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Das Volksschulwesen in der NS-Zeit am Beispiel des Stiftlandes

Title: Das Volksschulwesen in der NS-Zeit am Beispiel des Stiftlandes

Research Paper (postgraduate) , 2008 , 72 Pages

Autor:in: Jürgen Gradl (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Aus meiner Arbeit soll hervorgehen, dass die Erziehung der Jugend eines der wichtigsten Instrumente für die Nationalsozialisten gewesen ist. Im Stiftland hielt sich der unmittelbare Einfluss zwar in Grenzen und die ideologische Umsetzung des Unterrichts unterlag an den kleineren Dorfschulen, auf Grund von mangelnden Kontrollmöglichkeiten, hauptsächlich den einzelnen Lehrern. Aber die Nationalsozialisten haben durchaus erkannt, dass sie durch die Erziehung der Jugend den Grundstein für ihr „Tausendjähriges Reich“ legen können, da, wie es so schön heißt, in der Jugend von heute die Zukunft von morgen liegt. Der erste Teil meiner Arbeit befaßt sich mit der Umwandlung von der Konfessionsschule hin zur Gemeinschaftsschule. Im zweiten Teil analysiere ich dann exemplarisch den Stand des Volksschulwesens im Schulaufsichtsbezirk Tirschenreuth in den Kriegsjahren 1940 - 1944.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Schulsystem in der NS-Zeit

1. Allgemeiner Überblick

2. Umwandlung der Schule in Bayern in der NS-Zeit, anhand von Beispielen aus dem Stiftland

2.1 Ausschalten des kirchlichen Einflusses

2.1.1 Von der Bekenntnis- zur Volks- bzw. Gemeinschaftsschule

2.1.2 Einschränkung religiöser Aktivitäten

2.2 Ideologischer Einfluss

2.2.1 Rassenideologie

2.2.2 Erziehung durch den Staat

2.3 Widerstand Einzelner

3. Stand des Volksschulwesens im Schulaufsichtsbezirk Tirschenreuth

3.1 Zustand der Schulen

3.2 Umsetzung der NS-Ideologie

3.3 Die Kriegsjahre 1940 – 1944

3.3.1 Das Schuljahr 1940/41

3.3.2 Das Schuljahr 1941/42

3.3.3 Das Schuljahr 1942/43

3.3.4 Das Schuljahr 1943/44

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen des Volksschulwesens in der Region Stiftland während der nationalsozialistischen Diktatur und beleuchtet, wie der Staat durch Gleichschaltung und Ideologisierung die Erziehungshoheit an sich riss, während er gleichzeitig mit regionalen Widerständen und kriegsbedingten Schwierigkeiten konfrontiert war.

  • Gleichschaltung des Bildungswesens und Entzug der kulturellen Hoheit der Länder
  • Systematische Verdrängung des kirchlichen Einflusses zugunsten nationalsozialistischer Gemeinschaftsschulen
  • Durchsetzung rassenideologischer und staatlich gelenkter Erziehungsziele
  • Der Alltag unter Kriegsbedingungen: Lehrermangel, Unterrichtseinschränkungen und Aufrechterhaltung der ideologischen Propaganda

Auszug aus dem Buch

2.3 Widerstand Einzelner

Es gab allerdings nicht nur den Widerstand der katholischen Kirche; zu erwähnen ist auch der, wenn auch meist stille und weniger öffentliche Widerstand von Einzelpersonen in den verschiedensten Stellungen. Sie sahen es meist als ihre moralische Pflicht an den Nationalsozialisten entgegen zu wirken.

Aus Doc. A. Meiers Angaben, lassen sich hierfür zwei Personen im Raum Tirschenreuth angeben. Der eine war sein Lehrer Herr Kohlmann, der sich nicht immer an die Vorgaben der NSDAP hielt. Man war, wie oben schon erwähnt, angewiesen worden den Tag mit einem „Heil Hitler“ und einem geeignetem Morgengebet zu beginnen. Bei Herrn Kohlmann wurde der Hitler-Gruß jedoch durch ein „Guten Morgen, Herr Lehrer“ und das Morgengebet durch folgendes leicht abgeändertes Goethe Zitat, an das sich Herr Meier bis heute erinnert, ersetzt: „Edel sei der Mensch und gut, denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen die wir kennen“. Zudem wurde von Herrn Kohlmann keine strikte Rassenlehre unterrichtet.

