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Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal

Title: Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal

Master's Thesis , 2008 , 105 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Koch (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die Verbindung zwischen dem Tannenberg-Denkmal und dem Personenkult um Paul von Hindenburg. Interessant ist hierbei vor allem, in welchem Maße der Hindenburg-Mythos und das Denkmalprojekt bei Tannenberg nationalistisch aufgeladen waren und sich so geradezu dafür anboten, von den Nationalsozialisten schließlich für ihre Zwecke instrumentalisiert zu werden, eine Offerte, die von den Agitatoren des „Dritten Reiches“ gerne angenommen wurde. Der „Tag von Potsdam und die Beisetzung Hindenburgs im Tannenberg-Denkmal sind dabei herausragende Beispiele für die Vereinahmung des Generalfeldmarschalls durch die Propaganda der Nazis und werden in dieser Arbeit thematisiert.
Da die Arbeit die Verbindung zwischen dem Hindenburgkult und dem Tannenberg-Denkmal zum Thema hat, wird im Verlauf der Arbeit weder ausführlich auf Hindenburgs Funktion als Chef der OHL, noch auf sein politisches Wirken als Reichspräsident näher eingegangen. Diese beiden fraglos wichtigen Aspekte seines Lebens werden zwar im Hinblick auf den Aufbau seines Mythos angeschnitten, können aber im Rahmen einer Masterarbeit ebenso wenig ausführlich behandelt werden, wie die Baugeschichte und Ausgestaltung des Tannenberg-Nationaldenkmals erschöpfend betrachtet werden kann. Vielmehr soll veranschaulicht werden, dass das gesamte Denkmalprojekt von Beginn an kein Vorhaben der Weimarer Republik war, in dem Sinne, dass es von republikanisch gesinnten Kreisen getragen worden wäre. Das Denkmal wurde ganz im Gegenteil zu einem Ort, an dem der Geist von Konservatismus und Nationalismus lebte und der ein Symbol des Revisionismus wurde, was nicht zuletzt von den Nationalsozialisten betont wurde. Das Tannenberg-Denkmal wurde von Anfang an vor allem von den konservativen und militaristischen Schichten der Bevölkerung getragen und war von Beginn an nicht nur ein Denkmal für die „Schlacht von Tannenberg“ oder Hindenburg, sondern auch für deutschen National-stolz und die Sehnsucht nach einem Wiedererstarken des Deutschen Reiches.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

A. Thema der Arbeit

B. Gliederung

C. Forschungsstand

D. Quellen

II. DER SIEGER VON TANNENBERG

A. Die „Rettung Ostpreußens“: Die „Schlacht von Tannenberg“

1. Vom Pensionär zum Chef der OHL

2. Die Bedeutung der „Schlacht von Tannenberg“

B. Die Konstruktion des Hindenburg-Mythos

1. Der Heros von Tannenberg

2. Die Symbolfigur an der Spitze der OHL

C. Hindenburgs Aufstieg zum „Vater des Vaterlandes“

1. Der zweite Zwischenruhestand

2. Aufstieg ins höchste Staatsamt

III. DAS TANNENBERGDENKMAL ALS NATIONALDENKMAL IN DER WEIMARER REPUBLIK

A. Von der ersten Planung bis zur Einweihung

1. Erste Planungen und die Grundsteinlegung

2. Die äußere Gestaltung des Tannenberg-Nationaldenkmals

3. Bau und Finanzierung des Tannenberg-Nationaldenkmales bis 1927

B. Die Einweihung des Denkmals

1. Weihe im Zeichen des Nationalismus

2. Die Zurückweisung der „Anklage“

IV. TANNENBERGDENKMAL UND HINDENBURGKULT IM NS-STAAT

A. Die Rolle Hindenburgs in der Propaganda der Nationalsozialisten

1. Der „Tag von Potsdam“: Der „alte Idiot“ Hindenburg und das „Neue Deutschland“

2. „Der Alte vom Preußenwald“ und sein „Musketier“ - Der Tannenberg-Tag von 1933

3. „Toter Feldherr, geh nun ein in Walhall!“ Die Beisetzung Hindenburgs im Tannenbergdenkmal 1934

B. „Heiligtum der Nation“ Umbau und Weihe des Tannenberg-Nationaldenkmals zum Reichsehrenmal und seine Zerstörung

1. Die Umgestaltung des Denkmals

2. Die Umbettung Hindenburgs und Weihe zum Reichsehrenmal

3. Von der Weihe zum Reichsehrenmal bis zur Zerstörung 1945

V. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die enge Verschränkung zwischen dem Tannenberg-Denkmal und dem Personenkult um Paul von Hindenburg sowie deren gezielte Instrumentalisierung durch die Nationalsozialisten zur Legitimation ihrer Herrschaft. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie ein ursprünglich als konservativ-nationalistisch konzipiertes Denkmalprojekt in der Weimarer Republik von der NS-Propaganda als „Heiligtum der Nation“ vereinnahmt wurde.

