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Systemtheoretische Betrachtungen zum modernen Symphonieorchester

op. 14a

Title: Systemtheoretische Betrachtungen zum modernen Symphonieorchester

Thesis (M.A.) , 2008 , 173 Pages , Grade: mit Auszeichung bestanden

Autor:in: Mag. phil, MSc Johannes Simetsberger (Author)

Organisation and administration - Miscellaneous
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Ein modernes Symphonieorchester durch die Brille des Systemtheoretikers zu betrachten kann sehr ergiebig sein. Sozialwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Themenstellungen überlappen einander. Durch den gewählten Zugang erschien manches in neuem Licht. Ziel war es für die Organisation Symphonieorchester eine Zuordung unter anderen Organisationsformen zu finden, sie damit von anderen sozialen Systemen auch auf systemtheoretischer Ebene unterscheidbar zu machen. Mittels einer qualitativen Untersuchung (Leitfadeninterviews) mit einem breiten Sample durch die relevanten Umwelten sollten Erkenntnisse der bisherigen Forschung bestätigt werden, aber v. a. ein Zugewinn an explizitem Wissen erreicht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Praeludium

1. Symphonieorchester und Systemtheorie

1.1. Symphonieorchester: Allgemeine Betrachtungen

1.1.1. Eine erste Definition

1.1.2. Aufbau eines Symphonieorchesters

1.1.2.1. Zwei Begriffe: Organigramm und Einliniensystem

1.1.2.2. Erste Ebene: Der Dirigent

1.1.2.3. Zweite Ebene: Der Konzertmeister

1.1.2.4. Dritte Ebene: Stimmführende und Vorspieler

1.1.2.5. Vierte Ebene: Tuttisten und andere Musizierende

1.1.2.6. Sitzordnung

1.1.3. Abbildung 1 und Zusammenfassung

1.2. Das System Symphonieorchester

1.2.1. Definitionen zur Systemtheorie

1.2.1.1. System

1.2.1.2. Komplexe Systeme

1.2.1.3. Eigenschaften von komplexen Systemen

1.2.1.4. Kopplung System und Umwelt

1.2.1.5. Kommunikationen

1.2.1.6. Akteure: Person/Rolle

1.2.1.7. Aktionen: Handlung/Entscheidung

1.2.1.8. Zusammenfassung und Fokus der Masterthesis

1.2.2. Organisationskultur

1.2.2.1. Interpretativer und funktionalistischer Ansatz

1.2.2.2. Zehn dominante Merkmale

1.2.2.3. Scheins Modell

1.2.2.4. Kultur bei Simon und Luhmann

1.2.2.5. Zusammenfassung

1.2.3. Emotionen

1.2.3.1. Emotion bei Luhmann

1.2.3.2. Emotion bei Ciompi

1.2.3.3. Definitionen von Emotion und Kognition

1.2.3.4. Ozeanische Gefühle

1.2.3.5. Zusammenfassung

1.2.4. Die Einteilung von Systemen

1.2.4.1. Definitionen: Interaktionssystem – Organisation - Gesellschaft

1.2.4.2. Beispiele

1.2.4.3. Zusammenfassung und Forschungsfrage

2. Symphonieorchester und Geschichte

2.1. Zum Verständnis einer Geschichte des Orchesters

2.1.1. Epochen in der Musikgeschichte

2.1.2. Faktoren

2.1.3. „Pre-orchestral Ensembles“ und eine erste Definition

2.1.4. Eine weitere Definition

2.2. Renaissance und Barock

2.2.1. Musikalischer Wandel

2.2.2. Auswirkungen auf das Zusammenspiel

2.2.3. Das Barockorchester

2.2.4. Der Orchesterbegriff

2.3. Barock und Klassik

2.3.1. Bestand und Besetzung

