„Zwei Jahre lang war Johnny, ein stiller 13-jähriger Schüler, für einige seiner Klassenkameraden ein menschliches Spielzeug. Die Teenager setzten Johnny zu, um an sein Geld zu kommen, sie zwangen ihn, Unkraut zu schlucken und Milch, die mit Waschmittel vermengt war, zu trinken. Sie verprügelten ihn in den Toiletten und legten ihm einen Strick um den Hals, mit dem sie ihn wie ein Tier an der Leine herumführten“. „In Weston-super-Mare, Avon, in England wurde die 10- jährige Sarah immer wieder von zwei aufsässigen Mädchen verhöhnt, weil sie bei der Störung des Unterrichts nicht mitmachte. Sie beschimpften sie, bedrohten sie mit Fäusten und brachten andere dazu, dafür zu sorgen, daß sie vom Rest der Klasse ausgeschlossen wurde. << Ich ging früher gern in die Schule>>, sagte eine bestürzte Sarah, <<aber jetzt hasse ich es>>“. Dies sind zwei Presseberichte, die Dan Olweus in seinem Buch „Gewalt in der Schule“ zitiert. Gewalt unter Schulkindern ist zweifellos ein sehr altes Phänomen. Die Tatsache, dass einige Kinder häufig und systematisch von anderen Kindern gemobbt und angegriffen werden, wurde in vielen Werken der Literatur beschrieben, und viele Erwachsene haben selbst Erfahrungen aus ihrer eigenen Schulzeit. Da Mobbing im Englischen und Skandinavischen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz bedeutet und in dieser beschränkten Bedeutung auch schon Eingang ins Deutsche gefunden hat, führe ich für Gewalttätigkeit in der Schule, als den Arbeitsplatz der Schülerinnen und Schüler, hier den Begriff „mobben“ ein. Die ursprüngliche plurale Bedeutung von lat. mob hat bereits im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch dem singulären Gebrauch Platz gemacht, so dass auch im Deutschen die Gewalttätigkeit eines Einzelnen mit mobben bezeichnen werden kann.
Anhand der mir vorliegenden Literatur möchte ich versuchen, Gewalt unter Schülern zu ergründen, eventuelle Vorurteile zu zerstreuen und präventive Maßnahmen zu präsentieren, die gerade für spätere Lehrer sehr wichtig sein können. Hierbei beziehe ich mich schwerpunktmäßig auf Dan Olweus.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WAS WIR ÜBER GEWALT WISSEN
2.1. Eine Definition
2.2. Täter und Opfer - eine kleine Analyse
2.3. Ursachen und Situationen
2.4. Was charakterisiert Täter und Opfer ?
2.5. Weitere Merkmale - ein konkretes Bild
3. WAS WIR GEGEN GEWALT TUN KÖNNEN
3.1. Identifizierung möglicher Opfer und Täter
3.2. Der Versuch eines Interventionsprogramms
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Phänomen Gewalt unter Schulkindern fundiert zu ergründen, bestehende Vorurteile kritisch zu hinterfragen und effektive präventive Maßnahmen für den schulischen Alltag aufzuzeigen, um die Sozialkompetenz zu fördern und ein gewaltfreies Lernklima zu etablieren.
- Theoretische Fundierung des Gewaltbegriffs und Analyse von Täter-Opfer-Strukturen
- Kritische Auseinandersetzung mit Mythen über Ursachen und Rahmenbedingungen von Gewalt
- Differenzierung von psychischer, physischer und sozialer Gewalt im Schulkontext
- Entwicklung und Evaluation von Interventionsstrategien zur Gewaltprävention
- Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und Solidarität innerhalb der Schulgemeinschaft
Auszug aus dem Buch
2.1. Eine Definition
Zur weiteren Klärung möchte ich mich auf folgende Definitionen festlegen: Ein Schüler ist dann Gewalt ausgesetzt ist, bzw. wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler ausgesetzt ist. Negative Handlungen können verbaler Art sein, wie spotten, hänseln, beschimpfen, also die ganze Palette der psychischen Gewaltanwendung. Bei der physischen Gewaltanwendung ist das sicher eindeutiger, wie z.B. schlagen, stoßen, kneifen, festhalten4.
