Der vorliegende Fragebogen wurde bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelt.
Ausgehend von der Möglichkeit, Produkte auf ihre ergonomische Gebrauchstauglichkeit auch mittels eines Fragebogens zu untersuchen, wurde die Arbeit mit dem Ziel begonnen, ein standardisiertes Messinstrument zu entwickeln, das einen eigenständigen Beitrag zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit leisten soll.
Unter Verwendung einer fünfstufigen, verbal verankerten Antwortskala nach Rohrmann und der Itemformulierung in Aussageform entstanden insgesamt 44 Items, die in Kategorien unterteilt wurden, so dass die Produktuntersuchung entsprechend der jeweils relevanten Komponenten angepasst werden kann. Zur Validierung der Items wurde für die Vorerhebung eine zusätzliche Checkliste erstellt.
Eine Vorform des Fragebogens wurde 12 Personen vorgelegt. Als zu untersuchendes Produkt diente ein Bürotelefon. Ergebnisse der Itemvalidierung legen eine stellenweise Überarbeitung des Fragebogens nahe.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Fragebogen zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit
Ziele
Kategorienbildung
Methode
Skalenkonstruktion
Skalenabstufungen
Itemformulierung
Ergebnisse
Diskussion
Literatur
Anhang
Fragebogen zur Produktprüfung
Fragebogen zur Produktprüfung – Evaluation
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines standardisierten Messinstruments zur Erfassung der Gebrauchstauglichkeit von Produkten. Durch die Operationalisierung subjektiver Wahrnehmungen soll ein Beitrag geleistet werden, Produkte hinsichtlich ihrer ergonomischen Qualität systematisch und objektiv untersuchbar zu machen.
- Entwicklung eines ergonomischen Messinstruments
- Kategorisierung relevanter Produktmerkmale für die Gebrauchstauglichkeitsprüfung
- Konstruktion und Skalierung von Items zur subjektiven Benutzerbewertung
- Validierung des Fragebogens durch rationale Itemanalyse
Auszug aus dem Buch
Itemformulierung
Für die Formulierung der Items wurde die Aussageform gewählt. Außerdem wurde versucht, zu einem Konstrukt mehrere Fragen zu generieren; beispielsweise wurden zur Fragestellung „Sind genug Anzeigen/Beschriftungen vorhanden?“ die Items „Es sind zu wenig Anzeigen/Beschriftungen vorhanden.“ und „Es sind zu viele Anzeigen/Beschriftungen vorhanden.“ gebildet.
Dies hat zunächst die einfache Funktion, bei der Auswertung mögliches stereotypes Antwortverhalten besser kontrollieren zu können. Zudem sollte zu bestimmten Aspekten eines Produktes das Urteil des Benutzers genauer erfasst werden können. So entstanden zum Beispiel zur Fragestellung „Was ist Ihnen wichtiger: Funktionalität oder Design?“ die Items „Funktionalität ist mir wichtig.“, „Design ist mir wichtig.“ und „Funktionalität ist mir wichtiger als Design.“
Die aktuelle Version ist als Papierversion erhältlich und umfasst insgesamt 44 Items, die nach den Kategorien Gebrauchsanweisung (5 Items), Anzeigen und Beschriftungen (5 Items), Akustische Signale/Töne (3 Items), Bedien- und Stellteile (12 Items), Griffe und Greifflächen (7 Items), Körperhaltungen und Bewegungsabläufe (ein Item) sowie Sonstiges (11 Items) geordnet sind. Ein Exemplar des Fragebogens ist im Anhang zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Vorstellung des Forschungsprojektes F 2116 und die Zielsetzung, einen allgemein gültigen Anforderungskatalog zur Prüfung der ergonomischen Qualität zu erstellen.
Fragebogen zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit: Beschreibung der Zielsetzung, ein standardisiertes Messinstrument zu entwickeln, sowie Herleitung der untersuchungsrelevanten Kategorien.
Methode: Erläuterung der psychometrischen Grundlagen bei der Skalenkonstruktion sowie die Festlegung der verbalen Skalenabstufungen und der Itemformulierung.
Ergebnisse: Darstellung der Daten aus der Vorerhebung mit N=12 Probanden sowie Identifikation kritischer Items anhand der durchgeführten Checkliste.
Diskussion: Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Ableitung notwendiger Optimierungsschritte für den Fragebogen, einschließlich der Notwendigkeit einer größeren Stichprobe.
Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Grundlagen.
Anhang: Bereitstellung des entwickelten Fragebogens zur Produktprüfung inklusive der Evaluationsbögen für die Itemanalyse.
Schlüsselwörter
Gebrauchstauglichkeit, Ergonomie, Fragebogenkonstruktion, Produktprüfung, Messinstrument, Benutzerzufriedenheit, Bedienbarkeit, Validierung, Itemformulierung, Skalenkonstruktion, Nutzererfahrung, Anforderungskatalog, Arbeitsmittel, Mensch-Maschine-Interaktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und ersten Erprobung eines Fragebogens, der dazu dient, die ergonomische Qualität und Gebrauchstauglichkeit von technischen Produkten objektiv messbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Bereiche Ergonomie, Kategorienbildung für Produktmerkmale, psychometrische Skalierung von Aussagen sowie die methodische Validierung von Befragungsinstrumenten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines validen, standardisierten Instruments, das als Teil eines umfassenderen Kompendiums die systematische Evaluation der Benutzerfreundlichkeit von Arbeitsmitteln und privaten Geräten ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Item-Überprüfung genutzt?
Es wird eine rationale Itemanalyse mittels einer ergänzenden Checkliste eingesetzt, bei der Probanden die Verständlichkeit, Eindeutigkeit und sprachliche Qualität jedes einzelnen Items bewerten.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Operationalisierung der Gebrauchstauglichkeit in verschiedene Kategorien wie Bedien- und Stellteile, Griffe, Anzeigen und Bedienungsanleitungen sowie der methodischen Vorgehensweise bei der Skalenerstellung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gebrauchstauglichkeit, Ergonomie, Messinstrument, Fragebogenkonstruktion und Validierung.
Warum wurde bei der Vorerhebung das Produkt "Siemens optiPoint 500 advance" gewählt?
Dieses spezifische Bürotelefon wurde gewählt, da es ein Arbeitsmittel ist, das den Mitarbeitern der BAuA als tägliches Werkzeug zur Verfügung stand und somit eine praxisnahe Evaluation ermöglichte.
Welche Bedeutung haben die akustischen Signale für die Gebrauchstauglichkeit?
Der Autor argumentiert, dass akustische Signale und Töne maßgeblich das Benutzerverhalten beeinflussen und daher eine eigenständige Kategorie innerhalb der ergonomischen Bewertung darstellen, um die Empfindung der akustischen Komponenten zu erfassen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor aus der Voruntersuchung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der aktuelle Fragebogen in einigen Punkten überarbeitet werden muss, da er die statistischen Kriterien für eine vollumfängliche Akzeptanz noch nicht in Gänze erfüllen konnte und weitere Erprobungen an einer größeren Stichprobe notwendig sind.
- Citation du texte
- Ruprecht Lindhorst (Auteur), 2008, Entwicklung eines Fragebogens zur Untersuchung von Produkten auf ihre Gebrauchstauglichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121243