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Ist das Fingerlängenverhältnis (2D:4D) der Frau ein morphometrisches Korrelat für Arachnophobie?

Title: Ist das Fingerlängenverhältnis (2D:4D) der Frau ein morphometrisches Korrelat für Arachnophobie?

Examination Thesis , 2008 , 65 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Ulrike Weiß (Author)

Biology - Human Biology
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Summary Excerpt Details

Der so genannte 2D:4D Quotient wird im menschlichen Körper durch pränatales Testosteron beeinflusst und wurde bereits für viele Untersuchungen zu geschlechtsdimorphistischen Ausprägung verschiedenster Eigenschaften genutzt. Viele klinische Studien haben beispielsweise bereits einen möglichen Zusammenhang zwischen pränatalem Testosteron und kognitiven Eigenschaften beim Menschen untersucht.
Das vorgeburtliche Wachstum der Finger wird durch einen erhöhten Testosterongehalt negativ beeinflusst. So weisen Männer im Vergleich zu Frauen einen geringeren Quotienten auf, aber auch innerhalb eines Geschlechts gibt es natürliche Unterschiede.
Hier setzt diese Untersuchung an. Es wird vermutet, dass Frauen mit einem eher weiblichen Quotienten eine größere Tendenz zur Ausprägung einer Arachnophobie haben, als diejenigen, die einen eher männlichen/höheren Quotienten aufweisen. Hierbei zeigte sich jedoch, dass in dieser Studie kein signifikanter Zusammenhang für die rechte Hand gefunden werden konnte, was unter Umständen jedoch mit dem methodischen Vorgehen bei der Ermittlung der arachnophobischen Neigung sowie der Stichprobengröße zusammenhängen kann. Bei Betrachtung der linken Hand konnte ein Zusammenhang festgestellt werden, der jedoch besagt, dass Frauen mit einem männlichen Fingerlängenverhältnis eher zur Arachnophobie neigen.
Diese Studie kann nicht als endgültiges Ergebnis gesehen werden, sie sollte vielmehr als Anlass dienen, diese Fragestellung nochmals näher zu betrachten.

Spinnen - für manch einen sind sie ganz normale Tiere, die mit einem Glas aus der eigenen Wohnung hinaus befördert, in dunklen Kellern und Garagen meist geduldet werden. Sie sind vielleicht nicht gerade wie kleine Eisbärenbabys, die seit Knut die Sympathieträger schlechthin sind, sie kümmern einen einfach nicht und werden nicht beachtet. Manche interessieren sich sogar für diese Geschöpfe.
Andere jedoch werden panisch. Ihr Blick wird von den kleinen Monstern magisch angezogen. Der Puls erhöht sich, der Atem geht stoßweise. Der Anblick der acht flinken Beine und des fetten Hinterleibs sind nicht gerade das, was man in seinem Schlafzimmer vorfinden möchte. Was nun? Ein Glas drüber stülpen? Nein, sie könnte ja mit ihren ekeligen Beinen loskrabbeln. Im Wohnzimmer schlafen? Dann ist sie morgen irgendwo im Schlafzimmer veschwunden, was ein noch viel größeres Problem darstellen würde. Einsaugen? Dann krabbelt sie bstimmt wieder aus dem Staubsauger heraus. Fragen wir doch einfach einen Mann, der wird sie schon nach draußen setzen.
Aber ist das wirklich so? Sind die Geschlechterrollen so einfach zu verteilen? Gibt es Eigenschaften, die typisch Mann oder typisch Frau sind? Jeder kennt die vielen Vorurteile bezüglich der Geschlechter. Nicht umsonst gibt es ganze Bücher über Frauen, die nicht ein¬parken und Männer, die nicht zuhören können. Aber nicht nur die Medien haben sich mit diesem Phänomen beschäftigt. Wissenschaftler und Forscher wollen schon seit jeher wissen, was genau „den Mann“ und was „die Frau“ ausmacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftlicher Hintergrund