Die andere Person war einer seiner Mitschüler, dessen Familie Mitglied in der pazifistischen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas war. Der Junge weigerte sich den Hitler Gruß anzuwenden und wurde deshalb eines Tages von den Nationalsozialisten auf eine, um Herrn Meiers Ausdruck zu gebrauchen, „reform school“ gesandt. Wohin wusste niemand so genau. Herr Meier hat den Jungen nie wieder zu Gesicht bekommen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die schwierige Quellenlage aufgrund der Zerstörung von Akten und der Vertuschung von Involvierung in das NS-System sowie den Ansatz der Untersuchung unter Einbeziehung von Zeitzeugenaussagen.

II. Das Schulsystem in der NS-Zeit: Dieses Hauptkapitel analysiert die rechtliche und ideologische Gleichschaltung des Bildungswesens, die Verdrängung der Kirchen und die Auswirkungen auf den Schulalltag im Stiftland, inklusive der kriegsbedingten Herausforderungen.

III. Schluss: Der Schluss reflektiert die langfristigen Auswirkungen der staatlichen Schulbildung und kontrastiert die ideologische Indoktrination mit dem chaotischen Zustand des Bildungssystems unmittelbar nach Kriegsende.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Volksschulwesen, Stiftland, Gleichschaltung, Gemeinschaftsschule, Erziehung, NS-Ideologie, Widerstand, Lehrermangel, Kriegsjahre, Tirschenreuth, Schulalltag, Konfessionsschule, Hitlerjugend, Quellenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Transformation des Volksschulwesens im Stiftland während der Zeit des Nationalsozialismus unter Berücksichtigung der reichsweiten Situation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Gleichschaltung, die Verdrängung kirchlicher Einflüsse, die Umsetzung der NS-Ideologie in den Schulen und der Alltag unter den Belastungen des Zweiten Weltkriegs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das NS-Regime durch den massiven Zugriff auf das Erziehungswesen versuchte, die Jugend zu formen, und wie dies in einer ländlichen Region praktisch umgesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer akribischen Analyse von Akten aus dem Staatsarchiv, regionalen Quellen und ergänzenden Interviews mit Zeitzeugen aus dem untersuchten Zeitraum.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gleichschaltung, die regionalen Fallbeispiele im Stiftland und die kriegsbedingten Verschlechterungen der Unterrichtssituation von 1940 bis 1944.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Nationalsozialismus und Gleichschaltung stehen Begriffe wie Gemeinschaftsschule, Lehrermangel und regionaler Widerstand im Zentrum.

Wie reagierte die lokale Bevölkerung auf die Entfernung von Kruzifixen?

Die Entfernung stieß auf erheblichen Widerstand, der teilweise von der Bevölkerung und sogar von Parteimitgliedern mitgetragen wurde, was das Ministerium zwang, weitere Schritte zur Vermeidung einer Eskalation zu stoppen.

Welche persönlichen Widerstandsformen werden belegt?

Zeitzeugen berichten von Lehrern, die nationalsozialistische Vorgaben wie den Hitlergruß oder die Rassenlehre durch alternative Praktiken unterliefen oder kritisierten.

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Details

Title
Das Volksschulwesen in der NS-Zeit am Beispiel des Stiftlandes
Author
Jürgen Gradl (Author)
Publication Year
2008
Pages
72
Catalog Number
V120524
ISBN (eBook)
9783640242320
ISBN (Book)
9783640245710
Language
German
Tags
Volksschulwesen NS-Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jürgen Gradl (Author), 2008, Das Volksschulwesen in der NS-Zeit am Beispiel des Stiftlandes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120524
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