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Die Rolle der Breschnew-Doktrin in der sowjetischen Osteuropa-Politik 1968-1989 und die Konsequenzen ihrer Aufkündigung für die DDR

Title: Die Rolle der Breschnew-Doktrin in der sowjetischen Osteuropa-Politik 1968-1989 und die Konsequenzen ihrer Aufkündigung für die DDR

Essay , 2006 , 10 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nele Pohl (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Das Scheitern der DDR liegt in einem Ursachenbündel exogener und endogener Faktoren begründet.
Einer dieser exogenen Faktoren stellt die Aufkündigung der Breschnew-Doktrin durch Gorbatschow
dar. In meinem Essay möchte ich versuchen die Frage zu beantworten welches Gewicht dieser Faktor
hatte. Dafür erachte ich es für erforderlich zunächst einmal die Bedeutung dieser Doktrin vor
Gorbatschow näher zu betrachten. Aus diesem Grund beginne ich bei ihrer „Geburtsstunde“ und
werde dann versuchen ihre Bedeutung über die Jahre zu verfolgen um dann eine Einschätzung
abgeben zu können, welche Konsequenzen die Aufkündigung der Doktrin für die DDR hatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Die „Geburtsstunde“ der Doktrin (1968) und ihre Anwendung unter Breschnew:

II. Die Sowjetunion bei Amtsantritt von Gorbatschow:

III. Die Breschnew-Doktrin unter Gorbatschow:

III.1. 1985- Anfang 1986

III.2. 1986/87

III.3. 1988

IV. Konsequenzen der Aufkündigung der Breschnew-Doktrin für die DDR:

Zielsetzung & Themen

Dieses Essay untersucht den Einfluss der Aufkündigung der Breschnew-Doktrin durch Michail Gorbatschow auf den Zusammenbruch der DDR. Das Ziel ist es, das Gewicht dieses exogenen Faktors im Vergleich zu internen DDR-Entwicklungen zu bewerten und die historische Rolle der sowjetischen Nichteinmischungspolitik kritisch zu beleuchten.

  • Die Entwicklung und Ausübung der Breschnew-Doktrin seit 1968
  • Die innen- und außenpolitische Krise der Sowjetunion bei Gorbatschows Amtsantritt
  • Der Wandel der sowjetischen Außenpolitik hin zur „Sinatra-Doktrin“
  • Die Bedeutung der sowjetischen Abkehr von der militärischen Bestandsgarantie für die DDR
  • Das Konzept des „gemeinsamen Hauses Europa“ als Rahmen der Reformen

Auszug aus dem Buch

II. Die Sowjetunion bei Amtsantritt von Gorbatschow:

Als Gorbatschow, in Nachfolge des „Interregnums“ Andropows und Tschernenkos, am 11. März 1985 zum neuen Generalsekretär der KPdSU gewählt wurde, steckte die SU innen- wie außenpolitisch in einer tiefen Krise.

Die inneren Verhältnisse des Landes waren nach der „Breschnew-Ära“ durch bürokratische Verkrustung, zunehmender Überalterung der Führungskader und stetiger Verringerung des Wirtschaftswachstums bis hin zum Nullwachstum gekennzeichnet. Stagnation in fast allen Lebensbereichen war an der Tagesordnung. Die unter Breschnew verstärkte totalitäre Herrschaftsstruktur (Einparteiendiktatur) führte zu einer mangelnden Reformbereitschaft der Führungskader, die SU hatte infolgedessen den technologischen Anschluss an die NATO-Staaten weitestgehend verloren. Längst erfüllte sie nicht mehr die Anforderungen einer modernen und voll entwickelten Industriegesellschaft.

Außenpolitisch war die SU außerhalb des Gebietes des RGW mittlerweile stark isoliert. Die expansive Außenpolitik Breschnews in Zentralasien und der Dritten Welt hatte zu einem stetigen Ansehensverlust, auch bei neutralen Staaten geführt. Die sowjetischen Interventionen hatten (1968, 1970, 1976 und 1980) für weltweite Verstimmung gesorgt und insbesondere die Ost-West Beziehungen erneut verschärft. Breschnew und die unter seiner Führung stehende KPdSU waren jedoch nicht in der Lage, die von ihnen eingeleiteten Fehlentwicklungen im innen- und außenpolitischen Sektor zu erkennen, vielmehr wurde sie als die einzige, den Sozialismus stärkende Politik angesehen. Die erneut in Gang gesetzte Rüstungsspirale endete in der Stationierung der SS-20 Mittelstreckenraketen, sowie der Pershing II-Raketen in Westeuropa durch die NATO 1983 und die von US-Präsident Reagan initiierte strategische Verteidigungsinitiative eines neuen, weltraumgestützten Verteidigungssystems (SDI). In der SU setzte sich die Erkenntnis durch, dass die sich in immer rapiderem Tempo verschlechternde wirtschaftliche Lage dem außenpolitischen Machtstreben der SU Grenzen aufzeigte. Bei seiner Amtsübernahme dürfte Gorbatschow klar gewesen sein dass die Weiterführung des Wettrüstens mit dem Westen nicht mehr finanzierbar war und die Lösung der wirtschaftlichen Probleme auch für den Erhalt des Weltmachtstatus existenziell war. Das Schicksal der SU war somit von seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit abhängig geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die „Geburtsstunde“ der Doktrin (1968) und ihre Anwendung unter Breschnew: Dieses Kapitel beschreibt den Ursprung der Breschnew-Doktrin als Instrument zur militärischen Sicherung des sowjetischen Machtbereichs, illustriert am Beispiel des Prager Frühlings und der Krise in Polen 1980/81.

