Das Thema der Bachelor Thesis ist die Kategorisierung von Weinabteilungen in Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern. Es soll veranschaulicht werden, anhand welcher Schwerpunkte sich die verschiedenen Handelsunternehmen im Aufbau der Weinabteilung unterscheiden und welche Preispolitik, unter Einbezug des Premiumbereichs, primär betrieben wird. Durch entsprechende Definition der Kategorisierung, Übertragung auf andere Entitäten und schließlich der Erstellung von vier Grundtypen der Weinabteilungen, soll praktisch dargestellt werden, inwiefern es möglich ist die Einkaufsstätten im Bezug zu Wein klar voneinander zu unterscheiden.
Die empirische Studie zeigt, dass sich unabhängig des Handelsunternehmens, der Schwerpunkt der Weine im mittleren Preissegment befindet, zwischen 4 - 6 Euro pro Flasche. Die Sortimentsgrundlagen sind meist ähnlich gehalten, mit einem hohen Anteil an deutschen Weinen. In sämtlichen Lebensmittelseinzelhandelsläden sind Weine jeder Preisklasse vertreten, dennoch in Beziehung zum Premiumbereich (> 10 €/Fl) geht das Sortiment nicht über ein Zehntel des Gesamtumfangs hinaus. Die Wertigkeit der Abteilung nimmt unterschiedliche Formen bei den Unternehmensketten an und befindet sich stetig in Umstrukturierung und Anpassung an die vom Kunden gefragten Weine. Generell ist das Weinangebot regional sehr stark ausgerichtet und steht klar im Vordergrund. Die allgemeine Darstellung der Weine ist oft gleich gehalten und es findet keine deutliche Unterscheidung zu anderen Qualitätsstufen statt. Weine der alten Weinbauländer sind neben Deutschland am stärksten vertreten. Überseeweine stammen meistens nur aus schon etablierten Ländern und Regionen, sie sind mit geringen Stückzahlen vertreten. Der Rotweinanteil der Weine dominiert klar und liegt bei über 60%, der Rest entfällt mit 30% auf Weiß- und 10% auf Roséwein.
Man versucht dem Kunden alles in einer Weinabteilung zu bieten und will dabei auch das Einkaufsempfinden steigern, aber meist bleibt dabei die Umsetzung auf der Strecke. Unabhängig der Einflussfaktoren sind die Weinabteilungen der meisten Anbieter unterschiedlich strukturiert. Durch die Verflechtung mit anderen Abteilungen, wie z.B. Fleisch- und Käseabteilungen, wird Wein mit Essen zunehmend in den Vordergrund gehoben. Kein Handelsunternehmen verfolgt einen wirklich einheitlichen Stil. Alle Anbieter weisen im Weinbereich die gleichen Ansätze auf und versuchen sich dennoch zu unterscheiden, jedoch mit geringem Erfolg.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
1.2. AUFBAU DER THESIS
2. Grundlagen
2.1. BEGRIFFSDEFINITIONEN
2.1.1. Kategorisierung
2.1.2. Handel
2.1.3. Premiumweine im Handel
2.1.4. Lebensmittelhandelsunternehmen
2.2. BETRIEBSFORMEN IM LEH
2.3. FUNKTIONEN VON KATEGORISIERUNGEN
2.3.1. Psychologische Aspekte
2.3.2. Übertragbarkeit auf andere Entitäten
2.3.3. Verbindungen zum Marketing
2.3.4. Kategorisierung im Handel und dessen Nutzen
3. Entwicklungen einer Weinabteilung
3.1. EINFLUSSFAKTOREN
3.1.1. Persönliche Positionierung im Handelsmarkt
3.1.2. Kundenorientierung
3.1.3. Kundenumfeld
3.1.4. Standorte der Einkaufsstätte
3.1.5. Marktwandel
3.1.6. Ursachen für die Verlagerung des Handels
3.1.7. Betriebsinterne Einflüsse
3.2. MESSGRÖßEN ZUR ERFASSUNG DER SORTIMENTSSCHWERPUNKTE
3.2.1. Marktbeobachtung
3.2.2. Instrumente zur Erfassung der Einkaufsgewohnheiten
3.3. BESTANDTEILE EINER WEINABTEILUNG
3.4. OPTIK DER WEINABTEILUNG & ANDERER BEREICHE IM LEH
3.5. UNTERSCHEIDUNGSMERKMALE DER WEINABTEILUNG AUFGRUND DER EINKAUFSSTÄTTE
