... sorgfältiger bearbeitet werden können. Eine höchst interessante und ansprechende Arbeit!
Einleitung: Nur wenigen Zeitgenossen wurde dermaßen viel Aufmerksamkeit zuteil wie Marilyn Manson. Die Menschen lassen sich regelrecht in zwei Gruppen teilen, in die, die ihn lieben und die, die ihn hassen. Dazwischen gibt es nicht viel. Der Name ist Programm. Manson (eigentlich Brian Warner) benennt sich nicht nur zweigeschlechtlich, er gibt sich auch sonst gerne in der Öffentlichkeit androgyn. Alle Bandnamen sind zusammengesetzt aus dem einer amerikanischen Pop-Ikone, zumeist weibliche Schönheiten wie Marilyn Monroe oder Twiggy, und einem brutalen Serienkiller, wie Charles Manson oder Ramirez. Er spielt mit den Geschlechtergrenzen, wo er nur kann. Mit jedem Album, das er und seine Band herausbringen, wechselt er seine Identität oder besser sein äußeres Erscheinungsbild, mit dem er sich dann völlig identifiziert. Es sagt von sich selbst, dass er alle zehn Minuten eine andere Person ist. Alles bei Marilyn Manson ist Inszenierung, ist gewollt, ist Kunst. Die Band ist nicht nur für die Musik da und um den Rest kümmern sich dann Plattenfirma und Management, nein, Marilyn Manson bestimmt alles selbst, bis zu einem gewissen Grad natürlich. Er
kümmert sich um die Videos, um die Promotion und um alles, was über seine Person geredet wird. Wer oder was ist Marilyn Manson? Ist er nun Marilyn oder Manson? Fast täglich gibt es neue Versuche seinem Geheimnis auf die Schliche zu kommen, neue Interpretationen und Definitionen, Skandale und Gerüchte, Erklärungsversuche und psychologische Gutachten. Doch das bringt rein gar nichts, außer der weisen Erkenntnis: Erwarte das Unerwartete.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Androgyne
2.1 Platon über kugelige Mannweiber und Weibmänner
2.2 Mansons Vorbilder
3 Von Glam, Pailletten und Plateausohlen
3.1 Triptychon, das Werk des Marilyn Manson
3.2 The Long Hard Road Out Of Hell
3.2.1 Das Video
3.3 The Dope Show
3.3.1 Das Video
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Inszenierung von Androgynie und Identitätswechseln im Werk von Marilyn Manson, wobei der Fokus insbesondere auf der visuellen Darstellung in Musikvideos sowie der bewussten Konstruktion von Kunstfiguren als Spiegel der Unterhaltungsindustrie liegt.
- Die philosophischen und historischen Wurzeln des Androgynen-Begriffs.
- Marilyn Mansons künstlerische Entwicklung und seine Vorbilder aus dem Glamrock.
- Die detaillierte Analyse der Musikvideos "The Long Hard Road Out Of Hell" und "The Dope Show".
- Die kritische Auseinandersetzung mit medialer Vermarktung und Starkult.
- Der Übergang von der Kunstfigur als Identität hin zur bewussten Illusion.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Das Video
Das Video zu “The Long Hard Road Out Of Hell” entstand 1997. Matthew Rolston, der auch als erfolgreicher Modefotograf und Werbefilmer arbeitet, führte Regie. Er hat unter anderem auch Videos für Madonna, Garbage, David Bowie und Lenny Kravitz gemacht.
Das Video kann visuell in drei Teile geteilt werden, in denen Marilyn Manson wiederum auch seine Kunstfigur bzw. sein Aussehen ändert. Eine jungfräuliche Gestalt begibt sich auf die Reise zu den Menschen. Als Einhorn nimmt man ihm alles was es hatte, seine Reinheit und Keuschheit. Von einer Gruppe von Menschen wird es kaltblütig hintergangen und in eine Falle gelockt. Sie verführen die unschuldige Gestalt auf hinterlistigste Art und Weise: Alle sehen auf den ersten Blick gleich aus, es scheint sich um eine einzige Person zu handeln. Das Wesen hat unwissend gesündigt.
Zum einen sehen wir Manson als heilige Jungfrau Maria mit Dornenkrone. Blutüberströmt schaut er den Betrachter aus einem barocken Bilderrahmen an. Ein anderes Mal begegnet er uns als Königin oder Herrscherin in einem prunkvollen Gewand, wie man es zuletzt im elisabethanischen Zeitalter sah. Sowohl das Bild der Maria als auch das der Königin Elizabeth, sind Sinnbilder für das Reine, das Jungfräuliche. So zeigt sich Manson zu Beginn des Videos sündenfrei und unschuldig. Die Bilder werden von einem rot dominiert, das allerdings nicht so recht ins jungfräuliche Bild passt. Da rot nun mal die Farbe der Leidenschaft, die Liebe und auch des Blutes ist. Es ist auch die Farbe jenes Blutes, dass Maria vergossen hat obwohl sie schwanger war, und was ihr die Jungfräulichkeit attestierte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Person Marilyn Manson und dessen bewusste Arbeit mit Inszenierung und Geschlechtergrenzen.
2 Das Androgyne: Theoretische Herleitung des Androgynie-Begriffs durch historische Bezüge und eine Analyse der musikalischen Einflüsse Mansons.
3 Von Glam, Pailletten und Plateausohlen: Darstellung des Glamrock-Kontexts und Untersuchung der Trilogie "Triptychon" sowie der spezifischen Musikvideos.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über Mansons Rolle als Ausnahmekünstler und dessen künstlerische Entwicklung nach der "Mechanical Animals"-Phase.
Schlüsselwörter
Marilyn Manson, Androgynie, Glamrock, Kunstfigur, Musikvideo, Triptychon, Identität, Geschlechtergrenzen, Omega, Inszenierung, Vermarktung, Starkult, The Dope Show, The Long Hard Road Out Of Hell, Popkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung von Marilyn Manson mit Geschlechterrollen und Identität, insbesondere im Kontext seiner Musikvideo-Produktionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Definition von Androgynie, die Verbindung zum Glamrock sowie die kritische Betrachtung der medialen Vermarktung und des Starkults.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Manson durch die ständige Neuerfindung seiner Kunstfigur die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verwischt und die Mechanismen der Unterhaltungsindustrie reflektiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kunst- und medienwissenschaftliche Analyse, gestützt durch Literaturrecherche und die visuelle Untersuchung von Musikvideos und Bildmaterial.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Einordnung (Platon, Glamrock), das Triptychon-Konzept und detailliert die Musikvideos "The Long Hard Road Out Of Hell" und "The Dope Show".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Androgynie, Inszenierung, Kunstfigur und mediale Vermarktung charakterisiert.
Wie spielt die Figur des "Omega" in die mediale Kritik hinein?
Die Figur des "Omega" dient als Sinnbild für das "außerirdische", manipulierte Wesen, das von der Medienindustrie als Sensation vermarktet wird, was Manson nutzt, um die Künstlichkeit des Starkults offenzulegen.
Welche Rolle spielt die visuelle Symbolik im Video zu "The Long Hard Road Out Of Hell"?
Das Video nutzt christliche und mythologische Symbole wie die Jungfrau Maria oder das Einhorn, um Konzepte von Reinheit und deren bewusste Entweihung im Kontext von Identitätsverwirrung darzustellen.
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- Dipl.Des. Antje Wolter (Author), 2002, From gloom to glam is more Ziggy than Iggy, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121513