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Die Bewertung des Ruhrdeutschen im Ruhrgebiet

Eine Fragebogenerhebung im Raum Hattingen

Title: Die Bewertung des Ruhrdeutschen im Ruhrgebiet

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bettina Kuß (Author)

German Studies - Linguistics
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In der soziolinguistischen Literatur findet sich ein allgemeines Vorurteil gegenüber Dialektsprechern. Ammon und Kellermeier zufolge haben viele Dialektsprecher durch ihren Dialekt bedingte Lernschwierigkeiten in der Schule. [...] Bei Löffler finden sich 2005 ebenfalls die Begriffe Prestige und Stigma im Zusammenhang mit der Nutzung von Soziolekten.
Ahrend Mihm zeigt 1985 [...], dass der Gebrauch des Ruhrdeutschen im Ruhrgebiet selber negativ belastet ist. Durch seinen Entstehungshintergrund als Sprache der einheimischen und zugezogenen Arbeiter in der aufkommenden Industrialisierung des Ruhrgebiets haftet ihm nach wie vor noch das „Image der Arbeitersprache“ an. Die Bewohner des Ruhrgebiets wollen sich nach Außen hin von der Umgangsvarietät abgrenzen und keines Falls mit ihr in Verbindung gebracht werden. [...] Seine Sprachträger werden an das untere Ende der Sozialskala eingeordnet und als der Unterschicht zugehörigen, proletarischen Analphabeten betitelt. Doch ist das tatsächlich immer noch so? Mihms Befragung ist mittlerweile 23 und Ammons Aufsatz 19 Jahre alt. [...]
In dieser Arbeit werde ich versuchen herauszufinden, ob dem Ruhrdeutschen nach wie vor das Stigma der Arbeitersprache anhaftet und wie die Menschen im Ruhrgebiet selber dazu stehen. [...] Das letzte Kapitel widme ich einer eigenen aktuellen Untersuchung zur Bewertung des Ruhrdeutschen, welche ich im November 2008 im Raum Hattingen durchgeführt habe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Definitionen: Dialekt und Umgangssprache

2. Substandard am Beispiel des Ruhrdeutschen als spezielle Umgangsvarietät

3. Prestige und Stigma des Ruhrdeutschen nach Ahrend Mihm

3.1. Sympathie vs. Inkorrektheit

3.2. Forderungen an die Schule

3.3. Regionale Zuordnung

3.4. Situative Zuordnung

3.5. Soziale Zuordnung

3.6. Fazit

4. Die Bewertung des Ruhrdeutschen im Ruhrgebiet: Eine Fragebogenerhebung im Raum Hattingen

4.1. Sympathie vs. Inkorrektheit

4.2. Eingeständnis und Toleranz

4.3. Forderungen an die Schule

4.4. Soziale Zuordnung

4.5. Situative Zuordnung

4.6. Regionale Zuordnung

4.7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das Ruhrdeutsche auch heute noch ein stigmatisiertes Image als „Arbeitersprache“ besitzt und wie die Bevölkerung im Ruhrgebiet diese Sprechweise bewertet. Hierbei wird eine eigene empirische Erhebung im Raum Hattingen durchgeführt und mit älteren soziolinguistischen Studien, insbesondere von Ahrend Mihm, verglichen.

  • Soziolinguistische Definitionen von Dialekt und Umgangsvarietät
  • Historischer Entstehungshintergrund des Ruhrdeutschen
  • Prestige und Stigma: Die soziolinguistische Bewertung des Substandards
  • Empirische Analyse der Einstellung zur Umgangssprache im Raum Hattingen
  • Zusammenhang zwischen Sprachgebrauch, Bildungsstand und Berufsstatus

Auszug aus dem Buch

Die Sprecherin ist eine 45 Jahre alte Tochter einer Bergmannsfamilie, die nacheinander in Oberhausen, Mülheim und Duisburg gewohnt und die Mittelschule besucht hat. Mittlerweile ist sie selbständige Geschäftsfrau und nebenberufliche Schriftstellerin. Folgender Text wurde den Befragten vorgespielt:

„Tja, dä Kriech waa getzu Ende. Man wuußte ja, ma mußte clever sein mitte ganze Organesiererei, man mußte überlebm,, nä. Wat meinse, wie ich aussah? Ich hatte sonne Ärmkes, Strich inne Landschaft! Alle Kinder ging et damals genauso. Dä ärste Panzer, dä bei uns dueche Stadt fuhr, wär sasta drauf? Helga! Die Mudder is in Ohnmacht gefalln, die waan obm an Fenster un am Kuckn zusamm mit mein Tante.

