Andreas Pescholl befasst sich in seinem Beitrag "Unternehmensübergreifenden Bedarfsplanung aus Sicht des technischen Handels“ mit Themen der Bedarfsermittlung und -planung, mit dem Ziel, Ansätze, Methoden und Lösungsbeispiele für die Prozessgestaltung unter einer praktischen Sichtweise aufzuzeigen.
Dazu wird eine Einführung in Gegenstand, Anforderungen und Lösungsansätze der Modellierung betrieblicher Informationssysteme aus dem Blickwinkel des technischen Handels insbesondere den Großhandel im Bereich Sanitär-Heizung-Klima(SHK)aufgezeigt.
Aspekte der Systemintegration sind seit einigen Jahren zu einem beliebten Thema im technischen Großhandel avanciert wurden. Die aktuelle Forschung bietet nur wenige Erkenntnisse zu einen generellen Verständnis bzw. geeigneten Modellen, die in der Praxis Anwendung finden können. Das bedeutet, vorhandene Organisationsansätze sind bisher nur auf den klassischen Handel ausgerichtet, hingegen die Unternehmen in Kontext des technischen Großhandels meist komplexer sind und stellen so die Forderung nach einer wissenschaftlichen Betrachtung. Daher wird im vorliegenden Beitrag ein Modell für die integrierte Unternehmensorganisation vorgestellt, das sowohl die Spezifika des technischen Großhandels in ein hohes Maß berücksichtigt als auch organisationswissenschaftliche Sichtweisen miteinander verbinden und in das praxisnahe Unternehmensmodell für den technischen Großhandel überführt.
Der Beitrag ist meiner Frau Michaela gewidmet.
Inhaltsverzeichnis
1. Der technische Großhandel im Wandel
2. Unternehmensgestaltung aus logistischen Blickwinkel
3. Interorganisationsmodelle im Handelsumfeld
4. Rationalisierungspotentiale anhand der unternehmensübergreifenden Bedarfsplanung
5. Nutzung des Matrizenkalküls zur Bedarfsermittlung
6. Strategische Neuorientierung am Beispiel des SHK-Unternehmensmodell
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein wissenschaftlich fundiertes Modell für die integrierte Unternehmensorganisation im technischen Großhandel (insbesondere SHK) zu entwickeln, das unternehmensübergreifende Prozessinformationen und organisationswissenschaftliche Sichtweisen zur Optimierung der Wertschöpfungskette verbindet.
- Analyse der Auswirkungen des Wandels im technischen Großhandel auf die Unternehmensarchitektur.
- Bewertung und Integration von Interorganisationsmodellen wie ECR, SCOR und CPFR.
- Einsatz mathematischer Methoden wie des Matrizenkalküls zur effizienten Bedarfsermittlung.
- Vorstellung des SHK-Unternehmensmodells als Framework zur Prozessoptimierung und strategischen Neuausrichtung.
Auszug aus dem Buch
Der technische Großhandel im Wandel
In der Gegenwart, in der die Unternehmensgrenzen ihre „klassische“ restriktive Bedeutung als Grenze verloren haben, sind technische Großhandelsunternehmen zunehmend auf Interaktion und Kooperation mit anderen Unternehmen außerhalb ihrer traditionellen Grenzen angewiesen. Der effiziente unternehmensübergreifende Austausch von Gütern, Dienstleistungen und Wissen entlang der Wertschöpfungskette sowie die gemeinsame Erstellung von Leistungen stehen daher zunehmend im Zentrum betrieblicher Optimierungsbestrebungen.
Die Austauschbarkeit von Produkten und Sortimenten zwischen Industrie und Großhandel sowie eine Veränderung des Kundenverhaltens hinsichtlich der Ansprüche des Kunden führen dazu, dass Innovationen maßgeblich das vom Kunden wahrgenommene Profil eines Handelsunternehmens gestalten.
Auf Basis dieser Erkenntnisse ist es notwendig, dass technische Großhandelsunternehmen unter einem wissenschaftlichen Blickwinkel mit dem Ziel der möglichst effizienten Erbringung von Handelsaktivitäten und Dienstleistungen zu betrachten. Analytisch lässt sich feststellen, dass bisher der Schwerpunkt der Handelsunternehmen auf der Optimierung der Prozesse des Einkaufs, des Vertriebes und der Logistik lag. Zur Bewältigung dispositiver, logistischer sowie von betriebswirtschaftlichen Problemstellungen wurden immer komplexere IT-Strukturen geschaffen. So ist es nicht verwunderlich, dass besonders in technischen Großhandel die Strategie zur Bewältigung betriebswirtschaftlicher Probleme als Gesamtkomplex vorherrscht. Dabei sollen neue Informationssysteme nicht nur helfen die komplexen Ausgaben von heute zu bewältigen, sondern auch neue Erfahrungen und Trends in der überbetrieblichen Kommunikation als Ansatzpunkt für eine strategische Softwareentwicklung integrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Der technische Großhandel im Wandel: Dieses Kapitel beleuchtet die Notwendigkeit zur Kooperation und Prozessoptimierung im technischen Großhandel angesichts sich auflösender Unternehmensgrenzen und veränderten Kundenverhaltens.
