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Sozialisation und Raumaneignung von Mädchen im öffentlichen Raum

Title: Sozialisation und Raumaneignung von Mädchen im öffentlichen Raum

Term Paper , 2008 , 33 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: B.A. Sabine Kaspar (Author)

Psychology - Social Psychology
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Räume prägen das Aufwachsen und Lernen von Kindern und Jugendlichen. Sie können Ressourcen bereitstellen, sie können anregend und fördernd auf den Sozialisationsprozess und den Kompetenzerwerb von Kindern und Jugendlichen wirken, sie können deren Entwicklungschancen aber auch einschränken. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Nutzung von öffentlichen Räumen durch Kinder und im speziellen Mädchen, in welcher Form und in welchem Ausmaß sie sich dieser Räume habhaft machen, um sie für ihre Interessen zu nutzen. Im ersten Kapitel wird der Begriff Sozialisation geklärt und anschließend erläutert, wie die Geschlechterrollen in Kindheit und Jugend vorbereitet werden. Aus den möglichen psychologischen Bezugstheorien wird die sozial-kognitive Lerntheorie herangezogen, da diese bezüglich Geschlechtersozialisation interessante Erklärungsmöglichkeiten bietet. Darauf folgend werden die Begriffe Raum und Aneignung geklärt. Im dritten Kapitel wird die Untersuchung von Martha Muchow dargestellt, die als Pionierin der ökologischen Psychologie gilt und in den 30iger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine bemerkenswerte Untersuchung in ökologischer Hinsicht durchführte. Des weiteren spielt eine Rolle, ob und inwiefern sich die jugendliche Raumnutzung im Laufe der Zeit verändert hat und worin dies begründet liegt. Anschließend wird anhand von aktuellen Untersuchungen versucht, die Nutzung und den Aufenthalt von Mädchen im öffentlichen Räumen herauszuarbeiten. Die Ergebnisse der zitierten Studien erlauben abschließend einzelne Rückschlüsse bezüglich der Raumnutzung und Aneignung von Mädchen in der modernen Stadt zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Sozialisation

2.1 Zum Begriff der Sozialisation

2.2 Sozialisation und Geschlecht

2.3 Sozial-kognitive Lerntheorie

3. Raum und Aneignung

3.1 Das Raumkonzept sozialer Ungleichheiten

3.2 Sozialökologischer Ansatz

3.3 Aneignung

4.Martha Muchow: Forschungsergebnisse aus den 30er Jahren

4.1 Forschungsansatz und Besonderheiten der Studie

4.2 Der Lebensraum des Großstadtkindes in den 30er Jahren

4.3 Der Raum, den das Kind lebt

4.4 Zusammenfassung

5. Der Lebensraum heutiger Kinder in der Stadt

5.1 Veränderungsprozesse – Verinselung und Verhäuslichung

5.1.1 Verinselung

5.1.2 Verhäuslichung

5.2 Zusammenfassung

6. Die Raumaneignung von Mädchen in der heutigen Stadt

6.1 Die Nutzung von öffentlichen Räumen durch Mädchen

6.2 Raumeinschränkungen

6.2.1 Mithilfe im Haushalt

6.2.2 Sexuelle Bedrohung

6.2.3 Institutionalisierte Freizeitangebote

6.2.4 Eingeschränkter Körperraum

6.2.5 Mobilität

6.2.6 Andere räumliche Einschränkungen

6.3 Zusammenfassung

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Nutzung öffentlicher Räume durch Mädchen unter Berücksichtigung von Sozialisationsprozessen, historischen Veränderungen kindlicher Lebenswelten sowie empirischen Raumeinschränkungen. Ziel ist es, den Einfluss gesellschaftlicher Bedingungen auf die Raumaneignung von Mädchen in der modernen Stadt kritisch zu hinterfragen und Potenziale für eine geschlechtersensible Stadtplanung aufzuzeigen.

  • Theoretische Grundlagen von Sozialisation und Geschlechterrollen
  • Ökologische Psychologie und Raumaneignung nach Martha Muchow
  • Moderne Veränderungsprozesse: Verinselung und Verhäuslichung der Kindheit
  • Empirische Analyse geschlechtsspezifischer Raumnutzung und Einschränkungen
  • Perspektiven für eine gerechte Mädchenarbeit im städtischen Kontext

Auszug aus dem Buch

4.2 Der Lebensraum des Großstadtkindes in den 30er Jahren

Der erste Teil der Studie beschäftigte sich mit dem eigentlichen Raum, in dem die Kinder leben, nämlich mit dem Stadtteil Barmbeck der Großstadt Hamburg. Es wurde versucht den objektiven Lebensraum zu erfassen, mit konkreten Kilometerangaben, wie weit sich Mädchen und Jungen von ihrer Wohnumgebung entfernen. Dabei stellten Muchow und Muchow fest, „daß der Lebensraum des Großstadtkindes (…) keineswegs die ganze Großstadt umfaßt“ (1998, S.87). Vielmehr bewegten sich die Kinder hauptsächlich in ihrem Stadtteil, wobei Kinder Plätze umso häufiger frequentierten, je näher sie räumlich ihrem Heimatraum lagen. „Im Grunde aber lebt auch das Großstadtkind auf seinem ‚Dorfe’ (Hamburgs Vorstädte sind zumeist aus früheren Dörfern hervorgegangen) und kommt nur selten ‚weiter herum’ “ (Muchow & Muchow, 1998, S.88).

