Die vorliegende Projektarbeit umfasst insgesamt sechs Kapitel. Zunächst werden die Grundlagen für die Schweinefreilandhaltung im Nottebrock dargestellt: Im anschließenden Kapitel 2 die gegebene technische Infrastruktur des Depots, in Anlehnung daran ein entsprechendes Haltungskonzept in Kapitel 3, gefolgt von den verbindlichen rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben in Kapitel 4. Auf Basis dieser Grundlagen werden dann im Schwerpunkt-Kapitel 5 die erforderlichen haltungstechnischen Einrichtungen für die Freilandhaltung im Depot erarbeitet. Eine abschließende Zusammenfassung der Ausführungen erfolgt in Kapitel 6 am Ende der Arbeit.
Mit dieser Ausarbeitung steht potenziellen Tierhaltern eine praxisbezogene Zusammenstellung der maßgeblichen haltungstechnischen Komponenten zur Verfügung, die als Leitfaden bei der Einrichtung einer extensiven Freilandhaltung von Schweinen im Nottebrock von Nutzen sein kann. Die Ausführungen bieten bei zahlreichen Fragen im Verlauf der Planung und der anschließenden Umsetzung des Vorhabens Hilfestellung – insbesondere vor dem Hintergrund fehlender adäquater Vergleichsbetriebe.
Inhaltsverzeichnis
1 Konversion britisches Munitionsdepot Nottebrock
1.1 Schweinefreilandhaltung als Nutzungsalternative
1.2 Problem und Zielstellung
1.3 Methode und Aufbau
1.4 Zusammenarbeit mit anderen Stellen
2 Technische Infrastruktur
2.1 Wegenetz und Rangierflächen
2.2 Trinkwasserversorgung
2.3 Elektrischer Strom
2.4 Gebäudebestand
2.4.1 Lagerbunker Typ 205
2.4.2 Lagerbunker Typ 119
2.4.3 Lagerbunker Typ 205
2.4.4 Lagerhäuser Typen 571 – 513 – 109 – 78 – 77
2.4.5 Lagerhaus Typ 27 – Nissenhütte
2.4.6 Inspektionshalle und Garage
2.4.7 Wachgebäude
2.4.8 Hundezwinger und Futterhaus
2.5 Häusliches Abwasser
2.6 Entwässerungssystem
2.7 Umzäunung
2.8 Zusammenfassung
3 Haltungskonzept
3.1 Nutzfläche
3.1.1 Altlasten und Entsorgungsmaterial
3.2 Tierbestandsgröße
3.3 Schweinerasse
3.4 Futtermittel
3.5 Abferkel- und Aufzuchtställe
3.6 Familienställe
3.7 Quarantäneställe
3.8 Lagerräume
3.9 Werkstatt- und Wirtschaftsgebäude
3.10 Sonstige Gebäudenutzungen
3.11 Flächen- und Herdenmanagement
3.12 Zusammenfassung
4 Rechtliche Rahmenbedingungen und Vorgaben
4.1 Tierhaltungsrecht
4.1.1 Schweinehaltungshygieneverordnung
4.1.2 EG-Verordnung Ökologischer Landbau
4.2 Baurecht
4.3 Zusammenfassung
5 Haltungstechnische Einrichtungen
5.1 Einfriedung
5.1.1 Außenzaun
5.1.2 Innenzaun
5.1.3 Ein- und Ausgänge
5.1.4 Stromversorgung
5.2 Stallgebäude
5.3 Lagerräume
5.4 Einstreu
5.4.1 Einstreumaterial
5.4.2 Streuschwelle
5.4.3 Stallmist
5.5 Wassertränke
5.5.1 Trinkwasserversorgung
5.5.2 Behälter und Befüllung
5.5.3 Wasserversorgung bei Frost
5.6 Futterstelle
5.6.1 Fütterungsart
5.6.2 Futtertrog
5.7 Auslaufsicherung
5.8 Schattenspender
5.9 Suhle
5.10 Scheuereinrichtungen
5.11 Fang- und Fixiereinrichtungen
5.12 Tiertransport
5.13 Reinigung und Desinfektion
5.14 Kadaverentsorgung
5.15 Laden und Transportieren
5.16 Zusammenfassung
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung des ehemaligen britischen Munitionsdepots Nottebrock für eine extensive Schweinefreilandhaltung. Ziel ist es, einen praxisorientierten Leitfaden zu entwickeln, der aufzeigt, wie die vorhandene Infrastruktur für diese Haltungsform genutzt werden kann und welche technischen sowie rechtlichen Anforderungen dabei zu erfüllen sind.
- Analyse der technischen Infrastruktur (Gebäudebestand, Wegenetz, Wasser- und Stromversorgung) des Depots Nottebrock.
- Entwicklung eines an den arteigenen Bedürfnissen der Schweine orientierten Haltungskonzepts.
- Bewertung der rechtlichen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung von Tierhaltungs- und Baurecht.
- Konzeption haltungstechnischer Einrichtungen für eine artgerechte und effiziente Freilandhaltung.
- Ermittlung von Instandsetzungsbedarfen zur Nutzung ehemaliger Militärbauten für landwirtschaftliche Zwecke.
