Die verschiedenen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten werden in der Gesellschaft immer häufiger thematisiert. Nach der heteronormativen Denkweise wird davon ausgegangen, dass Sexualität ausschließlich zwischen zwei verschiedenen Geschlechtern stattfinden kann. Durch die Entwicklung des Begriffs LSBTIQ* wird die aktuelle Entwicklung der unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten sichtbar. Schließlich gibt es nicht mehr die eine heterosexuelle Orientierung und das eine weibliche beziehungsweise männliche Geschlecht. Die Entfaltung der verschiedenen sexuellen Orientierungen und Identitäten gestaltet sich als sehr vielfältig und interessant zugleich.
Auf der gesellschaftlichen Ebene existieren zu der Entwicklung noch viele ambivalente Denkweisen und Meinungen. Trotz der Abschaffung des Paragrafen 175 des Strafgesetzbuchs, in denen sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe standen, sind LSBTIQ* Personen noch häufig von Diskriminierungen, Vorurteilen und Stigma betroffen. Sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf struktureller Ebene gibt es noch immer Werte, Normen und Richtlinien, welche dazu führen, dass die LSBTIQ*-Community benachteiligt wird und zu einer Minderheitsgruppe in der Gesellschaft zählt.
Die Aktualität der fehlenden Akzeptanz und Toleranz hat in den letzten Jahren und Monaten immer häufiger dazu geführt, dass sich die LSBTIQ*-Community für eine Sensibilisierung der Problemstellung stark gemacht hat. Immer mehr Personen aus dem öffentlichen Bereich nutzen ihre Möglichkeiten, um die LSBTIQ*- Community zu unterstützen, damit diese trotz der Ausgrenzung einen Platz in der Gesellschaft finden können. Heutzutage engagieren sich verschiedene Organisationen für die Stärkung und die Weiterführung der Rechte dieser Personengruppe. Dazu zählen zusätzlich Interventionen der Sozialen Arbeit, um die Partizipation dieser Personengruppen zu ermöglichen.
Zu Beginn ist eine Definition des Begriffs LSBTIQ* erforderlich. Darauf aufbauend werden die aktuelle gesellschaftliche und rechtliche Situation dieser Personengruppe beleuchtet und zusätzliche Entstehungen von Diskriminierung erläutert. Argumentativ soll deutlich gemacht werden, welche Möglichkeiten die Öffentlichkeitsarbeit und Soziale Arbeit in Bezug auf die Partizipation der LSBTIQ*- Community haben und wie diese funktionieren können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition LSBTIQ*
2.1 Homosexualität und Bisexualität
2.2 Transgender
2.3 Intersexualität
2.4 Queer
3 Rechtliche und gesellschaftliche Ebene
3.1 Rechtliche Situation
3.2 Gesellschaftlicher Kontext
4 Partizipationsmöglichkeiten
4.1 Partizipation
4.1.1 Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit
4.2 Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die zur Diskriminierung der LSBTIQ*-Community führen, und analysiert Möglichkeiten zur Stärkung der Gleichbehandlung durch Soziale Arbeit und Partizipation.
- Definition und Vielfalt der LSBTIQ*-Identitäten
- Rechtliche Rahmenbedingungen und strukturelle Diskriminierung
- Gesellschaftliche Normen und Heteronormativität
- Methoden der Partizipation und Öffentlichkeitsarbeit
- Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit zur Identitätsstärkung
Auszug aus dem Buch
4.2 Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
Die LSBTIQ*-Community stellt sich als eine Minderheitsgruppe in der Gesellschaft dar und benötigt an Unterstützung und Förderung. Besonders im Bereich der Partizipation muss dies ermöglicht werden, denn die betroffenen Personen müssen dazu befähigt werden in der Gesellschaft mit teilhaben zu können, trotz der mehrheitlichen heterosexuellen Orientierung und der noch immer zwei eindeutigen Geschlechtsidentitäten.