2.3.2. Das Orchester der Klassik

2.3.3. Musikalischer Wandel: Sonatensatz/Symphonie/Streichquartett

2.3.4. Führung des Orchesters in Barock und Klassik

2.4. Klassik und Romantik

2.4.1. Veränderung der Besetzung

2.4.2. Bürgerliches Musikleben und Laienorchester

2.4.3. Die Genese des Dirigentenamtes

2.5. Romantik und 20. Jahrhundert

2.5.1. Neue Instrumente

2.5.2. Neue Ensembles

2.5.3. Das Symphonieorchester

2.6. Zusammenfassung

3. Symphonieorchester und Praxis

3.1. Der Dirigent

3.1.1. Das Orpheus Chamber Orchestra

3.1.2. Grenzen des Dirigenten

3.1.3. Zusammenfassung und Annahmen

3.2. Die Musizierenden

3.2.1. Jugendorchester

3.2.1.1. Solist oder Orchestermusiker

3.2.1.2. Völker verbindendes Musizieren

3.2.2. Lebenslange Mitgliedschaft

3.2.3. Belastungen

3.2.3.1. Schall

3.2.3.2. Stress

3.2.3.3. Andere Belastungen

3.2.4. Aufnahmerituale

3.2.4.1. Wirtschaftliche Situation

3.2.4.2. Fluktuationsbewegungen

3.2.4.3. Frauen und Ausländer?

3.2.4.4. Aufnahmeprüfung

3.2.4.5. Ausbildung

3.2.5. Musik machen

3.2.5.1. Musik in der Familie

3.2.5.2. Musik spielen: Zwei Definitionen.

3.2.6. Zusammenfassung und Annahmen

3.3. Management

3.3.1. Zusammenfassung und Annahmen

3.4. Publikum

3.4.1. Adornos Hörertypologie

3.4.2. Zusammensetzung

3.4.3. Repertoire

3.4.4. Zusammenfassung und Annahme

3.5. Die Macht des Dirigenten über das Publikum

4. Die qualitative Erhebung

4.1. Einleitung I: Sozialwissenschaftlicher Hintergrund

4.1.1. Ein quantitativer Ansatz

4.1.2. Der qualitative Ansatz der vorliegenden Arbeit

4.1.3. Zusammenfassung

4.2. Einleitung II: Wie würden Sie meiner sechsjährigen Tochter erklären, was ein Symphonieorchester ist?

4.2.1. Zusammenfassung

4.3. Der Dirigent

4.3.1. Wann braucht man keinen Dirigenten?

4.3.2. Wann braucht man einen Dirigenten?

4.3.3. Funktionen des Dirigenten

4.3.3.1. Der Anführer

4.3.3.2. Der Interpret

4.3.3.3. Der Koordinator

4.3.3.4. Der Motivator

4.3.3.5. Der Showmaster

4.3.3.6. Was noch, und ein Zitat zur Verdeutlichung

4.3.4. Drei Tipps an einen jungen Dirigenten

4.3.5. Zusammenfassung

4.4. Die Musizierenden

4.4.1. Persönlichkeiten

4.4.1.1. Solist

4.4.1.2. Orchestermusiker

4.4.2. Werdegang

4.4.2.1. Elternhaus bis Studium

4.2.2.2. Studium und Substitutentätigkeit

4.4.2.3. Probespiel und Integration

4.4.3. Zusammenfassung

4.5. Management und Konkurrenz

4.5.1. Manager

4.5.1.1. Rahmenbedingungen

4.5.1.2. Erwartungen an den Manager

4.5.1.3. Zusammenfassung

4.5.2. Die anderen Symphonieorchester

4.5.2.1. Harte Konkurrenz?

4.5.2.2. Warum weniger Konkurrenz?

4.5.2.3. Was dann, wenn nicht Konkurrenz?

4.5.2.4. Zusammenfassung

4.4. Publikum

4.4.1. Event

4.4.1.1. Opernball

4.4.1.2. Stars

4.4.1.3. Tradition

4.4.2. Emotionen

4.4.2.1. Zusammenfassung

4.5. Das Orchester als Organisation

4.5.1. Fast täglicher Kontakt

4.5.2. Räumliche Nähe

4.5.3. Tourneen

4.5.4. Gruppenbildungen

4.5.5. Nebengeschäfte

4.5.6. Hierarchie

4.5.7. Lebenslang

4.5.8. Substituten

4.5.9. Kultur