3.5.1. Schwerpunkte im Verbrauchermarkt
3.5.2. Schwerpunkte im SB-Warenhaus
3.6. ZUSAMMENFASSUNG
4. Methodenentwicklung für Weinabteilungen
4.1. TYPIZITÄTEN VON WEINABTEILUNGEN
4.1.1. Standardabteilung
4.1.2. Entwickelte Standardabteilung
4.1.3. Premiumabteilung
4.1.4. Kultweinabteilung
4.2. WEITERE ANSATZPUNKTE
4.3. RADIUS DER EINKAUFSSTÄTTENANALYSE
4.4. EMPIRISCHE STUDIEN
4.5. ZUSAMMENFASSUNG
5. Einkaufsstättenanalyse
5.1. PROFILE DER UNTERSUCHTEN LEH´S
5.1.1. Unternehmen 1
5.1.2. Unternehmen 2
5.1.3. Unternehmen 3
5.1.4. Unternehmen 4
5.1.5. Unternehmen 5
5.1.6. Unternehmen 6
6. Kategorisierung der Weinabteilungen
6.1. EINTEILUNG IN VIER HAUPTGRUPPEN
6.2. BEGRÜNDUNGSMERKMALE
6.2.1. Standardabteilung
6.2.2. Entwickelte Standardabteilung
6.2.3. Premiumabteilung
6.2.4. Kultweinabteilung
6.3. ZUORDNUNGSPROBLEMATIK IM LEH
7. Ergebnisse der empirischen Studie
7.1. BEWERTUNG DER ERGEBNISSE
7.2. ANSATZPUNKTE ZUR WEITEREN FORSCHUNG
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor Thesis befasst sich mit der Kategorisierung von Weinabteilungen im Lebensmitteleinzelhandel (insbesondere Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser). Ziel ist es, durch die Analyse von 17 Einkaufsstätten ein Ordnungssystem zu entwickeln, das Weinabteilungen in vier spezifische Typen unterteilt, um die Sortimentsgestaltung und das Einkaufserlebnis besser vergleichbar zu machen.
- Grundlagen der Kategorisierung im Einzelhandel
- Einflussfaktoren auf das Weinsortiment (Standort, Kundenumfeld, Marktwandel)
- Methodenentwicklung für die Analyse von Weinabteilungen
- Empirische Untersuchung von Handelsketten und deren Wein-Profilen
- Differenzierung des gehobenen Weinsegments (Premiumweine)
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Standardabteilung
Die Standardweinabteilung ist die einfachste Form einer Weinabteilung und weist unter 6 Gondelköpfe auf. Hier werden entsprechend Aktionswaren oder Restposten präsentiert. Das Sortiment besteht aus unter 300 verschiedenen Weinarten, hat in der Regel 50 unterschiedliche Sektsorten, ein paar einzelne Champagnermarken und maximal 100 Spirituosen. Das Weinsortiment ist sehr breit gefächert und führt vor allem Standardweinsorten. Die dort betriebene Preispolitik der Weine bewegt sich zwischen Niedrig– bis unterem Mittelpreissegment (< 3,99 – 5 €/Fl). Der Premiumbereich spielt eine untergeordnete Rolle und macht entsprechend wenig aus.
Die optische Gestaltung der Weinabteilung ist einfach gehalten. Meist ist nur ein optischer Ansatzpunkt vorhanden, im Bereich der Beleuchtung oder der Darstellung des Sortiments. Sonst sind keine weiteren Unterscheidungsmerkmale zu anderen Bereichen des Marktes gelegt. Das Weinsortiment an sich ist kaum unterschieden und nur geringfügig unterteilt. Es gibt meist keine direkte Länderunterteilung und das Sortiment ist in mehreren Regalmetern nebeneinander aufgestellt. Die Weine werden meist in gleichartigen Regalen wie die restlichen Waren des LEH´s angeboten und nicht weiter unterschieden. Die Weinabteilung unterscheidet dadurch in kaum einer Weise von anderen Abteilungen in der Einkaufsstätte und hebt sich somit nicht weiter vom Markt ab. Das Sortiment weißt nur die nötigsten Weinsorten und Länderweine auf und ist generell sehr einfach strukturiert. Weine besonderer Hersteller oder VDP-Weine sind kaum vorhanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Bedeutung der Kategorisierung ein und definiert das Ziel, Weinabteilungen in vier Hauptgruppen zu klassifizieren.
