Die Autoren, Zhonghua Zhao und Jan P. Otto, untersuchen die seit einigen Jahren verstärkt umgesetzte „Zou Chu Qu“ (Schwärmt aus!) Strategie chinesischer Unternehmen auf dem internationalen Energiemarkt.
Trotz umfangreicher eigener fossiler Rohstoffvorkommen ist China seit 1996 zur ausreichenden Sicherung seiner Energieressourcen auf Rohölimporte angewiesen. Daher treten chinesische Energiekonzerne seit Ende der 90er Jahre nicht länger als neutrale Beobachter der weltweiten Energiepolitik auf, sondern betreiben über ihre Internationalisierungsstrategien eine Politik der nachhaltigen Sicherung von fossilen Energieträgern. Dabei stoßen sie wiederholt auf das Problem, dass sie innerhalb etablierter Energiemärkte, wie z.B. dem mittleren Osten, gegenüber wesentlichen Energiemultis wie Shell oder BP wiederholt ins Hintertreffen geraten sind. Darüber hinaus existierten gegenüber chinesischen Unternehmen in der Vergangenheit häufig aus verschiedensten Gründen politische Vorbehalte, wodurch manche Joint Ventures und Übernahmen misslangen.
Vor dem Hintergrund dieses Umfelds bedarf es nun spezifischer chinesischer Marktpräsenz- und Marktselektionsstrategien, um im Rahmen der wachsenden Globalisierung wettbewerbsfähige Global Player zu schaffen. Dabei stellt sich die Frage, welche Instrumente und Internationalisierungsformen bzw. -strategien chinesische Unternehmen auf dem Energiemarkt anwenden? Sowie wie die Regierung Pekings diese Vorhaben unterstützt und in welchem Umfang diese direkt durch sie initiiert sind.
Hierfür untersuchen die Autoren die aktuellen chinesischen Wirtschafts- & Energiesituation und analysieren die Internationalisierungsbestrebungen und –strategin chinesischer Energiekonzerne innerhalb der ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen Chinas. Darüber hinaus wird auch eine exemplarische Darstellung der im Ausland getätigten Investitionen sowie Ziele eines chinesischen Energieunternehmens am Beispiel der China National Petroleum Corporation vorgenommen.
So bietet diese Arbeit konkrete Hilfestellung im Hinblick auf die Frage wie chinesische Energiekonzerne sich auf dem internationalen Energiemarkt positionieren und welche Strategien sie zur Erschließung und Sicherung von Rostoffen anwenden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Handlungsbedarf
1.2 Problemstellung
1.3 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen der Internationalisierungsstrategien
2.1 Markteintrittsstrategien
2.1.1 Die Formen des Markteintritts in ausländische Märkte
2.1.2 Export
2.1.3 Joint Venture
2.1.4 Auslandsniederlassung und der Betrieb
2.1.5 Ausländische Tochtergesellschaften
2.2 Zielmarktstrategien
2.2.1 Informationen über Zielmärkte
2.2.2 Marktpräsenzstrategien
2.2.3 Marktselektionsstrategien
2.2.4 Marktsegmentierungsstrategien
3 Situation auf dem chinesische Energiemarkt
3.1 Aktuelles chinesisches Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum
3.2 Energiereserven
3.3 Aktueller und zukünftiger chinesische Energiebedarf
3.4 Chinas Energiepolitik
4 Ausländische Investitionsstrategien chinesischer Energiekonzerne
4.1 Gesamtstrategische Überlegungen chinesischer Energiekonzerne
4.2 Ziel: Rohstoffsicherung
4.3 Ziel: Know-how-Transfer
4.4 Fallbeispiel: CNPC
4.4.1 Unternehmensprofil von CNPC
4.4.2 Ausländische Investitionen von CNPC
4.4.3 Ziele der Investitionsstrategien von CNPC
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Internationalisierungsstrategien chinesischer Energiekonzerne vor dem Hintergrund ökonomischer und politischer Rahmenbedingungen. Dabei wird analysiert, wie diese Unternehmen durch staatliche Unterstützung und strategische Investitionen versuchen, ihren wachsenden Rohstoffbedarf zu decken und gleichzeitig international wettbewerbsfähig zu werden.
