Bewegungsanalyse eines Golfschwungs


Hausarbeit, 2008

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen der Bewegungshandlung und der Bewegungsanalyse

2. Der Golfschwung aus Sicht der Bewegungslehre und der Biomechanik
2.1 Pre shot fundamentals (Strukturierung der Schwungvorbereitung)
2.2. Der Schwung

3. Der Golfschwung aus anatomischphysiologischer Sicht
3.1 Grundlegende Informationen über die Funktionsweise des Bewegungsapparates beim Golfschwung
3.2. Das Setup
3.3. Der Aufschwung (Take away)
3.4. Der Abschwung
3.5. Der Ausschwung

4. Literaturverzeichnis

1. Grundlagen der Bewegungshandlung und der Bewegungsanalyse

In den folgenden Kapiteln soll eine detaillierte Bewegungsanalyse eines Golfschwunges beschrieben werden. Da es im Golfsport zahlreiche Schwungvarianten aus verschiedenen Positionen mit unterschiedlicher Intensität gibt, beschränken wir uns auf den Grundschwung, der u.a. beim Abschlag angewandt und dem langen Spiel zugeordnet wird.

„Eine Bewegungshandlungman spricht auch von einer sportmotorischen Handlungstellt einen Prozess dar, der von außen betrachtet, durch einen bestimmten räumlichen, zeitlichen und dynamischen Verlauf gekennzeichnet ist. Die Bewegungshandlung ist dadurch charaktersiert, dass sie zielgerichtet und erwartungsgesteuert ist und dass motorische, kognitive und emotionale/affektive Faktoren eine entscheidende Rolle spielen“ (BAUMMAN/REIM 1994, S.58). Eine Bewegungshandlung kann in mehrere Abschnitte untergliedert werden, die jedoch alle funktional miteinander verbunden sind. Man unterteilt in Vorbereitungsphase, Hauptphase und Endphase. Der Vorbereitungsteil unterliegt emotionalen Einflüssen (Motivation, Interessen, Erwartungen, etc.) sowie kognitiven Einflüssen. Hier steht die Planung der Handlungsausführung auf Basis des Analysierens der situativen Gegebenheiten im Vordergrund. Konzentration und Aufmerksamkeit sowie die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf Basis bereits gemachter Bewegungserfahrungen beeinflussen die Erstellung des Handlungsplans. In der Hauptphase spielen sensomotorische Parameter (Ausführung des Handlungsplans) eine tragende Rolle. Diese Einteilung der Bewegungshandlung ist gerade bei schnellen Bewegungen nur formal zu trennen und nicht ausnahmslos gültig. Die kontinuierliche Bewegungsfolge des Grundschwungs im Golf ist jedoch mittels dieser Einteilungskriterien relativ gut zu erfassen.

Um die Bewegungsanalyse ausführlich darstellen zu können, bedienen wir uns der Einteilung in quantitative und qualitative Bewegungsmerkmale nach BAUMANN/REIM und MEINEL/SCHNABEL. Quantitative Bewegungsmerkmale meinen in diesem Zusammenhang kinematische und dynamische Bewegungsstrukturen. Kinematische Merkmale geben Ortsund Lageveränderungen des Körpers oder seiner Teile in Raum und Zeit mit Hilfe von Weg, Winkel, Geschwindigkeit, Winkelgeschwindigkeit, Beschleunigung und Winkelbeschleunigung an (Ballreich 1981, S.515). Dynamische Merkmale sind einwirkende Kräfte; also Kraftstöße und Kraftmomente. Sie sind nicht direkt beobachtbar sondern können nur mittels der kinematischen Auswirkungen geschätzt oder durch spezielle Messverfahren ermittelt werden.

Qualitative Bewegungsmerkmale werden unterteilt in: Phasenstruktur, Bewegungsrhythmus, Bewegungskopplung, Bewegungsumfang, Bewegungsfluss, Bewegungstempo, Bewegungsstärke, Bewegungspräzision und Bewegungskonstanz (Baumann/Reim 1994, S.143f).

2. Der Golfschwung aus Sicht der Bewegungslehre und der Biomechanik

2.1 Pre shot fundamentals (Strukturierung der Schwungvorbereitung):

Eine optimale Ausgangsstellung des Golfers zum Ball bzw. zum Ziel hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg des Golfschwunges. Der korrekte Griff, das richtige Zielen sowie ein angemessener Setup (Ausrichten des Körpers zum Ball) sind die fundamentalen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schlag.

