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Zerfall und Neubeginn – Die Gründung der FPÖ

Titel: Zerfall und Neubeginn – Die Gründung der FPÖ

Seminararbeit , 1998 , 43 Seiten , Note: Sehr Gut

Autor:in: Silvia Kornberger (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Parteigeschichte des national-liberalen Lagers in Österreich gestaltete sich seit der Parteigründung 1949 einigermaßen turbulent. Der Erfolg bei den Nationalratswahlen 1949 konnte bei den nachfolgenden Wahlen nicht mehr wiederholt werden. Schließlich kumulierten innere und äußere Ereignisse in der Auflösung des VdU (Verein der Unabhängigen) und der Gründung der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs).Was waren die Gründe, die zum Auflösungsprozess des VdU führten? Warum kam es zum Zerwürfnis innerhalb der Partei, hatten die „Großparteien“ Einfluss auf dieses Geschehen? Wie stellte sich die „neue“ Partei dar, und welche Rolle wollte sie zukünftig spielen? In welcher politischen Atmosphäre vollzog sich dieser Wechsel ?
Um diese Fragen beantworten zu können, teilte ich die Thematik „Zerfall und Neubeginn ~ Gründung der FPÖ“ in zwei Abschnitte. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit den Gründen des VdU-Zerfalls. Innere und äußere Gegebenheiten trugen dazu bei. Die verhängnisvolle Personalpolitik des VdU-Parteigründers Kraus, die ihn in das parteipolitische Abseits brachte, soll durchleuchtet werden. Eine Analyse der Wahlverluste (Nationalratswahl 1953, Landtagswahlen 1954, Arbeiterkammerwahlen 1954) macht auch die veränderte politische Stimmung im Land sichtbar. Der Oppositionswille schwindet. Die Entnazifizierung ist zu Ende, man widmet sich lieber dem Wiederaufbau und dem gesellschaftlichen Aufstieg. Bedingt durch den inhomogenen Wählerpool des VdU wechseln daher viele ehemalige VdU-Wähler zu den Großparteien ( vor allem der ÖVP).
Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Gründung der FPÖ. Bestärkt durch schlechter werdende Wahlergebnisse und innerparteiliche Zerstrittenheit ging das nationale Lager siegreich hervor. Die Persönlichkeiten, die die „neue“ Partei dominierten und ihr Umgang mit den ersten Krisensituationen werden beschrieben.
Diese Arbeit stützt sich auf Primärquellen (Zeitungsartikel) und Sekundärliteratur. Als besonders wichtig erwiesen sich die Erinnerungen der Parteigründer Kraus und Reimann. Politische Statistiken und kritische Analysen der Parteiprogramme und Politiker hinsichtlich ihrer nationalen Ausrichtung rundeten den Arbeitsbereich ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung

II.) Prozess des Zerfalls ~ Die Kluft zwischen liberalem und nationalem Lager

II.1) Die Gründungspersönlichkeiten

Dr. Herbert Kraus

Viktor Reimann

II.2) Gründe für interne Parteidifferenzen ~ verhängnisvolle Personalpolitik und inhomogener Kader auf Länderebene

Verhängnisvolle Personalpolitik ~ Besetzungsproblematik hinsichtlich der Führungspositionen

Inhomogene politische Ausrichtung der Landesverbände

Dr. Fritz Stüber

Gordon Gollob

Die steirische Parteiatmosphäre als Nährboden der nächsten Parteigeneration

Das „Breitner-Komitee“ - Zusammenarbeit verschiedener Gruppen zur Verbreiterung der Basis

Die „Junge Front“

Die Folgen der Personalpolitik am Beispiel „Neuwirth“

Neuwirth - ein Opfer der „Aktion“

II.3) Äußere Anzeichen einer Krise

Wahlergebnisse 9.10.1949

Wahlergebnisse 22.2.1953

Das Problem der inhomogenen Wählerschaft

Keine klare politische Orientierung

Allgemeine politische Veränderungen

II.4)Stärkung der nationalen Kräfte durch die allgemeine Parteikrise

Das Scheitern der Regierungsverhandlungen ~ Auswirkungen auf die Parteizusammensetzung

Bundesverbandstag des VdU am 15./16. Mai 1956 - letzter Versuch Einheit zu demonstrieren

Ergebnisse und Auswirkungen der Wahlen vom 17. 10. 1954

weitere Verluste bei Landtagswahlen :

Gemeinderatswahlen 1955 Zurückdrängung des VdU

II.5) WdU ~ Nicht Regierungsfähig ?

