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Was haben Literatur und Wissenschaft miteinander gemein?

Am Beispiel von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“

Titel: Was haben Literatur und Wissenschaft miteinander gemein?

Seminararbeit , 2008 , 22 Seiten , Note: gut

Autor:in: Dr. phil. Daria Hagemeister (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für die vorliegende Arbeit habe ich mir zur Aufgabe gestellt, die Gemeinsamkeiten von Wissenschaft und Literatur zu untersuchen. Zunächst müssen daher die Begriffe genau abgegrenzt werden, sofern eine exakte Abgrenzung überhaupt möglich ist. Wissenschaftlich, würde man meinen, ist alles, was objektiv messbar ist. Doch was ist objektiv? Und was ist Literatur? Auch Daniel Kehlmann berührt in seinem Roman „Die Vermessung der Welt“ immer wieder Grenzbereiche, daher möge dieses Werk als literarisches Fallbeispiel dienen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Realität und Fiktion

1.1.1. Was ist Literatur?

1.1.2. Was haben Wissenschaft und Literatur gemein?

2. Genie und Wahnsinn

2.1. Vom bösen Alchemisten zum Retter der Gesellschaft

2.2. Der besessene Dichter und andere psychopathologische Abweichungen

2.3. Das Bild des Wissenschafters in der „Vermessung der Welt“

3. Welche Opfer verlangt die Wissenschaft und welche die Literatur?

4. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen

5. Literatur- und Quellenangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Literatur, wobei Daniel Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“ als zentrales Fallbeispiel dient. Die Forschungsfrage widmet sich der gemeinsamen Funktion beider Disziplinen als Konstrukte zur Wirklichkeitsbewältigung und hinterfragt die gesellschaftlichen Klischees, die Wissenschaftlern und Künstlern zugeschrieben werden.

  • Konstruktiver Charakter von Wirklichkeit in Wissenschaft und Literatur
  • Die Figur des Wissenschaftlers im Spiegel historischer und literarischer Klischees
  • Wechselwirkung zwischen Biografie und schöpferischem Akt
  • Genie und Wahnsinn als historisches Motiv
  • Opferbereitschaft und Lebensbewältigung als Antrieb menschlicher Forschung und Kunst

Auszug aus dem Buch

2.3. Das Bild des Wissenschafters in der „Vermessung der Welt“

Der Roman beginnt und endet mit dem Jahr 1828, in welchem das Treffen des Mathematikers Johann Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855) und des Weltreisenden Alexander von Humboldt (1769 – 1859) beim Deutschen Naturforscherkongress stattgefunden hat. In diese Rahmenhandlung eingebunden sind die kapitelweise abwechselnd chronologisch erzählten Lebensläufe von Gauß und Humboldt, beginnend mit ihrer Kindheit.

Gauß wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und erweist sich schon mit 8 Jahren als stets trauriges Wunderkind. Auch sein späteres Leben ist von Schicksalsschlägen gezeichnet, doch weiß er seine Interessen zu wahren und Distanz zu den diversen Demütigungen zu halten. Er ist auch derjenige der beiden, der mehr reflektiert und über die gesellschaftliche Bedingtheit aller Wissenschaft nachdenkt. Gauß braucht eine Familie und verlässt seinen Wohnort nur sehr ungern. Er verärgert des Öfteren die Menschen in seinem Umkreis und leidet mit zunehmendem Alter unter dem Nachlassen seiner geistigen Fähigkeiten.

Humboldt ist besessen von seinem Forschungsdrang. Stur und leicht „irrsinnig“ quält er sich selbst und andere, obwohl er eigentlich rein theoretisch für die Respektierung der Menschenwürde ist. Er besteigt Vulkane, überquert Tropenflüsse, erforscht Höhlen und erklettert Gebirge. Später kommen ihm Zweifel am Sinn seiner Reisen auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Grundbegriffe Literatur und Wissenschaft als Konstrukte und führt den Roman von Kehlmann als primäres Analysematerial ein.

2. Genie und Wahnsinn: In diesem Kapitel wird das Bild des Wissenschaftlers in der Gesellschaft beleuchtet und die historische sowie psychologische Verbindung zwischen künstlerischer Kreativität und psychischen Störungen untersucht.

3. Welche Opfer verlangt die Wissenschaft und welche die Literatur?: Hier wird die Opferbereitschaft der Protagonisten für ihre jeweilige Berufung analysiert und eine Parallele zwischen dem forschenden Subjekt und dem schreibenden Autor gezogen.

4. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen: Dieses Kapitel resümiert, dass Wissenschaft und Literatur als komplementäre Konstrukte zur Wirklichkeitsgestaltung fungieren und keine Gegensätze darstellen.

5. Literatur- und Quellenangaben: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie genutzter Webressourcen.

Schlüsselwörter

Wissenschaft, Literatur, Wirklichkeitskonstruktion, Die Vermessung der Welt, Daniel Kehlmann, Humboldt, Gauß, Genie, Wahnsinn, Empirie, Abstraktion, Literaturpsychologie, Erkenntnisvermögen, Welterschließung, Konstruktivismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten zwischen Wissenschaft und Literatur, insbesondere wie beide als menschliche Konstrukte zur Wirklichkeitsbewältigung dienen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Rolle des Wissenschaftlers, das Motiv von Genie und Wahnsinn sowie die Opfer, die sowohl für wissenschaftliche als auch für literarische Bestrebungen erbracht werden.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, was Wissenschaft und Literatur trotz unterschiedlicher methodischer Ansätze miteinander gemeinsam haben und wie diese in Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“ dargestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse gewählt, die konstruktivistische Ansätze nutzt, um das Verhältnis von Realität, Fiktion und Wissenssystemen zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Klischees rund um Wissenschaftler, die historische Verbindung von Kunst und Wissenschaft sowie die biografischen und persönlichen Opfer der Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Konstruktivismus, Wirklichkeitskonstruktion, Empirie, Abstraktion sowie die psychologische Verknüpfung von Genie und Wahnsinn.

Wie unterscheiden sich die Darstellungen von Humboldt und Gauß im Roman?

Während Humboldt den abenteuerlustigen Empiriker repräsentiert, steht Gauß für die nach innen gerichtete Abstraktion und die ständige Reflexion der eigenen gesellschaftlichen Bedingtheit.

Welche Bedeutung hat das persönliche Opfer für die Arbeit?

Die Arbeit argumentiert, dass sowohl wissenschaftliche Entdeckungen als auch literarische Werke ein hohes Maß an persönlichem Einsatz erfordern, was Parallelen zwischen den Lebensgeschichten der Wissenschaftler und dem Leben des Autors Kehlmann aufzeigt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Was haben Literatur und Wissenschaft miteinander gemein?
Untertitel
Am Beispiel von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“
Hochschule
Universität Wien  (Wissenschaftsforschung )
Veranstaltung
SE Wissenschaft und Literatur
Note
gut
Autor
Dr. phil. Daria Hagemeister (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V120828
ISBN (eBook)
9783640243464
ISBN (Buch)
9783640246595
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur Wissenschaft Kehlmann Mathematik Naturwissenschaft Gauß Humboldt Vermessung Welt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. phil. Daria Hagemeister (Autor:in), 2008, Was haben Literatur und Wissenschaft miteinander gemein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120828
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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