Per Nilssons "So lonely" - Die Analyse eines modernen Adoleszenzromans


Seminararbeit, 2005

17 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Adoleszenz
2.1 Physiologische Ebene
2.2 Psychologische Ebene
2.3 Soziologische Ebene

3. Der Adoleszenzroman
3.1 Zur Geschichte des Adoleszenzromans
3.2 Zum Begriff Adoleszenzroman
3.3 Kennzeichen des Adoleszenzromans

4. Per Nilsson: „So lonely“ – ein moderner Adoleszenzroman
4.1 Der Autor
4.2 Inhalt des Romans
4.3 Thema des Romans
4.4 Formale und stilistische Merkmale des Romans
4.4.1 Die Erzählstruktur
4.4.2 Intertextuelle Elemente
4.4.3 Der Drehbuchcharakter

5. „So lonely“ im Unterricht
5.1 Inhaltliche Kriterien
5.2 Formale Kriterien

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Erst seit Mitte der achtziger Jahre etablierte sich das Genre des Adoleszenzromans in der Kinder- und Jugendliteratur. Er war eine Reaktion auf bereits vorhandene Gattungen und auf die Zeitgeschichte. Adoleszenzromane beschäftigen sich mit der Jugendphase und handeln somit auch von Menschen diesen Alters und deren Suche nach der eigenen Identität.

So auch der moderne Adoleszenzroman „So lonely“ des schwedischen Autors Per Nilsson, der hierfür im Jahre 1997 den Deutschen Literaturpreis erhielt. Darin wird auf eindrucksvolle Art und Weise geschildert, wie ein Junge seinen ersten großen Liebeskummer verarbeitet und sich dadurch zu seinem Vorteil wandelt und einen Neubeginn anstrebt.

Mit diesem Thema spricht Nilsson jugendliche Menschen an, die sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befinden. Dieser Roman besticht durch seinen außergewöhnlichen Erzählstil und wird dadurch zum Leseerlebnis für jung und alt.

Im Folgenden wird näher erläutert, was es mit der Adoleszenz, der Gattung des Adoleszenzroman und der Entstehung dessen auf sich hat. Des Weiteren erfolgt eine Analyse von „So lonely“ auf inhaltlich/thematischer und formal/stilistischer Ebene. Außerdem wird eine Auswahl an Kriterien aufgezeigt, die den Einsatz dieses Romans im Deutschunterricht rechtfertigen.

2. Die Adoleszenz

Als Adoleszenz wird jene Phase beschrieben, in der sich ein Mensch von der Kindheit verabschiedet und in das Erwachsenenalter eintritt. Damit ist nicht nur das Ereignis der Pubertät gemeint, in dem die Geschlechtsreife einsetzt, sondern eine länger gestreckte Phase, in der auch die sozialen und emotionalen Folgen der Pubertät bewältigt werden.1 Das besondere an dieser Phase ist das Mit- und Gegeneinander von physischen, psychischen und sozialen Prozessen. Es gilt ein neues Konzept dieser Systeme zu erstellen. Die drei folgenden Ebenen machen die Vielschichtigkeit der Adoleszenz deutlich2:

2.1 Physiologische Ebene

Die Adoleszenz umfasst hier alle körperlichen Veränderungen. Eine besondere Bedeutung haben dabei die körperliche Entwicklung und die sexuelle Reifung.

2.2 Psychologische Ebene

Auf dieser Ebene sind alle individuellen Vorgänge anzutreffen, die das Erfahren, die Bewältigung und Auseinandersetzung mit körperlichen und sozialen Veränderungen betreffen. Dabei spielen psychosoziale Faktoren eine große Rolle.

2.3 Soziologische Ebene

Hier gilt die Adoleszenz als ein Zwischenstadium, in dem Jugendliche dazu angeregt werden verantwortungsvoll und aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen. Es besteht jedoch noch keine institutionelle Absicherung.