Man musste dammaas ärsma värsuchn über de Rundn zu komm. Da hattn wan Schusster inne Nachbarschaft wohn, dä macht uns die Schuh. Wenn dä bißken Tabak kriechte, waa dä zufriedn. Un da waan so nette Leute bei, bei de Amis, die ham für uns Kinder schon die Kiipm mitgebracht, ausm Kasino un ausse Uunterkünfte, is ägal, wo die alle härkam, nä, nur damitwa dammit widder iarendwie kungeln konntn. Värstehnse dat?“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der soziolinguistischen Vorurteile gegenüber Dialektsprechern und Einführung in die historische Problematik des „Images der Arbeitersprache“.

2. Substandard am Beispiel des Ruhrdeutschen als spezielle Umgangsvarietät: Definition der sprachlichen Merkmale des Ruhrdeutschen auf phonologischer, morpho-phonologischer, syntaktischer und lexikalischer Ebene.

3. Prestige und Stigma des Ruhrdeutschen nach Ahrend Mihm: Analyse der Untersuchung von Mihm aus dem Jahr 1985, die das Ruhrdeutsche als stigmatisierten Soziolekt der Unterschicht identifizierte.

4. Die Bewertung des Ruhrdeutschen im Ruhrgebiet: Eine Fragebogenerhebung im Raum Hattingen: Durchführung einer eigenen Umfrage im Jahr 2008 zur Überprüfung der aktuellen Einstellung gegenüber der Umgangssprache.

Schlüsselwörter

Ruhrdeutsch, Soziolinguistik, Dialekt, Umgangssprache, Substandard, Prestige, Stigma, Spracheinstellung, Fragebogenerhebung, Arbeitersprache, Diglossie, Sprachvarietät, Identität, Vorurteile, Sprachnorm.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Bewertung und dem Image des Ruhrdeutschen als Umgangsvarietät innerhalb des Ruhrgebiets.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Begriffe Prestige und Stigma, der historische Hintergrund des Ruhrdeutschen sowie die Frage nach dessen gesellschaftlicher Akzeptanz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob dem Ruhrdeutschen auch heute noch das Stigma einer „Arbeitersprache“ anhaftet oder ob sich die Wahrnehmung gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und führt eine eigene empirische Fragebogenerhebung im Raum Hattingen durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Dialektologie, die Zusammenfassung der einflussreichen Mihm-Studie von 1985 sowie die Darstellung der eigenen Umfrageergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Ruhrdeutsch, Stigmatisierung, Sprachnorm, Soziolekt und der Vergleich zwischen privatem und öffentlichem Sprachgebrauch.

Wie unterscheidet sich die Einschätzung der Befragten bezüglich des Arbeitsplatzes?

Die Umfrage zeigt, dass das Ruhrdeutsche überwiegend im privaten Umfeld akzeptiert wird, während es für verantwortungsvolle, öffentliche Berufe als unpassend empfunden wird.

Wie bewertet die Autorin ihr eigenes Verhältnis zum Ruhrdeutschen?

Sie beschreibt ihre private Sprache als Mischmasch, betont jedoch, dass sie in beruflichen oder akademischen Kontexten bewusst auf reines Hochdeutsch achtet.

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Details

Title
Die Bewertung des Ruhrdeutschen im Ruhrgebiet
Subtitle
Eine Fragebogenerhebung im Raum Hattingen
College
University of Wuppertal  (Bergische Universität Wuppertal)
Course
Soziolinguistik
Grade
1,0
Author
Bettina Kuß (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V121247
ISBN (eBook)
9783640255795
ISBN (Book)
9783640256549
Language
German
Tags
Ruhrdeutsch Ruhrgebiet Dialekt Soziolekt Substandart Ruhrplatt Bewertung Arbeitersprache Fragebogenerhebung Hattingen Prestige Stigma Soziolinguistik Sprachwissenschaften Linguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Kuß (Author), 2008, Die Bewertung des Ruhrdeutschen im Ruhrgebiet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121247
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