Auszug aus dem Buch
1.1 Schweinefreilandhaltung als Nutzungsalternative
Bei der Lektüre des bereits legendären zoologischen Standardwerks „Brehms Tierleben“ von Alfred Edmund Brehm sowie dem nicht minder populären „Lehrbuchs der Zoologie“ von Otto Schmeil entstand die Idee, im Depot Nottebrock Hausschweine zu halten – Aufzucht und Mast einer robusten, nach Möglichkeit heimischen und im Bestand gefährdeten Rasse, die ganzjährig auf den vorhandenen Grün- und Waldflächen gedeihlich leben kann. Die gegebenen Standortverhältnisse erscheinen für diese unkonventionelle Haltungsform wie geschaffen. Den Schweinen stünde ein reichhaltiges Vorkommen fruchttragender Gehölze – die sog. Ligna fructifera – ebenso zur Verfügung, wie eine vielfältige Kraut- und Grasvegetation. Mit Aufgabe der Grünflächenpflege seitens der Standortverwaltung (Mahd, Gehölzrückschnitt etc.) konnten sich im Laufe der Zeit Fauna und Flora wieder ungehemmt und naturnah entfalten.
Ausschlaggebend für diese Überlegung war, dass die honorablen Wissenschaftler Brehm und Schmeil in ihren Lehrbüchern unabhängig voneinander feststellten, das domestizierte Hausschweine (Sus scrofa domestica) und ihre „wilden Vettern“ – die Wildschweine (Sus scrofa) – ein identisches Fressverhalten zeigen. Beide Vertreter aus der Familie der Suidae sind nach ihrer Auffassung in gleicher Weise ...Allesfresser in des Wortes vollster Bedeutung – es gibt wirklich kaum einen Nahrungsstoff, welchen dieses Tier verschmäht. Es wählt seine Nahrung ebenso gern aus dem Pflanzen- wie aus dem Tierreiche. Was nur irgend genießbar ist, erscheint ihnen recht – ihre Gefräßigkeit ist so bekannt, dass darüber nichts gesagt zu werden braucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Konversion britisches Munitionsdepot Nottebrock: Einleitung in die Umwidmung des ehemaligen Militärareals und Erläuterung der Motivation für die Schweinefreilandhaltung.
2 Technische Infrastruktur: Analyse der vorhandenen Anlagen wie Wege, Wasser- und Stromversorgung sowie die detaillierte Bestandsaufnahme der ehemaligen Munitionslagergebäude.
3 Haltungskonzept: Vorstellung eines Konzepts zur extensiven Schweinehaltung unter Berücksichtigung arteigener Verhaltensweisen und ökologischer Förderkriterien.
4 Rechtliche Rahmenbedingungen und Vorgaben: Erläuterung der maßgeblichen gesetzlichen Auflagen aus Tierhaltungs- und Baurecht für den Betrieb im Depot.
5 Haltungstechnische Einrichtungen: Detaillierte Darstellung der notwendigen baulichen und technischen Maßnahmen für eine artgerechte Schweinefreilandhaltung.
6 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Projektergebnisse und Bewertung der Eignung des Areals für das geplante Vorhaben.
Schlüsselwörter
Schweinefreilandhaltung, Depot Nottebrock, Buntes Bentheimer Schwein, Haltungstechnik, Infrastruktur, Militärkonversion, Tierhaltungsrecht, Baurecht, Weidehaltung, Stallgebäude, Nissenhütten, Bestandschutz, Artgerechte Tierhaltung, Futtermanagement, Stallmist.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der möglichen Umnutzung des ehemaligen britischen Munitionsdepots Nottebrock zu einer extensiven Schweinefreilandhaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit deckt die infrastrukturellen Voraussetzungen, ein darauf aufbauendes Haltungskonzept, die notwendigen haltungstechnischen Einrichtungen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisorientierten Leitfadens, der zeigt, wie im Depot Nottebrock eine artgerechte Schweinehaltung realisiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Erarbeitung genutzt?
Es wurde primär einschlägige Fachliteratur sowie Quellen aus dem Internet ausgewertet, kombiniert mit persönlichen Informationsgesprächen und einer eigenen Bestandsaufnahme vor Ort inklusive Vermessung und fotografischer Dokumentation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der technischen Infrastruktur, die Darstellung des Haltungskonzepts, die Erörterung rechtlicher Vorgaben sowie eine detaillierte Ausarbeitung der spezifischen haltungstechnischen Einrichtungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Schweinefreilandhaltung, Depot Nottebrock, Buntes Bentheimer Schwein, Infrastruktur, Haltungstechnik und rechtliche Rahmenbedingungen.
Warum wird im Depot Nottebrock explizit das Bunte Bentheimer Schwein als Rasse vorgeschlagen?
Diese robuste, in der Region heimische Rasse gilt als anspruchslos, weidetauglich und stressresistent, was sie für die extensive Freilandhaltung unter den gegebenen Standortverhältnissen prädestiniert.
Wie gehen die Autoren mit dem Problem von Wildschweinen im Depot um?
Um jeglichen Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen zu verhindern, wird eine doppelte Einfriedung (Außen- und Innenzaun) sowie der Einsatz von leistungsstarken Stromlitzen empfohlen, um das Risiko von Tierseuchen zu minimieren.
- Citation du texte
- Burkhard Blumberger (Auteur), 2008, Grundlagen und haltungstechnische Einrichtungen für die Schweinefreilandhaltung im Depot Nottebrock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121103