In dieser Arbeit wird sich zunächst damit auseinandergesetzt, was Hörverstehen überhaupt ist, und wie sich die Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat. Im Anschluss werden die beiden zu analysierenden Lehrwerke Cornelsen English G B1 und Cornelsen English G 2000 B1 kurz vorgestellt. Ein Hauptaugenmerk wird auf die Erläuterung und die Analyse der Hörverstehensübungen der einzelnen Units gelegt. Ein Vergleich der Übungen im alten und neuen Lehrwerk rundet diese Arbeit ab. Noch nie war die Kommunikation in einer Fremdsprache, insbesondere im Englischen, für Menschen wichtiger, als heute. Durch die Globalisierung und die technische Weiterentwicklung von Kommunikationswegen (TV, Computer, Internet usw.) ist es in unserer Welt unabdingbar, Englisch zu sprechen und das Gehörte zu verstehen. Selbstverständlich kommt es auf den eigenen Lebensbereich an, ob man nun eher sein Gegenüber verstehen oder selbst sprechen muss. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass in der Fremdsprachenausbildung sowohl auf das Hörverstehen, als auch auf das Sprechen können von Anfang an gleichermaßen großen Wert gelegt werden sollte. Da der passive Wortschatz erfahrungsgemäß stets größer ist, als der aktive, fällt es den Menschen leichter, etwas Gesagtes zu verstehen, als selbst etwas Gleichartiges zu sprechen. Für mich ist daher von großem Interesse, wie Schüler im beginnenden Fremdsprachenunterricht lernen, das, was sie hören, richtig zu verstehen.
In der vorliegenden Arbeit geht es um den Vergleich eines Schulbuchwerkes unterschiedlicher Auflage im Hinblick auf die darin enthaltenen Übungen zum Hörverstehen. Unter der Fragestellung: „Auf welche Art und Weise fördern die Schulbuchwerke Cornelsen English G B1 und Cornelsen G 2000 B1 das Hörverstehen der Schüler?“ werden die Übungen der benannten Lehrwerke analysiert und verglichen.
Zunächst wird eine Definition von Hörverstehen gegeben und erläutert, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Es schließt sich eine Darstellung der Veränderung der Bedeutung von Hörverstehenstexten im Fremdsprachenunterricht an. Die zu analysierenden Lehrwerke werden kurz vorgestellt. Im Folgenden werden die einzelnen Hörverstehensübungen beschrieben, analysiert und schließlich verglichen. Ein Fazit rundet die Hausarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
2. Einleitung
3. Worum handelt es sich bei „Hörverstehen“?
4. Die Veränderung der Bedeutung von Hörverstehenstexten im Fremdsprachenunterricht
5. Vorstellung der beiden zu analysierenden Lehrwerke
6. Kriterienkatalog
7. Analyse der Hörverstehensübungen in beiden Lehrwerken English G B1 – Listening Comprehension
8. Vergleich der Hörverstehenübungen beider Lehrwerke
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Hörverstehensübungen zweier verschiedener Lehrwerksauflagen des Cornelsen Verlags (English G B1 und English G 2000 B1), um zu ermitteln, wie diese das Hörverstehen der Schüler fördern und welche didaktischen Unterschiede in der Konzeption bestehen.
- Bedeutung und Definition des Hörverstehens im Fremdsprachenunterricht
- Historische Entwicklung des Stellenwerts von Hörtexten
- Vorstellung und Analyse der spezifischen Lehrwerke
- Vergleichende Untersuchung der didaktischen Aufbereitung (Pre-, While-, Post-Listening)
- Bewertung der Übungstypen hinsichtlich Motivation und Lernerfolg
Auszug aus dem Buch
3. Worum handelt es sich bei „Hörverstehen“?
Die Kommunikationsfähigkeit eines Schülers steht und fällt mit dem Hörverstehen. Doch was ist das eigentlich? Zunächst einmal kann Hörverstehen nicht mit Hören im eigentlichen Sinne gleichgesetzt werden. Hörverstehen ist ein wichtiger Bestandteil von Kommunikation, nicht nur in der Schule. Es ist keine rein rezeptive Fertigkeit, sondern ein aktiver Prozess, in dem der Lerner auf sein vorhandenes Wissen zurückgreift und mit diesem versucht, das Gehörte zu verstehen.
Auch die isolierte Aktivität in indirekter Kommunikation, wie beispielsweise beim Radiohören, Fernsehen oder bei Filmtexten fällt darunter. Man spricht hierbei von einer interaktionslosen, indirekten Kommunikation. Eine weitere Form ist die direkte face-to-face Kommunikation.
Mindestens zwei Partner kommunizieren miteinander in einem gemeinsamen Wahrnehmungsraum. Dabei stehen die Gesprächspartner von Angesicht zu Angesicht und geben sich ihrem Gegenüber durch Stimme, Gestik und Mimik zu verstehen. Hörverstehen umfasst die Wahrnehmung, das Verstehen und die Interpretation von sprachlichen Äußerungen. Rost spricht hierbei von Perception skills, Analysis skills und Synthesis skills.