2.1 Geschlechtsdimorphismen

2.1.1 Allgemeine Geschlechtsdimorphismen

2.1.2 Hirnstrukturelle Geschlechtsdimorphismen

2.2 Geschlechtsentwicklung des Menschen

2.2.1 Männlich oder weiblich? – Die Geschlechtsentwicklung

2.2.2 Wirkung d. Geschlechtshormone auf d. menschliche Gehirn

2.2.3 Geschlechtshormone und das Aggressionsverhalten

2.3 Der 2D:4D Quotient

2.3.1 Was sagt der 2D:4D Quotient aus?

2.3.2 Der 2D:4D Quotient und das Aggressionsverhalten

2.4 Die Basisemotion Angst

2.4.1 Angst und Phobien

2.4.2 Evolutionäre Begründung der Arachnophobie

2.4.3 Physiologische Grundlagen der Angst

2.4.4 Messbarkeit von Angst

2.4.5 Angst und der 2D:4D Quotient

2.5 Ziel der Arbeit und Hypothesen

3. Material und Methoden

3.1 Erstellung des Fragebogens

3.2 Datenerfassung

3.3 Auswertung der Fotographien

3.4 Statistik

4. Ergebnisse

5. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Fingerlängenverhältnis (2D:4D) bei Frauen als morphometrisches Korrelat für eine arachnophobische Neigung dienen kann und ob Zusammenhänge zwischen diesem Quotienten und verbaler Aggression bestehen.

  • Einfluss von pränatalem Testosteron auf das 2D:4D-Verhältnis
  • Neurobiologische und evolutionäre Grundlagen der Arachnophobie
  • Methodik zur Erfassung von Spinnenangst mittels standardisierter Fragebögen
  • Statistische Analyse des Zusammenhangs zwischen Fingerquotienten und psychologischen Merkmalen

Auszug aus dem Buch

2.4.2 Evolutionäre Begründung der Arachnophobie

Wer keine Angst vor Spinnen hat, kann oftmals nicht nachvollziehen, wieso jemand an Arachnophobie leidet. Spinnen sind im Verhältnis zu unserer Körpergröße eher klein, sie stellen somit keine körperliche Gefahr für uns dar. In europäischen Gebieten gibt es sogar keine für den Menschen lebensbedrohliche Spinnenarten (SCHMIDT, 2000). Wieso reagieren manche Menschen dann mit einer phobischen Reaktion? Diese kann, da sie in der heutigen Zeit und in unseren Breitengraden nicht durch eine wirkliche Gefahr begründbar ist, als übertrieben eingestuft werden. Es besteht also oberflächlich betrachtet keine unmittelbare Schutzfunktion, die diese Angst begründen könnte.

Jedoch gibt es Theorien, die besagen, dass Angst vor Blitz und Donner, herab fallende Gegenstände, vor großen Höhen und weiten Freiflächen sowie vor Tieren, die potentielle Gefahren darstellen, durch eine naturgeschichtliche Notwendigkeit begründbar sei (ÖHMAN & MINEKA, 2001). Angst vor bestimmten Tieren stellt somit einen natürlichen und notwendigen Bestandteil unseres Lebens dar. Sie fungiert als Gefahrensignal und schützt den Menschen vor Tod oder Verletzung.

In der Evolution geht es nach der Theorie von RICHARD DAWKINS, der 1976 das Buch „The Selfish Gene“ schrieb, darum, die Gene an die nächste Generation weiter zu geben und somit den Fortbestand dieser zu sichern. Um dies zu gewährleisten ist es für den Träger der Gene von großer Bedeutung zu überleben. Wenn er seine Gene weitergeben kann, erhöht sich seine eigene Fitness, die wiederum ein Bestandteil der darwinistischen Gesamtfitness ist. Somit müssen als Konsequenz, im Sinne der Evolution, Mechanismen, also reflexartige Flucht- und Vermeidungsreaktionen, zum Umgang mit bedrohlichen Situationen entstehen (SCHIENLE, 2007). Im Sinne des evolutionären Wettrüstens stellt also ein gut funktionierendes Warnsystem einen Wettbewerbsvorteil für den Träger dar (ÖHMAN & MINEKA, 2001). Überall dort, wo es Prädatoren gibt, ist Verteidigung ein System der Anpassung. Eine frühe und zuverlässige Erkennung der potentiellen Räuber ist die Vorraussetzung einer effektiven Verteidigungsstrategie (ebd. 2001).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die gesellschaftliche Wahrnehmung von Spinnen und stellt die Forschungsfrage nach einer biologischen Fundierung der Arachnophobie.