II. Die Sowjetunion bei Amtsantritt von Gorbatschow: Hier wird der Zustand der tiefen innen- und außenpolitischen Krise der Sowjetunion im Jahr 1985 analysiert, der den Handlungsdruck für den neuen Generalsekretär Gorbatschow aufzeigte.

III. Die Breschnew-Doktrin unter Gorbatschow: Der Abschnitt erläutert die schrittweise Abkehr Gorbatschows vom Prinzip der Intervention, den Übergang zum „Neuen Denken“ sowie die Einführung des Konzepts vom „gemeinsamen Haus Europa“ zwischen 1985 und 1988.

IV. Konsequenzen der Aufkündigung der Breschnew-Doktrin für die DDR: Dieses Kapitel analysiert, wie der Wegfall der sowjetischen Bestandsgarantie die SED-Führung isolierte, den Protest in der DDR ermöglichte und letztlich zum Mauerfall führte.

Schlüsselwörter

Breschnew-Doktrin, DDR, Sowjetunion, Michail Gorbatschow, Perestroika, Glasnost, Friedliche Koexistenz, Warschauer Pakt, Beschränkte Souveränität, Reformpolitik, SED, Systemwechsel, Nichteinmischung, Politischer Wandel, Kalter Krieg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung der sowjetischen Breschnew-Doktrin und deren schrittweise Aufkündigung unter Gorbatschow als zentralen Auslöser für den politischen Zusammenbruch der DDR.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das sowjetische Eingreifprinzip im Ostblock, die wirtschaftliche und politische Krise der UdSSR in den 1980er Jahren sowie der Reformprozess unter den Schlagworten Glasnost und Perestroika.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welches Gewicht die Aufkündigung der Breschnew-Doktrin im Vergleich zu internen DDR-Faktoren beim Scheitern des dortigen sozialistischen Systems hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Essay angewandt?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, offizieller Regierungserklärungen und historischer Reden basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Breschnew-Ära, die Analyse der Krisenlage der Sowjetunion unter Gorbatschow und die detaillierte Untersuchung der sich wandelnden sowjetischen Osteuropa-Politik bis hin zum Fall der Berliner Mauer.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Breschnew-Doktrin, Nichteinmischung, Souveränität, Systemwechsel, Perestroika und das Ende der Bestandsgarantie für den Warschauer Pakt geprägt.

Warum war der Verzicht auf militärische Gewalt durch Gorbatschow so entscheidend für die DDR?

Da die DDR-Führung ihre Stabilität über Jahrzehnte primär aus der sowjetischen Drohkulisse und der „Bestandsgarantie“ bezog, entzog das Ausbleiben militärischer Interventionen der SED das wichtigste Machtinstrument zur Unterdrückung der Opposition.

Wie unterscheidet sich die „Sinatra-Doktrin“ von der Breschnew-Doktrin?

Während die Breschnew-Doktrin ein militärisches Interventionsrecht zur Sicherung sozialistischer Regime vorsah, signalisierte die Sinatra-Doktrin eine Abkehr hiervon und überließ den Paktstaaten die Souveränität, ihren eigenen Weg („My Way“) zu wählen.

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Details

Title
Die Rolle der Breschnew-Doktrin in der sowjetischen Osteuropa-Politik 1968-1989 und die Konsequenzen ihrer Aufkündigung für die DDR
College
Humboldt-University of Berlin
Course
Demokratische Revolution und nationale Wende (DDR ´89/´90)
Grade
1,7
Author
Nele Pohl (Author)
Publication Year
2006
Pages
10
Catalog Number
V121619
ISBN (eBook)
9783640262267
ISBN (Book)
9783640262373
Language
German
Tags
Rolle Breschnew-Doktrin Osteuropa-Politik Konsequenzen Aufkündigung Demokratische Revolution Wende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nele Pohl (Author), 2006, Die Rolle der Breschnew-Doktrin in der sowjetischen Osteuropa-Politik 1968-1989 und die Konsequenzen ihrer Aufkündigung für die DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121619
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