- Markteintritts- und Zielmarktstrategien von Energiekonzernen
- Bedeutung von Rohstoffsicherung und Know-how-Transfer für chinesische Staatsunternehmen
- Die Rolle der chinesischen Regierung bei der "Going-Outward"-Strategie
- Analyse des Energiebedarfs und der Energiereserven in China
- Fallstudien zur Internationalisierung, insbesondere am Beispiel von CNPC
Auszug aus dem Buch
4.4.1 Unternehmensprofil von CNPC
Die China National Petroleum Corporation (CNPC) ist der größte chinesische Energiekonzern. Der Konzern ist vollständig in staatlichen Händen. Gegründet am 17.09.1988 und mit Hauptsitz in Peking, ist CNPC eine universale Unternehmensgruppe mit einer Vielzahl von Tochterunternehmen. Als Beispiel für ein Tochterunternehmen kann an dieser Stelle PetroChina genannt werden. Als zentrale Betätigungsfelder des Konzerns gelten das Erschließen, Fördern, Weiterverarbeiten, Transportieren und Handeln von Rohöl und Gas. Über seine Tochterfirmen hält CNPC darüber hinaus größere Gas- und Ölreserven und ist ein großer Hersteller von Ausrüstungen und Fördergeräten zum Abbau von Erdöl und Gas. Im weltweiten Vergleich liegt CNPC an der siebten Stelle der weltweit größten Ölfirmen. CNPC verarbeitet täglich ca. 2,7 Millionen Barrel Rohöl sowie 1,4 Millionen m³ Gas am Tag und verfügt weiterhin über Reserven von ca. 2,7 Milliarden Barrel Rohöl und ca. 750 Milliarden m³ Gas. Damit verfügt CNPC über 58 % der gesamten Öl- und 75 % der gesamten Gasproduktion Chinas. CNPC erwirtschafte im Jahr 2006 einen Gesamtumsatz von 140 Milliarden Euro bei einem Nettogewinn von 10 Milliarden Euro.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der chinesischen Rohstoffwirtschaft ein und erläutert den steigenden Energiehunger Chinas sowie die daraus resultierende Notwendigkeit einer Internationalisierungsstrategie.
2 Theoretische Grundlagen der Internationalisierungsstrategien: Es werden relevante Theorien zu Markteintritts- und Zielmarktstrategien vorgestellt, die als theoretisches Fundament für die anschließenden Analysen dienen.
3 Situation auf dem chinesische Energiemarkt: Das Kapitel beleuchtet das Bevölkerungswachstum, die Energiereserven und den enormen Energiebedarf Chinas sowie die grundlegende politische Ausrichtung der chinesischen Energiepolitik.
4 Ausländische Investitionsstrategien chinesischer Energiekonzerne: Hier werden die Investitionsbestrebungen der staatlichen Energiekonzerne analysiert, wobei der Fokus auf Rohstoffsicherung, Know-how-Transfer und dem Fallbeispiel CNPC liegt.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert kritisch die Zukunftsaussichten chinesischer Energieunternehmen auf dem internationalen Markt.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Energiemarkt, China, CNPC, Rohstoffsicherung, Markteintrittsstrategien, Energiepolitik, Know-how-Transfer, Investitionen, Staatliche Unternehmen, Global Player, Ressourcen, Erdöl, Erdgas, Außenhandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Strategien chinesischer Energiekonzerne, um im Zuge des wirtschaftlichen Wachstums Chinas auf internationalen Energiemärkten Fuß zu fassen und Ressourcen zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Internationalisierung, die chinesische Energiesituation, staatlich gelenkte Investitionsstrategien und die praktische Umsetzung durch Unternehmen wie CNPC.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Formen der Internationalisierung chinesischer Energiekonzerne unter Berücksichtigung der spezifischen ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen in China zu untersuchen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um theoretische Konzepte mit der aktuellen Situation auf dem chinesischen Energiemarkt zu verknüpfen und durch Fallbeispiele zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Energiesituation Chinas, die strategische Ausrichtung der Regierung (z.B. "Going-Outward"-Politik) und die spezifischen Investitionsprojekte großer Staatskonzerne.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den prägenden Begriffen gehören Internationalisierung, Rohstoffsicherung, Energiemarkt, China und staatlich geführte Investitionsstrategien.
Wie unterscheidet sich die Strategie von CNPC von westlichen Firmen?
CNPC agiert häufig unter direkter staatlicher Anleitung und setzt auf eine Kombination aus strategischen Investitionen, Infrastrukturhilfen in Zielregionen und opportunistischen Ansätzen, um Nachteile als später Marktteilnehmer auszugleichen.
Welche Rolle spielt die chinesische Regierung bei diesen Investitionen?
Die Regierung unterstützt die Konzerne massiv durch politische Kontakte, finanzielle Subventionen, Kredite und die gezielte Förderung der „Global Champions“-Strategie, um den Zugang zu Rohstoffen weltweit zu sichern.
Wird die These eines „Krieges um Ressourcen“ gestützt?
Nein, die Arbeit verneint diese Frage deutlich, da chinesische Unternehmen zunehmend auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern suchen und eine pragmatische Koexistenz anstreben.
- Citation du texte
- Dipl.-Kfm. Jan P. Otto (Auteur), Dipl.-Kffr. (FH) Zhonghua Zhao (Auteur), 2008, Internationalisierungsstrategien chinesischer Unternehmen im Energiemarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121528