"Auschwitz oder Die Frage nach Gott"

Politisch engagierte Dokumentarliteratur – dargestellt an Rolf Hochhuths „Der Stellvertreter“ und „Heil Hitler!“


Seminararbeit, 2008

38 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung
1.1 Literatur und Vergangenheitsbewältigung
1.2 „Der Sinn der Politik ist Freiheit“
1.2.1 Die Politik versus das Politische
1.3 Für eine „engagierte“ Literatur
1.3.1 Die Funktion des Dramas
1.3.2 Die Geburt des Dokumentartheaters

2 Rolf Hochhuth (* 1. April 1931 in Eschwege)

3 „Der Stellvertreter“
3.1 Der Inhalt:
3.2 Der Aufbau:
3.3 Die Figuren:
3.4 Die Themen:
3.5 Die Rezeption:
3.5.1 Kontroversen:

4 Heil Hitler
4.1 Der Inhalt:
4.2 Der Aufbau:
4.3 Die Figuren:
4.4 Die Themen:
4.5 Die Rezeption:

5 Schlussbemerkungen:
5.1 Das totgesagte Dokumentartheater:
5.2 Zusammenfassung:

6 Quellen- und Literaturverzeichnis:

1 Einleitung

Ende Juli 1934 schrieb Karl Kraus „Warum die Fackel nicht erscheint … Mir fällt zu Hitler nichts ein.“[1] Erst in den 60er Jahren schien im deutschsprachigen Raum diese Sprachlosigkeit überwunden und man sah sich mit der Notwendigkeit der Aufarbeitung der Vergangenheit konfrontiert. Doch oft mündete diese Aufarbeitung darin, einen Schlussstrich darunter zu ziehen und das Geschehene aus der Erinnerung löschen zu wollen. „Im Hause des Henkers soll man nicht vom Strick reden“ meinte Theodor W. Adorno einmal in einer wissenschaftlichen Kontroverse. „Der Gestus, es solle alles vergessen und vergeben sein, der demjenigen anstünde, dem Unrecht widerfuhr, wird von den Parteigängern derer praktiziert, die es begingen. ... Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so ungeheuerlich war, dass es am eigenen Tode noch nicht starb, oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; …“[2]

Und tatsächlich war und ist das „Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie“ bis zum heutigen Tag, und zwar nicht nur in Deutschland, „potenziell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie“.[3]

1.1 Literatur und Vergangenheitsbewältigung

Ob und in welcher Form die Literatur bei der Vergangenheitsbewältigung eine Rolle spielen soll, darüber war man geteilter Meinung. Doch jeder Schriftsteller muss sich selbst die Prinzipienfrage stellen, ob er etwas zu sagen hat, „das der Mühe lohnt, mitgeteilt zu werden.“[4] oder eben nicht. „Der ‚engagierte’ Schriftsteller weiß, dass Sprechen Handeln ist: Er weiß, dass Enthüllung Verändern ist und dass man nur enthüllen kann, wenn man verändern will. Er hat den unmöglichen Traum aufgegeben, ein unparteiisches Gemälde der Gesellschaft und des Menschseins zu machen.“[5]

Literarisches Handeln ist ein Teilbereich des zivilisatorischen Handelns, wobei man jedoch die relative Autonomie literarhistorischer Prozesshaftigkeit auch nicht aus den Augen verlieren sollte.

Der nun folgende Abschnitt möchte nur stichwortartig die literarischen Entwicklungen der 60er Jahre des 20. Jhdts. in Deutschland und Österreich skizzieren, also der beiden deutschsprachigen Länder, die unmittelbar vom 2. Weltkrieg und dem Nationalsozialismus betroffen waren, und erhebt weder Anspruch auf Ausführlichkeit noch auf Vollständigkeit.

