Die öffentliche Hand, ist angesichts der dargestellten Lage der öffentlichen Haushalte gefordert, im Sinne einer effizienten Nutzung der knappen finanziellen Ressourcen, sich zum einen konsequent auf ihre Kernaufgaben zu beschränken und zum anderen zu prüfen, inwieweit privates Kapital stärker bei der Beschaffung bzw. Bereitstellung öffentlicher Infrastruktur genutzt werden kann. Einen wichtigen, Ansatz hierzu bilden Public Private Partnerships (PPP).
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 PPP: Begriffliche und inhaltliche Kennzeichnung
2.1 Definition von PPP
2.2 Grundarten von PPP
2.2.1 Vertrags - PPP auf Basis des Tauschmodells
2.2.2 Organisations- PPP auf Basis des Pool-Modells
2.3 Alternativen zu PPP
3 Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
4 Die Verbreitung von PPP
4.1 Beispiele vertraglicher PPP
4.1.1 F-Modell
4.1.2 Das A-Modell
4.2 Beispiele für Organisations - PPP
5 Vor- und Nachteile von Public Private Partnerships
5.1 Vorteile
5.2 Nachteile
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Public Private Partnerships (PPP) als Instrument zur Bewältigung des Investitionsbedarfs in der deutschen Infrastruktur. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine Kooperation zwischen öffentlicher Hand und privaten Partnern finanzielle Engpässe und Effizienzmängel in der öffentlichen Verwaltung adressiert werden können, um eine nachhaltige Infrastruktur bereitstellen zu können.
- Definition und grundlegende Typologie von PPP-Modellen.
- Prozess der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bei PPP-Projekten.
- Analyse der Verbreitung und praktischer Anwendungsbeispiele wie dem F-Modell und A-Modell.
- Gegenüberstellung der Vorteile und potenzieller Risiken bei der Implementierung von PPP.
- Bewertung der Rolle von PPP im Kontext der Reorganisierung öffentlicher Verwaltungen.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 F-Modell
Das am längsten existierende PPP-Modell im Fernstraßensektor in Deutschland ist das so genannte „F-Modell“, dessen Grundzüge im Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz (FStrPrivFinG) festgelegt sind.41
Bei Projekten nach dem F-Modell ist der Betreiber verpflichtet, eine Straßeninfrastruktur neu zu errichten oder auszubauen, 30 Jahre lang zu erhalten und zu betreiben sowie diese nach Ablauf dieser Zeitspanne in einem vorher definierten Zustand an die öffentliche Hand zu übergeben. Im Gegenzug erhält der Betreiber das Recht, zur Refinanzierung der Investition und seiner laufenden Ausgaben bei allen Kraftfahrzeugtypen eine Maut zu erheben.
Projekte
Bisher wurde erst für zwei Projekte nach dem F-Modell ein Auftrag erteilt. Bei Rostock wurde der so genannte „Warnowtunnel“42 zur Querung der Warnow errichtet, der im September 2003 für den Verkehr freigegeben wurde. In Lübeck wurde Ende August 2005 der so genannte „Herrentunnel“ eröffnet, der den Fluss Trave unterquert. Bei beiden Projekten liegt die Straßenbaulast bei den Kommunen, welche die Projekte auch ausgeschrieben haben.43 Weitere Projekte nach dem F-Modell sind in Vorbereitung, darunter ein zweiter Elbtunnel im Zuge der A 20 nordwestlich von Hamburg. Der Albaufstieg in Baden Württemberg, der Hochmoselübergang in Rheinland-Pfalz und die Weserquerung in Bremen. In der Diskussion ist auch, die Fehmarnbeltquerung – voraussichtliches Investitionsvolumen 4,5 Mrd. EUR – im rahmen eines PPP-Modells zu realisieren.44
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Die Einleitung beleuchtet die angespannte Finanzlage der Kommunen und den enormen Investitionsstau in der deutschen Infrastruktur als Ausgangspunkt für PPP-Modelle.
2 PPP: Begriffliche und inhaltliche Kennzeichnung: Dieses Kapitel definiert PPP als Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft und unterscheidet zwischen vertraglichen und institutionellen (Organisations-) PPPs.
3 Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung: Hier werden die vier Phasen des Prüfprozesses erläutert, um sicherzustellen, dass PPP-Projekte tatsächlich wirtschaftlicher sind als eine eigenrealisierte Beschaffung durch den Staat.
4 Die Verbreitung von PPP: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Anwendungsbereiche von PPP und vertieft die Darstellung durch Beispiele wie das F-Modell im Straßenbau und das Organisations-PPP-Modell in der Abwasserentsorgung.
5 Vor- und Nachteile von Public Private Partnerships: Die Arbeit stellt die finanzielle Entlastung und Effizienzsteigerung den Herausforderungen gegenüber, wie z.B. dem hohen administrativen Aufwand und spezifischen Insolvenzrisiken.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass PPP-Projekte trotz der diskutierten Risiken ein wichtiges Instrument zur Modernisierung und Restrukturierung öffentlicher Verwaltungen darstellen.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Deutschland, Investitionsbedarf, Infrastruktur, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, F-Modell, A-Modell, Organisations-PPP, Vertrags-PPP, Öffentliche Hand, Private Wirtschaft, Finanzierung, Risikoteilung, Verwaltungsreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über das Konzept der Public Private Partnerships (PPP) in Deutschland, insbesondere deren Funktion als Finanzierungs- und Implementierungsinstrument für öffentliche Infrastrukturprojekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen von PPP, den Methoden der Wirtschaftlichkeitsprüfung, den verschiedenen Vertragsmodellen wie dem F-Modell und A-Modell sowie den Chancen und Risiken dieses Kooperationsinstruments.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Ziel ist es, PPP als Lösungsansatz für die Finanznot der Kommunen vorzustellen und zu bewerten, unter welchen Bedingungen die Zusammenarbeit mit privaten Partnern effizient gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Studienanalyse sowie die Auswertung von Praxisbeispielen aus dem Infrastruktursektor, um ein fundiertes Bild der aktuellen Anwendung von PPP zu vermitteln.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen vor allem konkrete Projektmodelle im Straßenbau und in der kommunalen Ver- und Entsorgung (am Beispiel der Stadtentwässerung Goslar) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Public Private Partnership, Infrastrukturfinanzierung, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und Verwaltungsmodernisierung treffend beschreiben.
Wie unterscheidet sich das F-Modell vom A-Modell bei Autobahnprojekten?
Das F-Modell basiert auf einer direkten Mauterhebung durch den Betreiber, während das A-Modell auf Anteilen an der Lkw-Maut basiert und primär für den sechsstreifigen Ausbau bestehender Autobahnen genutzt wird.
Was zeigt das Beispiel der Stadtentwässerung Goslar?
Das Beispiel illustriert die erfolgreiche Anwendung einer Organisations-PPP zur Sanierung abwassertechnischer Anlagen, wobei der Fokus auf Kosteneffizienz und langfristiger technischer Betriebsführung durch private Partner lag.
- Citar trabajo
- Maxim Baraschkow (Autor), 2008, Public Private Partnership in Deutschland - ein Überblick, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120793