Detailliertes Wissen über die Supply Chain internen Prozesse ist unabdingbar. In diesem Kontext ergibt sich für das verhältnismäßig risikoreiche Supply Chain Management augenscheinlich ein hoher Controllingbedarf. Die traditionellen Bereiche des Controllings mit ihren Instrumenten können zur Reduzierung dieser Themen nur begrenzt eingesetzt werden. Vielmehr geht es um deren Adaption bzw. Neugestaltung an die neuen Anforderungen im Rahmen eines Supply Chain Controllings. Logistik-Controlling und Supply Chain Controlling sind Schlagwörter, die sich in vielen Büchern, Artikeln und Aufsätzen wieder finden lassen. Doch nicht aus jedem Beitrag ist ersichtlich, wo tatsächlich der Unterschied liegt, geschweige denn, dass dies als Schwerpunkt thematisiert wird. Teilweise wird das Supply Chain Controlling als neuer Begriff für die bewährte Logistik benutzt. Logistik-Controlling und Supply Chain Controlling sind Konzepte die in der Praxis entwickelt wurden und später erst den Weg in die Wissenschaft fanden. Dadurch entstand das Problem, dass nicht jeder dasselbe unter den Begriffen versteht und sich deshalb die Problematik ergibt, dass die Begriffe gleichbedeutend verwendet werden. Deshalb muss stets vor der Vorstellung der Konzepte eine Begriffsdefinition erfolgen, da weitere Ausführungen sonst missverstanden und falsch interpretiert werden könnten.
Ziel dieser Arbeit ist es, besonders das recht junge Teilgebiet des Supply Chain Controllings näher darzustellen und zu verdeutlichen, wie eine ordnungsgemäße Anwendung zu Effizienz- und Effektivitätssteigerungen in der Supply Chain führen kann. Zu Beginn erfolgen die Notwendigen Begriffsdefinitionen an denen sich eine Einführung in die Themen Supply Chain Controlling und Logistik-Controlling anschließt. Die letzteren Kapitel enthalten u.a. Erläuterungen über die Anforderungen, Ziele und Aufgaben, welche mit den dargestellten Instrumenten umgesetzt werden können. Abschließend werden Supply Chain Controlling und Logistik-Controlling einander gegenüber gestellt
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN UND GRUNDLAGEN
2.1 Zum Begriff der Supply Chain
2.2 Zum Begriff des Supply Chain Management
2.3 Zum Begriff der Logistik
2.4 Zum Begriff des Controlling
2.5 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
3 SUPPLY CHAIN CONTROLLING
3.1 Der Stand des Supply Chain Controlling
3.2 Aufgaben und Ziele von Supply Chain Controlling
3.3 Anforderungen und Grenzen beim Supply Chain Controlling
3.4 Strategisches und operatives Supply Chain Controlling
3.5 Abgrenzung von Supply Chain Controlling zu SCM-Methoden
4 INSTRUMENTE DES SUPPLY CHAIN CONTROLLING
4.1 Praxisorientierte Instrumente für das Supply Chain Controlling
4.1.1 Prozessmapping als Basis für das Supply Chain Controlling
4.1.2 Selektive Kennzahlen und Beziehungscontrolling
4.1.3 Balanced Scorecard
4.2 Weitere Instrumente des Supply Chain Controllings im Überblick
4.3 Informationsgewinnung für Supply Chain Controlling
5 LOGISTIK-CONTROLLING
5.1 Begriffsbestimmung
5.2 Ziele und Aufgaben des Logistik-Controlling
6 INSTRUMENTE DES LOGISTIK-CONTROLLING
6.1 Instrumente des strategischen Logistik-Controlling
6.1.1 Die Portfolio-Analyse
6.1.2 Benchmarking in der Logistik
6.2 Instrumente des operativen Logistik-Controlling
6.2.1 Das Logistikbudget
6.2.2 Das Logistik-Berichtswesen
7 SUPPLY CHAIN CONTROLLING VERSUS LOGISTIK-CONTROLLING
8 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Supply Chain Controlling als wesentliches Teilgebiet des modernen Managements zu beleuchten. Sie untersucht, wie eine systematische Anwendung von Controlling-Instrumenten zu Effizienz- und Effektivitätssteigerungen in unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten beitragen kann.
