Der reale Wechselkurs ist von großer theoretischer und praktischer Relevanz bei der
Erforschung internationaler makroökonomischer Zusammenhänge. Er ist in erster Linie
ein Instrument zur Analyse von Kaufkraftparitäten. Mit dem Wissen über den realen
Außenwert einer Währung lassen sich langfristige makroökonomische
Anpassungsprozesse, wie zum Beispiel Preissteigerungen, nominale Wechselkurse oder
die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes analysieren und prognostizieren. (Mark 2001, S.
163). Der reale Aussenwert einer Währung liefert also wichtige Informationen sowohl
für staatliche Institutionen wie Zentralbanken und Ministerien als auch für private
Investoren wie Banken und Versicherungen.
In dieser Arbeit werden die theoretischen Grundlagen des realen Wechselkurses, wie
das Einheitspreisgesetz und die Kaufkraftparitätentheorie, näher erläutert um im
folgenden Kapitel auf die theoretischen Eigenschaften des realen Wechselkurses selbst
und die wichtigsten empirischen Grundlagen zu dessen Analyse sowie Ergebnisse
einzugehen. Weiterhin werden die wichtigsten Theorien zu Abweichungen von der
Kaufkraftparität kurz dargestellt. In Kapitel 4 wird eine dieser Theorien, das Balassa-
Samuelson Modell, etwas eingehender besprochen um in Kapitel 5 die Studie von
Canzoneri et al. (1999) vorzustellen, welche die Postulate der Balassa-Samuelson
Theorie empirisch untersucht. Im letzten Kapitel soll ein Fazit gezogen und ein
Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des realen Wechselkurses gegeben werden.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des Realen Wechselkurses
2.1 Das Einheitspreisgesetz
2.2 Die Kaufkraftparitätentheorie
3. Der reale Wechselkurs
3.1 Theorie
3.2 Empirie
3.3 Theorien zu Abweichungen des realen Wechselkurses
4. Der Balassa-Samuelson Effekt
5. Studie von Canzoneri, Cumby, Diba (1999)
5.1 Überblick
5.2 Test der ersten Hypothese
5.3 Test der zweiten Hypothese
5.4 Ergebnisse
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den Verlauf des realen Wechselkurses, untersucht theoretische sowie empirische Grundlagen der Kaufkraftparität (KKP) und überprüft anhand der Studie von Canzoneri et al. (1999) die empirische Haltbarkeit des Balassa-Samuelson Modells.
- Theoretische Fundierung des Einheitspreisgesetzes und der Kaufkraftparitätentheorie.
- Analyse des realen Wechselkurses und empirische Herausforderungen bei der KKP-Messung.
- Erklärungsansätze für Abweichungen vom realen Wechselkurs (u.a. Transaktionskosten, Preisindizes).
- Empirische Überprüfung des Balassa-Samuelson Effekts mittels OECD-Paneldaten.
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Einheitspreisgesetz
Das Einheitspreisgesetz bzw. Gesetz der Preiseinheitlichkeit (LOOP) ist die Grundlage der Kaufkraftparitätentheorie. Es besagt, dass in verschiedenen Ländern produzierte homogene Güter, unter Vernachlässigung von Transaktionskosten, denselben Preis in einer Währung ausgedrückt besitzen (Sarno et al. 2002, S.51).
P-Stern bezeichnet hier den Preis des ausländischen Gutes i zum Zeitpunkt t umgerechnet mit dem nominalen Wechselkurs S zum Zeitpunkt t, der bei Gültigkeit des Einheitspreisgesetzes dem Preis des inländischen Gutes i zum Zeitpunkt t im Inland entsprechen soll. Der Grund für den einheitlichen Preis in verschiedenen Ländern ist die Annahme einer perfekten Güterarbitrage.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die theoretische und praktische Relevanz des realen Wechselkurses für makroökonomische Analysen und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Theoretische Grundlagen des Realen Wechselkurses: Erläutert das Einheitspreisgesetz und die Kaufkraftparitätentheorie als theoretisches Fundament der Arbeit.
3. Der reale Wechselkurs: Definiert den realen Wechselkurs theoretisch, diskutiert empirische Anforderungen an Stationarität und analysiert Ursachen für Abweichungen.
4. Der Balassa-Samuelson Effekt: Stellt das Modell von Balassa und Samuelson vor, welches Produktivitätsunterschiede zwischen Sektoren als Ursache für KKP-Abweichungen identifiziert.
5. Studie von Canzoneri, Cumby, Diba (1999): Empirische Untersuchung der Balassa-Samuelson-Postulate anhand von OECD-Daten sowie Prüfung der KKP für handelbare Güter.
6. Fazit und Ausblick: Führt die Ergebnisse zusammen und betrachtet die Theorie kritisch im Kontext zunehmender Globalisierung.
Schlüsselwörter
Realer Wechselkurs, Kaufkraftparität, Balassa-Samuelson Modell, Einheitspreisgesetz, Güterarbitrage, Preisniveau, Produktivität, Kointegration, Transaktionskosten, Preisindizes, Handelbare Güter, Nichthandelbare Güter, OECD-Länder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Verlaufs realer Wechselkurse und der Frage, inwiefern die Kaufkraftparitätentheorie langfristig Gültigkeit besitzt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der KKP, die empirische Messbarkeit des realen Wechselkurses sowie der Balassa-Samuelson Effekt als Erklärungsmodell für beobachtete Abweichungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die theoretischen Aussagen der Kaufkraftparitätentheorie und des Balassa-Samuelson Modells durch die Vorstellung empirischer Studien kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine Literatur- und Theorieanalyse sowie eine Aufarbeitung empirischer ökonometrischer Studien, insbesondere Panel-Kointegrationstests.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition des realen Wechselkurses, Ursachen für seine Abweichungen vom KKP-Ideal und die empirische Überprüfung dieser Hypothesen an OECD-Ländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Realer Wechselkurs, Kaufkraftparität, Balassa-Samuelson Effekt, Produktivität und Güterarbitrage.
Warum wird die Deutsche Mark in der Studie als stabiler wahrgenommen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Abweichungen der DM-Währungspaare geringer ausfallen, was durch die höhere Offenheit und geringere Distanz innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums erklärt wird.
Wie beeinflussen Transaktionskosten den realen Wechselkurs?
Transaktionskosten verhindern eine perfekte Güterarbitrage, was dazu führt, dass Preise für homogene Güter in verschiedenen Ländern voneinander abweichen und somit die KKP verletzt wird.
Was unterscheidet handelbare von nichthandelbaren Gütern im Balassa-Samuelson Modell?
Handelbare Güter unterliegen dem internationalen Wettbewerb und Preisausgleich, während nichthandelbare Güter, meist Dienstleistungen, lokal gebunden sind und stärker durch nationale Produktivitätsunterschiede beeinflusst werden.
- Citar trabajo
- Clemens Wörner (Autor), 2007, Analyse des Verlaufs des realen Wechselkurses, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120669