Die Arbeit untersucht das westafrikanische Land Kenia in Form einer Länderstudie. Das Model der embedded democracy dient hierbei als Grundlage für diese Analyse. Zur zeitlichen Eingrenzung wird auf den Freedom House Index (FH) zurückgegriffen. [...] Analysiert werden die Jahre von 2003 bis zur letzten Wahl Kenias im Dezember 2007. Der zeitliche Beginn der Analyse wird mit Januar 2003 festgelegt. Zum Einen muss der Status teilweise frei oder besser erreicht sein, um mittels dem Modell der embedded democracy analysiert zu werden. Zum Anderen liegt die erste Phase der teilweisen Freiheit Kenias zu weit zurück um für eine aktuelle Analyse interessant zu sein. Die Beschränkung bis zu der Wahl Ende 2007 hat einerseits eine praktische Ursache. Daten, auch und vor allem offizielle, benötigen ihre Zeit ehe sie veröffentlicht werden, so das die Datenbasis fehlt für eine Analyse seit dieser Wahl. Andererseits befindet sich Kenia seit der Bekanntgabe der Wahlergebnisse in einer instabilen Phase.
Gliederung
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau
2. Modell der „embedded democracy“
3. Fallstudie
3.1. Wahlregime
3.2. Politische Freiheitsrechte
3.3. Bürgerliche Freiheitsrechte
3.4. Horizontale Verantwortlichkeit
3.5. Effektive Regierungsgewalt
4. Schlussbetrachtung
4.1. Typologie Kenias nach Merkels Kriterien
4.2. Ausblick
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Kenia als Länderstudie auf Basis des Modells der „embedded democracy“ nach Wolfgang Merkel, um den Grad der demokratischen Defekte zwischen den Wahlen von 2003 und 2007 zu bestimmen.
- Analyse der fünf Teilregime nach dem Modell der embedded democracy
- Untersuchung von Wahlregime und politischer Freiheit in Kenia
- Bewertung von Korruption und Rechtsstaatlichkeit anhand aktueller Skandale
- Klassifizierung Kenias als defekte Demokratie
- Einordnung der politischen Instabilität nach der Wahl 2007
Auszug aus dem Buch
3.1. Wahlregime
Die Präsidenten- und Parlamentswahl Ende 2002 wurden als faire Wahlen bewertet, die aufzeigten das ein friedlicher Wechsel nach vielen autokratischen Jahren in Kenia möglich sei. Hohe Erwartungen wurden in die neue Regierung gesetzt, vor allem wegen der Wahlversprechen. Unter anderem versprach der neue Präsident, Mwai Kibaki, das der Verfassungsreformprozess innerhalb von 100 Tagen erfolgreich zu Ende gebracht wird. Bekämpfung der Korruption, Arbeitslosigkeit und hohe Kriminalitätsraten zu senken waren weitere Versprechungen der neuen Regierung.
Der Prozess der Verfassungsreform zog sich bis Mitte 2005 hin, immer wieder gebremst und behindert durch Streitigkeiten zwischen Regierung und Opposition über verschiedene Punkte der Reform. Hauptstreitpunkt waren die Rechte des Präsidenten, welcher z.B. 20 Prozent der Kabinettsmitglieder frei ernennen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und methodischen Herangehensweise anhand des Freedom House Index zur zeitlichen Eingrenzung der Analyse.
2. Modell der „embedded democracy“: Erläuterung der theoretischen Grundlagen der defekten Demokratie nach Merkel, Croissant und Thiery sowie der fünf relevanten Teilregime.
3. Fallstudie: Detaillierte empirische Untersuchung der fünf Teilregime in Kenia im Zeitraum von 2003 bis 2007.
4. Schlussbetrachtung: Typisierung Kenias als delegative exklusive Demokratie basierend auf den Analyseergebnissen sowie ein Ausblick auf die Zeit nach 2007.
5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen für die Länderstudie.
Schlüsselwörter
Kenia, embedded democracy, Wolfgang Merkel, defekte Demokratie, Wahlregime, politische Freiheitsrechte, bürgerliche Freiheitsrechte, Korruption, Goldenberg-Skandal, Anglo-Leasing-Skandal, Rechtsstaatlichkeit, Regierungsführung, Demokratisierung, Wahlen 2007, politische Instabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den politischen Zustand Kenias im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 auf Basis wissenschaftlicher Demokratietheorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise von Wahlen, der Pressefreiheit, der Einhaltung bürgerlicher Rechte und der Wirksamkeit staatlicher Institutionen in Kenia.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Kenia mittels des Modells der „embedded democracy“ zu typisieren und festzustellen, inwieweit Defekte in den zentralen demokratischen Teilregimen vorliegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Länderstudie nach der theoretischen Vorlage von Wolfgang Merkel et al. durchgeführt, wobei qualitative Daten und Berichte genutzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden fünf Teilregime – Wahlregime, politische Freiheitsrechte, bürgerliche Freiheitsrechte, horizontale Verantwortlichkeit und effektive Regierungsgewalt – einzeln untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Kenia, embedded democracy, defekte Demokratie, Korruption sowie die Analyse von Wahlprozessen und Regierungsführung.
Wie bewertet der Autor den Zustand der kenianischen Wahlen?
Der Autor konstatiert eine massive Verschlechterung der Qualität der Wahlen, die von einem fairen Prozess 2002 bis zu den gefälschten Wahlen 2007 reicht.
Welche Rolle spielen Korruptionsskandale für die Argumentation?
Skandale wie der Goldenberg- oder Anglo-Leasing-Fall dienen als Beleg für die systemische Verstrickung von Politikern und die mangelnde horizontale Verantwortlichkeit.
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- Hendryk Zihang (Author), 2008, Kenia - Länderstudie nach Wolfgang Merkel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121533