In Österreich musste die etablierte Politik der 50er Jahre einer deutlichen Neuorientierung weichen. Auf literarischem Gebiet begann mit dem Theaterstück „Herr Karl“ von Helmut Qualtinger und Carl Merz die Auseinandersetzung mit den Ursachen des Faschismus auf der Bühne. Herr Karl scheint ein Durchschnittsösterreicher zu sein und er ist ein Rückgradakrobat.[6] Wahrscheinlich haben mehrere authentische Gestalten als Vorbilder für den Herrn Karl gedient, vor allem Hannes Hoffmann, damals Inhaber des Künstlertreffs Gutruf, in dem auch Qualtinger verkehrte. Trotz seiner charakterlichen Mängel ist Herr Karl aber sympathisch und gerade kein Antiheld. Damit steht das Drama durchaus im Bezug zur These von der "Banalität des Bösen", wie sie Hannah Arendt aufgestellt hat.[7] Der Keller eines Lebensmittelladens bietet die Kulisse. Das Bühnenbild wirkt begrenzt und eng, ein stilistisches Mittel, welches den Horizont der Hauptfigur verkörpern soll. In Österreich löste das Stück zunächst einen Proteststurm aus.[8]

In Westdeutschland beherrschte zu dieser Zeit das Dokumentartheater die Theaterszene, vertreten von Heinar Kipphart, Peter Weiss und Rolf Hochhuth.

Das große Ziel der DDR-Literatur von 1949 bis zur Mitte der 60er Jahre war es, den Leser politisch zu aktivieren. Die Vorzüge des Kommunismus sollten auf diese Weise durch das Medium der Literatur erkannt werden. Doch auch die westliche Literatur wurde in der DDR rezipiert, wie etwa die Werke von Heinrich Böll und Günther Grass. Volker Braun und Heiner Müller waren damals die zwei wichtigsten DDR-Dramaturgen.

1.2 „Der Sinn der Politik ist Freiheit“

Nach dem 2. Weltkrieg war eine zunehmende Politisierung der Literatur erfolgt. Politik basiert auf der „Pluralität der Menschen“ und handelt „von dem Zusammen- und Miteinander-Sein der Verschiedenen.“, meint Hannah Arendt.[9] Für sie ist der Sinn der Politik die Freiheit, diese beiden Begriffe bilden ihrer Meinung nach eine Einheit. Freiheit wiederum unterteilt sie in positive Freiheit für etwas und negative Freiheit von etwas.[10] Nur im zwischenmenschlichen Raum ist Politik erst möglich. Die Entstehung totalitärer Systeme, wie dem des Nationalsozialismus, und die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, wie etwa der Atombombe, seien allerdings in der Lage, jede Art von Politik zu unterdrücken und schließlich sogar die Menschheit auszulöschen. Dennoch glaubt Hannah Arendt daran, dass der Mensch fähig sei, zu handeln, Initiativen zu ergreifen und einen neuen Anfang zu setzen. Stets hat sie „den Glauben an die Freiheit und Spontaneität des Menschen hochgehalten, ja ihn neu zu erwecken gesucht.“[11]

Während jedoch Hannah Arendt öffentliches Leben vom Privaten trennt, ist die Verfasserin der vorliegenden Seminararbeit der Meinung, dass man Politik nicht vom Privaten trennen kann. Auch Äußerungen und Handlungen, im privaten Rahmen vollzogen, sind Ausdruck einer bestimmten Geisteshaltung, einer Ideologie. Sie wirken auf andere Menschen in der näheren Umgebung in der einen oder anderen Form und prägen diese. Diese Wirkung, die empfangenen Impulse jedoch, gibt jeder Mensch wieder an andere Individuen auf direkte oder indirekte Art und Weise weiter. Solche Wechselwirkungen kann man im familiären Rahmen, wie auch im Freundeskreis jederzeit empirisch beobachten, und somit werden wir leicht erkennen und verstehen, dass auch die privatesten Handlungen, längerfristig betrachtet, eine große öffentliche Wirkung erzielen können.

1.2.1 Die Politik versus das Politische

Natürlich setzt eine solche Auffassung von politischem Handeln eine Definition des Politik-Begriffes im weiteren Sinne voraus, welche über „die Bedeutung als Sammelbegriff für sämtliche auf staatliche Ordnung und auf gesellschaftliche Organisationen bezogene Formen der Praxis“[12] hinausgeht. Die Politik im engeren Sinn hingegen leitet sich von dem griechischen Wort „polis“ (= Stadtstaat) ab und bedeutet soviel, wie sich um die Belange der Polis kümmern, oder auch von griechisch „ta politika“, das heißt also, „die Staatsgeschäfte“ regeln. Während Politik im engeren Sinn also mit Partei- und Tagespolitik zu tun hat, bezieht sich der Begriff Politik im weiteren Sinn (= das Politische) auf Geisteshaltungen und Ideologien, wobei sich diese nicht unbedingt kategorisieren und zuordnen lassen, also sich nicht notwendigerweise mit herkömmlichen ideologischen Richtungen decken müssen. Ein politisch denkender Mensch hat keine vorgefertigten Antworten, dafür aber jede Menge offene Fragen.

