Entwicklung eines Fragebogens zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit


Forschungsarbeit, 2008
24 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Fragebogen zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit
Ziele
Kategorienbildung

Methode
Skalenkonstruktion
Skalenabstufungen
Itemformulierung

Ergebnisse

Diskussion

Literatur

Anhang
Fragebogen zur Produktprüfung
Fragebogen zur Produktprüfung – Evaluation

Entwicklung eines Fragebogens zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit

Einführung

Der vorliegende Fragebogen wurde bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Rahmen des Forschungsprojektes F 2116 – Entwicklung eines Kompendiums zur Prüfung der ergonomischen Qualität (Gebrauchstauglichkeit) von Produkten entwickelt. Das Forschungsprojekt wurde an die TÜV Rheinland GmbH, Köln, vergeben.

Das Forschungsprojekt hat zum Ziel „einen allgemein gültigen, ergonomischen Anforderungskatalog sowie ein darauf basierendes Prüfschema anzubieten, mit dem die Qualität von Arbeitsmitteln, aber auch von Geräten des privaten Bereiches evaluierbar ist und damit unmittelbar zur Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit beiträgt.“ (Herrmann et al., Zwischenbericht 4 zum Forschungsprojekt F 2116, Köln 2007, S. 3)

Eben jener Anforderungskatalog soll einem fachkundigen Anwender Anleitung zur systematischen Produktprüfung auf Gebrauchstauglichkeit sein.

Die einzelnen Bausteine des Kompendiums werden im Folgenden erläutert.

Nach einer Einleitung, in der Ziel und Abgrenzung des Kompendiums festgelegt werden, folgt das Kapitel Grundlagen. Hier soll der Anwender zunächst in das Feld der Ergonomie eingeführt werden. Es werden sowohl die für die Produktprüfung relevanten Begriffe definiert als auch die wissenschaftlichen Teilgebiete der Ergonomie kurz präsentiert. Zu nennen wären hier Anthropometrie, Biomechanik, Wahrnehmung/Sinnesleistung und Informationsverarbeitung.

Das nachfolgende Kapitel Verfahrensanweisung enthält Erläuterungen der für eine Prüfung relevanten Aspekte.

Dies ist erstens der Nutzungskontext, der durch den Benutzer und seine psychosoziale Umwelt, den Verwendungszweck des zu testenden Produktes und die damit verbundenen Aufgaben sowie die relevanten Mittel und Materialien bestimmt wird. (nach DIN EN ISO 9241-11:1999 in Herrmann et al., 2007)

Zweitens geht es um die Komponentenbetrachtung, bei der zunächst einzelne Komponenten des zu bewertenden Produktes identifiziert und untersucht werden sollen. Daraus und aufgrund der Gestaltung von Normen (z. B. DIN EN 614-1:1995 in Herrmann et al., 2007) werden fünf Kategorien abgeleitet, die „aus der Erfahrung praktischer Prüfung als sinnvoll erachtet werden.“ (Herrmann et al., S. 42)

Weiterer Bestandteil dieses Kapitels ist die Darstellung eines systematischen Prüfablaufs. (Kap. 3.2)

Prüf- und Bewertungsmethoden werden im gleichnamigen vierten Kapitel behandelt. Es ist unterteilt in die Darstellung der methodischen Grundlagen, der Prüfbausteine und der Messmittel. Zu den methodischen Grundlagen werden Checklisten, Fragebögen, Benutzertests sowie heuristische Evaluationen gezählt. Hier zeigt sich ein erster Anknüpfungspunkt für den vorzustellenden Fragebogen.

Die Prüfbausteine setzen sich aus der Festlegung des Nutzungskontextes, der Inspektion genannten Untersuchung des Produktes auf bestimmte beobachtbare Merkmale, der Komponentenprüfung sowie der Gesamtbewertung zusammen.

Schließlich werden im Abschnitt Messmittel Hinweise zu ihrer Anwendung sowie zu Messunsicherheiten gegeben.

Im Anhang des Kompendiums sind ein Glossar mit den wichtigsten verwendeten Begriffen, anthropometrische und biomechanische Datensammlungen, Checklisten, eine umfangreiche Übersicht zu verschiedenen Normenaufstellungen, und ein Literaturverzeichnis enthalten. Um dem Anwender die Verwendung des Kompendiums deutlich zu machen, finden sich hier außerdem je ein Anwendungsbeispiel zu einem elektronischen Navigationsgerät und zu einem Haushaltsgerät.

Fragebogen zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit

Ziele

Ausgehend von der Möglichkeit, Produkte auf ihre ergonomische Gebrauchstauglichkeit auch mittels eines Fragebogens zu untersuchen, wurde die Arbeit mit dem Ziel begonnen, ein standardisiertes Messinstrument zu entwickeln, das innerhalb des Forschungsprojektes F 2116 – und dem daraus später entstehenden Kompendium – einen eigenständigen Beitrag zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit leistet, und somit einen Informationsgewinn ermöglicht, den die anderen im Zwischenbericht 4 bereits ausgearbeiteten Prüfmethoden nicht leisten können.

Mit solch einem Fragebogen sollen erwartungsgemäß subjektive Sachverhalte objektiv erfasst werden.