- Grundlagen der Supply Chain und des Supply Chain Managements
- Aufgaben und Anforderungen des Supply Chain Controllings
- Praxisorientierte Instrumente wie Prozessmapping, selektive Kennzahlen und Balanced Scorecard
- Logistik-Controlling im Vergleich zum Supply Chain Controlling
- Strategisches und operatives Logistik-Controlling
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Stand des Supply Chain Controlling
Der Großteil der Instrumente und Methoden die im SCC angewendet werden sind aus den klassischen Controllingbereichen abgeleitet. Aufgrund der besonderen Anforderungen die SCM hervorbringt, wurden jedoch Anpassungen bestehender sowie Entwicklung neuer Instrumente, wie z.B. das Prozessmapping, erforderlich.29 Daher sollte SCC als eine eigenständige Evolution des Controllings angesehen werden.30
Neben dem SCC entstehen weitere Sektoren des Controllings, von denen SCC abgegrenzt werden muss. So betrachtet das Kooperationscontrolling neben der SC auch unternehmensübergreifende Aspekte auf einer Stufe der Wertschöpfungskette, wie bei Strategischen Allianzen sowie Joint Ventures und geht folglich weiter als das SCC.31
In der Literatur stellt Kummer bezüglich des Zwecks von SCC drei grundsätzliche Auffassungen fest. Neben rationalitätsorientierten Sichtweisen, welche auf eine Verbesserung der Effektivität und Effizienz des SCM ausgerichtet sind, existieren informationsorientierte Beiträge. Diese Beiträge betrachten die Informationsversorgung des SCM als Hauptaufgabe. Hinzu kommen zwischenbetriebliche koordinationsorientierte Ansätze, bei denen das SCC den Rahmen für die Planung, Steuerung und Kontrolle bereitstellt.32 Hier erscheint die Kombination dieser Auffassungen als zielführend. Generell kann festgestellt werden, dass trotz einer bereits beachtlichen Anzahl von Veröffentlichungen zum SCC, noch einige offene Punkte, vor allem zu dessen Umsetzung, ungeklärt sind. Dies betrifft beispielsweise die Frage wer Träger des SCC innerhalb der kooperierenden Unternehmen werden soll. Vorstellbar wäre beispielsweise eine rollierende Lösung, z.B. in einem zweijährigen Turnus. Ebenso kann eine Beauftragung eines neutralen Dritten in Betracht gezogen werden.33 An dieser Stelle bleibt jedoch festzuhalten, dass schon das SCM-Konzept einen immer noch niedrigen Verbreitungsgrad in der betrieblichen Praxis aufweist und selbst in der Theorie immer noch nicht hinreichend untermauert ist bzw. es differenzierte Auffassungen bestehen. Dies scheint auch die Ursache zu sein, dass weder in der Theorie noch in der Praxis ein einheitliches und geschlossenes SCC-Konzept anzutreffen ist.34
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung von Supply Chain Management aufgrund globaler Marktveränderungen und leitet den Bedarf für ein angepasstes Supply Chain Controlling ab.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN UND GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Supply Chain, Supply Chain Management, Logistik und Controlling, um eine einheitliche Wissensbasis für die Arbeit zu schaffen.
3 SUPPLY CHAIN CONTROLLING: Hier werden der aktuelle Stand, die Aufgaben, Ziele sowie die Anforderungen und Grenzen des Supply Chain Controllings detailliert dargelegt.
4 INSTRUMENTE DES SUPPLY CHAIN CONTROLLING: Dieses Kapitel stellt praxisorientierte Werkzeuge vor, darunter Prozessmapping, selektive Kennzahlen und die Balanced Scorecard, sowie Methoden zur Informationsbeschaffung.
5 LOGISTIK-CONTROLLING: Es erfolgt eine fundierte Begriffsbestimmung sowie die Erläuterung der Ziele und Aufgaben des Logistik-Controllings.
6 INSTRUMENTE DES LOGISTIK-CONTROLLING: Dieses Kapitel widmet sich den strategischen und operativen Instrumenten des Logistik-Controllings, wie etwa Portfolio-Analysen, Benchmarking und Budgetierung.
7 SUPPLY CHAIN CONTROLLING VERSUS LOGISTIK-CONTROLLING: Eine Gegenüberstellung der beiden Konzepte zeigt Unterschiede in Fokus und Rahmenbedingungen auf und verdeutlicht die Notwendigkeit beider Ansätze.
8 FAZIT: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle des Controllings als Enabler für effizientes Supply Chain Management.
Schlüsselwörter
Supply Chain Controlling, Logistik-Controlling, Supply Chain Management, Balanced Scorecard, Prozessmapping, Benchmarking, Kennzahlen, Prozesskostenrechnung, Wertschöpfungskette, Effizienzsteigerung, Kooperationscontrolling, Strategisches Controlling, Operatives Controlling, Risikomanagement, Informationsversorgung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Supply Chain Controlling als spezialisiertem Management-Instrument, um die Koordination und Effizienz in unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten zu verbessern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Abgrenzung von Supply Chain- und Logistik-Controlling, die Anwendung spezifischer Instrumente sowie die organisatorischen Anforderungen an moderne Liefernetzwerke.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Konzepte des Supply Chain Controllings wissenschaftlich fundiert darzustellen und aufzuzeigen, wie sie zur Leistungsoptimierung innerhalb von Wertschöpfungsketten beitragen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, in der existierende Konzepte, Definitionen und Praxisansätze namhafter Autoren wie Weber, Pfohl und Horváth synthetisiert und kritisch diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Instrumente für das Supply Chain- und Logistik-Controlling sowie einen direkten Vergleich dieser beiden Controlling-Disziplinen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Supply Chain Controlling, Logistik-Controlling, Prozessmapping, Balanced Scorecard, Benchmarking, Wertschöpfungskette und Effizienzsteigerung.
Warum ist das "Beziehungscontrolling" für die Supply Chain wichtig?
Es ist entscheidend, um den Status der Partnerschaft zwischen den beteiligten Unternehmen messbar zu machen, das Vertrauen zu pflegen und bei Bedarf korrigierend auf die Zusammenarbeit einzuwirken.
Welche Herausforderung stellt die IT-Integration für das Supply Chain Controlling dar?
Eine große Herausforderung besteht darin, dass heterogene ERP-Systeme oft nicht ausreichend integriert oder akzeptiert sind, was die Gewinnung qualitativ hochwertiger Daten für eine unternehmensübergreifende Kennzahlenanalyse erschwert.
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- MSc Oliver Münch (Author), 2008, Supply Chain Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121252