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Mein Name ist Bunda, Jaime Bunda! Oder wie war das?

Ein Vergleich der Eigenschaften der Figur des Jaime Bundas aus Pepetelas ‚Jaime Bunda, Geheimagent‘ mit der des James Bond anhand Ian Flemings ‚007-Reihe‘ unter Berücksichtigung der für Afrika relevanten Intention des Krimigenres

Title: Mein Name ist Bunda, Jaime Bunda! Oder wie war das?

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Helmstädter (Author)

Literature - Modern Literature
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Vor fünf Jahren, am 29. Mai 2003 fand das „Ian Fleming academic symposium“ (Internet: IUB 2003) an der Indiana University Bloomington anlässlich des 50. Jahrestages der Veröffentlichung des ersten Romans der ‚007-Reihe‘, ‚Casino Royale‘, statt. Die Veranstaltung verschrieb sich dem Ziel “to explore James Bond legacy and 007's impact on aspects of modern society” (Internet: IUB 2003) und galt als erste, akademische Feier zur Würdigung der Werke Flemings (Comentale, Watt, Willman 2005: XI; Internet: IUB 2003).
Die anwesenden Wissenschaftler und Millionen von Fans waren sich des Einflusses, des Könnens und der Popularität Flemings bewusst, denn Leser beurteilen Werke auf Basis ihres Vorwissens, sodass seine Romane an familiäre Strukturen des ‚guten Helden‘ und des ‚Bösewichts’ appellieren (Newell 2002: 5) und ein Spannungsfeld zwischen ‚Gut‘ und ‚Böse‘, zwischen ‚heller‘ und ‚dunkler‘ Seite des menschlichen Machtgefüges aufziehen. Gleichzeitig war der immense Erfolg durch die frühen Verfilmungen der ‚007-Romane‘ ab dem Jahr 1962 (Tesche 1997: 87) verantwortlich für ähnliche Darstellungen, die Tesche als „[…] 003½ bis 077 – Bonds Brüder und Schwestern […] [-] eine Reihe von Schmarotzern und Trittbrettfah-rern“ (Tesche 1997: 145f) bezeichnet.
Ob diese extreme Beschuldigung, die den Imitatoren vorgeworfen wird, gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt, doch die Tatsache der teilweisen Reproduktionen lässt sich nicht leugnen. So existieren in der afrikanischen Krimiliteratur mindestens zwei Autoren, die sich der Reihe von „Brüder[n] und Schwestern“ (Tesche 1997: 145) anschließen, die Anlehnung an Bond bewusst wählten, und somit den Vergleich mit dem britischen Vorgänger nicht scheuen: David Maillu mit seinem Helden ‚Bennie Kamba 009‘ und Pepetelas ‚Jaime Bunda‘. Die na-mentlichen Ähnlichkeiten mit dem britischen Vorbild sind eindeutig, doch die charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten sind zumindest für Bunda nicht identisch. Wohingegen der Held Kamba stärkere Parallelen zu Bond aufweist, sind bei Bunda vermehrt Abgrenzungen festzustellen. Kamba wird wie Bond als gut aussehender, junger Mann beschrieben (Maillu 1986: 46): [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 LITERARISCHER KONTEXT: PARODIE

2.1 ‚JAIME BUNDA, GEHEIMAGENT‘ IM PARODISTISCHEN ZUSAMMENHANG

2.2 DISKUSSION: ‚007‘ ALS PARODIE

3 BIOGRAPHISCHE HINTERGRÜNDE DER FIGUREN

3.1 JAMES BOND

3.2 JAIME BUNDA

3.3 VERGLEICH BOND - BUNDA

4 STATUSDEFINITION ALS GEHEIMAGENT IM VERGLEICH

4.1 STELLUNG INNERHALB DER BEHÖRDE

4.2 TECHNISCHE AUSSTATTUNG

4.3 VERHALTEN IN SPANNUNGSMOMENTEN

5 DAS VERHÄLTNIS ZU FRAUEN IM VERGLEICH

6 SCHLUSSBETRACHTUNG

7 LITERARISCHER KONTEXT: PARODIE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die parodistische Anlehnung der Romanfigur Jaime Bunda aus Pepetelas Werk ‚Jaime Bunda, Geheimagent‘ an Ian Flemings ikonische Figur James Bond, um die Eignung der Parodie als Mittel afrikanischer Literatur zur kulturellen Selbstbehauptung und Gesellschaftsanalyse zu hinterfragen.

  • Vergleich der biographischen Hintergründe und sozialen Status von James Bond und Jaime Bunda.
  • Analyse der technischen Ausstattung und Arbeitsweise beider Figuren als Indikatoren für ihre jeweilige Geheimagenten-Identität.
  • Untersuchung des Verhaltens in Spannungsmomenten und der daraus resultierenden komischen Effekte.
  • Gegenüberstellung des Umgangs mit Frauen als zentrales parodistisches Element.
  • Einordnung der Parodie als Werkzeug afrikanischer Autoren zur literarischen Afrikanisierung bzw. Angolisierung.

Auszug aus dem Buch

4.3 Verhalten in Spannungsmomenten

Der antagonistische Aufbau des Helden Bond und des Antihelden Bunda wird wiederum deutlich beim Vergleich des Verhaltens beider in Momenten der Gefahr und besonderer Spannung: der direkten Konfrontation mit dem Gegner.

