Es soll im Rahmen einer Pilotstudie an einer Gruppe von klassischen Orchestermusikern untersucht werden, inwieweit berufsbedingte körperliche Schmerzen vorliegen und ob sie sich deswegen in ärztlicher Behandlung befinden. Hieraus ergibt sich ein Verhältnis von ärztlich erfassten und in weiterer Folge möglicherweise als Berufskrankheiten eingestuften Beschwerden zu einem Dunkelfeld inoffizieller Schmerzleiden. Ärztliche Befunde zu möglichen Ursachen der von den Musikern angegebenen Symptomen wurden daher nicht erfragt. Alters- sowie Geschlechts-bezogene Aspekte sollen miteinbezogen werden.
Individuelle künstlerisch-musikalische Aspekte sowie mögliche Einflüsse der gesamten Lebenssituation auf die körperlichen Beschwerden wurden nicht berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Hintergrund
Fragestellung
Material und Methode
Ergebnisse
Einleitung
Material und Methode
Ergebnisse
Häufigkeiten von Schmerzen und Behandlungen
Geschlechter-getrennte Darstellung der Häufigkeiten von Schmerzen und Behandlungen
Zusammenfassung und Konklusion
Diskussion
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht in einer Pilotstudie das Auftreten berufsbedingter körperlicher Schmerzen bei klassischen Orchestermusikern sowie das Verhältnis dieser Beschwerden zu ärztlichen Behandlungen, um die Dunkelziffer inoffizieller Schmerzleiden zu beleuchten.
- Prävalenz berufsbedingter Schmerzen bei Orchestermusikern
- Vergleich zwischen ärztlich erfassten und inoffiziellen Schmerzleiden
- Einfluss von Geschlecht und Altersstruktur auf das Schmerzempfinden
- Zusammenhang zwischen Instrumentengruppen und körperlichen Beschwerden
- Bedeutung von Prävention und Musikermedizin
Auszug aus dem Buch
EINLEITUNG
Erfolgen körperliche Fehlbelastungen mit einseitigen Muskel- und Gelenkbeanspruchungen über einen längeren Zeitraum ohne adäquate Physioprävention, können sie zu schmerzhaften entzündlichen sowie degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates führen [1]. Deren Ursachen können in allen Bereichen des täglichen Lebens auftreten. Bestehen sie jedoch als chronifizierende und chronische Veränderungen im Zusammenhang mit beruflichen Tätigkeiten am Arbeitsplatz, werden sie in Deutschland als Berufskrankheiten klassifiziert, wenn es sich gemäß §6 SGB 7 (gesetzliche Unfallversicherung) um Krankheiten handelt, die in einer Berufsgruppe häufiger auftreten als in der Normalbevölkerung [2]. In Abgrenzung zu Arbeitsunfällen können sie sich auch erst nach abgeschlossener Tätigkeit einstellen; berufsspezifisch sind sie allerdings auch aufgrund plötzlicher Ereignisse möglich.
Berufsspezifische Erkrankungen von Musikern sind bereits aus dem 15. Jahrhundert überliefert [3], 1832 erschien ein „Ärztlicher Ratgeber für Musiktreibende“, aber erst 1923 erteilte das preußische Ministerium für Kunst, Wissenschaft und Bildungswesen einen Lehrauftrag an der Berliner Musikhochschule zu Vorlesungen über „Berufskrankheiten der Musiker“ [4] [5].
Zusammenfassung der Kapitel
Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über den Hintergrund, die Fragestellung, das Material und die Ergebnisse der Studie.
Einleitung: Erläutert die medizinischen Grundlagen, die Definition von Berufskrankheiten und die historische Entwicklung der Musikermedizin.
Material und Methode: Beschreibt das Studiendesign, die anonyme Befragung von 62 Musikern und die Erhebung von Daten zu Schmerzen und Behandlungen.
Ergebnisse: Präsentiert die statistische Auswertung der Schmerzprävalenz, gegliedert nach Instrumenten, Alter und Geschlecht.
Zusammenfassung und Konklusion: Fasst die Kernergebnisse der Studie zusammen, insbesondere die hohe Dunkelziffer schmerzbetroffener Musiker ohne ärztliche Behandlung.
Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse im Kontext beruflicher Belastungsfaktoren und identifiziert den Bedarf für zukünftige, umfassendere musikermedizinische Studien.
Schlüsselwörter
Musikermedizin, Klassische Orchestermusiker, Musikerkrankheiten, Berufskrankheiten, berufliche Exposition Musiker, mechanische Dysfunktionen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Schmerzen, Prävention, Prophylaxe, Therapie, Rehabilitation, Geschlecht, Altersstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Auftreten berufsbedingter körperlicher Schmerzen bei Orchestermusikern und analysiert, wie viele dieser Musiker sich aufgrund ihrer Beschwerden in medizinischer Behandlung befinden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die körperlichen Belastungen von Musikern, das Verhältnis von bekannten zu inoffiziellen Schmerzleiden sowie die Rolle von Prävention und musikermedizinischer Betreuung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel der Pilotstudie ist es, die Dunkelziffer bei Schmerzleiden in Orchestern zu erfassen und die Häufigkeit von Schmerzen in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und Instrument zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Querschnittsstudie, bei der 62 Orchestermusiker mittels eines anonymen Fragebogens zu ihren körperlichen Schmerzen und ihrem Behandlungsstatus befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Studienergebnisse zur Schmerzverteilung nach Instrumentengruppen, die Analyse soziodemografischer Faktoren und eine kritische Diskussion der Befunde im Vergleich zur aktuellen Literatur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Musikermedizin, Berufskrankheiten, Prävention, mechanische Dysfunktionen, Schmerzprävalenz und Belastungsfaktoren im Orchesterbetrieb.
Welches überraschende Ergebnis zeigt sich hinsichtlich der ärztlichen Behandlung?
Die Studie zeigt, dass sich die Mehrheit der Musiker, die unter Schmerzen leiden, nicht in ärztlicher Behandlung befindet, was auf eine hohe Dunkelziffer inoffizieller Schmerzleiden hindeutet.
Gibt es signifikante Unterschiede bei der Schmerzprävalenz zwischen den Geschlechtern?
Nein, die Untersuchung ergab keine signifikanten Unterschiede in der Häufigkeit von Schmerzen zwischen Männern und Frauen innerhalb der untersuchten Stichprobe.
Wie unterscheiden sich die Schmerzprofile nach Instrumentengruppen?
Obwohl es leichte Variationen in den Anteilen gibt, zeigen sich in der vorliegenden Stichprobe keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Schmerzhäufigkeit zwischen den verschiedenen Instrumentengruppen.
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- Dr.med.dent. Hubertus R. Hommel (Author), Harald Lothaller (Author), Heinz Spranger (Author), Christian P. Endler (Author), 2008, Körperschmerzen männlicher und weiblicher Musiker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121127