1.3 Für eine „engagierte“ Literatur

Der engagierte Schriftsteller handelt durch Enthüllung. „Der Mensch ist das Sein, dem gegenüber kein Sein Unparteilichkeit bewahren kann, …“[13] Die Aufgabe und Funktion des Schriftstellers ist es, dafür zu sorgen, dass niemand über die Welt in Unkenntnis bleibt und dass niemand sich für unschuldig an ihn erklären kann. Und da er sich nun einmal im Universum der Sprache engagiert hat, kann er niemals mehr so tun, als könne er nicht sprechen: …“[14], meint Sartre in seiner 1947 verfassten Schrift, die mit dem Appell an seine Zeitgenossen endet, sie mögen sich für die Probleme ihrer Epoche engagieren. Bereits 1945 hatte Sartre in seiner Zeitschrift „Les Temps Modernes“ die Verantwortlichkeit des Schriftstellers in Anbetracht der Erfahrungen des 2. Weltkriegs und der Widerstandsbewegung proklamiert.[15]

1.3.1 Die Funktion des Dramas

Nach Aristoteles ist Dichtung durch Mimesis (= Nachahmung) der Handlung (= Praxis) bestimmt. Der Unterschied zwischen Epik und Dramatik liegt in der Art der Darstellung, indem man etwa die nachgeahmten Gestalten auf der Theaterbühne selbst als Handelnde auftreten lässt. Das Ziel dieser Form des Theaters ist die Katharsis (= Reinigung), die durch Mitleid, Furcht und Affekte, welche von der Illusion und Identifizierung hervorgerufen werden, bewirkt wird. In der Antike war dies eine rein physische Reinigung, die von Lessing durch eine moralisch-ethische Komponente ergänzt wurde. Zum Pathos gesellte sich das Ethos.[16]

Für Brecht hingegen sollte das Drama mehr bieten als die Darstellung von handelnden Personen. Seit der Entwicklung des bürgerlichen Romans konnte eine Verwischung der Gattungsgrenzen beobachtet werden, die sich auch in der Dramatik bemerkbar machte. Eine immer komplexer werdende Gesellschaft konnte nicht mehr so vereinfacht auf der Bühne dargestellt werden. Das epische Theater zielt auf eine distanzierende Erkenntnis eines emanzipierten Publikums ab, welches mittels Desillusionierung und Ver|fremdungseffekten zum Nachdenken motiviert werden soll.[17]

1.3.2 Die Geburt des Dokumentartheaters

Die Geburt des Dokumentartheaters ist in gewissem Sinne die Wiedergeburt des Geschichtsdramas.[18] Bernd W. Seiler meint, dass „das meistbeachtete formale Merkmal dieses Dramas, seine dokumentarische Tendenz“ gleichzeitig auch „der am wenigsten erstaunliche Zug an ihm“ sei. Die Orientierung an historischen Dokumenten und direkte Zitate seien nur Ausdruck davon, dass „das heutige Bild von der Geschichte ein wissenschaftlich gegründetes Bild ist“. Wenn auch das Dokumentarstück nicht immer tatsächlich dokumentarisch ist, denn schon durch die Selektion und Anordnung der Dokumente wird eine subjektive Wertung vorgenommen, so ist doch der intentionale Bezug auf die Dokumente und somit eine scheinbare Objektivität und Wissenschaftlichkeit gegeben.

Bereits in den 20er Jahren wurde das Dokumentartheater im Ansatz von Erwin Piscator entwickelt, doch konnte es sich erst in den 60er Jahren in der BRD durchsetzen. Der große Erfolg jener Serie von Dramen, die mit Rolf Hochhuths „Stellvertreter“ (das Schweigen der Kirche zur Judenverfolgung) ihren ersten Erfolg feierten, über Peter Weiss „Ermittlung“ (Auschwitz-Prozess), Heinar Kipphardts „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ (Atombombe) und Günter Grass „Die Plebejer proben den Aufstand“ (17. Juni), … liegt darin, dass es sich um politische Botschaften, um politische Anklagen handelt.

