Geleitet von dem Credo „ weiter, schneller, mehr“ wird Produktion und Konsum
in den Industriegesellschaften vorangetrieben. Doch Anzeichen wie Waldsterben
und Klimawandel zeigen, dass ein unbegrenztes Wachstum in einer begrenzten
Welt nicht möglich ist. Nach Schätzung von Evolutionsbiologen sterben täglich
über 70 Arten aus. Nicht nur die veränderte Biodiversität, die Vergiftung der
Gewässer und Böden sind Folgen des Umgangs der Menschen mit der Natur,
sondern auch die verstärkte ultraviolette Strahlung, aufgrund des Ozonlochs, die
Ressourcen Verknappung und die Erderwärmung.
Die Ursachen der ökologischen Krise sind mit der falschen Vorstellung von dem
Verhältnis zwischen Mensch und Natur verbunden. Um Veränderungen zu
bewirken muss jeder Einzelne beteiligt werden und ein Handeln, welches
langfristig Sinn macht, ist gefordert. Die Umweltpolitik gewinnt erst an
Zukunftsfähigkeit, wenn eine globale Verantwortung in das Handeln einbezogen
wird.
Daher wird in dieser Arbeit besonders die Notwendigkeit einer Ethik in der
ökologischen Debatte dargestellt. In diesem Zusammenhang wird die Rolle der
Kirchen in der Umweltdebatte begründet, die Entwicklung ihres Engagements und
ihre konkreten Lösungsvorschläge sowie Handlungsbedürfnisse, anhand
auserwählter Dokumente, aufgezeigt.
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE DEBATTE ZUR ÖKOLOGISCHEN KRISE
2.1. Die historische Entwicklung der Umweltdebatte
2.2. Nachhaltigkeit als Leitbild der Debatte
2.3. Umwelt / Ökoethik
3. DIE ROLLE DER KIRCHE IN DER UMWELTDEBATTE
3.1. Begründung des kirchlichen Engagements in der Umweltdebatte
3.1.1. Die Schöpfungstheologie als Basis des kirchlichen Engagements
3.1.2. Begründung des christlichen Auftrags aus Sicht der Kirche
3.2. Das konkrete Engagement der Kirche anhand auserwählter Dokumente
3.2.1. Die historische Entwicklung des kirchlichen Engagements in der Umweltdebatte
3.2.2. Zukunftsfähiges Deutschland
3.2.3. Das Gemeinsame Wort- Stellungnahmen der Kirchen zur Ökologischen Krise in diesem Dokument
3.2.4. Handeln für die Zukunft der Schöpfung
4. FAZIT
5. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit untersucht die Rolle der christlichen Kirchen in der modernen Umweltdebatte, begründet deren ethisches Engagement aus der Schöpfungstheologie heraus und analysiert anhand zentraler Dokumente die konkreten Lösungsansätze sowie den Einfluss kirchlicher Positionen auf die gesellschaftliche Nachhaltigkeitsdiskussion.
- Grundlagen der ökologischen Krise und des Nachhaltigkeitsbegriffs
- Die Schöpfungstheologie als Basis kirchlicher Umweltverantwortung
- Analyse kirchlicher Schlüsseldokumente zum Umweltschutz
- Verhältnis von christlicher Ethik, Politik und gesellschaftlichem Handeln
- Herausforderungen der Institutionalisierung von Nachhaltigkeit in Kirchen
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Die Schöpfungstheologie als Basis des kirchlichen Engagements
Die christliche Schöpfungsethik geht davon aus, dass stets die Begegnung mit Gott und zwar mitten im Leben, also mitten im Prozess der Schöpfung neu entdeckt werden kann und gesucht werden muss. Die Begründung der Ethik liegt in dem Glauben daran, dass Gott den Menschen mit einer einzigartigen Würde und Verantwortung geschaffen hat. Dem Mensch kommt daher eine Sonderstellung in der Welt zu, die in der Aufgabe des verantwortlichen Handelns mündet. Für Christinnen und Christen sind der biblische Schöpfungsglaube und das biblische Menschenbild eine Zukunftsorientierung. Die Bibel ist eine Botschaft des Heils, das alle Menschen und die gesamte Schöpfung einschließt. Gerechtigkeit und Verantwortung zentrale Begriffe der Schöpfungsethik, in deren Rahmen sich mit der Stellung des Menschen in der Natur und mit den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft beschäftigt wird. Dies schließt eine Verantwortung für die Mitmenschen und Mitgeschöpfe mit ein.