4.5.10. Anonymität nach Draußen

4.5.11. Verantwortung

4.5.12. Nochmals die Frauen

4.5.13. Konflikte und Konfliktlösung

4.5.14. Man kann nicht gegeneinander musizieren

4.5.15. Zwei Anekdoten zum Abschluss

5. Coda

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das moderne Symphonieorchester durch die Brille der Systemtheorie, mit dem Ziel, diese Organisationsform präzise einzuordnen und von anderen sozialen Systemen abgrenzbar zu machen. Hierbei wird insbesondere analysiert, wie Akteure (Musiker, Dirigent, Management) und Aktionen (Musizieren, Proben, Konzert) in diesem komplexen System gekoppelt sind und welchen Einfluss Organisationskultur und Emotionen auf das Systemgefüge haben.

  • Systemtheoretische Analyse des Symphonieorchesters als komplexe Organisation
  • Historische Entwicklung des Orchesters und der Rolle des Dirigenten
  • Die Rolle von Emotionen und Organisationskultur im Orchesteralltag
  • Empirische Untersuchung mittels qualitativer Interviews zur Bestätigung systemtheoretischer Hypothesen
  • Management-Herausforderungen und Konkurrenzverhältnisse zwischen Orchestern

Auszug aus dem Buch

1.2.1.2. Komplexe Systeme

Funktioniert das System nach linear-kausalen und vorhersehbaren, in z. B. einfachen Formeln beschreibbaren Mustern, spricht man mittlerweile vielfach von „trivialen Maschinen“ (Heinz von Förster). Sind die beobachteten Vorgänge anders, so ist der Begriff der „komplexen Systeme“ angebracht. Der Einfachheit halber wird ab hier bereits der Begriff der Umwelt eingeführt. Ich hinterfrage diesen Punkt an dieser Stelle nicht und übernehme die zwei maßgeblichen Beobachtungen (Ameln (2004): 23).

Umweltkomplexität. Als Gesamtheit aller Systeme und ihrer Interdependenzen ist die Umwelt stets komplexer als das System selbst. Angesichts beschränkter Kapazitäten zur Informationsverarbeitung kann das System daher nicht für jedes mögliche Umweltereignis einen gesonderten Reaktionsmechanismus bereithalten.

Interne Komplexität. Ab einer bestimmen Größe ist es für das System nicht mehr möglich (oder zumindest funktional) (Anm. d. V. - vgl. den Begriff der Viabilität – v. Glasersfeld), jedes seiner Elemente mit jedem anderen zu verknüpfen.

Diese Umstände machen eine Komplexitätsreduktion notwendig. Diese wird durch das Filtern und Wegblenden von Wahrnehmungen erzielt. An diesem Punkt knüpft die Systemtheorie an den Konstruktivismus an. Das ist ein Paradigma. Genau genommen ist es, vertritt man den Standpunkt des kritischen Realismus, dem System möglich, wenn es nur genug über seine Umwelt in Erfahrung bringt, Schlüsse auf die objektive Realität der Umwelt zu machen, wenn es nur genug Beobachtungswerkzeuge und Zeit hat. Hat das System genügend Informationen, dann werden nach diesem Modell Aussagen über das zukünftige Verhalten bedingt möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Symphonieorchester und Systemtheorie: Dieses Kapitel führt zentrale systemtheoretische Begriffe wie System, Komplexität und Kopplung ein, um das Orchester als soziales System zu definieren.

