Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, die allen Menschen gleiche Würde und Rechte garantieren soll, und auch viele folgende Menschenrechtskonventionen ändern nichts an der Tatsache, dass es weltweit häufig zur Verletzung dieser unveräußerlichen Rechte kommt, und Frauen im Besonderen davon betroffen sind, vor allem durch Menschenrechtsverletzungen, die ausschließlich Frauen treffen. Viele Staaten betrachten Handlungen wie häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Abtreibung weiblicher Föten, Genitalverstümmelung, Zwangssterilisation nicht als Recht auf Leben, als Recht auf körperliche Unversehrtheit, als Recht auf Sicherheit und Freiheit und somit nicht als Menschenrechtsverletzungen.
FrauenMenschenrechte sind in einigen Menschen- und Frauenrechtskonventionen enthalten, was vor allem durch Verhandlungen von internationalen Frauenrechtsorganisationen, die in die Vereinten Nationen eingebettet sind, erzielt wurde.
In dieser Arbeit gebe ich einen kurzen Einblick in die weltweite soziale und wirtschaftliche Lage von Frauen in Zeiten der Globalisierung und darin, wie die Verletzung Ihrer Menschenrechte in das patriarchale neoliberale System eingebunden ist.
Zudem beschreibe ich die Instrumente des Völkerrechts, des Europarates, sowie der Organisation Amerikanischer, Afrikanischer und Islamischer Staaten hinsichtlich ihrer Beinhaltung frauenspezifischer Menschenrechtsverletzungen sowie deren Durchsetzbarkeit.
Weiters gehe ich auf die Eingliederung von Frauennetzwerken in die Vereinten Nationen und auf deren Rolle in der internationalen Frauenpolitik auch hinsichtlich der Veränderungen durch die fortschreitende Globalisierung ein.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur allgemeinen Situation der Frauen
3. FrauenMenschenrechte
3. 1. Instrumente der Vereinten Nationen
3. 2. Instrumente des Europarates
3. 3. Instrumente der Organisation amerikanischer Staaten (OAS)
3. 4. Instrumente der Organisation für afrikanische Einheit (OAU)
3.5. Instrumente der Organisation der Islamischen Konferenz
4. Globalisierung als Chance für die internationale Frauenvernetzung ?
5. Das „Globalwerden“ internationaler Frauennetzwerke innerhalb der Vereinten Nationen
6. Zur heutigen Lage der internationalen Frauennetzwerke der Vereinten Nationen
7. Aufgaben und Perspektiven von Frauenrechtsorganisationen
8. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Durchsetzung von Frauen-Menschenrechten durch internationale Frauenorganisationen unter den Bedingungen der Globalisierung. Dabei wird analysiert, wie neoliberale Wirtschaftsstrukturen die Lage von Frauen weltweit beeinflussen und inwiefern bestehende internationale Rechtsinstrumente dazu beitragen, geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen zu verhindern oder zu sanktionieren.
- Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen der Globalisierung auf Frauen
- Analyse der menschenrechtlichen Instrumente auf UN-Ebene, Europarat sowie regionaler Staatenbündnisse
- Die Rolle internationaler Frauennetzwerke und deren Integration in UN-Strukturen
- Herausforderungen durch den Wandel internationaler Politik und politischer Fundamentalismen
- Perspektiven für Frauenrechtsorganisationen zwischen Lobbyarbeit und politischer Distanz
Auszug aus dem Buch
3. 1. Instrumente der Vereinten Nationen
Die Menschenrechte von Frauen finden selbst bei den Vereinten Nationen wenig Beachtung, wie Joanna Kerr bemerkt, sie werden in wenig effektiven und marginalisierten Abteilungen an den Rand gedrängt. (Globalisierung aus Frauensicht, S. 39f)
Die Interpretation von Rechtsexperten und Regierungen der Instrumente der Kommission über die Rechtstellung der Frau sowie die Arbeit der angesehenen Menschenrechtsorgane macht deutlich, dass Frauenrechte in der jüngsten Vergangenheit nicht als prinzipielle Menschenrechte, sondern als mindere „soziale Angelegenheiten“ gesehen wurden.
Zu Beginn der 1990er Jahre wurden geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen, also Gesetze und Positionen von Staaten, die jede Form der direkten und indirekten Gewalt an Frauen tolerierten, von der Kommission für Menschenrechte negiert. Die Kommission für Menschenrechte existiert zwar ebenso lange wie die Kommission für die Rechtstellung der Frau, ersterer wird allerdings ein unvergleichlich höheres Ansehen von Seiten der Fachwelt entgegengebracht.