Wenn Gewalt vorherrscht, liegt ein Ungleichgewicht an Kräften vor. Zum einen das Opfer, das Mühe hat, sich gegen die einwirkende Gewalt zur Wehr zu setzen und zum anderen die Gewalttäter (oder der Gewalttäter), die ihre soziale Stellung oder ihre kräftemäßige Überlegenheit dazu missbrauchen, andere Schüler zu unterdrücken5.
Eine weitere Definition ist diese: Gewalt ist eine zielgerichtete, direkte, physische, psychische oder soziale Schädigung, deren Illegalität in der gesellschaftlichen Beurteilung Merkmalen des Täters, des Opfers und der sozialen Kontrollinstanzen unterliegt6.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet anhand von Fallbeispielen das Phänomen Schulgewalt und führt den Begriff „mobben“ als zentralen Arbeitsbegriff für den schulischen Kontext ein.
2. WAS WIR ÜBER GEWALT WISSEN: Dieses Kapitel definiert Gewalt unter Schülern, analysiert Täter-Opfer-Strukturen und räumt mit gängigen Vorurteilen über Ursachen und Rahmenbedingungen auf.
3. WAS WIR GEGEN GEWALT TUN KÖNNEN: Der Fokus liegt hier auf präventiven Maßnahmen, der Identifizierung von Gefährdungssignalen und der Implementierung von Interventionsprogrammen zur langfristigen Bekämpfung von Gewalt.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die Komplexität des Themas und unterstreicht die Notwendigkeit für die Schulgemeinschaft, aktiv und konsequent gegen Aggressionen vorzugehen.
Schlüsselwörter
Gewalt, Schule, Mobbing, Prävention, Aggression, Täter, Opfer, Sozialkompetenz, Interventionsprogramm, Schulpolitik, Lehrkraft, Erziehung, Konfliktbewältigung, Schüler, Gruppenmechanismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das komplexe Thema der Gewalt unter Schülern, wobei sie das Phänomen Mobbing in den Mittelpunkt rückt und aufzeigt, wie Lehrer diesen Herausforderungen begegnen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Definition von Gewalt, die Analyse von Täter- und Opfereigenschaften, die Hinterfragung von Mythen (wie Schulgröße oder Standort) und die Darstellung praktischer Präventionsansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gewaltursachen zu ergründen, Vorurteile abzubauen und praxistaugliche Interventionsmöglichkeiten zu präsentieren, um ein friedliches Miteinander in Schulen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei insbesondere die Forschungsergebnisse und Konzepte von Dan Olweus schwerpunktmäßig ausgewertet und diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Gewaltbegriffs und der Täter-Opfer-Merkmale sowie einen praktischen Teil, der konkrete Handlungsleitfäden für Lehrkräfte zur Identifizierung und Prävention bietet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gewalt, Mobbing, Prävention, Aggression, Täter, Opfer und Sozialkompetenz.
Wie definiert die Autorin den Begriff „mobben“ im schulischen Kontext?
Die Autorin definiert Mobbing als wiederholte und über längere Zeit stattfindende negative Handlungen eines oder mehrerer Schüler gegen einen anderen, wobei ein Ungleichgewicht an Kräften vorliegt.
Welche Rolle spielen laut der Arbeit die Lehrkräfte bei der Gewaltprävention?
Lehrkräfte sind zentrale Akteure, die durch ein entschlossenes Vorgehen, das Vorleben demokratischer Werte und die Etablierung von Klassenregeln maßgeblich zur Senkung der Gewaltbereitschaft beitragen können.
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- Katharina Keil (Autor), 2007, Gewalt in der Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121263