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Macht und Geschicht: Das Mikro-Makro-Problem bei Michel Foucault

Title: Macht und Geschicht: Das Mikro-Makro-Problem bei Michel Foucault

Seminar Paper , 1999 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Hong Lam Vu (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Einleitung

Wer Aufschluß darüber erhalten will, was das soziale Leben am ehesten charakterisiert, ist auf dem kürzesten Weg, wenn er oder sie die Sozialwissenschaftler danach fragt, was sie selbst für die unverzichtbaren Begriffe ihrer Disziplin halten. Carl Böhret (1985: 308) hat es unter den deutschen Politikwissenschaftlern getan. Die 256 Befragten haben 639 Begriffe benannt. Die mit Abstand am häufigsten vorgeschlagenen Begriffe sind in der ersten Linie Konflikt(e) (117mal) und Interesse (110mal), und in der zweiten Linie Macht (66mal) und Konsens (58mal). In den Sozialwissenschaften handelt es sich tatsächlich vor allem um Begriffe bzw. Phänomene wie Konflikte, Interesse, Macht und Konsens. Dieser Feststellung liegt die Vermutung nahe, daß eine umfassende Theorie oder Konzeption der Ordnung und des Wandels des sozialen Lebens von diesen vier Begriffen – in ihrem allgemeinsten Sinne und nicht in dieser oder jener fertigen Bedeutung – ausgehen sollte.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Bestimmung des Mikro-Makro-Problems

3. Tief und durch und durch vs. System und Akteur

4. Heterogenität der Zeit vs. Prozeß und Struktur

5. Zirkularität der Produktivität vs. Kausalität

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Foucaults Analysenraster der Macht vor der theoretischen Folie des Mikro-Makro-Problems der Soziologie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Foucault soziale Phänomene jenseits klassischer dichotomer Modelle (Akteur vs. System, Struktur vs. Prozeß) konzeptualisiert und welche methodologischen Herausforderungen und Einsichten sich daraus für das Verständnis von Machteinsätzen ergeben.

  • Rekonstruktion des Foucaultschen Machtverständnisses im Kontext soziologischer Ordnungstheorien.
  • Kritische Analyse des Mikro-Makro-Problems erster, zweiter und dritter Ordnung bei Foucault.
  • Untersuchung der Verschränkung von Macht, Wissen und Produktionsverhältnissen.
  • Diskussion der Konzepte von Subjektivität, Agonismus und der Formierung moderner Gesellschaften.
  • Evaluation des Foucaultschen Modells hinsichtlich seiner Erklärungskraft für soziale Wandlungsprozesse.

Auszug aus dem Buch

3. Tief und durch und durch vs. System und Akteur

Im Foucaultschen Machtkonzept handelt es sich u.a. um ‚Kampf‘ bzw. ‚Subjekt‘ auf der einen Seite und um ‚System‘ bzw. ‚Funktion‘ auf der anderen Seite. Auf den ersten Blick kann man den Eindruck bekommen, daß das Foucaultsche Modell die beiden gegensätzlichen Sichtweisen, die handlungstheoretische und die systemtheoretische, verbindet. Die Frage, die sich auf diesen ersten Blick stellt, nämlich die, wie sich diese unvereinbaren Konzepte integrieren lassen, wird auf den zweiten Blick durch anders gestellte Fragen ersetzt.

Auf der einen Seite stellt es sich heraus, daß obwohl stets von ‚Kämpfen‘ und ‚Subjekten‘ gesprochen wird, die Akteure in der Foucaultschen Machtanalyse so gut wie nie im Schlaglicht erscheinen. Obwohl Individuen die Handlungsträger sind und sich eine Gesellschaft aus Individuen zusammensetzt, liegt die Analyse weder auf der Ebene der Individuen noch auf der der Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Handlungen, Handeln auf Handlungen und die vielförmigen Wirkungen dieser Handlungen. Wie bei den Rational-Choice-Ansätzen von Siegwart Lindenberg et al. steht auch am Anfang einer Foucaultschen Analyse die ‚Logik der Situation‘ (vgl. Lindenberg/Wippler 1978, Esser 1996, Foucault 1976).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet Foucaults Machtbegriff im Kontext der soziologischen Diskussion um soziale Ordnung und führt das Mikro-Makro-Problem als zentrales Analyseraster ein.

