Die Auseinandersetzung mit Investitions- bzw. Desinvestitionsentscheidungen gehört zu den täglichen Aufgaben von Immobilienunternehmen. Aufgrund der hohen Konkurrenzsituation auf dem Immobilienmarkt kommt dem Anpassungsprozess durch Investitionen in den Immobilienbestand mit dem Ziel eines ausgewogenen Immobilienportfolios eine sehr große Bedeutung zu. Die Investitionsentscheidungen prägen die qualitativen Leistungspotentiale einer Immobilie und haben großen Einfluss darauf, welche Erträge aus Mieteinnahmen das Unternehmen am Markt generieren kann und in wieweit sich dies in einer Wertsteigerung der Immobilie widerspiegelt.
Die Hauptaufgabe der Investitionsrechnung stellt die Entscheidungsunterstützung dar. Da Immobilieninvestitionen in der Regel sehr langfristig sind und eine lange Kapitalbin-dungsdauer haben, ist eine Prognose sämtlicher Zahlungen und der Nutzungsdauer sehr schwierig und mit Unsicherheiten verbunden. Eine weitere Besonderheit der Immobilie besteht in ihrer Wertentwicklung. Im Gegensatz zu anderen Anlagen, bei denen am Ende höchstens ein Restverkaufserlös zu erzielen ist, kann bei einer Immobilie von einer Wertsteigerung des Grund und Bodens ausgegangen werden. Daher kommt hier dem Veräußerungserlös am Ende des Kapitalzeitraumes eine besondere Bedeutung zu.
Daraus ergeben sich zwei Hauptanforderungen an eine immobilienwirtschaftliche Investitionsrechnung. Zum einen sollte die Zeitpräferenz berücksichtigt werden können, wonach gleich hohe Zahlungen in der Gegenwart einen größeren Wert haben als in der Zukunft liegende, und zum anderen sollte die Investitionsrechnung alle relevanten Daten und Rahmenbedingungen (z. B. Finanzierung) exakt und übersichtlich abbilden, um eine geeignete Entscheidungsgrundlage zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Problemstellung und Zielsetzung
- 1.2 Gang der Untersuchung
- 2 IMMOBILIENINVESTITIONSRECHNUNG
- 2.1 Entscheidungsprobleme der Investitionsrechnung
- 2.2 Phasenschema des Investitionsplanungsprozesses
- 3 METHODEN DER INVESTITIONSRECHNUNG
- 4 KLASSISCHE METHODEN
- 4.1 Statische Methoden
- 4.2 Dynamische Methoden
- 4.2.1 Kapitalwert
- 4.2.2 Interner Zinsfuß
- 5 MODERNE METHODEN (VOLLSTÄNDIGER FINANZPLAN)
- 5.1 VOFI-Rentabilität
- 5.1.1 VOFI-Eigenkapitalrentabilität
- 5.1.2 VOFI-Gesamtkapitalrentabilität
- 5.2 Anwendbarkeit moderner Methoden auf Immobilien
- 6 SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Eignung klassischer und moderner Investitionsrechnungsmethoden für Immobilieninvestitionsentscheidungen. Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Bewertung langfristiger Immobilieninvestments unter Berücksichtigung von Unsicherheiten und Wertsteigerungen. Ziel ist es, eine geeignete Entscheidungsgrundlage für Immobilieninvestitionen zu schaffen.
- Herausforderungen der Investitionsrechnung bei Immobilien
- Bewertung klassischer Investitionsrechnungsmethoden
- Anwendung moderner Methoden (Vollständiger Finanzplan)
- Berücksichtigung von Zeitpräferenz und Wertsteigerung
- Geeignete Methoden zur Entscheidungsunterstützung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Investitionsentscheidungen im Immobiliensektor ein und beschreibt die Problemstellung und die Zielsetzung der Arbeit. Das Kapitel über Immobilieninvestments erläutert die spezifischen Entscheidungsprobleme und den Planungsprozess. Die folgenden Kapitel befassen sich mit klassischen und modernen Methoden der Investitionsrechnung, inkl. einer Analyse ihrer Anwendbarkeit auf Immobilien. Dabei werden statische und dynamische Methoden (Kapitalwert, Interner Zinsfuß) sowie der Vollständige Finanzplan (VOFI) mit seinen Kennzahlen (Eigenkapital- und Gesamtkapitalrentabilität) detailliert betrachtet.
Schlüsselwörter
Immobilieninvestitionen, Investitionsrechnung, statische Methoden, dynamische Methoden, Kapitalwert, interner Zinsfuß, Vollständiger Finanzplan (VOFI), Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Entscheidungsunterstützung, Immobilienmarkt, Wertsteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Immobilieninvestitionen besonders schwierig zu bewerten?
Aufgrund der langen Kapitalbindungsdauer und der Schwierigkeit, Mieteinnahmen sowie die Nutzungsdauer über Jahrzehnte exakt zu prognostizieren, sind diese Investitionen mit hohen Unsicherheiten behaftet.
Was ist der Vorteil dynamischer Methoden wie dem Kapitalwert?
Dynamische Methoden berücksichtigen die Zeitpräferenz, indem sie zukünftige Zahlungen auf die Gegenwart abzinsen, da heutiges Geld wertvoller ist als zukünftiges.
Was versteht man unter einem Vollständigen Finanzplan (VOFI)?
Ein VOFI bildet alle relevanten Zahlungsströme inklusive Finanzierung (Kredite, Zinsen) detailliert ab und ermöglicht so eine präzisere Berechnung der Eigenkapitalrentabilität.
Welche Rolle spielt der Veräußerungserlös am Ende der Laufzeit?
Bei Immobilien kann oft von einer Wertsteigerung des Grund und Bodens ausgegangen werden, weshalb der Restverkaufserlös einen wesentlichen Teil der Gesamtrendite ausmacht.
Was ist der Unterschied zwischen statischen und dynamischen Methoden?
Statische Methoden betrachten oft nur eine Durchschnittsperiode ohne Zinseszinseffekte, während dynamische Methoden den gesamten Investitionszeitraum und den Zeitpunkt der Zahlungen einbeziehen.
Wann ist der Interne Zinsfuß für Immobilienunternehmen relevant?
Der Interne Zinsfuß gibt die tatsächliche Verzinsung des gebundenen Kapitals an und hilft dabei, verschiedene Immobilienprojekte hinsichtlich ihrer Rentabilität direkt zu vergleichen.
- Quote paper
- Thomas Schick (Author), 2008, Untersuchung von klassischen und modernen Investitionsrechnungsmethoden auf die jeweilige Eignung im Entscheidungsprozess einer Immobilieninvestition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120631