Kategorienbildung

Wie im vorigen Abschnitt bereits erwähnt, wurden bei der Komponentenbetrachtung eines Produktes fünf Kategorien identifiziert, die bei einer Untersuchung auf Gebrauchstauglichkeit als relevant erachtet werden: Griffe und Greifflächen, Bedien- und Stellteile, Anzeigen und Beschriftungen, Körperhaltung und Bewegungsabläufe sowie Dialoggestaltung. (Herrmann et al., 2007)

Diese Kategorien wurden bei der Fragebogenkonstruktion zugrunde gelegt. Zusätzlich wurden noch die Kategorien Akustische Signale/Töne sowie Bedienungsanleitung definiert.

Herrmann et al. weisen im Abschnitt 3.1.3 zwar darauf hin, dass „für eine umfassende ergonomische Bewertung eines Untersuchungsobjektes (...) weitere Kategorien zu spezifizieren [sind], (...) die jedoch nicht Bestandteil dieses Kompendiums sind.“ (Herrmann et al., 2007, S. 42), allerdings ist davon auszugehen, dass akustische Signale und Töne bei einem Produkt sehr wohl das Benutzerverhalten beeinflussen. Somit sind Aufschlüsse über die Empfindung und Bewertung der akustischen Komponenten eines Produktes durchaus sinnvoll.

Im Gegensatz zu Herrmann et al. wurde außerdem die Komponente Bedienungsanleitung als eigenständige Kategorie spezifiziert. Bei Herrmann et al. gilt auch die Bedienungsanleitung als zu prüfende Komponente (S. 40). Dort werden – in Anlehnung an die Norm DIN EN 62079 – zwei Prüfverfahren erwähnt: Zum einen die Überprüfung durch Experten mittels einer Checkliste, zum anderen durch Paneltests. Herrmann et al. verzichten allerdings auf diese Vorgehensweisen und schlagen stattdessen „eine quantitative Bewertung anhand von Checklisten und eine qualitative Bewertung im Rahmen der Bewertung der Dialoggestaltung“ vor (S. 40). Wie auch bei der Komponente Akustische Signale/Töne erscheint eine strukturelle Gleichsetzung der Komponente Bedienungsanleitung sinnvoll.

Schließlich wurde noch eine Kategorie Sonstiges gebildet. In ihr sollten Items enthalten sein, die die Prinzipien der Dialoggestaltung erfassen. (ISO 9241-110:2006 in Herrmann et al., 2007, S. 34) Mehr dazu an späterer Stelle.

Methode

Skalenkonstruktion

Um die eingangs schon erwähnte Maxime „Subjektive Inhalte objektiv erfassen“ möglichst gut umzusetzen, wurde eine fünfstufige, verbal verankerte Antwortskala nach Rohrmann (1978) verwendet.

Rohrmann hatte vier fünfstufige Antwortskalen entwickelt. Zur Überprüfung der verbalen Verankerung untersuchte er dann in zwei Skalierungsexperimenten 100 Graduierungsbegriffe auf inhaltliche Wertigkeit und Prägnanz. Es zeigte sich, dass bestimmte verbal ausgedrückte Skalenabstufungen von der Mehrheit der Probanden gleich eingeschätzt wurden.

Skalenabstufungen

Wie oben angedeutet, hatte die Verwendung von fünffachen Skalenabstufungen die größte Akzeptanz erfahren. In Anlehnung an Rohrmann ergaben sich folgende fünf Skalenabstufungen: „stimme gar nicht zu“ – „stimme eher nicht zu“ – „stimme teilweise zu“ – „stimme eher zu“ – „stimme voll und ganz zu“

Itemformulierung

Für die Formulierung der Items wurde die Aussageform gewählt.

Außerdem wurde versucht, zu einem Konstrukt mehrere Fragen zu generieren; beispielsweise wurden zur Fragestellung „Sind genug Anzeigen/Beschriftungen vorhanden?“ die Items „Es sind zu wenig Anzeigen/Beschriftungen vorhanden.“ und „Es sind zu viele Anzeigen/Beschriftungen vorhanden.“ gebildet.

Dies hat zunächst die einfache Funktion, bei der Auswertung mögliches stereotypes Antwortverhalten besser kontrollieren zu können. Zudem sollte zu bestimmten Aspekten eines Produktes das Urteil des Benutzers genauer erfasst werden können. So entstanden zum Beispiel zur Fragestellung „Was ist Ihnen wichtiger: Funktionalität oder Design?“ die Items „Funktionalität ist mir wichtig.“, „Design ist mir wichtig.“ und „Funktionalität ist mir wichtiger als Design.“

Die aktuelle Version ist als Papierversion erhältlich und] umfasst insgesamt 44 Items, die nach den Kategorien Gebrauchsanweisung (5 Items), Anzeigen und Beschriftungen (5 Items), Akustische Signale/Töne (3 Items), Bedien- und Stellteile (12 Items), Griffe und Greifflächen (7 Items), Körperhaltungen und Bewegungsabläufe (ein Item) sowie Sonstiges (11 Items) geordnet sind. Ein Exemplar des Fragebogens ist im Anhang zu finden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Entwicklung eines Fragebogens zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit
Hochschule
Universität Konstanz  (Bundesanstalt für Arbeitsschutz- und Arbeitsmedizin)
Autor
Jahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V121243
ISBN (eBook)
9783640255511
ISBN (Buch)
9783640255597
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Fragebogens, Untersuchung, Produkten, Gebrauchstauglichkeit
Arbeit zitieren
Ruprecht Lindhorst (Autor), 2008, Entwicklung eines Fragebogens zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121243

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