Die Pre shot fundamentals durchlaufen in ihrer vorbereitenden Funktion folgende Reihenfolge:

1. Zielen: Zunächst muss die Schwungrichtung festgelegt werden. Diese richtet sich nach der Position, die der Ball erreichen soll. Außerdem muss der Schlägerkopf sowie der zur Schwungrichtung ausgerichtet werden. Nach WIREN (in Anlehnung an die erfolgreich praktizierte Abfolge von Jack Nicklaus) erfolgt das Zielen in optimaler Form nach folgender Reihenfolge:

1. Man stellt sich den Schlag vor
2. Man bestimmt die Linie zum Ziel
3. Man richtet den Schläger aus
4. Man richtet den Körper aus[1]

Die Vorstellung des Schlages spielt eine wesentliche Rolle. Das gewählte Ziel muss zunächst realistisch gewählt werden, da die eigenen Fähigkeiten sowie die geländebedingten Anforderungen berücksichtigt werden müssen. Erst die Visualisierung des Schlages ermöglicht die Bestimmung der Linie zum Ziel. Die Ermittlung dieser Linie erfolgt hinter dem Ball stehend[2]. Der Golfer sucht sich dabei einen Markierungspunkt (z.B. ein Blatt, Grasbüschel, Zweig), der etwa einen halben Meter vor dem Ball auf der Ziellinie liegt. So kann die Zielgerade beim Schlag genauer eingehalten werden (Letzelter 2002, S. 77).

2. Setup

Unter Setup versteht man die optimale Ausrichtung des Körpers zum Ziel bzw. zum Ball. Nach JACOBS (1984) und NICKLAUS (1974) macht das Setup 90% eines guten Schwungs aus. Der richtige Aufbau beinhaltet folgende Richtgrößen:

1. Standbreite

Zunächst gilt hier, dass die Standbreite schlägerabhängig ist. Je länger der Schläger, desto breiter der Stand. Primär gilt, dass ein breiter Stand einen stabilen Schwung und eine ausreichende Rotation im Körper zulassen muss. Biomechanisch ist die Verbreiterung des Standes ebenfalls zu empfehlen, da der Körperschwerpunkt nach unten verlagert wird und die Standfläche vergrößert wird. Dadurch wird der Stand stabiler und der Golfer kann selbst bei einem Drive dem Impuls aus Armen und Schlägern entgegenwirken und die Balance halten. Außerdem werden durch die starke Dehnung und die größere Spannung die Anfangsbedingungen für den Abschwung günstiger (s. Kapitel 1). Allerdings wirkt sich die Standbreite nicht nur auf die Stabilität des Golfers aus, sondern auch auf die Flugbahn des Balles. Während ein engerer Stand den Ball höher fliegen lässt, verursacht ein breiterer Stand eine flachere Flugkurve. Die Wahl der optimalen Standbreite ist demnach zum einen abhängig von Schlägerlänge und anatomischen Voraussetzungen des Körperbaus des Sportlers, sowie von der Bestimmung des Ziels (Letzelter 2002, S.78f). Hier wird deutlich, inwiefern kognitive Größen einen Einfluss auf die Handlungsplanung haben.

2. Standund Ballposition

Die Ballposition ist ein fundamentaler Faktor, weil eine falsche Ballposition andere Fehler nach sich zieht. Es besteht die Gefahr eines offenen Standes, wenn man den Ball zu weit links aufteet, die eines geschlossenen Standes wenn der Ball zu weit rechts liegt (Letzelter 2002, S.80). Die Position des Balles ist immer in Relation zum Stand des Spielers zu betrachten. Dieser muss sich so stellen, dass er den Ball im tiefsten Punkt des Schwungbogens bzw. kurz davor treffen kann ohne seine Schwungbahn zu manipulieren. Beim Grundschwung ist davon auszugehen, dass der Spieler den Ball dort spielen soll, wo der Schlägerkopf im Vorwärtsschwung meistens den Boden berührt; in der Regel ist dies auf der linken Seite vom Mittelpunkt des Standes (Letzelter 2002, S.82).

[...]


[1]Die Praxis zeigt jedoch, dass eine Variation in der Ausrichtung möglich ist. 20 von 48 Profis richten zunächst den Körper und dann erst den Schläger aus.

[2] Die Bestimmung der Flugbahn erfolgt von einem Standpunkt, der etwa 2-5m hinter der eigentlichen Abschlagposition liegt. Nur so kann die genaue Ziellinie bestimmt werden. Steht der Golfer bereits in der Ansprechhaltung, so täuscht die optische Wahrnehmung und zieht als Konsequenz für die vermeintlich falsch wahrgenommene Flugbahn Fehler in der Schwungbahn nach sich.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bewegungsanalyse eines Golfschwungs
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Grundlagen präventiver und rehabilitativer Bewegungsangebote
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V120427
ISBN (eBook)
9783640241873
ISBN (Buch)
9783640248032
Dateigröße
759 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewegungsanalyse, Golfschwungs
Arbeit zitieren
B.A. Miriam Scholl (Autor), 2008, Bewegungsanalyse eines Golfschwungs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120427

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