Ziel dieser Arbeit ist es zu eruieren inwieweit Modelle des „Positive Leaderships“ für eine positive Organisationsentwicklung in unterschiedlichen Ländern eines international agierenden Unternehmens gleichermaßen genutzt werden können und aufzuzeigen welchen Einfluss Führungskräften auf eine positive Organisationsentwicklung und somit das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben.
Die sogenannte „VUCA-Welt“, welche von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität geprägt ist, beschreibt den Alltag vieler Unternehmen und deren Mitarbeiter. In einer schnelllebigen Zeit wie heute, mit dem Credo „schneller, höher, weiter“ und wachsender Konkurrenz am Markt sowie kontinuierlich neuen Trends, wird der Druck auf die Unternehmen stark erhöht. Länder oder sogar Kontinent übergreifend zu agieren ist mittlerweile durch den technologischen und logistischen Fortschritt für sehr viele Unternehmen eine Selbstverständlichkeit geworden.
Diese Rahmenbedingungen verursachen zugleich eine erhöhte Komplexität sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Neben unterschiedlichen Zeitzonen, möglichen Sprachbarrieren und unterschiedlichen Werten sowie kulturellen Prägungen, wächst der Druck auf die Führungskräfte und Mitarbeiter, da die Verschmelzung von Privat- und Berufsleben, sowie deren Gefühl stets erreichbar sein zu müssen stetig steigt. Dauerhafter Stress, Unsicherheiten und Frustration führen zu einer geringen Arbeitsmotivation und können auf Dauer krank machen.
Die Folge kann neben einer Steigerung der Fehlzeiten, Leistungsminderung und erhöhte Fluktuation darstellen, was unweigerlich zu erhöhten Kosten für das Unternehmen führt. Besonders in Zeiten des demografischen Wandels und den Kampf um gute und qualifizierte Mitarbeiter am Markt zeigt, wie wichtig es ist, dass Mitarbeiter möglichst dauerhaft zufrieden, gesund und daraus resultierend, leistungsfähig bleiben. Daher nimmt die Bedeutung ein attraktiver Arbeitgeber mit einer guten Unternehmens- und Führungskultur zu sein deutlich zu.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Positive Organizational Scholarship
2.1 Einfluss der Führungskraft auf die Beziehungsebene & die Gesundheit
2.2 PERMA Modell
2.3 PERMA Lead Konzept
2.4 Theoretische Reflexion und Ableitung der Forschungsfragen
3. Organisationskultur
3.1 Einfluss auf die Organisationskultur
3.2 Entwicklung der Kulturdimensionen der GLOBE Studie
3.2.1 Definition der neun Kulturdimensionen
3.2.2 Länder-Cluster
3.3 Anwendung Kulturdimensionen auf PERMA Modell
3.4. Darstellung der Kulturdimensionen anhand Ländercluster
3.4.1 Germanisches Europa
3.4.2 Subsahara
3.4.3 Mittlerer Osten
3.4.4 Südasien
3.4.5 Nordisch-Europa
3.4.6 Konfuzianisch-Asien
3.4.7 Anglo
3.4.8 Lateinamerika
4.4.9 Östlich-Europa
4.4.10 Romanisch-Europa
4. Ergebnis der Forschungsfrage
5. Diskussion – Reflexion des eigenen Vorgehens
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit das PERMA-Lead-Konzept in verschiedenen internationalen Kulturen erfolgreich für eine positive Organisationsentwicklung angewendet werden kann, um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern.
