Dieses Jahr gedachten und gedenken noch immer zahlreiche Dokumentationen und Berichterstattungen an den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich vor 70 Jahren.
Und noch immer wirft das Thema viele Fragen und Kontroversen auf.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit soll es sein, die Rolle Hitlers als Entscheidungsträger, rund um die Geschehnisse des „Anschlusses“ zu beleuchten. Hitler als Diktator des
Deutschen Reiches hatte natürlich maßgeblich Anteil an den Entscheidungen zum Einmarsch in Österreich am 12. März 1938. Trotz dessen muss jene Rolle hinterfragt werden. So drängt
sich die Beteiligung Görings, der ebenfalls sehr aktiv an den Ereignissen mitwirkte, ebenso in den Mittelpunkt der Fragen. Wie ist sein Mitwirken zu bewerten?
Wie kam es zum „Anschluss“? – Was ging jenem voraus? - und warum war vieles doch nicht
so geordnet abgelaufen, wie es von Außen aber erschien?
Die Arbeit ist chronologisch aufgebaut und beginnt zunächst mit den Österreich-Plänen Adolf Hitlers, - wenn es jene denn überhaupt gab, also der Zeit vor 1938. Zweckdienlich dort auch
ein kurzer Rückblick zu den Friedensverhandlungen nach dem Ersten Weltkrieg. Im zweiten Punkt wird ein detaillierter Blick auf das Berchtesgadener Abkommen vom 12. Februar 1938 geworfen, ehe es dann am 13. März zum eigentlichen „Anschluss“ kam, was den
umfangreichsten Teil der Arbeit ausmacht. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Österreich-Pläne Hitlers vor 1938
3. Das Berchtesgadener Abkommen vom 12. Februar 1938
4. Der „Anschluss“ Österreichs am 13. März 1938
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle Adolf Hitlers als Entscheidungsträger während der Ereignisse um den sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938. Dabei wird insbesondere hinterfragt, inwieweit Hitlers Handeln geplant war oder durch externe Faktoren sowie die aktive Rolle Hermann Görings beeinflusst wurde, um ein differenziertes Bild der Machtverhältnisse und Entscheidungsprozesse in der nationalsozialistischen Führung zu zeichnen.
- Analyse der nationalsozialistischen Österreich-Politik vor 1938
- Untersuchung des Berchtesgadener Abkommens und dessen Auswirkungen
- Bewertung des Einflusses von Hermann Göring auf die Entscheidungsprozesse
- Diskussion über die Rolle Hitlers als treibender oder zögernder Akteur
Auszug aus dem Buch
4. Der „Anschluss“ Österreichs am 12. März 1938
Das Berchtesgadener Abkommen konnte seine Wirkung nicht nur bei Schuschnigg, sondern auch in der Öffentlichkeit nicht verzielt haben. Es war ein Diktat. Man möchte sagen von Siegern über Besiegte, was ja aber noch nicht der Fall war. Definitiv jedoch mussten die weiteren Zugeständnisse an Deutschland für neuen Aufwind in den Segeln der österreichischen Nationalsozialisten gesorgt haben. Hitler nahm die Situation dessen ungeachtet zum Anlass, ganz klar zu bekräftigen, dass er den „evolutionären“ Weg bevorzugen würde. In einer Weisung an die österreichische NSDAP soll er diesen Standpunkt zwei Wochen nach dem Treffen auf dem Berghof erneut deutlich gemacht haben.
Am 20. Februar hielt Hitler dann vor dem Reichstag eine Rede, die sogar in Österreich komplett zu hören war. Der Reichskanzler des Deutschen Reiches sprach von einem unerträglichen Zustand, den zehn Millionen „deutsche Volksgenossen“ hinnehmen müssten, auf Grund von Grenzen, die durch Friedensverträge festgelegt wurden. Welche Wirkung mussten solche Worte auf die Österreicher haben, die einen Anschluss schon lange herbeisehnten? Wenn Hitler auch den Weg der allmählichen Gleichschaltung gehen wollte, so musste es schon bald fast logische Folge sein.