2. Wissenschaftlicher Hintergrund: Dieses Kapitel behandelt theoretische Grundlagen zu Geschlechtsdimorphismen, der pränatalen Hormonwirkung, dem 2D:4D-Quotienten sowie physiologischen und evolutionären Aspekten der Angstreaktion.

3. Material und Methoden: Hier wird das Studiendesign beschrieben, inklusive der Erstellung des Fragebogens zur Angsterfassung sowie der fotometrischen Bestimmung der Fingerlängenverhältnisse bei den 121 Probandinnen.

4. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten präsentiert und die Arbeitshypothesen statistisch geprüft, wobei insbesondere Korrelationen zwischen 2D:4D-Werten und Angstneigung untersucht werden.

5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, vergleicht sie mit bestehender Literatur und diskutiert methodische Limitationen sowie Implikationen für zukünftige Studien.

Schlüsselwörter

2D:4D Quotient, Arachnophobie, Testosteron, Angststörung, Fingerlängenverhältnis, Aggressionsverhalten, Biologische Psychologie, Evolution, Morphometrie, Geschlechtsdimorphismus, Amygdala, Stressreaktion, Phobie, Empirische Untersuchung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Fingerlängenverhältnis (2D:4D) bei Frauen und der Neigung zu Arachnophobie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Einflüsse pränataler Hormone auf die physische Entwicklung, die physiologischen Grundlagen der Angst sowie die psychologische Ausprägung von Spinnenphobien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob morphologische Merkmale, die durch pränatales Testosteron beeinflusst werden, als Korrelat für eine stärkere Ausprägung von Arachnophobie dienen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Es wurde eine empirische Pilotstudie mit 121 weiblichen Probandinnen durchgeführt, die mittels Fragebögen zur Angstneigung befragt und deren Fingerlängenverhältnisse anhand von Handfotos computergestützt vermessen wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Einleitung zum wissenschaftlichen Hintergrund sowie in eine detaillierte Darstellung der Material- und Methodenwahl und der statistischen Auswertung der Ergebnisse.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen gehören das 2D:4D-Verhältnis, Arachnophobie, pränatales Testosteron, biologische Psychologie und Geschlechtsdimorphismen.

Konnte ein Zusammenhang zwischen der rechten Hand und der Arachnophobie nachgewiesen werden?

Nein, die statistische Auswertung ergab für die rechte Hand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem 2D:4D-Quotienten und einer arachnophobischen Neigung.

Warum wird in der Diskussion die Bedeutung der Studiengänge der Teilnehmerinnen hervorgehoben?

Die Autorin diskutiert, ob die Belegung naturwissenschaftlicher Fächer im Rahmen des Lehramtsstudiums die Selbsteinschätzung zur Nützlichkeit von Spinnen und damit das Ergebnis der Studie beeinflusst haben könnte.

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Details

Title
Ist das Fingerlängenverhältnis (2D:4D) der Frau ein morphometrisches Korrelat für Arachnophobie?
College
University of Duisburg-Essen  (Abteilung Allgemeine Zoologie)
Grade
1,8
Author
Ulrike Weiß (Author)
Publication Year
2008
Pages
65
Catalog Number
V121087
ISBN (eBook)
9783640636839
ISBN (Book)
9783640637089
Language
German
Tags
Arachnophobie Fingerlängenverhältnis 2D:4D digit Geschlechtsunterschiede digit ratio sexual dimorphism
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Weiß (Author), 2008, Ist das Fingerlängenverhältnis (2D:4D) der Frau ein morphometrisches Korrelat für Arachnophobie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121087
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