Während für den Historiker der Verlauf der Ereignisse relevant ist, auch die Motive und Antriebe der handelnden Personen, so ist hingegen für den Schriftsteller, bzw. den Dramatiker, die Perspektive, unter welcher das historische Geschehen wahrgenommen wird, ausschlaggebend. Er nimmt somit nicht die Rolle eines Historikers ein, sondern die eines Moralisten. Das Dokumentarstück will eine moralische Geschichtsbewertung vornehmen mit dem Zweck einer politischen Wirkung. Das Dokumentartheater ist also somit eindeutig politisches Theater, das versucht mittels authentischen Geschichtsmaterials, wie etwa Reden, Zeitungsartikeln, Flugblättern, Briefen und Augenzeugenberichten, das Publikum zu einer Auseinandersetzung mit dem Gezeigten zu bewegen.

Doch dadurch hat der Schriftsteller, der sich den Dokumentarstücken verschrieben hat, die doppelte Verantwortung. Er setzt sich damit nicht nur dem literarischen, sondern ebenso dem politischen Diskurs aus und wird aufgrund dessen auch nach den Kriterien beider Diskurse beurteilt. Welche Ansprüche ans Dokumentartheater sind also berechtigt? Geht es um absolut wahrheitsgetreue Darstellung historischer Begebenheiten oder um „kunstvollen Szenenaufbau“ und „rhetorische Steigerungen“[19] ? Welche Kriterien sollen gelten? Ästhetische oder politische? Schließen diese sich gegenseitig aus? „Es ist lächerlich, hier nach mehr Psychologie und historischer Treue zu rufen. Solche Kunst hat es auf eine Wahrheit abgesehen, die kein Psychologe und kein Historiker sichtbar machen kann.“[20] Der engagierte Schriftsteller bedient sich der Worte natürlich in einer anderen Art als etwa ein Poet. Für den Ersten sind die Worte Zeichen und Bedeutungen, für den Zweiten sind sie Dinge. Rolf Hochhuth wurde zum Beispiel vorgeworfen, dass seine Sprache holzschnittartig und wenig differenziert sei. Zweifelsohne haben wir es hier mit einer anderen Form der Ästhetik zu tun, abseits der klassischen Werkästhetik, und zwar mit einer Rezeptionsästhetik, die sich aus der Einheit des Werkes mit seiner Wirkung und Rezeption ergibt.[21]

Schließlich ist ja niemand gezwungen, sich als Schriftsteller zu wählen, wie Sartre sagt. „Daher steht die Freiheit am Ursprung: … Aber sofort kommt hinzu: ich werde ein Mensch, …, der einer bestimmten Erwartung entsprechen muss und den man … mit einer bestimmten gesellschaftlichen Funktion ausstattet. Was auch immer die Partie sein mag, die er spielen will, er muss sie von der Vorstellung her spielen, die die anderen von ihm haben.“ Um die Rolle, die die Gesellschaft einem Literaten zu einem gegebenen Zeitpunkt zuschreibt, „verändern zu können, muss er zunächst in sie hineinschlüpfen.“[22] Dies erklärt vielleicht auch teilweise die zahlreichen Kontroversen um Rolf Hochhuth, die in der Folge in der vorliegenden Seminararbeit Erwähnung finden werden.

Natürlich stellt sich einem die Frage: Wie glaubhaft ist ein Autor, der uns die Schuld anderer durch Ignoranz und Indifferenz vor Augen hält und sich gleichzeitig selbst einer Ignoranz schuldig macht? Es gibt einen Spruch, der heißt: „Tut nicht, wie wir getan haben. Tut, wie wir es euch sagen.“ Mit anderen Worten: Haben die ideologischen und politischen Aussagen eines Autors nicht auch dann Geltung, wenn er selbst möglicherweise gar nicht up-to-date ist, was die Tagespolitik und die aktuellen Informationen in den Massenmedien betrifft, oder wenn er selbst nicht immer hundertprozentig die erwartete Vorbildwirkung hat? Doch eine solche Fragestellung, so interessant sie auch klingen mag, würde wohl den Rahmen dieser Arbeit sprengen, und die Beschäftigung mit ihr muss deshalb zunächst einmal auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

