Praxisorientierte Arbeit ohne Sekundärliteratur. Haben die alten Bräuche heute ausgedient? Werden sie von neuartigen Festen verdrängt? Geht es den neuzeitlichen Menschen wirklich nur noch um die wirtschaftliche Komponente? Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Bräuchen den Alltag auch stützen und ordnen können, dem Menschen ein Gefühl von Gemeinschaft geben können. Auch für Kinder bieten Bräuche eine wichtige Grundlage zum Verständnis unserer Kultur und unseres Glaubens. Mit der Durchführung von Ritualen und Festen in der Gemeinschaft werden zusätzlich die Entwicklung der kindlichen Identität und die Konstitution eines stabilen Selbst unterstützt.
Es wäre nun also interessant zu untersuchen, ob wirklich alle wichtigen jahreszeitlichen Bräuche ihre Bedeutung für die Menschen verloren haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Explikation und Spezifizierung der Fragestellung
2. Explikation des Theoriehintergrunds
3. Empirische Basis
3.1. Design I
3.2. Stichprobendefinition
3.3. Stichprobenauswahl und Feldzugang
3.4. Erhebungsmethode/ Fragebogenkonstruktion
4. Methodischer Ansatz
4.1. Surveydurchführung
4.2. Aufbereitung und Quantitative Auswertung des Materials
5. Ergebnisse
6. Empirische Basis II
6.1. Design II
6.2. Falldefinition
6.3. Fallauswahl
7. Methodischer Ansatz II
7.1. Breite Materialerhebung
7.2. Falldarstellung/Auswertung
8. Ergebnisse II
9. Vergleich der beiden Designs
9.1. Vergleich
9.2. Gütekriterien
9.3. Kombinationsmöglichkeiten
10. Mögliche Schlussfolgerungen, Konsequenzen für die Praxis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fragestellung, ob das jahreszeitliche Brauchtum seine ursprüngliche Relevanz für den Einzelnen in der modernen Gesellschaft verloren hat. Dabei steht die Analyse von Traditionen im Spannungsfeld zwischen kultureller Identität und konsumorientierten Verhaltensweisen im Zentrum der Betrachtung.
- Bedeutung von Brauchtum und Ritualen für die Identitätsentwicklung
- Einfluss von Konsumgesellschaft und Wirtschaft auf traditionelle Feste
- Vergleich von quantitativen (Survey) und qualitativen (narratives Interview) Forschungsdesigns
- Untersuchung verschiedener Altersgruppen und regionaler Unterschiede (Stadt-Land-Gefälle)
- Diskussion über Gütekriterien in der sozialwissenschaftlichen Forschung
Auszug aus dem Buch
1. Explikation und Spezifizierung der Fragestellung
Bräuche waren früher für die Menschen mit religiösen Gedanken verbunden. Heute sind viele alte Bräuche in Vergessenheit geraten und dienen nur noch dem Kommerz. Früher dienten Bräuche und Feste dem Zusammensein der Dorfgemeinschaft, dem Feiern einer anstrengenden Erntezeit, es gab Fruchtbarkeitsriten, böse Geister wurden vertrieben, Krankheiten und Naturkatastrophen ferngehalten. Das gesamte Leben und der Jahreslauf waren von Sitten und Bräuchen durchzogen – Ernte, Viehzucht, Hochzeiten, Geburt und Tod.
Haben die alten Bräuche heute ausgedient? Werden sie von neuartigen Festen verdrängt? Geht es den neuzeitlichen Menschen wirklich nur noch um die wirtschaftliche Komponente?
Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Bräuchen den Alltag auch stützen und ordnen können, dem Menschen ein Gefühl von Gemeinschaft geben können. Auch für Kinder bieten Bräuche eine wichtige Grundlage zum Verständnis unserer Kultur und unseres Glaubens. Mit der Durchführung von Ritualen und Festen in der Gemeinschaft werden zusätzlich die Entwicklung der kindlichen Identität und die Konstitution eines stabilen Selbst unterstützt.
