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Vergleichende Gegenüberstellung kognitivistischer und psychoanalytisch-feministischer Analysemethoden am Beispiel von David Finchers 'Fight Club'

Title: Vergleichende Gegenüberstellung kognitivistischer und psychoanalytisch-feministischer Analysemethoden am Beispiel von David Finchers 'Fight Club'

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Thiele (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

„Oberflächenrausch“, so überschreibt Jens Eder seinen Essayband über das postmoderne/-klassische Kino der 90er, das ist „die Inszenierung von Oberflächen, das Design von Texturen. Licht und Schatten, Glanz und Stumpfheit, Haut und Membran.“ FIGHT CLUB (David Fincher, 1999) ist in vielerlei Hinsicht der ultimative Oberflächenrausch zum Ende des Mil-lenniums. Aber was verbirgt sich hinter den körperlichen (Haut und Körper) und ideologi-schen (Männlichkeit, Kapitalismus) Fassaden, die in diesem Film so systematisch zerstört werden? Und wie kann dieser Oberflächenrausch und seine Zerschlagung gedeutet werden? Dieser Frage möchte ich mich von zwei wissenschaftlichen Positionen annähern, die sich in ihrer Methodik diametral gegenüberstehen: Kognitivismus und Poststrukturalismus.
In einem ersten Teil der Arbeit soll es mir um einen kurzen Vergleich der beiden Forschungs-richtungen gehen. Basierend auf einer tabellarischen Gegenüberstellung (siehe Anhang) von Methode, Herangehensweise und geistesgeschichtlichem Hintergrund möchte ich in einem zweiten Teil die herausgearbeitete theoretische Folie über den Film legen. FIGHT CLUB bietet auf der rein denotativen Ebene für eine kognitivistische Analyse ein Reihe von Zugängen und interessanten Fragestellungen, deren konnotative Hintergründe dann für eine poststrukturalis-tische (hier: psychoanalytisch-feministisch) Betrachtung Ansatzpunkt für eine vertiefende Analyse sein können. Für eine kognitivistische Herangehensweise bietet sich vor allem die Narrationstheorie von BORDWELL an, die ich schlaglichtartig zur Verdeutlichung der Ar-beitsweise auf den Film anwenden werde. Demgegenüber gestellt werde ich den poststruktu-ralistischen Zugang zum Film am Beispiel einer feministischen Analyse herausarbeiten, um in einem abschließenden Teil zu einer Bewertung der beiden grundsätzlich verschiedenen Zu-gänge in Bezug auf Nützlichkeit, Anwendbarkeit und Erkenntnisgewinn zu kommen. Ob der von BORDWELL eingeleitete cognitive turn in den Filmwissenschaften tatsächlich einen konstruktiven Beitrag zum Verständnis von Filmen leistet und ob die von den Kognitivisten vorgetragene Kritik an den Grand Theories berechtigt ist, stelle ich im Weiteren zur Diskus-sion.
Für die psychoanalytisch-feministische Analyse Fight Clubs werde ich mich an der These orientieren, dass der Film sich zwar vordergründig als >Männerfilm< darstellt, eigentlich aber einen Abgesang auf Männlichkeit, Patriarchat und damit unweigerlich auf ein kapitalistisches und frauenfeindliches System darstellt und seine eigentliche Heldin in der Figur Marla Singers findet. Da ich den Film als bekannt voraus setzen kann, verzichte ich auf eine Inhaltsangabe im Fließtext und verweise auf das Sequenzprotokoll im Anhang.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 POST-THEORIE VS. GRAND THEORY – EINE ABGRENZUNG

2.1 Postrukturalismus: Theorie und Methode

2.1.1 Psychoanalyse

2.1.2 Feminismus

2.2 Kognitivistische Filmanalyse

3 FIGHT CLUB ZWISCHEN POSITIVISMUS UND HERMENEUTIK

3.1 Was leistet die kognitivistische Filmanalyse nach Bordwell?

3.1.1 Bordwell angewandt auf Fight Club

3.2 Warum Psychoanalyse und Feminismus helfen können

3.2.1 Blickstrukturen

3.3.2 Kritik an Patriarchat und Kapitalismus

3.2.3 Eine neue Männlichkeit/Weiblichkeit?

3.2.3.1 Marla Singer als Heldin der Geschichte

3.2.3.2 Bob als Zwischenstadium

4 FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Ansätze der kognitivistischen Filmanalyse und der psychoanalytisch-feministischen Filmanalyse am Beispiel von David Finchers Film Fight Club. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie diese methodisch unterschiedlichen Herangehensweisen zur Deutung von Filmen beitragen können und ob eine Synthese der beiden Ansätze möglich oder sinnvoll ist.