2. Symphonieorchester und Geschichte: Hier wird die historische Genese des Orchesters und die Entwicklung der Dirigentenrolle als Antwort auf zunehmende strukturelle Komplexität dargestellt.

3. Symphonieorchester und Praxis: Dieses Kapitel beleuchtet den Orchesteralltag, inklusive der Rolle des Dirigenten, der Belastungen der Musiker und der Bedeutung von Aufnahmeritualen.

4. Die qualitative Erhebung: Der empirische Teil der Arbeit, in dem durch qualitative Interviews die theoretischen Annahmen anhand von Beobachtungen der Beteiligten validiert werden.

5. Coda: Ein zusammenfassender Rückblick, der die wichtigsten Erkenntnisse zur Organisationsform Symphonieorchester nochmals reflektiert.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Symphonieorchester, Organisationskultur, Dirigent, Orchestermusiker, Kommunikation, Soziales System, Komplexität, Kopplung, Autopoiesis, Musik, qualitative Erhebung, Rollentheorie, Organisationsentwicklung, Konzert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das moderne Symphonieorchester als soziales System mithilfe der Systemtheorie von Fritz Simon und Niklas Luhmann, um die spezifischen Organisationsstrukturen und Kopplungsmuster zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Orchesters, die Organisationskultur, die Rolle des Dirigenten als Führungskraft, die sozialen Belastungen der Musiker sowie die Interaktion zwischen Orchester, Management und Publikum.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, das Symphonieorchester als Organisation in eine systemtheoretische Matrix einzuordnen, die durch den Grad der Kopplung von Akteuren und Aktionen definiert ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Systemtheorie und einer qualitativen Erhebung, die 13 Leitfadeninterviews mit Experten aus verschiedenen relevanten Umwelten des Orchesters umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Praxis im Orchester, insbesondere die Rolle des Dirigenten, die Arbeitswelt der Musizierenden (Belastungen, Aufnahmerituale) und die Einflüsse von Management und Publikum.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind systemische Organisationsanalyse, Autopoiesis, Kopplungsgrade, Organisationskultur, künstlerische Leistung, Führung und soziale Interaktion.

Warum ist der Dirigent für das System Orchester so zentral?

Systemtheoretisch gesehen fungiert der Dirigent aufgrund der hohen Komplexität der Partituren und der Größe des Ensembles als notwendige Integrationsfigur und Letztentscheider, da das System ohne diese Steuerung nicht stabil funktionieren würde.

Welche Rolle spielen Emotionen in diesem Kontext?

Emotionen sind für das Orchester essentiell, da Musikmachen eine hochemotionale Tätigkeit ist. Sie dienen als Feedback-Mechanismus und sind in der Konzertsituation ein zentraler Bestandteil des Kommunikationsprozesses zwischen Orchester und Publikum.

Ist das Orchester mit anderen Organisationen vergleichbar?

Obwohl das Orchester Ähnlichkeiten mit der Verwaltung (lebenslange Bindung, starke Hierarchien) aufweist, unterscheidet es sich durch den hohen künstlerischen Anspruch, die spezifischen Anforderungen an die Musiker als Solisten und die unmittelbare emotionale Interaktion im Konzert.

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Details

Title
Systemtheoretische Betrachtungen zum modernen Symphonieorchester
Subtitle
op. 14a
Course
Masterupgrade Coaching und Organisationsentwicklung
Grade
mit Auszeichung bestanden
Author
Mag. phil, MSc Johannes Simetsberger (Author)
Publication Year
2008
Pages
173
Catalog Number
V120696
ISBN (eBook)
9783640242955
ISBN (Book)
9783640246298
Language
German
Tags
Systemtheoretische Betrachtungen Symphonieorchester Masterupgrade Coaching Organisationsentwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. phil, MSc Johannes Simetsberger (Author), 2008, Systemtheoretische Betrachtungen zum modernen Symphonieorchester, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120696
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