Ebenfalls blind für geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen war das bedeutendste Organ zur Untersuchung von Verletzungen der Menschenrechte, der Ausschuss für Menschenrechte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen universellen Menschenrechten und der alltäglichen Verletzung von Frauenrechten, eingebettet in ein patriarchales, neoliberales System.
2. Zur allgemeinen Situation der Frauen: Dieses Kapitel beschreibt die negativen Auswirkungen der Globalisierung auf Frauen, insbesondere durch prekäre Arbeitsverhältnisse, Frauenhandel und bestehende Einkommensungleichheiten.
3. FrauenMenschenrechte: Eine detaillierte Analyse der rechtlichen Instrumente verschiedener internationaler Organisationen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei der Bekämpfung frauenspezifischer Gewalt.
4. Globalisierung als Chance für die internationale Frauenvernetzung ?: Hier wird diskutiert, wie der schwindende Einfluss des Nationalstaates neue Räume für die politische Partizipation nichtstaatlicher Akteurinnen eröffnet.
5. Das „Globalwerden“ internationaler Frauennetzwerke innerhalb der Vereinten Nationen: Das Kapitel beleuchtet den Prozess, durch den Frauenorganisationen begannen, im Rahmen der UN als transnationale Akteurinnen aufzutreten.
6. Zur heutigen Lage der internationalen Frauennetzwerke der Vereinten Nationen: Der Fokus liegt auf der aktuellen Krise des Konsensprinzips und dem Widerstand konservativer Kräfte gegen den Fortschritt der Frauenrechte.
7. Aufgaben und Perspektiven von Frauenrechtsorganisationen: Zusammenstellung von Zukunftsstrategien für NGOs, um dem drohenden "Rollback" entgegenzuwirken und eigene alternative Konzepte zu entwickeln.
8. Resümee: Die Schlussbetrachtung betont die Notwendigkeit, für eine strukturelle Umverteilung von Macht zu kämpfen, anstatt sich allein auf bestehende internationale Verhandlungsmechanismen zu verlassen.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Frauenrechte, Menschenrechte, Frauenorganisationen, Neoliberalismus, Vereinte Nationen, Geschlechtsspezifische Gewalt, CEDAW, Internationale Vernetzung, Empowerment, Weltfrauenkonferenz, Politische Partizipation, NGOs, Frauenhandel, Sozialcharta.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Durchsetzung von Frauen-Menschenrechten durch internationale Organisationen in einer globalisierten Welt und analysiert, warum formale Rechte oft an der praktischen Umsetzung scheitern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Lage von Frauen, der rechtlichen Wirksamkeit von UN-Konventionen sowie der politischen Strategiebildung von Frauenbewegungen gegenüber globalen Machtstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Frauenrechtsorganisationen die Globalisierung als Chance zur Vernetzung nutzen und welche Hindernisse – etwa in Form von politischem Fundamentalismus oder neoliberalen Wirtschaftsinteressen – sich dabei auftun.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der aktuellen Lage auf Basis von Berichten, Menschenrechtskonventionen und feministischen Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Frauenrechte in verschiedenen regionalen und internationalen Rechtssystemen sowie eine Analyse der Einbindung von Frauennetzwerken in die Gremien der Vereinten Nationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Globalisierung, Empowerment, Frauenrechte, CEDAW, politische Partizipation und transnationale Vernetzung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der UN für die Frauenbewegung?
Die UN dienen zwar als wichtige Plattform zur politischen Artikulation, werden jedoch kritisch betrachtet, da Frauenrechtsforderungen dort oft marginalisiert oder durch politische Konsenszwänge verwässert werden.
Warum ist die "Globalisierung" ein zwiespältiger Prozess für Frauen?
Einerseits fördert sie die internationale Vernetzung und ermöglicht neue Handlungsspielräume für Frauen als Akteurinnen, andererseits verschärft sie soziale Unsicherheit und führt zu einer Feminisierung von Armut und Ausbeutung.
Welche Gefahr sieht die Autorin für die Zukunft der Frauenrechte?
Es wird vor einem „Rollback“ durch religiösen und politischen Fundamentalismus gewarnt, der bereits erreichte internationale Standards bei Frauenrechten wieder in Frage stellt.
- Arbeit zitieren
- Britta Vogl (Autor:in), 2004, Frauen-Menschenrechte und deren Durchsetzung durch Frauenorganisationen im Kontext der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121657