Die Soziale Arbeit als eigenes Berufsfeld ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Sie steht vielen Menschen in schwierigen Lebenssituationen bei und übernimmt wichtige Rollen in der Hilfeleistung. Sämtliche Geschehnisse in der Vergangenheit, die einen historischen Hintergrund haben, sind am Entstehungsprozess der Sozialen Arbeit, als eigenständige Professur, beteiligt. Die Arbeit thematisiert verschiedene Aspekte und geht näher auf sie ein.
Zu Beginn konkretisiert sie die Gemeinsamkeiten der Sozialen Arbeit und von sozialen Bewegungen. Denn zusammenfassend ist durch verschiedene Soziale Bewegungen die Soziale Arbeit als eigenständiges Berufsfeld entstanden und daran gewachsen. Das folgende Kapitel handelt von dem Beginn der ArbeiterInnenbewegung, die durch die Unzufriedenheit der eigenen Lebensqualität der Menschen gegründet wurde und ihnen durch die Gründung ein besseres Leben ermöglichen sollte.
Zusätzlich befasst sich diese Arbeit mit der Frauenbewegung, in der emanzipierte Frauen agierten und für ihre Rechte einstanden und gekämpft haben. Die Frauenbewegung brachte die neue Rolle der Frau mit sich. Im Anschluss geht sie näher auf die Sozialreform ein, aus dieser ist die Soziale Frage entstanden. Durch sie haben sich differenzierte soziale Ungleichheiten gebildet und zusätzlich einzelne Gruppierungen und Gesetzgebungen, die für die heutige Zeit ausschlaggebend sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Gemeinsamkeiten der Sozialer Arbeit und Soziale Bewegung
3 Der Beginn der ArbeiterInnenbewegung
4 Die Frauenbewegung
4.1 Forderungen und Ansprüche der Frauen
4.2 Die Entwicklung der Sozialen Arbeit im Kontext der Frauenbewegung
5 Die bürgerliche Sozialreform
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungslinien der Sozialen Arbeit im 19. Jahrhundert, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen sozialen Bewegungen, gesellschaftlicher Sozialreform und der Professionalisierung sozialer Berufe beleuchtet werden. Zentral ist dabei die Frage, wie Emanzipationsbestrebungen und sozialpolitische Krisenreaktionen zur Herausbildung der Sozialen Arbeit als eigenständiges Berufsfeld beigetragen haben.
- Historische Interdependenz von Sozialen Bewegungen und Sozialer Arbeit
- Einfluss der ArbeiterInnenbewegung auf sozialpolitische Systeme
- Rolle der Frauenbewegung in der Entstehung professioneller sozialer Frauenberufe
- Bedeutung der bürgerlichen Sozialreform zur Bewältigung der "Sozialen Frage"
Auszug aus dem Buch
4.1 Forderungen und Ansprüche der Frauen
Die Französin Olympe de Gouges (1748 – 1793) äußerte sich als eine der Ersten zur Thematik Gleichberechtigung der Frauen. Im Jahr 1791 veröffentlichte sie mit der „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ eine Denkschrift an die französische Nationalversammlung, in der sie die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau einforderte. „Die Frau ist frei geboren und bleibt dem Manne gleich in allen Rechten. Die sozialen Unterschiede können nur im allgemeinen Nutzen begründet sein“ (Schaser, 2006, S.15), so lautete der erste Artikel. Insofern sei der gesamte nichtmenschliche Bereich wie Tiere, Pflanzen oder natürliche Kreisläufe ein Beispiel für die Gleichstellung zwischen männlichen und weiblichen Lebewesen.
Fortlaufend setzen sich immer mehr Frauen auf fast identische Art und Weise für eine mächtigere Gleichstellung ein. Die ersten Frauenvereine wurden jedoch erst zwischen den Jahren 1813 und 1815 gegründet. Diese dienten zur Unterstützung sämtlicher Soldaten, halfen Kindern und Witwen (vgl. Reder, 1998, S.41ff).
Im Jahre 1830 gab es viele Diskussionen in Bezug auf die gesellschaftliche Stellung der Frau, denn in diesem Jahr hat sich der Erfolg der französischen Julirevolution auch in Deutschland bemerkbar gemacht. Die Frauen bekamen erstmals spezielle Forderungen nach einem verbesserten Mädchenbildungswesen und dadurch auch höhere Erwerbsmöglichkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entstehung der Sozialen Arbeit aus verschiedenen sozialen Bewegungen und benennt die zentralen Themenbereiche wie ArbeiterInnenbewegung, Frauenbewegung und Sozialreform.
2 Die Gemeinsamkeiten der Sozialer Arbeit und Soziale Bewegung: Dieses Kapitel erörtert die enge, wenngleich nicht spannungsfreie historische Verbundenheit zwischen Sozialen Bewegungen und der Profession Sozialer Arbeit.
3 Der Beginn der ArbeiterInnenbewegung: Hier wird dargelegt, wie Armut und schlechte Lebensbedingungen im 19. Jahrhundert zur Entstehung solidarischer Bündnisse und früher sozialpolitischer Forderungen führten.
4 Die Frauenbewegung: Das Kapitel differenziert zwischen der alten und neuen Frauenbewegung und deren jeweiligem Beitrag zur Entwicklung weiblicher Berufsfelder und politischer Mitbestimmung.
5 Die bürgerliche Sozialreform: Dieses Kapitel analysiert die Konzepte der bürgerlichen Sozialreformer zur Bewältigung der durch die industrielle Revolution entstandenen sozialen Missstände.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die anhaltende Bedeutung dieser historischen Prozesse für das heutige Verständnis Sozialer Arbeit.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, ArbeiterInnenbewegung, Frauenbewegung, Sozialreform, Soziale Frage, Professionalisierung, Geschichte, Emanzipation, Armenfürsorge, Sozialpolitik, Alice Salomon, Bildungsreform, Geschlechterrollen, Industrialisierung, Wohlfahrtspflege
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Wurzeln der Sozialen Arbeit im 19. Jahrhundert und untersucht, wie verschiedene gesellschaftliche Strömungen diesen Prozess maßgeblich beeinflusst haben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind die ArbeiterInnenbewegung, die Frauenbewegung (alt und neu) sowie die Ansätze der bürgerlichen Sozialreform zur Bewältigung der sozialen Krise jener Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess der Sozialen Arbeit als eigenständiges, professionelles Berufsfeld durch die Analyse historischer historischer Kontexte und Bewegungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Auswertung geschichtswissenschaftlicher und sozialarbeitswissenschaftlicher Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Gemeinsamkeiten von Sozialen Bewegungen und Sozialer Arbeit, die Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, die Entwicklung der Frauenbewegung sowie die bürgerliche Sozialreform detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Soziale Arbeit, Soziale Bewegung, Frauenbewegung, ArbeiterInnenbewegung, Sozialreform und Professionalisierung beschreiben.
Welche Rolle spielte Alice Salomon für die Soziale Arbeit?
Alice Salomon gilt als führende Persönlichkeit bei der Entwicklung der Sozialen Arbeit als Frauenberuf; sie setzte sich für eine wissenschaftliche Ausbildung ein und verband soziale Tätigkeit mit einer emanzipatorischen Perspektive.
Inwiefern hat die "Soziale Frage" die Entstehung der Profession beeinflusst?
Die "Soziale Frage" zwang den Staat und bürgerliche Kreise zum Handeln, was zur Entwicklung neuer institutioneller Strukturen, der Sozialversicherung und letztlich zur Notwendigkeit qualifizierten Fachpersonals führte.
- Quote paper
- Nele Sorian (Author), 2020, ArbeiterInnenbewegung im 19. Jahrhundert. Sozialreform und Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215823