Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen SA und Reichswehr in den Jahren 1933 und 1934 und zeigt die Beteiligung der Reichswehr an der Ermordung von Ernst Röhm und der SA-Führung während des so genannten Röhm-Putsches.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Ausgangsbedingungen der SA
Die Ausgangsbedingungen der Reichswehr
Beziehungen Reichswehr-SA 1933
Beziehungen Reichswehr-SA 1934
Beteiligung der Reichswehr an den Mordaktionen
Position der Reichswehr zur Ermordung Schleichers und Bredows
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die aktive Rolle und den Einfluss der Reichswehr im Vorfeld und während der als „Röhm-Putsch“ bekannten Ereignisse am 30. Juni 1934, um das Beziehungsgeflecht zwischen der konservativen Militärführung und Röhms SA zu beleuchten.
- Konfliktfelder und Spannungen zwischen Reichswehr und SA
- Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen in den Jahren 1933 und 1934
- Militärische Interessen am Erhalt des Waffenmonopols
- Logistische Unterstützung und Beteiligung der Reichswehr an den Mordaktionen
- Ideologische Vereinnahmung und Vereidigung der Wehrmacht auf Hitler
Auszug aus dem Buch
Die Ausgangsbedingungen der Reichswehr
Die wichtigsten Personen in der Reichswehr in Zusammenhang mit dem Röhm-Putsch waren Werner v. Blomberg, Walter v. Reichenau, Ludwig Beck und Werner v. Fritsch. Blomberg war am 30. Januar 1933 von Hindenburg zum Reichswehrminister ernannt worden. Gleichzeitig wurde Reichenau Chef des Ministeramtes der Reichswehr, er war Blombergs engster Mitarbeiter und Vertrauter. Er wird von vielen als überzeugter Nationalsozialist gesehen, andere halten ihn für einen machtpolitisch denkenden Opportunisten. Reichenau hat sich am intensivsten um eine Zusammenarbeit mit der SA bemüht und stand Milizvorstellungen positiver gegenüber als die meisten anderen Offiziere.
Beck wurde am 1. Oktober 1933 Chef des Truppenamtes und löste damit Wilhelm Adam ab. Er gilt als entschiedener SA-Gegner. Fritsch wurde am 1. Februar 1934 Chef der Heeresleitung als Nachfolger von Kurt v. Hammerstein. (Er gelangte also zu einem Zeitpunkt in diese wichtige Position, als die Entscheidung Reichswehr oder SA im Wesentlichen schon gefallen war.) Wichtig ist, dass alle vier Offiziere dem Nationalsozialismus positiv oder zumindest neutral gegenüberstanden, aber ihre unabhängige Position im NS-Staat erhalten wollten. Hitler hatte auf die Besetzung des Reichswehrministeriums und der Reichswehrführung noch keinen Einfluss. Die Reichswehr war also eine der letzten nicht gleichgeschalteten Kräfte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die aktive Rolle der Reichswehr bei den Ereignissen des 30. Juni 1934 thematisiert und das Ziel der Arbeit, die Beziehungen zur SA zu analysieren, definiert.
Die Ausgangsbedingungen der SA: Das Kapitel beschreibt das Problem der Funktionslosigkeit der SA nach der Machtergreifung und den wachsenden Konflikt um das staatliche Waffenmonopol.
Die Ausgangsbedingungen der Reichswehr: Es werden die zentralen Akteure der Reichswehrführung und deren schwierige Position zwischen dem NS-Staat und dem Erhalt militärischer Autonomie vorgestellt.
Beziehungen Reichswehr-SA 1933: Der Fokus liegt auf den ersten Annäherungsversuchen, aber auch den wachsenden Spannungen und Konkurrenzkämpfen zwischen den beiden Organisationen.
Beziehungen Reichswehr-SA 1934: Dieses Kapitel behandelt die Eskalation der Spannungen, das Diktat der Reichswehr über die SA und die zunehmende Vorbereitung auf die Ausschaltung Röhms.
Beteiligung der Reichswehr an den Mordaktionen: Es wird dargelegt, wie die Reichswehr durch logistische Hilfe und materielle Unterstützung aktiv am Vorgehen gegen die SA-Führung mitwirkte.
Position der Reichswehr zur Ermordung Schleichers und Bredows: Das Kapitel beleuchtet die Gleichgültigkeit oder Akzeptanz der Militärführung gegenüber der Ermordung ehemaliger eigener Angehöriger.
Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Folgen, insbesondere der endgültigen Bindung der Wehrmacht an Hitler und dem Verlust ihrer überparteilichen Funktion.
Schlüsselwörter
Reichswehr, SA, Röhm-Putsch, Waffenmonopol, Nationalsozialismus, Werner v. Blomberg, Ernst Röhm, Machtkampf, Militär, Wehrmacht, Machtergreifung, SA-Ausbildung, 30. Juni 1934, Gleichschaltung, Reichswehrministerium.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle, die die Reichswehr während der sogenannten „Röhm-Krise“ im Jahr 1934 spielte, und untersucht, inwieweit das Militär aktiv an der Entmachtung der SA beteiligt war.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Machtkonkurrenz zwischen dem traditionellen Militär und der SA, die Auseinandersetzung um das Waffenmonopol und die politische Entwicklung der Reichswehr im NS-Staat.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Reichswehr während des 30. Juni 1934 keineswegs passiv agierte, sondern als maßgebliche Initiatorin und Unterstützerin gegen Röhms SA auftrat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine historische Seminararbeit, die auf der Auswertung relevanter zeitgenössischer Dokumente, Fachliteratur und Akten beruht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ausgangslage beider Organisationen, die chronologische Entwicklung der angespannten Beziehungen in den Jahren 1933/34 sowie die konkrete militärische Unterstützung bei der Mordaktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reichswehr, SA, Röhm-Putsch, Waffenmonopol und das Verhältnis zur NS-Führung charakterisiert.
Wie reagierte die Reichswehrführung auf die Ermordung der Generale Schleicher und Bredow?
Die Reichswehrführung nahm die Morde billigend in Kauf und betrachtete die Opfer als Verschwörer, um die offizielle Linie des Regimes zu stützen und eine eigene Rehabilitierung der Offiziere zu unterbinden.
Welchen Einfluss hatte der 30. Juni 1934 auf den Status der Reichswehr?
Die Ausschaltung der SA sicherte dem Militär zwar kurzfristig das Waffenmonopol, führte jedoch gleichzeitig zur ideologischen Gleichschaltung und zur Vereidigung der Reichswehr auf die Person Hitlers.
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- Philipp Nolte (Author), 2002, Die Rolle der Reichswehr während der Röhm-Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121643