Bundespräsidentschaftswahlen und ihre Auswirkungen auf den VdU

Die „Kraus - Eigenaktion“

II.6) Neuformierung des freiheitlichen Lagers

Politische Reaktivierung eines Symbols ~ Dipl. Ing. Reinthaller und der VdU

Zerfall der „alten“ Parteiorganisation

Letzter Rettungsversuch

Machtverschiebung innerhalb des VdU

III. Neubeginn ~ Gründung der FPÖ

III.1) Entstehung der „Freiheitspartei“

Neuordnung des national - freiheitlichen Lagers ~ keine einheitliche Richtung

schrittweise Reaktion der Landesgruppen:

Vollkommene Zersplitterung des VdU

Verschiedene Strömungen im nationalen Lager:

III.2) Durchbruch der Freiheitlichen

Finanzielle Probleme forcieren die Auflösung des VdU

Unionierung der freiheitlichen Gruppierungen

Erstes Wahlergebnis der „neuen“ Einheitspartei ~ Oberösterreichische Landtagswahlen (23. Oktober 1955)

III.3) Namensgebung der neuen Partei

III.4) Kurzparteiprogramm

III.5) 27. März 1956 ~ „Krisensitzung in Salzburg“

Gerüchte um die Kandidatenaufstellung

Unklarheiten bezüglich des weiteren Schicksals des VdU

III.6) Gründungsparteitag der FPÖ in Wien- Im Zeichen der Einheit

Richtlinien der neuen freiheitlichen Partei :

„Untergrunddasein“ ~ Schicksal der VdU–Restgruppen

III.7) Die Nationalratswahl 1956 – Belastungsprobe für die neue Partei

Wahlergebnisse - 13. Mai 1956 im Vergleich zu den Ergebnissen der letzten Nationalratswahlen

Parteiinterne Analyse des Wahlergebnisses

Innerer Zusammenhalt trotz negativer Wahlergebnisse

Sieger der Wahl – die große Koalition

III.8) Neuerlicher Versuch einer aktiven Mitregierung der FPÖ ~ „Gemeinsam mit der ÖVP für Dr. Denk“

III.9) Dritter Bundesparteitag in Salzburg

IV.) Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die turbulente Entwicklung und den Zerfall des "Vereins der Unabhängigen" (VdU) sowie die anschließende Neugründung der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern des VdU, die internen Machtkämpfe und die politische Atmosphäre der 1950er Jahre zu durchleuchten, die zur Transformation in eine neue, straffer organisierte Partei führten.

  • Ursachen des Zerfalls des VdU und die Auswirkungen der Personalpolitik von Dr. Herbert Kraus.
  • Die Rolle der verschiedenen Strömungen im national-liberalen Lager.
  • Politische Krisen, Wahlniederlagen und das Verhältnis zu den Großparteien.
  • Der Gründungsprozess der FPÖ und die Suche nach einer einheitlichen Identität.
  • Die Konsolidierung der Partei unter neuen Führungspersönlichkeiten wie Dipl. Ing. Reinthaller.

Auszug aus dem Buch

Dr. Herbert Kraus

Kraus, am 18. 11. 1911 in Agram geboren, entstammte einer altösterreichischen Offiziersfamilie. Sein Vater, ein kaiserlich-königlicher Generalstabsoffizier, fiel bereits 1914 am Beginn des Ersten Weltkrieges.

Bedingt durch die häufigen Ortswechsel während seiner Kindheit kam Kraus in Kontakt mit Volksgruppenproblematik (in Italien machten er und seine Mutter Erfahrungen mit der angespannten Situation zwischen Italienern und Deutschen nach dem Krieg) und Sozialismus („Johlende Menschen zogen mit der Fahne durch die Straßen, schlugen Auslagen ein und plünderten. Einem rann das Blut von der Hand.“- Darauf seine Mutter: „Das sind die Roten. Die werden uns auch noch das Letzte wegnehmen. `Gnad uns Gott, wenn sie die Oberhand gewinnen.“) .

