherung des Lebensunterhalts im Haushalt, während die Chremantistik (unnatürliche Erwerbskunst) lediglich auf die unbegrenzte Anhäufung von Geld abzielt.

Welche Bedeutung misst die Arbeit dem Zins bei?

Der Zins wird als ein Instrument kritisiert, das sich der natürlichen Ordnung von Werden und Vergehen entzieht, da er eine von menschlicher Leistung losgelöste, grenzenlose Vermehrung von Geld ermöglicht.

Wie wird das Verhältnis von Politik und Ökonomie bei Aristoteles definiert?

Bei Aristoteles ist die Ökonomie der Politik untergeordnet, da die Wirtschaft lediglich als Mittel zur Ermöglichung eines guten Lebens für die Bürger in der Polis fungiert.

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Details

Title
Die ökonomische Lehre von Aristoteles - Eine Analyse der aristotelischen Theorie der Ökonomik zum Nachweis, welche Bedeutung Ökonomie heute haben könnte
College
LMU Munich  (Institut für Philosophie)
Course
Ethik und Politik von Aristoteles
Grade
1,2
Author
Mag Brigitte Vrochte (Author)
Publication Year
2000
Pages
24
Catalog Number
V120356
ISBN (eBook)
9783640241644
ISBN (Book)
9783640245284
Language
German
Tags
Lehre Aristoteles Ethik Politik Aristoteles
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag Brigitte Vrochte (Author), 2000, Die ökonomische Lehre von Aristoteles - Eine Analyse der aristotelischen Theorie der Ökonomik zum Nachweis, welche Bedeutung Ökonomie heute haben könnte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120356
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