Die Adoleszenz kann nur schwer altersgemäß festgelegt werden. Man geht aber von einer Zeitspanne zwischen dem elften bis zum 25. Lebensjahr aus. Durch die kulturellen Veränderungen gewinnt die so genannte Postadoleszenz immer mehr an Bedeutung, die bis in das dritte oder sogar vierte Lebensjahrzehnt hinein reichen kann. Die Adoleszenz ist unter den Bedingungen eines Strukturwandels der Jugendphase als eigenständiger Lebensabschnitt zu sehen.3

3. Der Adoleszenzroman

3.1 Zur Geschichte des Adoleszenzromans

Das Erzählmuster des Adoleszenzromans wurde in den 1980er Jahren durch moderne Entwicklungen im Bereich der Jugendliteratur zum festen Bestandteil dieser. Texte, die sich mit der Selbstfindung Jugendlicher auseinander setzten gehörten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nicht zur spezifischen Jugendliteratur. Erst mit Jerome D. Salingers „Fänger im Roggen“ setzte in den 50er Jahren ein neuer Abschnitt der Entwicklung zum Adoleszenzroman ein. Der Grund dafür war, dass Salinger das Lebensgefühl einer jungen

Generation, die „gegen die etablierten gesellschaftlichen Instanzen revoltierte, überkommende Rollenbilder angriff und auf der Suche nach sich selbst war“4, zum Ausdruck brachte. Die Antwort auf den Modernisierungsprozess war der moderne Adoleszenzroman, der vor dem Hintergrund der jugendkulturellen Veränderungen in den 60er Jahren (Studenten- und Frauenbewegung) entstand. Eine große Bedeutung hatte hierbei das Muster des Initiationsromans, wie es bei „Huckleberry Finn“ von Mark Twain zu finden ist. Die Initiation stellt einen Prozess dar, der in die Phasen Ausgang, Übergang und Eingang eingeteilt ist und zum Gegenstand den menschlichen Wandlungs- und Entwicklungsvorgang hat. Das Ergebnis der Initiation soll die grundlegende existenzielle Änderung sein, so dass sie „als der Tod eines alten und eine Wiedergeburt eines neuen Menschen symbolisiert5 werden kann. Diese Texte zeichnet die Suche „nach einem tieferen Persönlichkeitszentrum und das Bemühen um dessen Bewahrung und Entfaltung6 aus.

In den 70er Jahren wurden, durch den sich ankündigenden kulturellen Umbruch und die starke Nachfrage Jugendlicher nach Texten, die hauptsächlich von deren Selbstfindung handelten, vermehrt Adoleszenzromane aus den USA publiziert. Es kam nun zu einer Figurengestaltung, die „das Wechselspiel von Außen- und Innenwelt“7 erfasste. Außerdem wurden häufig moderne Erzähltechniken, wie sie weiter unten beschrieben werden, eingesetzt. Dies führte einerseits zur Profilierung der Jugendliteratur und zum anderen dazu, dass der moderne Adoleszenzroman nicht mehr nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene ansprach. Durch den schnellen kulturellen Wandel in den 1990ern kam es zu Veränderungen, wodurch der (post)moderne Adoleszenzroman entstand, worauf unter 3.3 näher eingegangen wird.

[...]


1 Baacke, D. 2003, S. 41.

2 Gansel, C. In: Lange, G. 2006, S. 360.

3 ebd.

4 Gansel, C. In: Lange, G. 2006, S. 368.

5 ebd. S. 375.

6 ebd.

7 Gansel, C. 1999, S. 113.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Per Nilssons "So lonely" - Die Analyse eines modernen Adoleszenzromans
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Veranstaltung
Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche
Note
2,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V120684
ISBN (eBook)
9783640242863
ISBN (Buch)
9783640246267
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nilssons, Analyse, Adoleszenzromans, Literatur, Medien, Kinder, Jugendliche
Arbeit zitieren
Cindy Munz (Autor), 2005, Per Nilssons "So lonely" - Die Analyse eines modernen Adoleszenzromans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120684

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