Gewalt in der Schule


Hausarbeit, 2007

17 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was wir über Gewalt wissen
2.1. Eine Definition
2.2. Täter und Opfer - eine kleine Analyse
2.3. Ursachen und Situationen
2.4. Was charakterisiert Täter und Opfer ?
2.5. Weitere Merkmale - ein konkretes Bild

3. Was wir gegen Gewalt tun können
3.1. Identifizierung möglicher Opfer und Täter
3.2. Der Versuch eines Interventionsprogramms

4. Fazit

Literaturliste

1. Einleitung

„Zwei Jahre lang war Johnny, ein stiller 13- jähriger Schüler, für einige seiner Klassenkameraden ein menschliches Spielzeug. Die Teenager setzten Johnny zu, um an sein Geld zu kommen, sie zwangen ihn, Unkraut zu schlucken und Milch, die mit Waschmittel vermengt war, zu trinken. Sie verprügelten ihn in den Toiletten und legten ihm einen Strick um den Hals, mit dem sie ihn wie ein Tier an der Leine herumführten“[1].

„In Weston-super-Mare, Avon, in England wurde die 10- jährige Sarah immer wieder von zwei aufsässigen Mädchen verhöhnt, weil sie bei der Störung des Unterrichts nicht mitmachte. Sie beschimpften sie, bedrohten sie mit Fäusten und brachten andere dazu, dafür zu sorgen, daß sie vom Rest der Klasse ausgeschlossen wurde. << Ich ging früher gern in die Schule>>, sagte eine bestürzte Sarah, <<aber jetzt hasse ich es>>“[2].

Dies sind zwei Presseberichte, die Dan Olweus in seinem Buch „Gewalt in der Schule“ zitiert. Gewalt unter Schulkindern ist zweifellos ein sehr altes Phänomen. Die Tatsache, dass einige Kinder häufig und systematisch von anderen Kindern gemobbt und angegriffen werden, wurde in vielen Werken der Literatur beschrieben, und viele Erwachsene haben selbst Erfahrungen aus ihrer eigenen Schulzeit. Da Mobbing im Englischen und Skandinavischen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz bedeutet und in dieser beschränkten Bedeutung auch schon Eingang ins Deutsche gefunden hat, führe ich für Gewalttätigkeit in der Schule, als den Arbeitsplatz der Schülerinnen und Schüler, hier den Begriff „mobben“ ein. Die ursprüngliche plurale Bedeutung von lat. mob hat bereits im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch dem singulären Gebrauch Platz gemacht, so dass auch im Deutschen die Gewalttätigkeit eines Einzelnen mit mobben bezeichnen werden kann[3].

Anhand der mir vorliegenden Literatur möchte ich versuchen, Gewalt unter Schülern zu ergründen, eventuelle Vorurteile zu zerstreuen und präventive Maßnahmen zu präsentieren, die gerade für spätere Lehrer sehr wichtig sein können. Hierbei beziehe ich mich schwerpunktmäßig auf Dan Olweus.

2. Was wir über Gewalt wissen

Das ursprüngliche englische Wort mobben, das den Stamm mob beinhaltet, impliziert demnach, dass es sich gewöhnlich um eine große Gruppe von Leuten handelt, die an der Unterdrückung anderer beteiligt sind. Aus den oben angeführten Gründen meine ich damit sowohl die Gewalt eines Einzelnen, wie die Gewalt einer ganzen Gruppe.

2.1. Eine Definition

Zur weiteren Klärung möchte ich mich auf folgende Definitionen festlegen: Ein Schüler ist dann Gewalt ausgesetzt ist, bzw. wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler ausgesetzt ist. Negative Handlungen können verbaler Art sein, wie spotten, hänseln, beschimpfen, also die ganze Palette der psychischen Gewaltanwendung. Bei der physischen Gewaltanwendung ist das sicher eindeutiger, wie z.B. schlagen, stoßen, kneifen, festhalten[4].

Wenn Gewalt vorherrscht, liegt ein Ungleichgewicht an Kräften vor. Zum einen das Opfer, das Mühe hat, sich gegen die einwirkende Gewalt zur Wehr zu setzen und zum anderen die Gewalttäter (oder der Gewalttäter), die ihre soziale Stellung oder ihre kräftemäßige Überlegenheit dazu missbrauchen, andere Schüler zu unterdrücken[5].

Eine weitere Definition ist diese:

Gewalt ist eine zielgerichtete, direkte, physische, psychische oder soziale Schädigung, deren Illegalität in der gesellschaftlichen Beurteilung Merkmalen des Täters, des Opfers und der sozialen Kontrollinstanzen unterliegt[6].

2.2. Täter und Opfer - eine kleine Analyse

Stellt man sich graphisch den Prozentsatz der Schüler vor, die in den verschiedenen Klassen gemobbt werden, dann erhält man eine sanft abfallende Kurve - gleichermaßen für Jungen wie Mädchen. Weiter sieht man bestätigend, dass vor allem jüngere Schüler Gewalt ausgesetzt sind, während die Anzahl der Opfer von Gewalt offenbar mit zunehmendem Alter abnimmt, was die erste Theorie, dass Gewalt auf ein Kräfteungleichgewicht zurückzuführen ist, bestätigt. Ebenso die zweite Graphik, die das Geschlecht der Täter beschreibt. Offenbar sind zwar Jungen wie Mädchen nahezu gleichermaßen Gewalt ausgesetzt, doch geht die Initiative dazu, öfter von Jungen aus, als von Mädchen.

[...]


[1] Olweus, Dan: Gewalt in der Schule: Was Lehrer und Eltern wissen sollten – und tun können. Bern, Hans Huber Verlag, 2. Auflage, 1996, S.21.

[2] A. a. O., S. 21.

[3] Vgl. a. a. O., S. 22.

[4] Vgl. Olweus, Dan, S. 22.

[5] Vgl. a. a. O.

[6] Vgl. Fuchs, M.; Lamnek, S.; Luedtke, J.: Schule und Gewalt. Realität und Wahrnehmung eines sozialen Problems. Opladen 1996, S. 14.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Gewalt in der Schule
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Psychologie und Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Psychologie macht Schule
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V121263
ISBN (eBook)
9783640257706
ISBN (Buch)
9783640260539
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt, Schule, Psychologie, Schule
Arbeit zitieren
Katharina Keil (Autor), 2007, Gewalt in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121263

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