Ein bemerkenswerter Unterschied zeigte sich dabei zwischen Jungen und Mädchen: Während der Durchschnittswert des Spielraums bei beiden Geschlechtern relativ ähnlich war, wies der Streifraum eine beträchtliche Differenz im Durchschnittswert auf. Im folgenden unterschieden Muchow und Muchow zwischen dem Spielraum, der das enge Spielgebiet in der unmittelbaren Wohnungsnähe darstellte und dem Streifraum, der das weiter von der Wohnung entferntere Spielgebiet definierte (1998, S.75). Jungen durchstreiften einen Raum von durchschnittlich 124,6 km, Mädchen verfügten dagegen nur über einen Streifraum von 54,4 km.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Nutzung öffentlicher Räume durch Kinder und Mädchen und stellt die theoretischen und methodischen Grundlagen der Untersuchung dar.

2. Sozialisation: Es erfolgt die Klärung des Sozialisationsbegriffs und die Erläuterung der Geschlechterrollen sowie der sozial-kognitiven Lerntheorie.

3. Raum und Aneignung: Die Kapitel behandeln die Konzepte von Raum aus sozialwissenschaftlicher und ökologischer Sicht sowie die Bedeutung der Aneignung für die Identitätsentwicklung.

4. Martha Muchow: Forschungsergebnisse aus den 30er Jahren: Die bahnbrechende Studie zum Lebensraum von Großstadtkindern wird detailliert dargestellt und ihre Bedeutung für die ökologische Psychologie gewürdigt.

5. Der Lebensraum heutiger Kinder in der Stadt: Es werden moderne räumliche Veränderungsprozesse, speziell die Phänomene der Verinselung und Verhäuslichung der Kindheit, analysiert.

6. Die Raumaneignung von Mädchen in der heutigen Stadt: Dieses Hauptkapitel beleuchtet empirische Ergebnisse zu geschlechtsspezifischen Nutzungsmustern sowie die vielfältigen Einschränkungen, die Mädchen im öffentlichen Raum erfahren.

7. Schluss: Die Arbeit resümiert die theoretischen Erkenntnisse und leitet daraus einen Handlungsbedarf für Stadtplanung und Jugendarbeit ab.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Raumaneignung, Mädchen, öffentlicher Raum, Stadt, Geschlechterrollen, Ökologische Psychologie, Verinselung, Verhäuslichung, Lebenswelt, empirische Forschung, Stadtplanung, Mädchenarbeit, Raumsoziologie, Kindheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht, wie sich Mädchen im öffentlichen Raum bewegen, welche Räume sie sich aneignen und welche gesellschaftlichen oder umweltbedingten Faktoren ihre Mobilität und Raumnutzung beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die geschlechtsspezifische Sozialisation, das Raumkonzept nach Pierre Bourdieu, die ökologische Perspektive nach Bronfenbrenner und die historische Studie von Martha Muchow über Kinder in der Großstadt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Mädchen den öffentlichen Raum seltener und anders nutzen als Jungen und dass hierbei strukturelle Faktoren sowie Sozialisationsprozesse eine maßgebliche Rolle spielen, was Handlungsbedarf für die Praxis erfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sozialwissenschaftlicher Theorien sowie auf die Auswertung zahlreicher empirischer Studien und Untersuchungsergebnisse zur Kindheitsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Fundamenten die Studie von Martha Muchow, die modernen Wandlungsprozesse wie die "Verinselung" von Kindheit sowie spezifische Raumeinschränkungen für Mädchen (z.B. Mithilfe im Haushalt, Sicherheitsbedenken) analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sozialisation, Raumaneignung, geschlechtersensible Stadtplanung, Verhäuslichung und den Lebensraum von Mädchen.

Was besagt das Konzept der "Verinselung" nach Helga Zeiher?

Das Konzept beschreibt, dass Kinder heute nicht mehr einen zusammenhängenden Raum erkunden, sondern sich zwischen spezialisierten, voneinander getrennten Orten ("Inseln") wie Schule, Hort oder Sportstätten bewegen, wobei die Zwischenräume an Bedeutung verlieren.

Warum haben Mädchen laut der Arbeit einen kleineren Aktionsradius?

Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: vermehrte Hausarbeitspflichten, die Angst der Eltern vor sexueller Bedrohung im öffentlichen Raum sowie eine Sozialisation, die eher zu Zurückhaltung und zur Nutzung privater Innenräume statt explorativer Erkundung anregt.

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Details

Title
Sozialisation und Raumaneignung von Mädchen im öffentlichen Raum
College
University of Hagen  (Soziale Verhaltenswissenschaften)
Course
Kurs Ökologie und Entwicklung
Grade
bestanden
Author
B.A. Sabine Kaspar (Author)
Publication Year
2008
Pages
33
Catalog Number
V120647
ISBN (eBook)
9783640260232
Language
German
Tags
Sozialisation Raumaneignung Mädchen Raum Kurs Entwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Sabine Kaspar (Author), 2008, Sozialisation und Raumaneignung von Mädchen im öffentlichen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120647
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