Betrachtung verschiedener Aspekte von Organisationen


Hausarbeit, 2006

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsbestimmung Organisationsbegriff

2. Organisiertheit im Alltag

3. Ziele von Organisationen

4. Organisationsentwicklung

5. Doppelwirklichkeit von Unternehmen

Literaturverzeichnis

1. Begriffsbestimmung

Der Begriff Organisation ist eine sehr weit gefasste Bezeichnung, die aus der Umgangssprache abgeleitet wird. Es gibt nicht nur Unterschiede hinsichtlich des Gebrauches in der Alltagssprache und dem der Sozialwissenschaftler, sondern auch verschiedene Interpretationsdifferenzen innerhalb der Soziologie.

Organisation ist demnach ein vieldeutiger Begriff, der je nach Zielsetzung, Bezugsrahmen und der vorhandenen Situation auf verschiedene Sachverhalte verweist.

Man kann erstens zwischen einem dynamischen und einem statischen Organisationsbegriff unterscheiden. Bei einer dynamischen Organisiertheit liegt das Augenmerk mehr auf den Prozessen innerhalb einer Organisation und bei dem statischen Begriff wird mehr Bedeutung auf die fixierten Strukturen gelegt. (Vergl. Endrumweit, G. / Trommsdorff, G.(2002)).

Eine zweite Unterteilung wird von Klaus Türk spezifiziert. Er grenzt die Begriffe Organisieren, Organisiertheit und Organisat systematisch voneinander ab. Organisieren bedeutet die Planung und Beschreibung einer Handlungsanordnung. Organisiertheit bezeichnet eine Eigenschaft gemeinsamen Handelns. Hierbei spielen auch Erwartungen an die beteiligten Personen untereinander eine große Rolle. Wenn man keine Annahmen über die Handlungen der teilhabenden Mitglieder präzisieren kann, ist es auch nicht möglich von einer Organisiertheit der Teilnehmer zu sprechen, da keine Strukturen von Handlungen vorgegeben sind. In diesem Fall ist wohl eher von Unorganisiertheit und Chaos die Rede. Das Organisat gilt nicht als ein Merkmal der Organisation selbst, sondern umschreibt das komplette Gebilde. Ein Organisat ist also eine Schule, ein Verein oder ein Autohaus, welche in der Lage sind sich selbst zu reproduzieren und abgrenzt von der Umwelt bestehen. (Vergl. Türk, K. (1992)).

Unterschieden werden muss auch zwischen dem instrumentellen und dem institutionellen Organisationsbegriff. Instrumentell bedeutet, dass eine Organisation innerhalb eines Unternehmens notwendig ist um eine Kooperation und Struktur zu ermöglichen. In diesem Fall ist die Organisation das Mittel zum Zweck. „Ein Unternehmen hat Organisation“ (Vergl. Picot / Dietl / Franck (2002), S. 28).

Der institutionelle Begriff dagegen wird als Bezeichnung für die Organisation als soziales System angewandt. „Das Unternehmen ist eine Organisation“ (Vergl. Picot / Dietl / Franck (2002), S.28).

Allgemein kann man sagen, dass Organisationen als Zusammenschlüsse von Personen folgende Merkmale gemeinsam haben:

1. Sie werden zur Verwirklichung spezifischer Zwecke geschaffen. Deswegen ist jede Organisation auf Grund ihrer eindeutigen Bestimmung von anderen Einrichtungen abgegrenzt. Je größer die Organisation ist, umso mehr Zwecken dient sie. Somit verschwimmen die Grenzen, das heißt man kann keine eindeutige Zweckzuschreibung mehr vornehmen. Außerdem ist fraglich, welche man als die primären Aufgaben deuten soll. Meistens steht hinter dem öffentlichen Hauptziel noch ein anderes, internes Ziel, welches es zu verwirklichen gilt.
2. Ein weiteres wichtiges Merkmal von Organisationen ist die Gliederung in verschiedene Sachbereiche. Es gibt in jedem Unternehmen eine, mehr oder weniger, scharf getrennte Aufgabenteilung, die eine Spezialisierung eines Mitarbeiters im jeweiligen Fachbereich zur Folge hat. Diese Untergliederung der Aufgaben wird in Organisationsplänen, so genannten Organigrammen, festgehalten. Am Beispiel der Universität Chemnitz ist dies gut nach zu vollziehen. (siehe Abbildung 2.1)
3. Jedes Unternehmen muss mit einer Leistungsinstanz aufgestattet sein. Dieser unterliegt die gesamte Verantwortlichkeit in Hinblick auf die Verwirklichung des Zweckes und der festgelegten Zusammenarbeit. Diese Leistungsinstanz muss nach innen und nach außen die Organisation vertreten. (Vergl. Büschges (1983))
Wie aus dem Organigramm der TU Chemnitz hervorgeht ist die Leistungsinstanz in diesem Fall durch den Senat, das Konzil und das Kuratorium festgelegt. Nach außen hin ist jedoch besonders das Rektoratkollegium repräsentativ.
4. Ein weiteres Merkmal ist die formale oder informelle Verfassung, die einer jeden Organisation zu Grund liegt.