  • Genese des Hindenburg-Mythos nach der „Schlacht von Tannenberg“
  • Symbolische Aufladung und propagandistische Nutzung des Tannenberg-Denkmals
  • Die Rolle Hindenburgs bei der Übergabe der Macht an die Nationalsozialisten
  • Instrumentalisierung des Tannenberg-Denkmals als Reichsehrenmal im NS-Staat
  • Die Umgestaltung des Denkmals nach der Beisetzung Hindenburgs 1934

Auszug aus dem Buch

1. Vom Pensionär zum Chef der OHL

Vom 26.8. bis zum 30.8.1914 wurde in Ostpreußen eine Schlacht geschlagen, die als „Schlacht von Tannenberg“ nicht nur für den Ersten Weltkrieg von Bedeutung war, sondern in ihrer Wirkung noch weit über das Kriegsende hinaus strahlte. Denn mit dieser Schlacht wurde der Tannenberg-Mythos geboren, „der zu einem festen Bestandteil des Hindenburg-Mythos wurde.“ Dieser Personenkult wurde zum „wohl wichtigsten Fundament auf dem Hindenburg seine spezifische Form politischer Herrschaft aufbauen konnte.“

Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, seit März 1911 im Ruhestand, „war 66 Jahre alt, als sein eigentlicher Aufstieg begann.“ Seine militärische Karriere war bis dahin zwar durchaus erfolgreich gewesen, schließlich war er als General in den Ruhestand getreten, allerdings deutete in seiner Berufslaufbahn nichts darauf hin, dass er einmal zu einer prägenden Gestalt der Deutschen Geschichte werden sollte. Seine militärischen Fähigkeiten erwiesen sich als begrenzt, er ahmte die Manöver seiner Lehrmeister nach, ließ es aber an der Kreativität fehlen, diese Strategien weiter zu entwickeln. Er hatte an der Schlacht von Königgrätz am 3.7.1866 teilgenommen und war bei der Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser 1871 in Versailles anwesend gewesen. Vor allem die Anwesenheit bei der Reichsgründung wurde später von den Nationalsozialisten propagandistisch verwertet, da sie Hindenburg dadurch als Bindeglied zwischen dem „Alten Reich“ von 1871 und dem „Neuen Reich“ von 1933 darstellen konnten.

Ohne den Beginn des Ersten Weltkriegs wäre der Pensionär Hindenburg wahrscheinlich niemals in die Geschichtsbücher eingegangen. Er brannte mit Ausbruch des Krieges darauf, ein Kommando übernehmen zu dürfen, seine dahingehenden Bittschreiben waren aber bis weit in den August hinein nicht von Erfolg gekrönt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung, Einordnung des Themas in den historischen Kontext sowie Vorstellung des Forschungsstandes.

II. DER SIEGER VON TANNENBERG: Analyse der Entstehung des Hindenburg-Mythos, ausgehend von der „Schlacht von Tannenberg“ und seiner Rolle als Chef der Obersten Heeresleitung.

III. DAS TANNENBERGDENKMAL ALS NATIONALDENKMAL IN DER WEIMARER REPUBLIK: Untersuchung der Baugeschichte, Finanzierung und der symbolischen Bedeutung des Denkmals während der Weimarer Zeit.

IV. TANNENBERGDENKMAL UND HINDENBURGKULT IM NS-STAAT: Untersuchung der propagandistischen Vereinnahmung Hindenburgs und des Denkmals durch das NS-Regime bis zur Zerstörung 1945.

V. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Instrumentalisierung Hindenburgs und des Denkmals als Symbol für nationalistische und später nationalsozialistische Bestrebungen.

Schlüsselwörter

Tannenberg-Denkmal, Paul von Hindenburg, Hindenburg-Mythos, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Propaganda, Reichsehrenmal, Personenkult, Geschichtspolitik, Schlacht von Tannenberg, Revisionismus, Dolchstoßlegende, Preußen, Nationalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit analysiert die enge Verbindung zwischen dem Tannenberg-Denkmal und dem Personenkult um Paul von Hindenburg und untersucht, wie dieses Gedenkprojekt zur politischen Legitimierung und NS-Propaganda instrumentalisiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Genese des Hindenburg-Mythos, die Baugeschichte und Symbolik des Tannenberg-Denkmals in der Weimarer Republik sowie dessen Transformation zum Reichsehrenmal im nationalsozialistischen Deutschland.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das Denkmal als bauliches Pendant zum Hindenburg-Mythos fungierte und wie es den Nationalsozialisten gelang, durch die Person Hindenburgs eine historische Brücke zwischen dem Kaiserreich und ihrem „Dritten Reich“ zu schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse zeitgenössischer Veröffentlichungen, Presseberichte, Reden und Denkmalsdokumentationen sowie der Auswertung aktueller historischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte: den Aufstieg Hindenburgs zum nationalen Mythos, die Entstehung des Denkmals in der Weimarer Zeit und seine schrittweise Vereinnahmung und Umgestaltung im NS-Staat bis zur Zerstörung 1945.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Hindenburg-Mythos, Tannenberg-Nationaldenkmal, Instrumentalisierung, Nationalsozialismus, Revisionismus und Reichsehrenmal.

Wie versuchten die Nationalsozialisten, das Denkmal für ihre Propaganda zu nutzen?

Sie inszenierten Hindenburg nach der Machtübernahme als Verbindung zwischen der alten preußischen Tradition und dem neuen Regime, insbesondere durch Feiern wie den „Tag von Potsdam“ und die medienwirksame Umbettung des Generalfeldmarschalls in das Tannenberg-Denkmal.

Warum war der Ort Tannenberg für die Nationalsozialisten von solch hoher Bedeutung?

Tannenberg galt als Symbol für den einzigen bedeutenden deutschen Sieg im Ersten Weltkrieg. Durch die Umwandlung zum Reichsehrenmal und Hindenburgs Grabstätte wurde der Ort zum „Heiligtum der Nation“ erhoben, was die angebliche Stärke des neuen Staates unterstreichen sollte.

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Details

Title
Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,3
Author
Christian Koch (Author)
Publication Year
2008
Pages
105
Catalog Number
V120985
ISBN (eBook)
9783640250592
ISBN (Book)
9783640250691
Language
German
Tags
Weimarer Republik Hindenburg Tannenberg Denkmal Personenkult
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Koch (Author), 2008, Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120985
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