Die direkte Kommunikation mit einem „native speaker“ ist im Fremdsprachenunterricht eher die Ausnahme, doch die indirekte Kommunikation bietet zahlreiche Möglichkeiten des Sprachtrainings. Durch die Übung anhand von Hörverstehenstexten kann der Lernende erfahren, wie in der Fremdsprache wirklich geredet, gedacht und gehandelt, also gelebt, wird. Somit lassen sich Hörverstehensübungen sehr gut mit Landes- und Kulturkunde verknüpfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung: Diese Arbeit untersucht die Definition und Bedeutung von Hörverstehen sowie die konkrete Umsetzung von Hörverstehensübungen in zwei ausgewählten Lehrwerken.
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der englischen Sprache im globalen Kontext und definiert die Fragestellung bezüglich der Förderung des Hörverstehens durch die Lehrwerke.
3. Worum handelt es sich bei „Hörverstehen“?: Dieses Kapitel erläutert den aktiven Prozess des Hörverstehens und ordnet diesen in den Kontext der vier Fertigkeiten des Fremdsprachenunterrichts ein.
4. Die Veränderung der Bedeutung von Hörverstehenstexten im Fremdsprachenunterricht: Hier wird der historische Wandel des Hörverstehens als didaktisches Lernziel sowie die Entwicklung in den Lehrplänen seit den 70er Jahren dargestellt.
5. Vorstellung der beiden zu analysierenden Lehrwerke: Die beiden Schulbuchwerke English G B1 und English G 2000 B1 werden hinsichtlich Erscheinungsdatum, Format und Umfang kurz porträtiert.
6. Kriterienkatalog: Dieses Kapitel definiert einen Katalog aus 14 Kriterien, um die Hörverstehensübungen objektiv analysieren zu können.
7. Analyse der Hörverstehensübungen in beiden Lehrwerken English G B1 – Listening Comprehension: In diesem Teil werden spezifische Units aus beiden Lehrwerken detailliert hinsichtlich ihrer methodischen Gestaltung analysiert.
8. Vergleich der Hörverstehenübungen beider Lehrwerke: Die Analyseergebnisse werden gegenübergestellt, wobei insbesondere Unterschiede in der Strukturierung (Phasenmodell) und Übungsvielfalt herausgearbeitet werden.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Lehrwerke und gibt Empfehlungen für zukünftige Entwicklungen im Bereich Hörverstehen.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Lehrwerksmaterialien.
Schlüsselwörter
Hörverstehen, Fremdsprachenunterricht, Lehrwerkanalyse, Englisch, Listening Comprehension, Sprachdidaktik, Kommunikationsfähigkeit, Cornelsen, Sekundarstufe, Didaktik, Authentizität, Sprachwahrnehmung, Unterrichtspraxis, Fertigkeitentraining.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Übungen zum Hörverstehen in den zwei Lehrwerken English G B1 und English G 2000 B1 des Cornelsen Verlags.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der didaktischen Definition des Hörverstehens, der historischen Entwicklung von Hörtexten im Unterricht sowie der praktischen Analyse von Lehrbuchübungen.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, auf welche Art und Weise die genannten Schulbuchwerke das Hörverstehen der Schüler fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kriteriengeleitete Lehrwerkanalyse angewandt, bei der spezifische Aufgabenstellungen anhand eines zuvor erstellten Kriterienkatalogs bewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die detaillierte Beschreibung und Analyse einzelner Übungen aus den Units der beiden Lehrwerke sowie einen systematischen Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Hörverstehen, Fremdsprachenunterricht, Lehrwerkanalyse, Kommunikationsfähigkeit und didaktische Aufbereitung.
Warum wird zwischen "Pre-", "While-" und "Post-Listening" unterschieden?
Diese drei Phasen werden als heute üblicher Standard im Fremdsprachenunterricht angesehen, um das Hören aktiv vorzubereiten, zu begleiten und nachzubereiten.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Lehrwerk-Entwicklung?
Das neuere Lehrwerk (English G 2000 B1) zeigt eine deutlich modernere und kreativere Gestaltung sowie eine konsequentere Anwendung des Drei-Phasen-Modells im Vergleich zum älteren Werk.
Gibt es auch Kritik an den untersuchten Lehrwerken?
Ja, kritisiert wird unter anderem, dass das neuere Lehrwerk zwar methodisch vielfältig ist, aber die explizite Beantwortung von Fragen zum Text (wie im alten Buch) zugunsten anderer Aufgabenformen vernachlässigt.
Welche Rolle spielt die Interaktion?
Die Arbeit stellt fest, dass in beiden Lehrwerken die Interaktion meist nur in Form von Entscheidungsfragen (Ja/Nein-Schema) trainiert wird, was oft monoton auf die Schüler wirkt.
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- Katharina Keil (Author), 2008, Lehrwerkanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121265