Bond liebt seine Arbeit und „[hasst] nichts so sehr wie […] [den] Leerlauf“ (Fleming 1993c: 77), der sich bei Ermittlungen ergibt: stattdessen sucht er die Herausforderung, stellt sich dem Feind und begegnet freiwillig der tödlichen Gefahr (Fleming 1993b: 69ff). Auf Grund dessen und seiner Fähigkeit zur Selbstdistanz, die Betrachtung des eigenen Ichs durch eine Außenperspektive (Hügel 1998: 121), ist Bonds Verhalten in ‚Spannungsmomenten‘ von rationaler Entscheidungsfindung und innerer Ruhe geprägt:

„[…] Passen Sie auf! […] Bond senkte das Nachtsichtgerät ein wenig. […] Und jetzt schob sich aus dem Innern ein dicker, schwarzer Gegenstand hervor – eine Waffe. […] >>Was ist es? Was für ein Typ?<< keuchte Captain Sender. Ruhig Blut, verdammt, dachte Bond. Wenn einer nervös sein darf, dann bin ich es. […] Bond drehte sorgfältig an den Gestellschrauben und richtete das Fadenkreuz so ein, daß [sic] das Gewehr auf die Stelle zielte, wo die Schulterstütze der Maschinenpistole in die Dunkelheit tauchte. Triff in die Brust – kümmere dich nicht um den Kopf! Bond begann unter der warmen Kapuze zu schwitzen, und seine Augenhöhle an der Gummimanschette wurde feucht. Das machte nichts. Wenn nur seine Hände trocken blieben! Er blinzelte hin und wieder, um die Augen auszuruhen, bewegte sich leicht, um die Glieder geschmeidig zu erhalten, und lauschte auf die Musik, um sich zu entspannen.“ (Fleming 1993a: 28f, Hervorhebung, der Verfasser).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Bond-Thematik ein, beleuchtet das Phänomen der Imitation in der afrikanischen Krimiliteratur und stellt die Forschungsfrage zur parodistischen Funktion in Pepetelas Werk.

2 LITERARISCHER KONTEXT: PARODIE: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Parodie als Mittel der komischen Verzerrung und ordnet das Werk von Pepetela in diesen literarischen Rahmen ein.

3 BIOGRAPHISCHE HINTERGRÜNDE DER FIGUREN: Der Abschnitt vergleicht die Herkunft, den sozialen Status und die Lebenswege von James Bond und Jaime Bunda, um die Gegensätzlichkeiten der Charaktere aufzuzeigen.

4 STATUSDEFINITION ALS GEHEIMAGENT IM VERGLEICH: Hier werden die berufliche Stellung, die technische Ausrüstung und die Reaktion beider Figuren in Gefahrensituationen gegenübergestellt.

5 DAS VERHÄLTNIS ZU FRAUEN IM VERGLEICH: Das Kapitel analysiert den Umgang mit Frauen als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal, wobei Bundas Rolle als ‚Bondine‘ Bonds Männlichkeitsbild kontrastiert.

6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die Bunda als eigenständigen Ermittlertypus identifiziert, der das Krimigenre zur kulturellen Identitätsdarstellung Angolas nutzt.

Schlüsselwörter

Parodie, Jaime Bunda, James Bond, Kriminalliteratur, Afrikanisierung, Angola, Pepetela, Ian Fleming, Geheimagent, Identität, Literaturvergleich, Antiheld, Postmoderne, Gesellschaftsanalyse, Popkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den literarischen Vergleich zwischen der angolischen Romanfigur Jaime Bunda und dem klassischen britischen Geheimagenten James Bond.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die parodistische Funktion der Literatur, die biographischen Unterschiede der Figuren, ihr Status als Ermittler und die kontrastierende Darstellung ihres Verhältnisses zu Frauen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, wie die parodistische Anlehnung an ein westliches Genre gezielt genutzt wird, um lokale angolische Lebensweisen zu beschreiben und ein authentisches afrikanisches Krimi-Genre zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt den komparativen Literaturvergleich und die Analyse anhand theoretischer Konzepte zur Parodie und zur literarischen Intertextualität.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der biographischen Hintergründe, die Definition des Status als Geheimagent (Stellung, Technik, Verhalten in Spannungsmomenten) sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Geschlechterrollen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Parodie, Intertextualität, Angolisierung, Agentenfiktion und der Gegensatz zwischen Superheld und Antiheld.

Warum wird Jaime Bunda als Antiheld bezeichnet?

Bunda unterscheidet sich durch seine mangelnde Erfahrung, seine physischen Proportionen und seine Unbeholfenheit deutlich von dem übermenschlich kompetenten James Bond.

Welche Funktion hat die "Afrikanisierung" im Kontext der Parodie?

Die Afrikanisierung dient dazu, das dominierende europäisch-amerikanische Genre der Kriminalliteratur zu ironisieren, um das subversive Potenzial der Parodie für eine anti-koloniale Botschaft zu nutzen.

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Details

Title
Mein Name ist Bunda, Jaime Bunda! Oder wie war das?
Subtitle
Ein Vergleich der Eigenschaften der Figur des Jaime Bundas aus Pepetelas ‚Jaime Bunda, Geheimagent‘ mit der des James Bond anhand Ian Flemings ‚007-Reihe‘ unter Berücksichtigung der für Afrika relevanten Intention des Krimigenres
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Ethnologie und Afrikastudien)
Course
Hauptseminar Tatort Afrika: Afrikanische Kriminalliteratur
Grade
1,0
Author
Julia Helmstädter (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V120903
ISBN (eBook)
9783640251582
ISBN (Book)
9783656150701
Language
German
Tags
Mein Name Bunda Jaime Bunda Oder Hauptseminar Tatort Afrika Afrikanische Kriminalliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Helmstädter (Author), 2008, Mein Name ist Bunda, Jaime Bunda! Oder wie war das?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120903
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