- Positive Organizational Scholarship (POS) und das PERMA-Modell
- Einfluss von Führungskräften auf Mitarbeitergesundheit und Arbeitszufriedenheit
- Kulturdimensionen der GLOBE-Studie und deren Auswirkungen auf Organisationen
- Anwendung von PERMA-Lead in unterschiedlichen Länder-Clustern
- Identifikation von förderlichen und hinderlichen kulturellen Faktoren für eine positive Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
3.4.4 Südasien
In dem Länder Cluster Südasien sind die Werte Bestimmtheit, Institutioneller Kollektivismus, Zukunftsorientierung und Unsicherheitsvermeidung durchschnittlich ausgeprägt. Auch hier werden eine hohe Machtdistanz (5,39), starker Gruppenkollektivismus (5,9) und eine geringe Geschlechtergleichheit (3,28) gelebt. Es scheint, dass Beziehungsorientierung durch die Humanorientierung und Handlungsfähigkeit ein wichtiger Faktor in der Führung ist. Die Leistungsorientierung ist besonders stark ausgeprägt, sodass Zielerreichung und gute Beziehungen sich auch in positiven Emotionen niederschlagen können. Partizipation sollte in der Organisation intensiver gelebt werden, um das PERMA Lead Konzept leben zu können, da eine hohe Machtdistanz aus den zuvor genannten Gründen nicht das PERMA Modell erfüllen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen der VUCA-Welt und begründet die Relevanz eines positiven Führungskonzepts für die Gesundheit der Mitarbeiter.
2. Positive Organizational Scholarship: Erläutert theoretische Modelle wie das PERMA-Modell und das PERMA-Lead-Konzept zur Förderung von Wohlbefinden in Organisationen.
3. Organisationskultur: Analysiert die Kulturdimensionen der GLOBE-Studie und deren Einfluss auf die Anwendbarkeit positiver Führungsansätze in verschiedenen Ländern.
4. Ergebnis der Forschungsfrage: Bewertet die Anwendbarkeit des PERMA-Lead-Konzepts unter Berücksichtigung unterschiedlicher kultureller Ausprägungen.
5. Diskussion – Reflexion des eigenen Vorgehens: Hinterfragt kritisch die Validität, Reliabilität und Methodik der verwendeten GLOBE-Studie sowie die eigene Übertragung auf das PERMA-Modell.
6. Fazit: Fasst zusammen, dass eine wertschätzende Führung weltweit essenziell bleibt, jedoch kulturelle Besonderheiten bei der Implementierung beachtet werden müssen.
Schlüsselwörter
Positive Leadership, PERMA-Modell, PERMA-Lead-Konzept, Organisationskultur, GLOBE-Studie, Kulturdimensionen, Mitarbeitergesundheit, Führungskraft, VUCA-Welt, Leistungsorientierung, Machtdistanz, Länder-Cluster, Arbeitszufriedenheit, Positive Psychologie, Mitarbeiterführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des "Positive Leadership"-Konzepts, speziell des PERMA-Lead-Modells, auf international agierende Unternehmen mit verschiedenen kulturellen Standorten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse der Positiven Psychologie mit der interkulturellen Managementforschung, basierend auf der GLOBE-Studie.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie Modelle der positiven Organisationsentwicklung in verschiedenen Ländern gleichermaßen zur Steigerung von Mitarbeiterwohlbefinden und Gesundheit genutzt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Reflexion und einer Sekundäranalyse der Daten der GLOBE-Studie, um diese auf die Komponenten des PERMA-Modells anzuwenden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition der Kulturdimensionen, der Beschreibung des PERMA-Lead-Konzepts sowie der detaillierten Analyse der Anwendbarkeit dieser Konzepte in zehn spezifischen Länder-Clustern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Positive Leadership, PERMA-Modell, Organisationskultur, Kulturdimensionen und internationale Führung.
Warum spielt die "Machtdistanz" eine so entscheidende Rolle in der Analyse?
Eine hohe Machtdistanz wurde als zentraler negativer Einflussfaktor identifiziert, da sie Partizipation einschränkt und somit die Umsetzung des PERMA-Lead-Konzepts, das auf Autonomie und Sinnstiftung basiert, erschwert.
Wie unterscheidet sich die Anwendbarkeit des Konzepts zwischen westlichen und asiatischen Kulturen?
Westliche Kulturen weisen kulturell oft bessere Voraussetzungen für partizipative Führung auf, während in asiatischen und östlichen Kulturen durch kollektivistische Strukturen und hohe Machtdistanz andere Herausforderungen für die individuelle Potenzialentfaltung bestehen.
- Arbeit zitieren
- Virginia Pohlemann (Autor:in), 2022, Internationale Organisationsentwicklung unter Anwendung von Positive Leadership auf die Kulturdimensionen nach Hofstede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215211