In dieser Arbeit soll die Problematik der allgemeinen Zuwanderung der Deutschen nach Russland untersucht werden. Dabei soll nicht nur konkret die Geschichte der Russlanddeutschen, sondern auch die Geschichte der kasachischen Deutschen behandelt werden: Wer waren diese Menschen? Wie kamen sie nach Russland und Mittelasien? Wer sind die Kasachstandeutschen bzw. kasachischen Deutschen? Welche Aussiedlungsmotive haben diese Menschen, um wieder nach Deutschland zurückkehren? Was versteht man unter dem Begriff Aussiedler bzw. Spätaussiedler?
Diese Fragen versuche ich zu beantworten. Die Problematik der Migration und Integration der Deutschen aus der ehemaligen UdSSR in der Bundesrepublik Deutschland soll eine weitere Perspektive dieser Arbeit darstellen.
Nach dem Fall der Berliner Mauer erlebte Deutschland die sogenannte Welle der Migration. Die deutschstämmigen Bürger aus den ehemaligen Ostblockstaaten strömten nach Deutschland. Das waren die Vertreter der deutschen Minderheiten in diesen Ländern, deren Vorväter vor vielen Jahren auswanderten. Diese Menschen wollten endlich in ihre Heimat zurückkehren können...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Theoretische Grundlagen/Begriffsklärung: Zum Begriff Migration
1.2 Die Aussiedler aus der Perspektive des Gesetzes
2. Die Geschichte der Russlanddeutschen
2.1 Die Zeit der Einwanderung
2.2 Die Besiedelung des Wolgagebiets
2.3 Die Besiedlung Neurusslands
3. Das Leben der Deutschen bis zur Oktoberrevolution 1917
3.1 Die Oktoberrevolution und ihre Folgen
4. Der Zweite Weltkrieg und die Folgen
4.1 Die Deportationen der Russlanddeutschen
4.2 Vom Ende des zweiten Weltkriegs bis zum Ende der UdSSR
5. Getrennte Wege – Die Lage der Deutschen in den GUS-Staaten
5.1 Die Situation in Russland
5. 2 Die Situation in der Ukraine
5.3 Die Situation in Kirgisien
5.4 Die Situation in Tadschikistan
5.5 Die Geschichte der Deutschen in Kasachstan
5.6 Die Situation in Kasachstan
6. Die Aussiedlungsmotive
7. Die Integration der Deutschen aus ehemaligen Republiken der UdSSR in die Bundesrepublik Deutschland
8. Die Theorie der Integration von Hartmut Esser
9. Ulrich Tolksdorf und sein Sechs-Phasen- Modell
10. Die Sprache als Tor zur Integration
11. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Zuwanderung deutscher Minderheiten nach Russland und in die Nachfolgestaaten, insbesondere nach Kasachstan, sowie die Hintergründe und Folgen der Rückwanderung in die Bundesrepublik Deutschland unter Berücksichtigung von Integrationsprozessen.
- Historische Entwicklung der Russlanddeutschen seit dem 18. Jahrhundert
- Auswirkungen von Deportationen und politischen Umbrüchen im 20. Jahrhundert
- Analyse der sozioökonomischen Lage in den GUS-Staaten
- Psychologische und soziologische Aspekte der Integration und Akkulturation
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Zeit der Einwanderung
Bis zum Beginn der Russifizierungspolitik in Russland Mitte des 19. Jahrhunderts war die Geschichte der Deutschen in Russland von Privilegien bestimmt. In dieser Zeit war es für Russland sehr wichtig, dem Neuaufbau einen neuen Schwung zu geben. Deswegen setzte Peter I. (1682 - 1725) neue Richtlinien in seiner Politik und erlässt entsprechende Gesetze.
„Die gesetzliche Grundlage dafür bildete das Manifest von 1702, das der Deutschbalte Patkul verfasste. Es lockte aus dem deutschen Sprachraum vor allem Handwerker und technische Spezialisten an. Führend war die Gruppe der Ärzte, die in St. Petersburg das Monopol inne hatten.“
Unter diesen Bedingungen stieg der Anteil der Ausländer rasant. In der Vorstadt von Moskau gründeten die Ausländer ihre eigene Vorstadt, die ausländische sloboda.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert den Fokus auf die Zuwanderung der Deutschen nach Russland sowie die spätere Rückwanderungs- und Integrationsproblematik.
2. Die Geschichte der Russlanddeutschen: Beleuchtet die Ansiedlungspolitik unter Peter I. und Katharina der Großen im Wolgagebiet und in Neurussland.
3. Das Leben der Deutschen bis zur Oktoberrevolution 1917: Beschreibt den sozialen und wirtschaftlichen Status der Kolonisten vor dem politischen Umbruch und die aufkommende Krise.
4. Der Zweite Weltkrieg und die Folgen: Dokumentiert die Massendeportationen und die dramatische Lebenssituation der Deutschen unter stalinistischer Herrschaft.
5. Getrennte Wege – Die Lage der Deutschen in den GUS-Staaten: Analysiert die wirtschaftliche und politische Situation der deutschen Minderheiten in verschiedenen Nachfolgestaaten nach 1991.
6. Die Aussiedlungsmotive: Systematisiert die Beweggründe für die Auswanderung in die Bundesrepublik anhand von Push- und Pull-Faktoren.
7. Die Integration der Deutschen aus ehemaligen Republiken der UdSSR in die Bundesrepublik Deutschland: Erörtert die soziologischen Bedingungen der Integration in der neuen Heimat.
8. Die Theorie der Integration von Hartmut Esser: Stellt das wissenschaftliche Modell von Akkulturation und Assimilation als theoretischen Rahmen vor.
9. Ulrich Tolksdorf und sein Sechs-Phasen- Modell: Erläutert das Phasenmodell der Integration von der Desorientierung bis zur punktuellen Bewahrung.
10. Die Sprache als Tor zur Integration: Untersucht die zentrale Rolle der Sprachkompetenz für den sozialen Erfolg in der Aufnahmegesellschaft.
11. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der historischen und soziologischen Untersuchung zusammen.
Schlüsselwörter
Russlanddeutsche, Kasachstandeutsche, Migration, Aussiedler, Spätaussiedler, Integration, Akkulturation, Sowjetunion, Wolgarepublik, Deportation, Identität, Nationale Frage, GUS-Staaten, Sprachkenntnisse, Minderheitenschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Geschichte und Migration der deutschen Minderheiten aus Russland und Kasachstan sowie deren Herausforderungen bei der Integration in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen historische Siedlungsprozesse, politische Repressionen, Aussiedlungsmotive und soziologische Theorien zur Integration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den geschichtlichen Weg der Russland- und Kasachstandeutschen sowie die Bedingungen ihrer erfolgreichen Integration in Deutschland zu untersuchen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Analyse, soziologischen Theorien (Esser, Tolksdorf) und statistischer Auswertung der Zuwanderungsdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse seit dem 18. Jahrhundert, die Folgen der Weltkriege, die Situation nach dem Zerfall der UdSSR und theoretische Erklärungsmodelle zur Integration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Russlanddeutsche, Kasachstandeutsche, Integration, Aussiedlung und kulturelle Identität.
Warum spielt das Thema "Kasachstan" eine besondere Rolle?
Der Autor stammt selbst aus Kasachstan und möchte die spezifische Geschichte der dort ansässigen deutschen Minderheit aus einer persönlichen und fundierten Perspektive beleuchten.
Welche Bedeutung hat das Modell von Ulrich Tolksdorf für diese Arbeit?
Das Modell dient dazu, den psychologischen Prozess der Integration in sechs Phasen einzuordnen, um die Schwierigkeiten der Spätaussiedler besser zu verstehen.
Welchen Stellenwert nimmt die deutsche Sprache ein?
Die Sprache wird als „Tor zur Integration“ definiert; der Erwerb der Sprache ist für den Autor ein grundlegendes Element zur Teilhabe an der neuen Gesellschaft.
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- M.A. Nurlan Suraganov (Author), 2008, Die Zuwanderung Deutscher nach Russland seit dem 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121546