David Silvermann erachtet andere Merkmale als bedeutend und weist auf eine strikte Unterscheidung zwischen Organisation und Institution hin. Bei ihm werden die Merkmale einer bewussten Gründung der Organisation und somit ein festgelegter Zeitpunkt, daraus entstehende Beziehungsverflechtungen und die Diskussion um absichtliche Veränderungen innerhalb dieses Personennetzes in den Vordergrund gestellt. (Vergl. Silverman (1972)).

Als Zusammenfassung ist folgendes Zitat geeignet: Organisation ist „ein von bestimmten Personen gegründetes, zur Verwirklichung spezifischer Zwecke planmäßig geschaffenes, hierarchisch verfasstes, mit Ressourcen ausgestattetes, relativ dauerhaftes und strukturiertes Aggregat arbeitsteilig interagierender Personen, das über wenigstens ein Entscheidung- und Kontrollzentrum verfügt, welches die zur Erreichung des Organisationszweckes notwendige Kooperation zwischen den Akteuren steuert, und dem als Aggregat Aktivitäten oder wenigstens deren Resultate zugerechnet werden können“ (Büschges / Abraham (1997), S.52)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1 Quelle: http://www.tu-chemnitz.de/tu/org.php

2. Organisiertheit im Alltag

Das Leben einer jeden Person ist, in der heutigen Gesellschaft, eingebettet in ein Netz von formalen Organisationen. Die Geburt in einem Krankenhaus, die Ausbildung in einer Schule oder später vielleicht Universität, Arbeiten in einem Großunternehmen und Fußball spielen in einem Sportverein. All dies sind Beispiele wie stark unser Leben geprägt ist von der Mitgliedschaft in Organisationen, ganz gleich ob freiwillig oder unfreiwillig. Organisationen sind aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund spricht man auch von der modernen Gesellschaft als Organisationsgesellschaft. (Vergl. Wieland / Schimank (2005)).

Die meisten Menschen assoziieren Organisationen mit Bürokratie, wobei sie dabei nur an Fristen, Formulare, Einschränkungen und lange Wartezeiten denken, die einen negativen Beigeschmack hervorrufen. Kaum einer ist sich bewusst wie viel einfacher das Leben durch das Vorhandensein von Organisationen ist. Sie bieten nicht nur Beschränkungen sondern sie liefern auch klare Regeln und Strukturen für das tägliche Zusammenleben. Ohne sie wäre unser Leben ein Chaos (Vergl. Joas (2003)) und die gesamte Infrastruktur unseres gesellschaftlichen Lebens würde zusammenbrechen. (Vergl. Girschner (1990)).

Organisationen sind bestimmend für unser soziales Alltagsleben und nehmen eine bestimmende Rolle im Lebenslauf eines Jeden ein. Sie vermitteln zwischen uns, dem Individuum, und der Gesamtgesellschaft. Um nicht tatenlos dem Willen der Organisationen ausgeliefert zu sein, muss man versuchen sie zu verstehen und zu analysieren. Nur so kann man selbst Einfluss nehmen und seine eigenen Interessen und Ziele aktiv durch die Mitgestaltung einer Organisation verwirklichen. Somit nehmen Organisationen nicht nur eine zweckbehaftete Stelle im Leben eines Einzelnen ein, sondern besitzen eine zentrale, Ziele verwirklichende, Bedeutung. Bei der Organisation gibt es Differenzen hinsichtlich der Qualität, die sie dem Lebensraum bieten können. Dies ist abhängig von dem Organisationstyp, der Position, die sie darin einnehmen und den individuellen Faktoren. Manche gehen vollkommen in einem Unternehmen auf, besitzen eine völlige Identifikation und Verwirklichen ihre Ziele durch diese. Im Gegensatz dazu nehmen andere Menschen Organisationen als notwendiges Übel wahr.

Organisationen leisten auch einen erheblichen Beitrag zur Sozialisation der unternehmensangehörigen Personen.

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Details

Titel
Betrachtung verschiedener Aspekte von Organisationen
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Veranstaltung
Arbeits- und Industriesoziologie
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V120663
ISBN (eBook)
9783640251056
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Organisationen, Arbeits-, Industriesoziologie
Arbeit zitieren
Dipl.-Soz. Katja Hüttner (Autor), 2006, Betrachtung verschiedener Aspekte von Organisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120663

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