Die christliche Erziehung, die er im bischöflichen Konvikt in Brixen und im Jesuitengymnasium in Feldkirch genossen hatte, prägte seine Haltung zur Kirche. Großen Eindruck hinterließen auch die Kriegserlebnisse eines Onkels, wenn dieser von Leichtsinn, Übermut und Sinnlosigkeit des Krieges erzählte.

Zusammenfassung der Kapitel

I.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die turbulente Geschichte des national-liberalen Lagers ein und umreißt die Fragestellung bezüglich der Hintergründe des VdU-Zerfalls sowie der Neugründung der FPÖ.

II.) Prozess des Zerfalls ~ Die Kluft zwischen liberalem und nationalem Lager: Das Kapitel beleuchtet die personellen, finanziellen und ideologischen Krisen, die den VdU destabilisierten, sowie die schwierige Integration unterschiedlicher politischer Strömungen.

III.) Neubeginn ~ Gründung der FPÖ: Hier wird der Prozess der Parteiauflösung und die anschließende Formierung der neuen Einheitspartei unter Einbeziehung neuer Führungskräfte beschrieben.

IV.) Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Faktoren des VdU-Scheiterns und die Konsolidierung der FPÖ zusammen.

Schlüsselwörter

VdU, FPÖ, Herbert Kraus, national-liberales Lager, Parteigründung, Personalpolitik, Wahlergebnisse, Dr. Reinthaller, Drittes Lager, politische Krise, Parteien in Österreich, 1950er Jahre, Entnazifizierung, Opposition, Regierungsverhandlungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Transformationsprozess des national-liberalen Lagers in Österreich zwischen 1949 und 1958, konkret den Übergang vom VdU zur Gründung der FPÖ.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind interne parteipolitische Differenzen, der Einfluss der Personalpolitik auf die Parteistabilität, der Umgang mit Wahlniederlagen und die Versuche der politischen Neupositionierung im Kontext der österreichischen Nachkriegsgeschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, warum der VdU scheiterte, welche Rolle Persönlichkeiten wie Kraus oder Reinthaller spielten und wie die FPÖ als "neue" Partei aus diesen Zerfallsprozessen hervorging.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf eine Analyse von Primärquellen wie Zeitungsartikeln und Sekundärliteratur, ergänzt durch die politischen Erinnerungen der Parteigründer Kraus und Reimann sowie kritische Analysen von Parteiprogrammen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Zerfallsgründe des VdU (Personalpolitik, regionale Unterschiede, Wahlergebnisse) und den Prozess der Neugründung der FPÖ bis hin zu ihrer Konsolidierung und den frühen Mitregierungsversuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind VdU, FPÖ, politisches Lager, Personalpolitik, national-liberale Gesinnung, Parteigeschichte, 1950er Jahre und Transformation.

Warum scheiterte der VdU letztlich?

Der VdU scheiterte an einer Kombination aus internen Zerwürfnissen, einer inhomogenen Wählerschaft, finanziellen Problemen und einer von den Großparteien dominierten politischen Umgebung, die dem VdU keinen dauerhaften Platz als dritte Macht einräumte.

Wie unterschied sich die FPÖ vom VdU?

Die FPÖ war laut der Arbeit kleiner, straffer organisiert und verfügte über eine einheitlichere politische Linie als der VdU, wobei sie den Prozess der Ablösung von alten Strukturen mit einer "neuen" Symbolik verband.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zerfall und Neubeginn – Die Gründung der FPÖ
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Das „Dritte Lager“ ~ Zwischensammlung der Nationalen und Populismus (Seminar)
Note
Sehr Gut
Autor
Silvia Kornberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
43
Katalognummer
V121354
ISBN (eBook)
9783640255856
ISBN (Buch)
9783640256587
Sprache
Deutsch
Schlagworte
FPÖ VdU WdU Politik Österreich Zeitgeschichte Zerfall Neubeginn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silvia Kornberger (Autor:in), 1998, Zerfall und Neubeginn – Die Gründung der FPÖ, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121354
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  43  Seiten
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