Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union und der mit ihr zusammenhängenden Euro-Mediterranen Partner-schaft (EMP), welche die Beziehungen der EU zu den Mittelmeerdrittländern institutionalisiert. Zunächst werden die Grundlagen und Ziele der GASP definiert und erörtert. Im Anschluss daran erfolgt eine Analyse der an der GASP beteiligten Akteure und der verwendeten Instrumente, woraufhin eine Bewertung der Politik erfolgt. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der Euro-Mediterranen Partnerschaft als Beispiel für die holistische Natur der EU-Außenbeziehungen. Die EMP wird hierbei auf ihren Ursprung, ihre Grundlagen und Ziele untersucht und ebenfalls nach Akteuren und Instrumenten erörtert. Zum Abschluss wird eine Bilanz der Partnerschaft gezogen und ein kurzes Fazit gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2 Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU
2.1 Akteure
2.2 Instrumente
2.3 Bewertung
3 Die Euro-Mediterrane Partnerschaft
3.1 Ziele
3.2 Akteure
3.3 Instrumente
3.4 Bewertung
4 Fazit
5 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die Funktionsweise der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union sowie deren praktische Anwendung anhand der Euro-Mediterranen Partnerschaft (EMP), um die Diskrepanz zwischen den außenpolitischen Ansprüchen und der tatsächlichen Handlungsfähigkeit der EU aufzuzeigen.
- Strukturelle Analyse der GASP-Akteure und ihrer Entscheidungsprozesse
- Untersuchung der außenpolitischen Instrumente der EU
- Evaluierung der Euro-Mediterranen Partnerschaft als Beispiel holistischer EU-Außenbeziehungen
- Analyse von Hindernissen und Defiziten bei der Umsetzung politischer Reformen
- Reflexion über die Rolle der EU als globaler Sicherheitsakteur
Auszug aus dem Buch
2.1 Akteure
Obwohl die GASP im Grunde intergouvernmental ist, ist eine Vielzahl an Akteuren verschiedener Regierungsebenen im Prozess involviert (siehe Anhang 1). Der Europäische Rat besteht aus den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie dem Kommissionspräsidenten und tritt zweimal im Jahr zu Gipfeltreffen zusammen. Er bestimmt die Grundsätze und die allgemeinen Leitlinien der GASP inklusive verteidigungspolitischer Fragen und ist somit oberster Impulsgeber der GASP. Die Mitglieder des Europäischen Rates werden von den Außenministern und dem für Außenbeziehungen zuständigen Kommissionsmitglied unterstützt. Entscheidungen werden im Konsensverfahren, sprich nach dem Einstimmigkeitsprinzip, getroffen (Art. 4 EUV, Art. 13 EUV).
Der Vorsitz im Europäischen Rat rotiert im halbjährlichen Wechsel zwischen den EU-Mitgliedstaaten und ist treibende Kraft bei der Entscheidungsfindung im GASP-Bereich. Er organisiert alle Treffen und erarbeitet Kompromisse zwischen den Mitgliedstaaten, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Als Vertreter der EU und der GASP ist er für den politischen Dialog mit Drittstaaten oder internationalen Organisationen zuständig und für die koordinierende Geschäftsführung und Durchführung der im Bereich der GASP gefassten Beschlüsse verantwortlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Rolle der EU als globaler Akteur und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit, die GASP und die EMP zu untersuchen.
2 Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU: Detaillierte Darstellung der Akteure, der eingesetzten Instrumente sowie eine kritische Bewertung der GASP-Strukturen und -Effizienz.
3 Die Euro-Mediterrane Partnerschaft: Analyse der Ziele, Akteure und Instrumente des Barcelona-Prozesses sowie eine Bewertung der bisherigen Erfolge und Misserfolge.
4 Fazit: Zusammenfassende Bilanz, welche die strukturellen Defizite der GASP und die Herausforderungen der EMP im Kontext der europäischen Integration reflektiert.
5 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Rechts-, Text- und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Europäische Union, GASP, Euro-Mediterrane Partnerschaft, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Barcelona-Prozess, Krisenprävention, Diplomatie, Institutionen, Integration, Konditionierung, Stabilität, Mittelmeerraum, Reformpolitik, Souveränität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ausgestaltung und Wirksamkeit der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union und untersucht kritisch, wie diese im Rahmen der Euro-Mediterranen Partnerschaft zur Anwendung kommt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die institutionelle Struktur der GASP, die Rollenverteilung zwischen EU-Gremien und Mitgliedsstaaten, die diplomatischen Instrumentarien sowie die Herausforderungen der Zusammenarbeit mit den Mittelmeerdrittländern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu bewerten, inwieweit die EU in der Lage ist, als geschlossener internationaler Akteur aufzutreten, und warum bei der Umsetzung der außenpolitischen Ziele innerhalb der Partnerschaft mit den südlichen Nachbarn signifikante Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise, basierend auf der Auswertung von Verträgen, offiziellen Dokumenten, institutionellen Berichten sowie politikwissenschaftlicher Fachliteratur zur EU-Außenbeziehung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung der GASP-Akteure und Instrumente sowie eine vertiefende Analyse der Euro-Mediterranen Partnerschaft, inklusive einer kritischen Bewertung der jeweiligen Reformfortschritte und Hindernisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen GASP, Euro-Mediterrane Partnerschaft, Barcelona-Prozess, Konditionierung, Institutionelle Kohärenz und Europäische Integration.
Warum wird die Bilanz der Euro-Mediterranen Partnerschaft als teilweise enttäuschend bezeichnet?
Die Bilanz fällt aufgrund der strukturellen Blockaden innerhalb der EU, der Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Interessen und politischen Reformzielen sowie der mangelnden Umsetzungsbereitschaft autoritärer Partnerregierungen oft moderat aus.
Welche Rolle spielen "weiche" Regulierungsinstanzen in der GASP?
Da die GASP stark intergouvernemental geprägt ist und auf Konsens basiert, dominieren häufig diplomatische Erklärungen, informelle Netzwerke und wirtschaftliche Anreize gegenüber verbindlichen, operativen Eingriffen.
- Quote paper
- BA Mara Drochner (Author), 2007, Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union in Bezug auf die Euro-Mediterrane Partnerschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121515