2. Zur Bestimmung des Mikro-Makro-Problems: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden sozialwissenschaftlichen Dichotomien (Akteur-System, Prozeß-Struktur) und schlägt eine Systematisierung in drei Ordnungen vor.

3. Tief und durch und durch vs. System und Akteur: Hier wird analysiert, wie Foucault versucht, das Verhältnis zwischen individuellem Handeln und systemischen Machtverhältnissen jenseits klassischer Subjektkonzepte zu bestimmen.

4. Heterogenität der Zeit vs. Prozeß und Struktur: Dieses Kapitel befasst sich mit Foucaults Historisierung von Wissen und Macht sowie der Frage, wie Diskontinuitäten in der Geschichte theoretisch gefasst werden.

5. Zirkularität der Produktivität vs. Kausalität: Der Autor untersucht hier die logische Struktur von Machttechnologien und die Frage, inwieweit Foucaults Analysen zirkuläre Begründungen vermeiden oder als solche akzeptieren.

6. Fazit: Das Fazit bewertet das Foucaultsche Machtkonzept als ein technisch-positives, aber unfertiges Modell, das zwar neue Wege der theoretischen Fruchtbarkeit eröffnet, jedoch Fragen der praktischen Erklärungsmacht offen lässt.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Macht, Mikro-Makro-Problem, Subjekt, Soziologie, Ordnung, Diskurs, Genealogie, Agonismus, Machtverhältnisse, Wissen, Struktur, Prozeß, Disziplin, soziale Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theoretische Modell von Michel Foucault im Hinblick darauf, wie es mit den grundlegenden methodologischen Problemen der Soziologie, insbesondere dem Verhältnis von Mikro- und Makroebenen, umgeht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Macht, Kampf, Wissen, Subjektivierung sowie die Strukturierung sozialer Prozesse in der modernen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Foucaults Analysenraster als Lösungsweg für das Mikro-Makro-Problem zu rekonstruieren und kritisch auf seine Leistungsfähigkeit zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt einen rekonstruktiven und interpretativen Ansatz, der Foucaults Schriften vor dem Hintergrund soziologischer Theoriebildung systematisch analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Ordnungsebenen des Mikro-Makro-Problems: Akteur vs. System, Prozeß vs. Struktur und die Kausalitätsfrage in der Machtausübung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Macht, Subjekt, Genealogie, Mikro-Makro-Problem, soziale Ordnung und Machtverhältnisse.

Was bedeutet der Begriff "Agonismus" bei Foucault im Kontext dieser Arbeit?

Der Autor erläutert, dass Foucault in seiner Spätphase den aggressiven Antagonismus durch den Agonismus ersetzt, was Macht als ein fortwährendes Spiel in Möglichkeitsfeldern unter Beteiligung von Freiheit begreifbar macht.

Warum bezeichnet der Autor Foucaults Ansatz als "technisch-positives Modell"?

Damit wird hervorgehoben, dass Foucault weniger nach dem ontologischen Sein der Macht fragt, sondern funktional auf das Wirken und die technologische Ausübung der Macht abzielt.

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Details

Title
Macht und Geschicht: Das Mikro-Makro-Problem bei Michel Foucault
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Machteinsatz in Organisationen
Grade
1,0
Author
Alexander Hong Lam Vu (Author)
Publication Year
1999
Pages
18
Catalog Number
V1210
ISBN (eBook)
9783638107648
Language
German
Tags
Macht Geschicht Mikro-Makro-Problem Michel Foucault Seminar Machteinsatz Organisationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Hong Lam Vu (Author), 1999, Macht und Geschicht: Das Mikro-Makro-Problem bei Michel Foucault, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1210
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