Probleme und Möglichkeiten des psychoanalytischen Erstgesprächs


Seminararbeit, 2008

14 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Wann ist eine Psychotherapie induziert?

3. Das Erstinterview
3.1. Die therapeutische Beziehung
3.2. Die Gesprächssituation
3.3. Der psychoanalytische Befund

4. Übertagung und Gegenübertragung

5. Schlusswort und Reflexion

6. Literatur

1. Einleitung

Der psychotherapeutische Prozess ist ein komplexes Gefüge aus Zusammenarbeit des Therapeuten und des Patienten und der Motivation der beiden. Der Therapeut muss in der Lage sein sich individuell auf jeden Patienten einzustellen. Gibt es spezielle Patientencharaktere?

Bevor es dazu kommt, muss sich der Therapeut ein Bild über den Patienten machen. Dies geschieht in Form eines Erstinterviews. Es muss festgestellt werden, welche Probleme der Patient hat und ob er überhaupt für eine Psychotherapie in Frage kommt. Welche Prädikatoren gibt es für die Inanspruchnahme einer Psychotherapie?

Um einen Erfolg zu gewährleisten ist eine vertrauensvolle Beziehung von Nöten, in der der Patient angeleitet wird sich nach und nach dem Therapeuten zu öffnen, um schließlich seine inneren Konflikte, großteils aus Selbsttätigkeit, aber mit Unterstützung des Therapeuten, zu bewältigen. Es stellt sich die Frage, welche therapeutischen Prinzipien dabei beachtet werden müssen? Was hemmt und fördert diese besondere Beziehung?

Der Prozess ist langwierig und erfordert Geschick und Geduld des Therapeuten.

Zu welchen Problemen kann es während der Psychotherapie kommen?

Was genau bedeuten Übertragung und Gegenübertragung?

Gibt es eine Möglichkeit diese unbewussten Prozesse zum Vorteil der Therapie umzugestalten?

Diese Fragen habe ich zum Thema meiner folgenden Arbeit gemacht und versucht plausible Erklärungen dafür zu finden.

2. Wann ist eine Psychotherapie induziert?

Einer Studie zur Folge gibt es nützliche Größen, die den Erfolg einer Psychotherapie sichern. Hierzu wurden Persönlichkeitsvariablen, subjektive Krankheitstheorien von Patienten und ihre Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit untersucht. Diese Faktoren nehmen Einfluss auf das Zustandekommen und die Aufrechterhalten der Psychotherapie.

Ziel der Studie war in erster Linie die Erfassung vorhersagekräftiger Kriterien für die Inanspruchnahme einer Psychotherapie.

An dieser Studie nahmen 92 Patienten zwischen 19 und 59 Jahren teil, die entweder von anderen Institutionen an die Klinik über wiesen wurden oder sich selbsttätig um therapeutische Beratung bemühten. Die Erstinterviews umfassten in der Regel einen bis fünf Termine, je nach Art des Problems und der Therapiemotivation. In Folge wurden alle nötigen Basisdaten und das Funktionsniveau der Patienten festgestellt und schließlich eine Diagnose nach ICD-10 erstellt. In Folge wurden die Teilnehmer entweder an niedergelassene Psychotherapeuten, an eine psychotherapeutische Behandlungseinrichtung oder an die Klinik selbst überwiesen.

Nach den Erstinterviews wurden die Patienten über ihre Motivation für die Psychotherapie befragt. Der dafür verwendete Fragebogen zur Messung der Psychotherapie von Schneider, Basler und Beisenherz misst die Einstellung der Teilnehmer über ihr körperliches und seelisches Leiden. Es wird festgestellt, wie die Personen über Ursachen der Beschwerden und ihre Eignung für psychotherapeutische Verfahren denken und welche Erwartungen sie gegenüber der Behandlung haben. Anschließend wurden verschiedene Kategorien festgelegt, wie z. B.:

- Zwischenmenschliche Probleme
- Gesprächs- und Unterstützungsmöglichkeit
- Leidensdruck
- Psychosomatische Beschwerden
- Krisensituationen

Die Studie ergab, dass Variablen, wie Bildung und Berufstätigkeit die Inanspruchnahme einer Psychotherapie unterstützen. Relevant erwies sich auch die Einschätzung des Therapeuten über die Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit des Patienten.

49 Patienten nahmen schließlich eine Psychotherapie in der empfohlenen Form auf. Der Einfluss von Persönlichkeitsvariablen auf die Inanspruchnahme einer Psychotherapie erwies sich allerdings nur als gering.

Abschließend lässt sich sagen, dass dem psychotherapeutischen Erstgespräch eine maßgebliche Rolle bei der Einschätzung der Behandelbarkeit des Patienten zukommt (vgl. Fischer-Kern/ Slunecko/ Leithner/ Löffler-Staska/ Ponocny-Steliger 2006, S. 309-317).

3. Das Erstinterview

Das Erstinterview ist eine einmalige, begrenzte Gesprächssituation, die einem ganz bestimmten Zweck dient. Es dient als Mitteilungs-, Kommunikations- und Erkenntnismittel und hilft eine Aussage über die Persönlichkeit des Patienten zu machen (vgl. Argelander 1992, S. 16).

Diese besondere Gesprächssituation beobachtet Persönlichkeitsmerkmale, die bewussten und unbewussten Motivationen des Patienten. Zusätzlich interessant sind Art der Anmeldung, Überweisungsmodus und die persönlichen Einstellungen zur Krankheit. Alle diese Faktoren ermöglichen Vorhersagen mit einem hohen diagnostischen und prognostischen Charakter. Die Diagnose ist aber keine endgültige Feststellung der Erkrankung (vgl. Argelander 1992, S. 34-35).

3.1. Die therapeutische Beziehung

Die Beziehung zwischen Therapeut und Patient kann man auch als Arbeitsbeziehung bezeichnen. Sie basiert auf der Arbeitsmotivation beider Teilnehmer. Beide haben verschiedene Gründe, diese Beziehung aufrechtzuerhalten. Der Therapeut tut dies um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und weil er ein gewisses Helfermotiv hat. Der Patient ist durch sein Leiden motiviert. Im Regelfall strebt er nach Veränderung und ist auch bereit etwas dafür zu tun. Diese Elemente müssen aber häufig in der Therapie erst erarbeitet werden (vgl. Rudolf 1996, S. 309-310).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Probleme und Möglichkeiten des psychoanalytischen Erstgesprächs
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Psychologie)
Veranstaltung
Theorie und Praxis des psychoanalytischen Erstgesprächs
Note
2.0
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V121609
ISBN (eBook)
9783640295425
ISBN (Buch)
9783640301409
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Probleme, Möglichkeiten, Erstgesprächs, Theorie, Praxis
Arbeit zitieren
Kerstin Schatzig (Autor), 2008, Probleme und Möglichkeiten des psychoanalytischen Erstgesprächs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121609

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Probleme und Möglichkeiten des psychoanalytischen Erstgesprächs



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden