Rhythmusvermittlung in der Primarstufe


Hausarbeit, 2003

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rhythmus: Definition

2. Die Grundidee von Carl Orff

3. Rhythmusvermittlung nach Carl Orff
3.1 Körperinstrumente
3.2 "Orff-Instrumente"
3.3 Anwendung der Orff-Instrumente im Musikunterricht

4. Eigene Idee zur Rythmusvermittlung in der Primarstufe
4.1 Einführungsgeschichte: Stips und Michi
4.2 Das Lied
4.3 Begleitvorschlag
4.4 Erweiterungsmöglichkeiten

5. Ziele der musikalisch-rhythmischen Erziehung

6. Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der folgenden Arbeit soll eine mögliche Art der Rhythmusvermittlung in der Primarstufe dargestellt werden, die auf den Ideen von Carl Orff (1895-1982) basiert.

Doch bevor explizite Beispiele der Rhythmusvermittlung genannt werden, wird zunächst die Definition des Begriffs „Rhythmus“ im ersten Kapitel geklärt, um Missverständnisse auszuschließen.

Anschließend wird die Grundeinstellung Carl Orffs zur Rhythmuserziehung und der pädagogischen Bedeutsamkeit des Musikunterrichts dargelegt. Aus dieser Grundeinstellung heraus entwickelte er eine neue Form der Rhythmusvermittlung. Die dazu notwendigen Vorraussetzungen und die Art und Weise ihrer Realisierung werden im folgenden Kapitel beschrieben. Dazu wird dargelegt, welche Mittel er in seiner pädagogischen Arbeit einsetzte. Die grundlegendsten Dinge, die sich leicht in jeden Musikunterricht übertragen lassen, werden hier aufgeführt. Als elementarstes „Instrument“ im Musikunterricht wird der eigene Körper genannt. Nachdem diese Art und Weise des Musizierens erläutert wird, werden die so genannten „Orff-Instrumente“ dargestellt. Anschließend wird erläutert, wie sich diese Aspekte in den Musikunterricht der Primarstufe integrieren lassen.

Nach der Vorlage von Werner Beidingers „Hügelchen im Wald“ habe ich zu einer von mir erfundenen Geschichte ein Lied mit Begleitung komponiert, um eine Gestaltungsmöglichkeit einer Unterrichtsstunde aufzuzeigen. Orff selbst sah seine Gestaltungsideen nicht als die einzige Gestaltungsform der rhythmischen Erziehung. Er selbst verwies darauf, dass sie einen Aufforderungscharakter erfüllt. Ich habe deshalb auch Erweiterungsmöglichkeiten zu meiner Musikgeschichte gegeben. Dadurch soll deutlich werden, dass mein Beispiel auch nur eine Anregungsmöglichkeit für eine ähnliche Unterrichtsgestaltung sein kann.

Im letzten Kapitel werden die Ziele dargestellt, die durch einen Musikunterricht nach Orffs Ideen erreicht werden, bzw. erreicht werden können. Im Schlusswort habe ich mich auf die aktuelle Vermarktung von Musik und die aktuelle Situation in den Schulen bezogen und im Bezug zum Thema kommentiert.

1. Rhythmus: Definition

Der Begriff kommt vom griechischen Wort „rhythmós“ und beschreibt den „kontrollierte Fluss hörbarer oder sichtbarer Bewegung“, die durch eine „geordnete Aufeinanderfolge einzelner Bestandteile der jeweiligen Ausdrucksform“ erzeugt werden. (vgl. Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003 „Rhythmus“) Es gilt als wichtiges künstlerisches Element der Musik, der Kunst, der Dichtung und des Tanzes. Orff wollte sie mit Rhythmus und Bewegung pädagogisch verbinden. Er schreibt: „Rhythmus ist kein Abstraktum. Rhythmus ist das Leben selbst. Rhythmus wirkt und bewirkt, er ist die einigende Kraft von Sprache Musik und Bewegung.“ (Orff, 1976, S. 17) Deshalb sei Rhythmus schwer zu lehren. Man könne ihn nur lösen, bzw. entbinden. (vgl. ebd.)