2. Grundlagen: Hier werden die theoretischen Begriffe rund um Kategorisierung, den Handel und die Rolle von Premiumweinen im Lebensmitteleinzelhandel beleuchtet.
3. Entwicklungen einer Weinabteilung: Das Kapitel beschreibt die verschiedenen Einflussfaktoren, wie Standort und Kundenumfeld, die über die Gestaltung und das Sortiment einer Weinabteilung entscheiden.
4. Methodenentwicklung für Weinabteilungen: In diesem Teil wird das methodische Vorgehen zur Kategorisierung der Weinabteilungen, basierend auf der Erstellung von vier spezifischen Modellen, dargelegt.
5. Einkaufsstättenanalyse: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Untersuchung der Profile verschiedener Handelsunternehmen auf Basis der empirischen Marktanalyse.
6. Kategorisierung der Weinabteilungen: Hier erfolgt die eigentliche Einteilung der untersuchten Märkte in die vier Kategorien, gestützt auf die im vorangegangenen Kapitel gewonnenen Daten.
7. Ergebnisse der empirischen Studie: In diesem Kapitel werden die Beobachtungen der empirischen Untersuchung bewertet und Ansätze für zukünftige Forschung aufgezeigt.
8. Zusammenfassung: Abschließend wird die gesamte Thematik der Bachelor Thesis komprimiert dargestellt und die wesentlichen Erkenntnisse zur Typisierung von Weinabteilungen zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Weinabteilung, Lebensmitteleinzelhandel, Kategorisierung, Sortimentsgestaltung, Premiumweine, Handelsmarketing, Verbrauchermarkt, SB-Warenhaus, Kaufverhalten, Handelsketten, Marktanalyse, Kundenorientierung, Warenpräsentation, Preisstrategie, Eigenmarken.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Weinabteilungen in Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern strukturiert sind und wie sie durch ein Kategorisierungssystem in vier Klassen (Standard, entwickelte Standard, Premium, Kult) unterteilt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Bedeutung von Kategorien, Einflussfaktoren wie Standort und Zielgruppe sowie die optische und sortimentstechnische Gestaltung der Weinregale im Einzelhandel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Überblick über verschiedene Weinabteilungstypen im LEH zu verschaffen und durch die Identifikation von Unterscheidungsmerkmalen eine objektive Einordnung der Handelsbetriebe zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Analyse, bei der 17 Einkaufsstätten (Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser) anhand von Kriterien wie Sortimentstiefe, Preisgestaltung, Optik und Service vor Ort untersucht wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Handels, die Analyse der Einflussfaktoren auf das Weinsortiment sowie die konkrete Darstellung der Profile verschiedener untersuchter Lebensmittelhandelsketten.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Kategorisierung", "Wein-Sortimentsgestaltung", "Premium-Segment im LEH", "Handelsmarketing" und "Einkaufsstättenanalyse" definiert.
Warum spielt die Kaufkraft für die Kategorisierung eine so wichtige Rolle?
Die soziale Bevölkerungsstruktur und die finanzielle Kaufkraft des Einzugsgebiets bestimmen maßgeblich, ob ein Markt eher ein Standard-Sortiment mit Fokus auf Niedrigpreise führt oder ein hochpreisiges Premium-Angebot mit Fachhandelscharakter präsentieren kann.
Gibt es große Unterschiede bei den Eigenmarken der Handelsketten?
Ja, die Arbeit stellt fest, dass Handelsketten wie Unternehmen 6 eine sehr starke Strategie bezüglich Eigenmarken verfolgen, während andere, wie etwa Unternehmen 4, kaum eigenständige Marken in diesem Bereich führen.
Wie unterscheidet sich eine "Kultweinabteilung" von einer "Premiumabteilung"?
Die Kultweinabteilung zeichnet sich besonders durch eine exklusive, individuelle Raritätenauswahl und ein fundiertes Fachwissen des Personals aus, die weit über das Standard-Angebot der Premiumabteilung hinausgehen.
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- Florian Gläser (Author), 2009, Kategorisierung von Weinabteilungen im Lebensmitteleinzelhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121446