2 Rolf Hochhuth (* 1. April 1931 in Eschwege)

Der deutsche Dramatiker Rolf Hochhuth gilt als Anreger des Dokumentartheaters. Er setzt sich mit der NS-Vergangenheit und aktuellen politischen und sozialen Fragestellungen auseinander, stellt dabei Personen der Zeitgeschichte innerhalb der Zeitumstände dar und verbindet sie mit erfundenen Figuren.

Hochhuth ist Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschlands, der Akademie der Künste in Berlin (seit 1986) und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München (seit 1989).

v „Der Stellvertreter – Ein christliches Trauerspiel“ war sein erstes großes Theaterstück. Es wurde 1963 durch den Regisseur Erwin Piscator in West-Berlin uraufgeführt. In der Bundesrepublik Deutschland löste es seinerzeit die bis dahin größte und weitreichendste Theaterdebatte (die Stellvertreter -Debatte) aus und sorgte international für erhebliche Kontroversen. „Der Stellvertreter“ befasst sich kritisch mit der Haltung des Papstes Pius XII. gegenüber dem Holocaust. 2002 wurde das Werk von Constantin Costa-Gavras verfilmt, und zwar mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle, wobei eine Schwerpunktverlagerung auf die Märtyrerrolle der beiden Hauptfiguren, Gerstein und Riccardo, erfolgte.

v Das Drama „Soldaten, Nekrolog auf Genf „ wurde 1967 an der Freien Volksbühne Berlin uraufgeführt. Es stützt sich wesentlich auf Studien des britischen Publizisten David Irving, der zwei Jahrzehnte später als Holocaustleugner hervortrat. In diesen frühen Werken Irvings wird der alliierte Bombenkrieg als Kriegsverbrechen dargestellt. Hochhuth wirft in dem Drama die Frage nach der Mitverantwortung Winston Churchills an den Luftangriffen auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg auf. In England wird das Buch verboten und gegen Hochhuth wird prozessiert.

[...]


[1] Kraus, Karl: „Die Fackel“. Nr. 890 – 905, Ende Juli 1934.

[2] Adorno, Theodor W.: „Eingriffe. Neun kritische Modelle“, Suhrkamp Verlag, 1. Auflage., Frankfurt am Main 1963, S. 125.

[3] Vgl.: Adorno, Theodor W.: „Eingriffe. Neun kritische Modelle“, Suhrkamp Verlag, 1. Auflage., Frankfurt am Main 1963, S. 126.

[4] Sartre, Jean-Paul: „Gesammelte Werke. Schriften zur Literatur. Was ist Literatur?“, Rowohlt Taschenbuch Verl. GmbH, Reinbek bei Hamburg 1981, S. 25.

[5] Sartre, Jean-Paul: „Gesammelte Werke. Schriften zur Literatur. Was ist Literatur?“, Rowohlt Taschenbuch Verl. GmbH, Reinbek bei Hamburg 1981, S. 26.

[6] Vgl.: http://referateguru.heim.at/Der-Herr-Karl.htm

[7] 1961 nahm Arendt als Reporterin am Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem teil. Darüber schrieb sie ihr damals sehr umstrittenes Buch Eichmann in Jerusalem mit dem Untertitel "Ein Bericht von der Banalität des Bösen", welcher Ausspruch zu einer geflügelten Redewendung wurde. Sie sagte dazu auch: „Eichmann war nicht ... Macbeth ... Außer einer ganz ungewöhnlichen Beflissenheit, alles zu tun, was seinem Fortkommen dienlich sein konnte, hatte er überhaupt keine Motive.“ und führt weiters aus, mit dem "Durchschnittsbürokraten" Eichmann habe eben "kein Teufel in Menschengestalt", sondern "ein beliebiger Hanswurst" den Holocaust organisiert. (Vgl. auch: Goethe-Institut, Online-Redaktion, Januar 2006 : "Der Sinn von Politik ist Freiheit" - Hannah Arendt zum 100. Geburtstag und: Shoah Project, Süddeutsche Zeitung vom 4. März 2000, Feuilleton Hans Heigert „Das Missverständnis Eichmann“: Hannah Arendts Essays über die „Banalität des Bösen“).