Die Soziale Arbeit bietet verschiedene Interventionsmöglichkeiten im Bereich der LSBTIQ*-Community. Durch die immer noch aufkommende Diskriminierung an Lesben, Schwulen und Bisexuellen Menschen gewährt die Soziale Arbeit einen Schutz und unterstützt diese Personengruppe. Die Begleitung der Personen während des öffentlichen Bekenntnisses zu ihrer sexuellen Orientierung oder Identität kann in vielen Fällen hilfreich sein. Auch den Schutz und die Sicherheit während möglicher Konflikte versucht die Soziale Arbeit zu ermöglichen. Beratungsstellen durch die Soziale Arbeit sind eine erste Anlaufstelle zur Hilfe (vgl. Buba, Vaskovics, & Weiss, 2001, S. 235f.). Der erste Kontakt und die erste Befragung der betroffenen Person erfolgen. Bei der Beratung werden meistens Fragen und Anliegen geklärt. Besonders viele Personen suchen eine Beratungsstelle während des Outings auf, welches nach Rauchfleisch einen Prozess darstellt (vgl. Rauchfleisch, 2012, S. 70). Besonders die Identitätsfindung und sowohl die positiven als auch negativen Folgen sollten aufgezeigt werden. Viele Beratungsstellen der Sozialen Arbeit verweisen darauf, persönliche Gespräche mit der Familie und dem Freundeskreis zu führen, um mögliche Konflikte zu vermeiden und ansonsten zu lösen. Durch die Expertenarbeit besteht die Möglichkeit, dass ein*e Sozialarbeiter*in bei den persönlichen Gesprächen anwesend ist. Trotz der Unterstützung der Sozialarbeiter*innen kann es aber in Einzelfällen zur Abweisung, Ausgrenzung und Diskriminierung kommen (vgl. Rauchfleisch, 2012, S. 67).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Sichtbarkeit sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten sowie die weiterhin bestehende Diskriminierung der LSBTIQ*-Community, trotz gesellschaftlicher Fortschritte.
2 Definition LSBTIQ*: Dieses Kapitel definiert den Begriff LSBTIQ* und erläutert die verschiedenen sexuellen Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten, um ein grundlegendes Verständnis zu schaffen.
3 Rechtliche und gesellschaftliche Ebene: Hier werden die rechtliche Situation und die gesellschaftlichen Strukturen, insbesondere die Heteronormativität, als Ursachen für strukturelle und alltägliche Diskriminierung beleuchtet.
4 Partizipationsmöglichkeiten: Dieses Kapitel erörtert Konzepte der Partizipation, Öffentlichkeitsarbeit und spezifische Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit zur Stärkung der Community.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz Fortschritten in der Sichtbarkeit weiterhin ein Mangel an Akzeptanz herrscht und die Soziale Arbeit ihre Interventionsstrategien zur Förderung der Partizipation weiter ausbauen sollte.
Schlüsselwörter
LSBTIQ*, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Partizipation, Heteronormativität, Identität, Öffentlichkeitsarbeit, Menschenrechte, Minderheitenschutz, Empowerment, gesellschaftliche Normen, Gleichbehandlung, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, Intervention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Diskriminierungserfahrungen der LSBTIQ*-Community und untersucht, wie Soziale Arbeit dazu beitragen kann, die Partizipation und Akzeptanz dieser Personengruppe zu stärken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den zentralen Themen gehören die begriffliche Klärung von LSBTIQ*, die Analyse rechtlicher und gesellschaftlicher Barrieren sowie die Darstellung methodischer Ansätze der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der Partizipation aufzuzeigen und zu diskutieren, wie soziale Akteure Diskriminierung präventiv entgegenwirken und die Lebenswelt von LSBTIQ*-Personen verbessern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Studien und Berichten zur rechtlichen und gesellschaftlichen Lage der LSBTIQ*-Community basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Untersuchung struktureller Diskriminierung (rechtlich/gesellschaftlich) und die Erarbeitung von Handlungsstrategien für die Soziale Arbeit, wie Beratung und Öffentlichkeitsarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie LSBTIQ*, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Partizipation, Empowerment und Heteronormativität charakterisieren.
Welche Rolle spielen gesellschaftliche Normen laut der Autorin?
Die Autorin hebt hervor, dass die gesellschaftliche Norm der Heterosexualität eine zentrale Ursache für die Ausgrenzung und Marginalisierung von Personen darstellt, die diesem binären System nicht entsprechen.
Warum ist das "Empowerment" für diese Arbeit von Bedeutung?
Empowerment gilt als ein grundlegendes Konzept, da es die Selbstbefähigung und Selbstbestimmung der Betroffenen fördert und es ihnen ermöglicht, sich aktiv gegen Ausgrenzungsprozesse zu wehren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Partizipationsmöglichkeiten im Bereich LSBTIQ*-Community. Durch welche Faktoren kann Diskriminierung entstehen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1214399