„Wir sind die grundlegende Alternative“
Präambel der Satzung der Bundespartei Die Grünen, Gründungsparteitag 12./13.1.
1980, Karlsruhe, Abs. 1
Die Partei, die man in Deutschland unter dem Namen „Die Grünen“ kennt, hat eine turbulente Geburt, einen rasanten
Aufstieg, heftige innere Konflikte und damit einhergehende einschneidende Veränderungen hinter sich. Ihre Wurzeln im
postmaterialistischen Wertewandel (und den daraus entstehenden Neuen Sozialen Bewegungen) liefern Aufschluss über die
soziokulturelle Entwicklung, die politische Kultur und die Gesellschaft an sich in der BRD der letzten Jahrzehnte. Bis heute bleiben Die Grünen ein Forschungsgegenstand, der weit mehr zu erzählen weiß als pure Parteienchronik, und dessen weitere Entwicklung spannend
bleibt.
Diese Arbeit soll also nicht nur die Genese und Geschichte der Grünen in Deutschland skizzieren, sondern dies auch immer in Hinblick auf spezifische Faktoren und Gegebenheiten tun, die sich hierzulande als
besonders fruchtbar für eine postmaterialistische Partei zeigen. Eine
Analyse der Wahlergebnisse und des Wählerpotenzials der Grünen soll
zeigen, welche Zukunft die Partei erwarten könnte.
Der Fall der britischen „The Green Party“ wiederum liefert einige konkrete
Hinweise, warum gerade in Deutschland eine Erfolgsgeschichte wie die der Grünen möglich war bzw. inwieweit in Großbritannien die Voraussetzungen weniger günstig lagen.
So soll ein möglichst genaues Bild einer Partei entstehen, die, wie diese Arbeit zeigen wird, gestern und heute als Vertreterin des Postmaterialismus und damit als gelungene Institutionalisierung von
politischer Veränderung gelten kann.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Ursprung, Entstehung und Theorie „postmaterialistischer“ Parteien
- 2.1 Postmaterialismus
- 2.2 Neue Soziale Bewegungen
- 2.3 Eine Definition „Grüner“ Parteien
- 3. „Die Grünen“ in der BRD
- 3.1 Gründung und Anfänge
- 3.2 Fundis vs. Realos
- 3.3 Regierungsbeteiligung 1998-2005
- 3.4 Gegenwart & Zukunft
- 4. Im Vergleich dazu: The Green Party in Großbritannien
- 4.1 The Green Party
- 4.2 Ungleiche Bedingungen in UK / BRD
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Partei „Die Grünen“ in Deutschland im Kontext des postmaterialistischen Wertewandels und der Neuen Sozialen Bewegungen. Sie analysiert die spezifischen Faktoren, die zum Erfolg der Grünen in Deutschland beigetragen haben, und vergleicht diese mit der Situation der Green Party in Großbritannien. Die Analyse der Wahlergebnisse soll Aufschluss über das zukünftige Potenzial der Partei geben.
- Die Grünen als Produkt des postmaterialistischen Wertewandels
- Der Einfluss der Neuen Sozialen Bewegungen auf die Gründung und Entwicklung der Grünen
- Innere Konflikte und Veränderungen innerhalb der Partei („Fundis“ vs. „Realos“)
- Vergleich der Grünen in Deutschland und der Green Party in Großbritannien
- Analyse des Wählerpotenzials und der zukünftigen Perspektiven der Grünen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 bietet eine Einleitung und stellt die Forschungsfrage vor. Kapitel 2 beleuchtet den postmaterialistischen Wertewandel nach Inglehart und die Rolle der Neuen Sozialen Bewegungen bei der Entstehung der Grünen. Kapitel 3 beschreibt die Gründung und Entwicklung der Grünen in Deutschland, einschließlich der inneren Konflikte und der Regierungsbeteiligung. Kapitel 4 vergleicht die Situation der Grünen in Deutschland mit der der Green Party in Großbritannien, wobei unterschiedliche Rahmenbedingungen hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Die Grünen, Postmaterialismus, Neue Soziale Bewegungen, Wertewandel, Parteientwicklung, Regierungsbeteiligung, Wahlanalyse, Großbritannien, Green Party, Fundis, Realos.
Häufig gestellte Fragen
Warum werden "Die Grünen" als postmaterialistische Partei bezeichnet?
Weil ihre Gründung auf einem Wertewandel basiert, bei dem immaterielle Werte wie Umweltschutz, Selbstbestimmung und Bürgerrechte wichtiger wurden als rein wirtschaftliches Wachstum.
Welche Rolle spielten die "Neuen Sozialen Bewegungen"?
Die Anti-Atomkraft-Bewegung, die Friedensbewegung und die Frauenbewegung waren die wesentlichen Wurzeln, aus denen die Partei 1980 hervorging.
Was war der Konflikt zwischen "Fundis" und "Realos"?
Es war ein innerparteilicher Richtungsstreit zwischen Fundamentalisten (Bewahrung der Ideale ohne Kompromisse) und Realpolitikern (Bereitschaft zur Regierungsbeteiligung durch Kompromisse).
Warum waren die Grünen in Deutschland erfolgreicher als in Großbritannien?
Gründe liegen unter anderem im deutschen Verhältniswahlrecht, das kleineren Parteien bessere Chancen bietet als das britische Mehrheitswahlrecht.
Wann waren die Grünen zum ersten Mal an der Bundesregierung beteiligt?
Die erste Regierungsbeteiligung auf Bundesebene fand von 1998 bis 2005 in einer Koalition mit der SPD statt.
- Quote paper
- Friedemann Karig (Author), 2008, "Die GRÜNEN - Eine postmaterialistische Partei", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121418