[8] Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Herr_Karl

[9] Arendt, Hannah: „Was ist Politik?“, Aus dem Nachlass herausgegeben von Ursula Ludz, Piper, München 1993, S. 9.

[10] http://www.was-ist-politik-1.de/static/8/Hannah+Arendt:+das+Politische+vs.+Politik.html

[11] Vgl.: Arendt, Hannah: „Was ist Politik?“, Aus dem Nachlass herausgegeben von Ursula Ludz, Piper, München 1993, Vorwort, S. I – VII.

[12] „Wörterbuch der philosophischen Begriffe“, Hrsg. Arnim Regenbogen und Uwe Meyer, Felix Meiner Verlag, Hamburg 2005, S. 507.

[13] Sartre, Jean-Paul: „Gesammelte Werke. Schriften zur Literatur. Was ist Literatur?“, Rowohlt Taschenbuch Verl. GmbH, Reinbek bei Hamburg 1981, S. 26.

[14] Sartre, Jean-Paul: „Gesammelte Werke. Schriften zur Literatur. Was ist Literatur?“, Rowohlt Taschenbuch Verl. GmbH, Reinbek bei Hamburg 1981, S. 27.

[15] Vgl.: Sartre, Jean-Paul: „Gesammelte Werke. Schriften zur Literatur. Was ist Literatur?“, Rowohlt Taschenbuch Verl. GmbH, Reinbek bei Hamburg 1981, Vorwort „Zu diesem Buch“.

[16] Vgl.: http://www.idf.uni-heidelberg.de/mitarbeiter/heuer/Grundkurs%20Einfuehrung%20Literaturwissenschaft%20Material/Protokolle%20redigiert%20Okt.2006/Protokollbeispiele/, Doz. Dr. F. Heuer: „Einführung in die Literaturwissenschaft, Teil II, protokolliert von Sehovic, Adnon und Lupták, Márton , 24. und 26.06.2004.

[17] Vgl.: http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/dramatik/brechtep.htm, „Bertolt Brecht: Das epische Theater (um 1936)”.

[18] Vgl.: www.uni-bielefeld.de/lili/personen/seiler/drucke/geschichte/teil2.html, Seiler, Bernd W.: „Geschichtsdrama“, Juni 1999.

[19] Vgl.: Muschg, Walter: „Hochhuth und Lessing“, in: Rolf Hochhuth: „Dramen“, Rowohlt Verlag GmbH, Reinbeck bei Hamburg 1973, S. 285-287.

[20] Muschg, Walter: „Hochhuth und Lessing“, in: Rolf Hochhuth: „Dramen“, Rowohlt Verlag GmbH, Reinbeck bei Hamburg 1973, S. 286.

[21] Vgl.: „Wörterbuch der philosophischen Begriffe“, Hrsg. Arnim Regenbogen und Uwe Meyer, Felix Meiner Verlag, Hamburg 2005, S. 72-73.

[22] Vgl.: Sartre, Jean-Paul: „Gesammelte Werke. Schriften zur Literatur. Was ist Literatur?“, Rowohlt Taschenbuch Verl. GmbH, Reinbek bei Hamburg 1981, S. 63.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
"Auschwitz oder Die Frage nach Gott"
Untertitel
Politisch engagierte Dokumentarliteratur – dargestellt an Rolf Hochhuths „Der Stellvertreter“ und „Heil Hitler!“
Hochschule
Universität Wien  (Germanistik)
Veranstaltung
SE Neuere dt. Lit.: Politisches Theater: Texte, Manifeste
Note
gut
Autor
Jahr
2008
Seiten
38
Katalognummer
V120830
ISBN (eBook)
9783640243488
ISBN (Buch)
9783640246618
Dateigröße
807 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hochhuth, politisch engagierte Literatur, Drama, Dokumentartheater, Nationalsozialismus, Hitler, Papst, Kirche, Irrenanstalten, Juden
Arbeit zitieren
Dr. phil. Daria Hagemeister (Autor:in), 2008, "Auschwitz oder Die Frage nach Gott", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120830

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