Unternehmensgestaltung aus logistischen Blickwinkel: Es werden Anforderungen an eine moderne Unternehmensarchitektur formuliert, um durch eine effiziente Integration von Logistikmanagement und IT-Strukturen Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Interorganisationsmodelle im Handelsumfeld: Das Kapitel vergleicht etablierte Modelle wie ECR, CPFR und das SCOR-Modell hinsichtlich ihrer Eignung für den technischen Großhandel.
Rationalisierungspotentiale anhand der unternehmensübergreifenden Bedarfsplanung: Hier wird die Bedeutung der Bedarfsplanung als zentraler Ausgangspunkt der warenflussorientierten Unternehmensplanung hervorgehoben.
Nutzung des Matrizenkalküls zur Bedarfsermittlung: Dieses Kapitel erläutert den mathematischen Ansatz zur Nettobedarfsrechnung mittels Matrizenkalkül als Alternative zu graphentheoretischen Verfahren.
Strategische Neuorientierung am Beispiel des SHK-Unternehmensmodell: Vorstellung eines ganzheitlichen Rahmenmodells für den SHK-Großhandel, das verschiedene Interorganisationsansätze strukturell vereint.
Zusammenfassung: Fazit über die Notwendigkeit einer integrativen Betrachtungsweise von Geschäftsmodellen zur erfolgreichen Neugestaltung der Unternehmensarchitektur.
Schlüsselwörter
Überbetriebliche Kommunikation, Beschaffung, Handel, Geschäftsmodelle, Interorganisation, Modellierung, Bedarfsplanung, Prozessintegration, SHK-Unternehmensmodell, Logistik, Wertschöpfungskette, Matrizenkalkül, Unternehmensarchitektur, Electronic Business, Supply Chain Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Modellierung betrieblicher Informationssysteme im technischen Großhandel, speziell im Bereich Sanitär-Heizung-Klima (SHK), um Prozesse durch eine verbesserte Unternehmensarchitektur effizienter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind unternehmensübergreifende Bedarfsplanung, die Integration von Logistik- und IT-Konzepten sowie der Entwurf eines ganzheitlichen Unternehmensmodells.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein praxisnahes SHK-Unternehmensmodell zu entwickeln, das sowohl technische Spezifika als auch organisationswissenschaftliche Erkenntnisse integriert, um die Wertschöpfungskette für alle Beteiligten zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden domänenspezifische Analysen von Handelsreferenzmodellen durchgeführt sowie mathematische Verfahren wie der Matrizenkalkül zur Bedarfsermittlung angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert bestehende Interorganisationsmodelle, leitet Anforderungen an die Unternehmensgestaltung ab und präsentiert das neu entwickelte SHK-Unternehmensmodell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Überbetriebliche Kommunikation, Modellierung, Prozessintegration, Supply Chain Management und Rationalisierungspotentiale.
Was unterscheidet das SHK-Unternehmensmodell von anderen Ansätzen?
Das SHK-Unternehmensmodell integriert bestehende Ansätze wie ECR, CPFR und SCOR in einen einheitlichen Rahmen, der speziell auf die Bedürfnisse des technischen Großhandels zugeschnitten ist.
Warum spielt der Matrizenkalkül in dieser Arbeit eine Rolle?
Er dient als mathematisches Werkzeug, um in komplexen Handelsumfeldern eine präzise Nettobedarfsrechnung für ein komplettes Lieferprogramm durchzuführen.
Welche Bedeutung hat das Postponement-Prinzip?
Es ermöglicht, erst zu einem späten Zeitpunkt endgültig über die Verwendung von Materialien zu entscheiden, was die Flexibilität bei der Erfüllung von Kundenaufträgen erhöht.
Was ist das Resultat der Betrachtung zur Konditionsverwaltung?
Die Arbeit empfiehlt, die Konditionsverwaltung aus den Funktionen Einkauf und Verkauf zu lösen und als integrale Komponente zwischen diesen und dem Controlling zu integrieren, um besser auf die steigende Zahl von Konditionen reagieren zu können.
- Quote paper
- Dipl.-Inf. Andreas Pescholl (Author), 2008, Unternehmensübergreifende Bedarfsplanung aus Sicht des technischen Handels , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120583