  • Vergleich von Kognitivismus und Poststrukturalismus/Grand Theories
  • Analyse der narrativen Struktur von Fight Club nach Bordwell
  • Untersuchung von Blickstrukturen und Geschlechterrollen im Film
  • Kritik an Patriarchat und Kapitalismus im filmischen Kontext
  • Bewertung der Erkenntnismöglichkeiten beider wissenschaftlicher Methoden

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Bordwell angewandt auf Fight Club

Während sich FIGHT CLUB über die ersten 108 Minuten als ein zwar atemberaubend gefilmter, mit zahlreichen ironischen Brüchen und selbstreflexiven Momenten angereicherter, doch von seiner Narration halbwegs linear und konventionell erzählter Film präsentiert, so scheint unserem sicher geglaubten Wissen über das Verhältnis der drei Protagonisten Jack, Tyler Durden und Marla Singer in Seq.31 (TC: 01:48:30) buchstäblich der Boden entzogen zu werden. Der Film präsentiert sich plötzlich als vollkommene Fiktion in der Fiktion, als Illusion und subjektive Erzählung eines offensichtlich an Schizophrenie leidenden Erzählers, der den ZuschauerInnen eigentlich als leidender und kranker, aber durchaus intelligenter, eloquenter und kritischer Partner zur Seite gestellt wurde. Damit hebt der Film die Konsistenz des fiktionalen Raumes auf und stellt die Wahrnehmung und Vorstellungskraft des Publikums auf eine harte Probe. An diesem Punkt könnte eine kognitivistische Narrationsanalyse einsetzen und erklären, mit welchen Mitteln der Regisseur diesen Bruch dennoch plausibel erscheinen lässt oder wie RezipientInnen diese erzählerische Wendung verarbeiten. Ziel einer kognitivistischen Narrationsanalyse wäre also, formale und narrative Hinweise auf den Storytwist in Seq.31 zu finden und so das Verständnis filmischer Wirkungsweisen zu erhöhen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des post-klassischen Kinos und Darlegung der Zielsetzung, Kognitivismus und Poststrukturalismus als Analysemethoden gegenüberzustellen.

2 POST-THEORIE VS. GRAND THEORY – EINE ABGRENZUNG: Theoretische Herleitung der Unterschiede zwischen der kognitivistischen Filmanalyse und den poststrukturalistischen "Grand Theories", einschließlich Psychoanalyse und Feminismus.

3 FIGHT CLUB ZWISCHEN POSITIVISMUS UND HERMENEUTIK: Praktische Anwendung der verschiedenen Analysemethoden auf David Finchers Fight Club zur Untersuchung von Narration, Blickstrukturen und gesellschaftskritischen Aspekten.

4 FAZIT UND AUSBLICK: Kritische Reflexion über den Erfolg der eigenen Analyse sowie Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen einer Synthese zwischen den untersuchten filmwissenschaftlichen Ansätzen.

Schlüsselwörter

Fight Club, Kognitivismus, Psychoanalyse, Poststrukturalismus, Filmanalyse, Narration, David Bordwell, Feminismus, Blickstrukturen, Männlichkeit, Kapitalismus, Dekonstruktion, Identität, Geschlechterrollen, Postmoderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert David Finchers Film Fight Club mit zwei methodisch unterschiedlichen wissenschaftlichen Zugängen: der kognitivistischen Filmanalyse und einer psychoanalytisch-feministischen Herangehensweise.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Narration, der Aufbau von Blickstrukturen, die Darstellung von Geschlechterrollen sowie die Kritik an kapitalistischen und patriarchalischen Strukturen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist ein Vergleich der Nützlichkeit, Anwendbarkeit und des Erkenntnisgewinns beider Methoden bei der Untersuchung eines modernen, komplexen Films.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kontrastiert die kognitivistische Methode (nach David Bordwell), die formale Aspekte und die Rezeptionspsychologie betont, mit dekonstruktivistischen Lesweisen, die kulturelle und psychoanalytische Kontexte fokussieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Anwendung beider Theorien auf Fight Club, untersucht die narrationstheoretische Auflösung des Films sowie die psychoanalytische Bedeutung der Figuren und deren Rollenbilder.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Filmanalyse, Kognitivismus, Psychoanalyse, Poststrukturalismus, Männlichkeitskrise und Dekonstruktion beschreiben.

Inwiefern spielt der Charakter Marla Singer eine besondere Rolle?

Die Arbeit untersucht Marla Singer als ambivalente Figur, die den klassischen Rollenklischees widerspricht und im Kontext der filmischen Dekonstruktion als starke Persönlichkeit betrachtet werden kann.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Methoden?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass beide Ansätze in ihrer radikalen Ausschließlichkeit jeweils wichtige Aspekte ausklammern, was die Schwierigkeit einer methodischen Synthese verdeutlicht.

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Details

Title
Vergleichende Gegenüberstellung kognitivistischer und psychoanalytisch-feministischer Analysemethoden am Beispiel von David Finchers 'Fight Club'
College
Ruhr-University of Bochum  (Medienwissenschaft)
Course
Post-klassisches Hollywoodkino
Grade
1,0
Author
Alexander Thiele (Author)
Publication Year
2005
Pages
35
Catalog Number
V121456
ISBN (eBook)
9783640260393
Language
German
Tags
Vergleichende Gegenüberstellung Analysemethoden Beispiel David Finchers Fight Club Post-klassisches Hollywoodkino Fincher Filmtheorie Hollywood
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Thiele (Author), 2005, Vergleichende Gegenüberstellung kognitivistischer und psychoanalytisch-feministischer Analysemethoden am Beispiel von David Finchers 'Fight Club', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121456
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