Es wäre nun also interessant zu untersuchen, ob wirklich alle wichtigen jahreszeitlichen Bräuche ihre Bedeutung für die Menschen verloren haben. Deshalb stelle ich folgende Hypothesen auf:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Explikation und Spezifizierung der Fragestellung: Einführung in das Thema und Formulierung der zentralen Forschungsfrage sowie der aufgestellten Hypothesen.
2. Explikation des Theoriehintergrunds: Einordnung der Fragestellung in die Kultur- und Sozialpsychologie sowie die Wirtschaftspsychologie.
3. Empirische Basis: Definition des ersten Untersuchungsdesigns (quantitative Surveyforschung) und Auswahl der Stichproben.
4. Methodischer Ansatz: Beschreibung der Durchführung der Befragung und der systematischen Auswertung des Datenmaterials.
5. Ergebnisse: Vorläufige theoretische Einschätzung zur Relevanz des Brauchtums in der Gesamtpopulation.
6. Empirische Basis II: Vorstellung eines zweiten Forschungsdesigns basierend auf qualitativen Fallanalysen und narrativen Interviews.
7. Methodischer Ansatz II: Methodik der qualitativen Datenerhebung und anschließende Strukturierung der Fallportraits.
8. Ergebnisse II: Interpretation der qualitativen Ergebnisse und Diskussion der unterschiedlichen Wahrnehmung durch verschiedene soziale Gruppen.
9. Vergleich der beiden Designs: Gegenüberstellung der quantitativen und qualitativen Methodik sowie Diskussion von Gütekriterien und Kombinationsmöglichkeiten.
10. Mögliche Schlussfolgerungen, Konsequenzen für die Praxis: Reflektion über den Stellenwert von Traditionen in der modernen Gesellschaft und Ausblick auf die Bedeutung für den Einzelnen.
Schlüsselwörter
Brauchtum, Tradition, Relevanz, Identitätsentwicklung, Konsumgesellschaft, Sozialpsychologie, Surveyforschung, Fallanalyse, Kultur, Rituale, Wirtschaftspsychologie, Gütekriterien, quantitative Forschung, qualitative Forschung, Familienleben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob jahreszeitliches Brauchtum in der heutigen, von Kommerz geprägten Zeit, für den Einzelnen noch eine Bedeutung hat oder ob es seine ursprüngliche Funktion verloren hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die kulturelle Bedeutung von Festen, der Einfluss der Konsumgesellschaft auf diese Traditionen sowie die psychologische Relevanz von Ritualen für die Identität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Relevanz des Brauchtums zu prüfen, wobei eine Nullhypothese (Verlust der Bedeutung) gegen eine Alternativhypothese (Tradition hat weiterhin Bedeutung) getestet wird.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt einen methodischen Vergleich zwischen einem quantitativen Ansatz (Surveyforschung) und einem qualitativen Ansatz (narrative Fallanalyse).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung beider Forschungsdesigns, die methodische Umsetzung der Datenerhebung sowie den anschließenden Vergleich der Ansätze hinsichtlich ihrer Gütekriterien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Brauchtum, Tradition, Identität, Konsumgesellschaft, Sozialpsychologie sowie die Unterscheidung zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden.
Warum spielt die Altersgruppe der Kinder eine besondere Rolle?
Kinder werden als besonders wichtig erachtet, da Bräuche und Rituale bei ihnen eine fundamentale Rolle bei der Entwicklung der Identität und dem Verständnis der eigenen Kultur spielen.
Welche Rolle spielt das Stadt-Land-Gefälle?
Die Autorin untersucht bewusst Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten, um zu analysieren, ob regionale Faktoren die Relevanz und Ausübung von Brauchtum unterschiedlich beeinflussen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Wirtschaft?
Die Autorin betrachtet die Konsumgesellschaft kritisch und fragt, ob Bräuche durch den Fokus auf Geschenke und kommerzielle Aspekte ihre ursprüngliche Bedeutung für den Einzelnen einbüßen.
- Quote paper
- Kerstin Schatzig (Author), 2007, Hat das jahreszeitliche Brauchtum seine ursprüngliche Relevanz für den Einzelnen verloren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121608