Am 9. März unternahm Schuschnigg dann selbst einen Schachzug, den man zu Recht als „Flucht nach vorn“ bezeichnen kann. Er gab eine Volksabstimmung bekannt, die am 13. März stattfinden sollte. Hermann Graml spricht von einer „[…] dramatischen Geste“, zu der sich Schuschnigg „gezwungen glaubte“. Für Ludolf Herbst war die Bekanntgabe ein schlichtweg „überstürzte[r] Selbstrettungsversuch“. In aller Öffentlichkeit wollte er zeigen, dass die Mehrheit der Österreicher die Unabhängigkeit bestätigen würde. In Berlin hatte man damit in keiner Weise gerechnet. Kershaw stellt fest: „Schuschniggs gewagtes Spiel überrumpelte die deutsche Regierung.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Rolle Hitlers als Entscheidungsträger beim „Anschluss“ Österreichs und hinterfragt, inwieweit auch Göring maßgeblich an den Ereignissen beteiligt war.
2. Österreich-Pläne Hitlers vor 1938: Dieses Kapitel analysiert die Politik des NS-Regimes gegenüber Österreich vor 1938, einschließlich der Ziele der NSDAP und der Reaktionen auf frühere Misserfolge wie den Putsch von 1934.
3. Das Berchtesgadener Abkommen vom 12. Februar 1938: Es wird untersucht, wie Hitler durch enormen Druck auf Schuschnigg die Grundlagen für eine nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich schuf und damit einen Zwischenschritt in Richtung „Anschluss“ vollzog.
4. Der „Anschluss“ Österreichs am 13. März 1938: Das Kapitel beschreibt die Reaktion auf Schuschniggs Ankündigung einer Volksabstimmung, den militärischen Einmarsch sowie die aktive, teils eigenständige Rolle Görings in dieser finalen Phase.
5. Schluss: Zusammenfassend wird die Unklarheit der Machtverhältnisse innerhalb der nationalsozialistischen Führung bei der Durchführung des „Anschlusses“ betont und die Rolle Hitlers kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Adolf Hitler, Anschluss, Österreich, Nationalsozialismus, Hermann Göring, Kurt Schuschnigg, Berchtesgadener Abkommen, 1938, Machtübernahme, Außenpolitik, Hoßbach-Niederschrift, Diktatur, Wehrmacht, Volksabstimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Rolle von Adolf Hitler als Entscheidungsträger beim „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 und hinterfragt den Verlauf der Ereignisse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die österreichische Politik des NS-Regimes, die diplomatischen Entwicklungen vor 1938, das Berchtesgadener Abkommen und der letztendliche Einmarsch.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entscheidungsfindung innerhalb der NS-Führung zu analysieren und zu prüfen, ob der „Anschluss“ ein geplanter Prozess war oder durch Ad-hoc-Entscheidungen und externe Einflüsse bestimmt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Untersuchung anhand von Quelldokumenten, Tagebucheinträgen (Goebbels) und autobiographischen Aufzeichnungen sowie der Auswertung historischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den frühen Plänen Hitlers, über das Berchtesgadener Abkommen bis hin zu den direkten Vorgängen des Einmarsches im März 1938.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hitler, Anschluss, Österreich, Göring, Berchtesgadener Abkommen, Außenpolitik und Machtübernahme.
Welche Rolle spielte Hermann Göring bei den Ereignissen?
Göring wird als Akteur beschrieben, der sich in den entscheidenden Tagen im März 1938 teils eigenständig und mit Nachdruck in die Geschehnisse einmischte, um den Einmarsch zu forcieren.
Wie reagierte Hitler auf Mussolinis Zusage, nicht einzugreifen?
Hitler reagierte bei Erhalt der Nachricht am späten Abend des 11. März mit großer Erleichterung, was laut Autor darauf hindeuten könnte, dass er über den möglichen Widerstand Italiens zuvor unsicher war.
- Arbeit zitieren
- Elias Steger (Autor:in), 2008, Adolf Hitler und der "Anschluss" Österreichs 1938, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121034