„Der Weg der Verantwortungsübernahme für eine lebensermöglichende Zukunft ist nach christlicher Überzeugung die einzig mögliche Konsequenz aus der Erfahrung einer durch Jesus Christus erlösten Schöpfung“.
Der Schöpfungsglaube ist „zugleich Zusage und Handlungsauftrag, die Gegenwart Gottes in seiner Schöpfung durch befreiende und liebende Zuwendung zu Mitmenschen und Mitgeschöpfen sichtbar zu machen.“ Durch den Glauben an das Wort Gottes begreift der Mensch das Wunder der Schöpfung unmittelbarer als durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Durch den Glauben entstehen Maßstäbe des Handelns die eine echte Verantwortung mit sich bringen. Der Mensch, der nach dem Bild Gottes geschaffen wurde, ist Mittelpunkt der Schöpfung und trägt eine besondere Verantwortung. Er hat die Lebensordnung der Schöpfung zu sichern und zu schützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung verortet das ökologische Problem im Kontext globaler Wachstumsgesellschaften und skizziert das Ziel der Arbeit, den ethischen Beitrag der Kirchen zur Umweltdebatte aufzuzeigen.
2. DIE DEBATTE ZUR ÖKOLOGISCHEN KRISE: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der globalen Umweltbewegung, definiert den zentralen Begriff der Nachhaltigkeit und stellt verschiedene Grundpositionen der Umweltethik vor.
3. DIE ROLLE DER KIRCHE IN DER UMWELTDEBATTE: Der Hauptteil begründet den kirchlichen Auftrag aus der Schöpfungstheologie und analysiert anhand von Dokumenten wie "Zukunftsfähiges Deutschland" und dem "Gemeinsamen Wort" die konkreten kirchlichen Handlungsempfehlungen.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Relevanz des kirchlichen Engagements zusammen und betont die Notwendigkeit, durch ethische Reflexion und Vorbildfunktion im institutionellen Bereich gesellschaftliche Veränderungen zu fördern.
5. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur, Dokumente und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Umweltdebatte, Kirche, Schöpfungstheologie, Nachhaltigkeit, Umweltethik, Ökologische Krise, Schöpfungsverantwortung, Globalisierung, Handlungsauftrag, Solidarität, Gerechtigkeit, Zukunftsfähigkeit, Sozialethik, Mensch-Natur-Verhältnis, Klimawandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der christlichen Kirchen innerhalb der gesellschaftlichen Umweltdebatte und analysiert deren theoretische Begründung sowie praktische Ausgestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die ökologische Krise, das Konzept der Nachhaltigkeit, die Schöpfungstheologie als ethisches Fundament und das Engagement der Kirchen durch Stellungnahmen und Projekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kirchen durch ihre ethische Kompetenz und moralische Autorität zur Bewältigung globaler ökologischer Herausforderungen beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, um das kirchliche Engagement anhand spezifischer Veröffentlichungen wie der Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert zunächst die theologischen Grundlagen und beleuchtet anschließend detailliert den Prozess, wie die Kirchen ihre Konzepte in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schöpfungsverantwortung, ökologische Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, christliche Soziallehre und der Öffentlichkeitsauftrag der Kirche.
Welche Rolle spielt die biblische Schöpfungsgeschichte in der Argumentation?
Sie dient als ethische Grundlage: Der Mensch wird als Teil der Schöpfung betrachtet, der eine pflegende und schützende Verantwortung gegenüber Mitgeschöpfen und künftigen Generationen trägt.
Wie positionieren sich die Kirchen zum wirtschaftlichen Handeln?
Die Kirchen fordern ein sozial gerechtes und ökologisch verträgliches Wirtschaften, das Ressourcen schont, auf Langlebigkeit setzt und notwendige Rahmenbedingungen durch den Staat befürwortet.
- Quote paper
- Cornelia Kerstin Schlott (Author), 2008, Welche Rolle spielen die Kirchen in der Umweltdebatte? - Das Engagement der Kirchen anhand auserwählter Dokumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121629