2. Die Grundidee von Carl Orff

Orff wollte die einigende Kraft des Rhythmus in seiner musikalisch-rhythmischen Erziehung betonen. Rhythmus kann Musik, Sprache und Bewegung einigen. Dies wurde im Orff-Schulwerk verwirklicht. (vgl. ebd.; vgl. Haselbach, 1983, S. 154)

Orff hielt Musik für etwas Elementares und Natürliches. Er sagte: „Die Musik fängt im Menschen an", so habe auch Musikunterricht im Menschen zu beginnen. Ein von seinem inneren Rhythmus bestimmter musizierender Mensch ist nach Orffs Verständnis ein elementar bewegter Mensch. Der Begriff „elementar“ beschreibt in diesem Sinn das Unikale der Musik- und Tanzerziehung (vgl. Wolfgart, 1975, S. 30). Im Wort befindet sich die Vokabel 'Elan'. Elan kommt vom griechischen „ela-ynein“. Dies ist als wurzelhaftes Hervortreiben gemeint. Im Bezug auf elementares Musizieren ist es als das "Elementare im Menschen" und aus sich selbst tätige, das aus sich Wirkende, sich selbst Organisierende, als Vorgang, als Prozess des Hervorbringens zu verstehen. Es beschreibt die spielende und übende Einbindung des Menschen im ständigen Prozess des Hervorbringens durch Kenntnis von Material und Technik: der Fähigkeit, dem Hervorgebrachten Gestalt geben zu können. (vgl. ebd. S. 30ff.)

Wenn Kinder Geschichten im Musikunterricht verklanglichen, nehmen sie Texte mit der Stimme und mit Instrumenten wahr. Sie erfahren den Zusammenhang von Musik und Sprache und deren Ergänzung als Kommunikationsmittel.

3. Rhythmusvermittlung nach Carl Orff

Aufgrund seiner Überzeugung setzte Orff in der Lehrtätigkeit der Rhythmus-vermittlung an der Güntherschule elementarste Instrumente ein, mit denen die Schüler aus sich selbst heraus tätig werden konnten: Den eigenen Körper. Später entwickelte bzw. entdeckte er einige Instrumente wieder. Viele sind elementare, kulturelle Instrumente aus Afrika und dem asiatischen Raum, wo Improvisation und Rhythmus eine wichtige Rolle spielten. (vgl. Rittersberger, 2002, S. 78)

3.1 Körperinstrumente

Um die Technik des Hervorbringens zu begreifen, ist es notwendig seinen eigenen Körper zu kennen und ein gesundes Körpergefühl zu haben.

Durch klatschen, stampfen, singen und sprechen kann jeder Mensch mit seinem Körper Klänge erzeugen. Orff vermittelte den Studenten in der Güntherschule, wie sie ihren Körper zur rhythmischen Begleitung einsetzen konnten. In verschiedenen Kombinationen und Schwierigkeitsgraden wurde "klatschen, patschen, schnalzen und stampfen" in den Bewegungsunterricht integriert. (Vgl. Keller, 1963, S. 9-11) Er führte eine völlig neue Form des Musikunterrichts ein, die auch internationale Anerkennung fand.

3.2 "Orff-Instrumente"

Als Orff 1923 bei seinem späteren Freund und Ratgeber Curt Sachs war, führte dieser ihn durch seine Instrumentensammlung aus aller Welt und allen Epochen. Der Leiter der staatlichen Musikinstrumentensammlung sagte zum Abschied zu ihm ‚Und am Anfang war die Trommel’ (Orff, 1976, S.15).

Orff bemerkte, dass der Klang der Membraphone (griech.: Pergamentklang) zum Tanzen animiert. Dies wiederum passte hervorragend zu seiner Grundidee: Der „Regeneration der Musik von der Bewegung; vom Tanz her.“ Während seiner kompositorischen und pädagogischen Arbeit an der Güntherschule experimentierte er mit diversen Instrumenten. Sie wurden zum Teil mit dem Instrumentenbauer Karl Maendler entwickelt oder aus verschiedenen Kulturen und Epochen übernommen. (vgl. Rittersberger, 2002, S. 78) Idiophone (Stabspiele und das kleine Schlagwerk) und Membraphone spielten eine besonders große Rolle in seinem später entstehenden Instrumentarium.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Rhythmusvermittlung in der Primarstufe
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Teenis go Orff! Elementares Musizieren und Improvisieren in der Primarstufe
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V120526
ISBN (eBook)
9783640247110
ISBN (Buch)
9783640245734
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rhythmusvermittlung, Musikunterricht Grundschule, Rhythmus, Orff, Rhythmus Musikunterricht Grundschule, Rhythmus Musikunterricht, Instrumente Musikunterricht, Orff-Instrumente
Arbeit zitieren
Kathrin Niemeyer (Autor), 2003, Rhythmusvermittlung in der Primarstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120526

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Rhythmusvermittlung in der Primarstufe



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden