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Lesekompetenz und ihre Förderung durch die Vermittlung von Lesestrategien

Am Beispiel von Sachtexten im sprachsensiblen Geschichtsunterricht

Title: Lesekompetenz und ihre Förderung durch die Vermittlung von Lesestrategien

Term Paper , 2022 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julius Hadem (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Lesekompetenz ist eine notwendige Fähigkeit für alle Unterrichtsfächer. Insbesondere Fach- und Sachtexte bereiten vielen Schülerinnen und Schülern dabei jedoch im Fach Geschichte häufig große Probleme durch die in ihnen enthaltenen bildungssprachlichen Hürden. Ziel der Hausarbeit ist, an diesem Punkt anzusetzen und folgende Forschungsfrage zu beantworten: Inwiefern enthalten Sachtexte im Fach Geschichte bildungssprachliche Anforderungen, welche Rolle spielt dabei die Lesekompetenz und wie lässt sich diese fördern?

Um dieser Fragestellung nachgehen zu können, soll zunächst geklärt werden, was unter dem Terminus Bildungssprache zu verstehen ist und durch welche Merkmale sie sich auszeichnet. Weitergehend soll dann geklärt werden, inwiefern auch der Geschichtsunterricht von bildungssprachlichen Hürden betroffen ist und welche weiteren Spezifika den Geschichtsunterricht sprachlich herausfordernd machen. Daran anknüpfend soll auch geprüft werden, inwieweit sich diese Anforderungen insbesondere in den zu lesenden Texten des Geschichtsunterrichts niederschlagen. Der Fokus soll hierbei auf den Sachtexten liegen. Schließlich sollen dann Möglichkeiten der Lesekompetenzförderung im Geschichtsunterricht vorgestellt werden.

Zunächst sollen hierzu vorbereitend einige Bemerkungen zur Lesekompetenz im Allgemeinen getroffen werden, um dann die Rolle von Lesestrategien zu beleuchten. Dazu soll auch das Konzept des sog. „Lese-Navigators“ vorgestellt werden. Zuletzt soll das Wichtigste nochmals zusammengetragen und ein Fazit gezogen werden, welches die Frage letztlich beantworten und die Arbeit abrunden soll.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Vorbestimmungen

2.1. Was ist Bildungssprache? Ein Definitionsversuch

2.1.1. Merkmale und Funktionen von Bildungssprache

3. (Bildungs-)Sprachliche Hürden und Spezifika des Geschichtsunterrichts

3.1. Relevanz von Sprache für den Geschichtsunterricht

3.2. Was wird gelesen? Die Texte des Geschichtsunterrichts

3.3. Sprachliche Hürden innerhalb der historischen Sachtexte

4. Lesekompetenzförderung im Geschichtsunterricht

4.1. Definition Lesekompetenz und Leseförderung

4.2. Lesekompetenzförderung mittels Lesestrategien

5. Der „Lese-Navigator“

6. Schluss: Resümee und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Herausforderungen, die Sachtexte im Geschichtsunterricht für Schülerinnen und Schüler darstellen, und analysiert, inwieweit die Förderung der Lesekompetenz durch gezielte Lesestrategien dazu beitragen kann, diese Hürden zu überwinden.

  • Bildungssprache als zentrales Register in schulischen Kontexten
  • Sprachliche Spezifika und Anforderungen des Fachs Geschichte
  • Die Rolle von Sachtexten als zentrale Informationsquelle im Geschichtsunterricht
  • Bedeutung der Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation
  • Methoden der Lesekompetenzförderung, insbesondere der „Lese-Navigator“

Auszug aus dem Buch

3.3. Sprachliche Hürden innerhalb der historischen Sachtexte

In Untersuchungen zu Physiklehrbüchern zeigte sich, dass sich die Sprache in den Lehrbüchern, aus denen häufig die Sachtexte für den Unterricht entnommen werden, vor allem durch eine komplexe Fachsprache auszeichnen. Innerhalb der Untersuchung wurde festgestellt, dass etwa jedes sechste Wort ein Fachbegriff und jedes 25 Wort ein neuer Fachbegriff ist (vgl. Leisen/Mentges 2009: 95). Übereinstimmend dürfte dies auch auf geschichtliche Lehrtexte übertragen werden.

Gerade historische Begriffe sind in den Texten häufig besonders schwierig. Mehr und Werner schlussfolgern dazu in ihrem Beitrag zur Zeitung „Geschichte lernen“ (2012: 4): „Historische Begriffe sind, anders als naturwissenschaftliche Begriffe nur selten Objektbegriffe, die ein beobachtbares Phänomen beschreiben (wie z. B. Patrizier, Mönch, Manufaktur), sondern häufig gedankliche Konstrukte. Sie sind keine Abbildung, sondern Erklärungen und Deutungen historischer Ereignisse.“

Schülerinnen und Schüler müssen also häufig erst Kompetenzen im Bereich Grammatik, Wortschatz und dem Umgang mit Texten gewinnen. Die bildungssprachlichen Schwierigkeiten innerhalb der Sachtexte sollen nun an einem konkreten Beispiel eines Lehrtextes aus einem Schulbuch verdeutlicht werden (siehe Anhang: Abb. 1).

Quelltexte sind häufig selbst „historisch“, entstammen also selbst aus der Vergangenheit. Sie entsprechen nicht mehr zwangsläufig unserem heutigen Sprachgebrauch und unserer Denkweise, weshalb Begriffe je nach historischem Kontext etwas völlig anderes bedeuten können (vgl. Rox-Helmer 2011: 183; Matthies 2015: 41). Die Bezeichnung bzw. das Konzept „König“ beschreibt beispielsweise in der Antike etwas anderes als im Mittelalter oder in der Neuzeit (vgl. Mehr/Werner 2012: 4). Da sich historische Sachtexte häufig auf Quellen beziehen, trifft dies folglich auch auf sie zu. Häufig entlehnen sich viele der im Geschichtsunterricht verwendeten Fachbegriffe aus dem Lateinischen und/oder Griechischen (wie z. B. Senat, Konsul, Patrizier, Plebejer, Veto etc.) oder es handelt sich um Anglizismen. Viele Begriffe entlehnen sich auch aus der Politik oder Soziologie wie z. B. „Regierung“ oder „Bürgerrecht“. Anders als andere Fächer verfügt das Fach Geschichte damit um nur wenig originäre Fachbegriffe, die häufig also erst bei genauerem Hinschauen komplex erscheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit sprachsensiblen Geschichtsunterrichts und leitet aus der Problematik bildungssprachlicher Anforderungen in Sachtexten die Forschungsfrage ab.

2. Begriffliche Vorbestimmungen: Dieses Kapitel definiert Bildungssprache als schulisches Register und erläutert deren komplexe Merkmale sowie deren Bedeutung für den schulischen Erfolg.

3. (Bildungs-)Sprachliche Hürden und Spezifika des Geschichtsunterrichts: Das Kapitel arbeitet heraus, warum Geschichte als sprachintensives Fach gilt und mit welchen spezifischen textuellen Anforderungen Lernende konfrontiert sind.

4. Lesekompetenzförderung im Geschichtsunterricht: Hier wird die Lesekompetenz als notwendige Basiskompetenz begründet und der Einsatz von Lesestrategien zur aktiven Textarbeit diskutiert.

5. Der „Lese-Navigator“: Das Kapitel stellt den „Lese-Navigator“ als konkretes methodisches Instrumentarium zur Förderung der Lesekompetenz in verschiedenen Lesephasen vor.

6. Schluss: Resümee und Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Lesestrategien vielversprechend ist, jedoch eine empirische Evaluation erfordert.

Schlüsselwörter

Bildungssprache, Lesekompetenz, Geschichtsunterricht, Lesestrategien, Sachtexte, Lese-Navigator, sprachsensibler Unterricht, fachsprachliche Hürden, Historisches Lernen, Lesedidaktik, Sekundarstufe, Multiperspektivität, Textverständnis, Quellenarbeit, Scaffolding.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Lesekompetenz und bildungssprachlichen Anforderungen im Geschichtsunterricht, insbesondere im Hinblick auf die Arbeit mit Sachtexten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Felder sind die Definition von Bildungssprache, die sprachlichen Spezifika des Geschichtsunterrichts, die theoretischen Grundlagen der Lesedidaktik sowie die praktische Anwendung von Lesestrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, inwiefern Sachtexte im Geschichtsunterricht bildungssprachliche Anforderungen enthalten, welche Rolle die Lesekompetenz dabei spielt und wie diese gezielt gefördert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachdidaktischer und linguistischer Literatur sowie der Analyse konkreter Beispiele von Sachtexten und methodischen Instrumenten wie dem Lese-Navigator.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung von Bildungssprache, die Analyse von Sprachhürden in historischen Texten, die Definition von Lesekompetenz und die Vorstellung konkreter Strategien zur Leseförderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungssprache, Lesekompetenz, sprachsensibler Geschichtsunterricht, Lesestrategien und der Lese-Navigator.

Warum gelten Sachtexte im Geschichtsunterricht als besonders anspruchsvoll?

Sachtexte sind oft hochverdichtet, domänenspezifisch und erfordern ein breites Vorwissen sowie die Fähigkeit, komplexe historische Konzepte und Fachbegriffe zu entschlüsseln.

Was ist das Besondere am „Lese-Navigator“?

Der Lese-Navigator bietet ein strukturiertes Set an Lesestrategien, das für drei Phasen – vor, während und nach dem Lesen – differenzierte Hilfestellungen für Schülerinnen und Schüler bereitstellt.

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Details

Title
Lesekompetenz und ihre Förderung durch die Vermittlung von Lesestrategien
Subtitle
Am Beispiel von Sachtexten im sprachsensiblen Geschichtsunterricht
College
University of Siegen  (Germanistisches Seminar)
Course
Bildungssprache - Konzepte und Förderung in schulischen Kontexten
Grade
1,0
Author
Julius Hadem (Author)
Publication Year
2022
Pages
28
Catalog Number
V1215514
ISBN (PDF)
9783346644299
ISBN (Book)
9783346644305
Language
German
Tags
Lesekompetenz Leseförderung Bildungssprache Geschichte Sprache Sprachdidaktik Lesestrategien Sachtexte Lesen im Geschichtsunterricht Sprachsensibler Unterricht Sprachsensibler Geschichtsunterricht Lesekompetenzförderung Lese-Navigator Sprachliche Hürden im Fachunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julius Hadem (Author), 2022, Lesekompetenz und ihre Förderung durch die Vermittlung von Lesestrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215514
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